Das Unternehmen Krieg

Paramilitärs, Warlords und Privatarmeen als Akteure der Neuen Kriegsordnung
Cover: Das Unternehmen Krieg
Assoziation A Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783935936170
Kartoniert, 215 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Dario Azzellini und Boris Kanzleiter. "Das Unternehmen Krieg" geht neunen Formen der Kriegführung nach. Statt "Staatszerfall" und "Chaos", wie in den Medien oft beschworen, zeichnen sich dabei die Konturen einer "Neuen Kriegsordnung" ab. In ihr werden private militärische Akteure von Eliten eingesetzt, um Herrschaft zu sichern. Dabei ist oft nicht mehr ein militärischer Sieg, sondern die Kriegführung selbst das Ziel, um Profite erzielen zu können. Hinterlassen werden Hunderttausende von Opfern und Gesellschaften, in denen Wege zur Emanzipation neu eröffnet werden müssen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.11.2003

Das Buch ist ein Sammelband, dessen einzelne Beiträge mit großer Konsequenz nach der ökonomischen Seite von Kriegen fragen. Oft, das zeigt sich dabei, sind die Anlässe sehr viel rationalerer, weil durch private Finanzinteressen erklärbarer Natur als mit der Rede zum Beispiel von "Stammeskriegen" im Kongo suggeriert wird. Und man erfährt, in welchem Ausmaß privates Kapital beim Kriegführen die Finger im Spiel hat. Zum Beispiel, dass in Kolumbien private Konzerne "Risikoberatung, Geiselbefreiungstraining, sowie die Wartung von Helikoptern" anbieten und dass auch Donald Rumsfeld in seinem Ministerium systematisches outsourcing von Verteidigungsaufgaben betreibt. Insgesamt ein Band, befindet der Rezensent Nicolaus Schütte, der helfen kann, "ethnizistische und kulturalistische Denkschablonen aufzubrechen".
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