Demokratische Ordnungen nach den Erfahrungen von Totalistarismus und Diktatur

Eine international vergleichende Bilanz
Cover: Demokratische Ordnungen nach den Erfahrungen von Totalistarismus und Diktatur
LIT Verlag, Münster 2003
ISBN 9783825864453
Kartoniert, 238 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Paul Kevenhörster und Dietrich Thränhardt. Stehen wir zu Anfang des 21. Jahrhunderts am Beginn eines demokratischen Zeitalters? Erfüllt die demokratische Politik ihre funktionalen und legitimatorischen Kernfunktionen? Dieser Frage gehen drei Generationen von Politikwissenschaftlern im vorliegenden Band nach, anknüpfend an Karl-Dietrich Brachers klassische Beschreibung des Machtvakuums der Weimarer Republik, das einer totalitären Bewegung Entfaltungsraum bot. Analysiert werden Deutschland, Japan, China, Russland, Frankreich, Österreich, Südafrika, die Philippinen und Osteuropa, d. h. Länder, die totalitäre oder autoritäre Erfahrungen gemacht haben. Huntingtons Theorie von der Demokratisierung der Welt in drei Phasen und der Demokratie-Unfähigkeit des Islam wird falsifiziert und die Frage der inneren Demokratisierung mit der nach einer demokratischen Weltordnung verknüpft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2004

Der von Paul Kevenhörster und Dietrich Tränhardt herausgegebene Sammelband gebe zum Teil "ernüchternde Antworten" auf die Frage, wie sich demokratische Ordnungen aus Totalitarismus und Diktatur entwickelten und welche Rolle traditionelle Demokratien wie die USA dabei spielten, fasst Thomas Speckmann den Tenor des Buches zusammen. Die Untersuchungen bezweifelten die Gültigkeit der zu Anfang des Buches diskutierten Theorie des Politologen Samuel Huntington von der wellenförmigen Ausbreitung der Demokratien und auch die These, dass Demokratien sich nicht gegenseitig bekriegen würden, berichtet der Rezensent. Positive Impulse im Demokratisierungsprozess seien vor allem von der Europäischen Union und dem Europarat ausgegangen, die "sichere ökonomische Strukturen mit demokratischen Prinzipien" verbunden und damit zur Stabilität in Europa beigetragen hätten. Die unilateralistische Doktrin der Bush-Administration trage eher unfreiwillig zu diesem Prozess bei, indem sie die westlichen Verbündeten zwinge, internationale Übereinkünfte ohne sie zu treffen, resümiert der Rezensent die "bedenkenswerten" Ergebnisse des Bandes.
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