Das Gilgamesch-Epos

Neu übersetzt und kommentiert von Stefan M. Maul
Cover: Das Gilgamesch-Epos
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406528705
Gebunden, 191 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der Heidelberger Assyriologe und Leibnizpreisträger Stefan M. Maul bietet auf der Grundlage von zum Teil noch unpublizierten Textzeugen eine vollständig neue Übersetzung des Gilgamesch-Epos. Das Epos erzählt den Mythos des Königs Gilgamesch von Uruk, der seine Kräfte mit der ganzen Welt messen will, nach der Unsterblichkeit strebt und schließlich auf die Erkenntnis zurückgeworfen wird, daß auch für ihn das Leben endlich ist. Bis Gilgamesch zur Einsicht in diese Conditio humana gelangt, sie in allen ihren Konsequenzen akzeptiert und erst dadurch wirklich die Fähigkeit erwirbt, ein guter Herrscher zu sein, muss er freilich zahllose Abenteuer bestehen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.12.2005

Endlich kann man das Gilgamesch-Epos lesen, auch wenn man kein Assyriologe ist, freut sich Rezensent Stefan Weidner. Die "manierierten" Nachdichtungen, wie zuletzt Raoul Schrott eine abgeliefert hat, zählt Weidner nicht mit. Diese Ausgabe von Stefan M. Maul dagegen kann er uneingeschränkt empfehlen. "Vorbildlich" findet er die Einleitung, die genaue Nacherzählung der Geschichte, die detaillierten Kommentare. Und die Übersetzung? Elegant, wenn es sich ergibt, und doch die Fremdheit des Textes bewahrend. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, so Weidner. Es gebe viele "bewegende" Stellen, aber einfach lese sich dieses Epos nicht. Zeit brauche man und Geduld. Der Rezensent hat offenbar beides aufgebracht und die Mühe für lohnend befunden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2005

Für Christoph Uehlinger gilt das Gilgamesch-Epos völlig zu recht der Klassiker der "altmesopotamischen Keilschriftliteratur", der epische Erzählkust mit philosophischer Reflexion" verbinde. Sein Held, König Gilgamesch, dürfte wahrscheinlich als historische Gestalt um 2700 v. Chr. tatsächlich in Uruk gelebt haben, im Epos nun erscheint er uns, wie der Rezensent beschreibt, als "Inbegriff des Heroen und zugleich Problemträger, gleichsam Mensch par excellence in all seiner Ambiguität". Die vorliegende Neuübersetzung nun, die der Assyrologe Stefan Maul besorgt hat, hat gegenüber früheren Übertragungen den Vorteil, dass Maul auf bisher unveröffentlichtes Textmaterial zurückgreifen konnte, das erst jüngste Ausgrabungen zutage gefördert haben. Und Raul Schrotts jüngste, für Furore sorgende Übersetzung dürfte vielleicht ein wenig eleganter als Mauls sein, meint Uehlinger, dafür ist diese hier umfangreicher und vollständiger.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.07.2005

"Durchaus ein Vergnügen" ist Stefan Mauls Neuübertragung des Gilgamesch-Epos, wenn man dem Rezensenten Sven Hanuschek Glauben schenken darf. Mauls Übersetzung der Saga um den legendären babylonischen König von Uruk basiert auf Andrew R. Georges wissenschaftlicher Edition von 2003, der derzeit vollständigsten rekonstruierten Fassung des Textes. Hanuschek lobt die "philologische Genauigkeit" Mauls, der den Text mit "umfangreichen" Kommentaren und einer einleitenden Nacherzählung der elf Keilschrift-Tontafeln, auf denen das Werk überliefert wurde, ergänze. Gut lesbar sei Mauls "dichte" Version, "streckenweise auch poetisch". Auch das Buch selbst, in dem jedes Kapitel mit einer Zeichnung der jeweiligen Tafel eröffnet wird, gefällt dem Rezensenten. Nur den Spott über frühere Übersetzungsversuche hätte Maul sich sparen können, findet Hanuschek. Denn Raoul Schrotts Version sei aufgrund des mittlerweile fortgerückten Forschungsstands zwar nicht ganz so umfangreich, dafür aber "überzeugender" in der Beschreibung von Sex und Komik. Hanuschek empfiehlt deshalb die parallele Lektüre beider Versionen.
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