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Corine Pelluchon

Ethik der Wertschätzung

Tugenden für eine ungewisse Welt
Cover: Ethik der Wertschätzung
WBG Academic, Darmstadt 2019
ISBN 9783534270712
Gebunden, 304 Seiten, 50,00 EUR

Klappentext

Aus dem Granzösischen von Heinz Jatho. Corine Pelluchon entwickelt eine Tugendethik, die uns hilft, mit den Herausforderungen unserer modernen Gesellschaften umzugehen. Dabei legt sie den Schwerpunkt nicht in erster Linie auf die Prinzipien unserer Handlungen. Vielmehr geht es ihr um unsere konkrete Motivation, um die Vorstellungen und Affekte, die uns dazu bringen, aktiv zu werden. Diese Ethik der Besinnung hat ihre Quelle in den Moralphilosophien der Antike, aber lehnt deren Essentialismus ab. Stattdessen gründet sie sich auf Demut und der Erfahrung der Verletzlichkeit. Wo Bernhard von Clairvaux die Besinnung auf die Erfahrung der Unvergleichbarkeit und somit auf den Glauben stützt, definiert Pelluchon sie über die "Transdeszendenz". So bezeichnet sie eine Selbstbetrachtung, durch die das Subjekt seine Verbindung zu den anderen Lebewesen wahrnimmt und durch die das theoretische Wissen um die Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Welt zum gelebten Wissen wird. Eine solche Haltung kann dazu führen, sich konkret zu engagieren.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.07.2019

Rezensentin Hilal Sezgin hofft nur, dass uns noch genügend Zeit bleibt auf Erden, um Corine Pelluchons Vorschlag zu beherzigen und unsere Verletzlichkeit und die der tierischen und pflanzlichen Welt zu erkennen, um daraus Unruhe und Mut zu schöpfen, Demut, Anteilnahme und Taten. Gegen das Verzagen taugt das Buch laut Sezgin, gibt Hoffnung und schafft mit seiner Ethik der Wertschätzung über das Erkennen der eigenen Verletzlichkeit die theoretische Basis (Pelluchon vereint Ideen von Levinas, Arendt u. a. mit ihren eigenen Gedanken, erklärt die Rezensentin) für eine neue Haltung.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2019

Auch wenn die Autorin nur vage Alternativen anzubieten hat zu einer wachstumsorientierten Ökonomie, möchte Marko Martin Corine Pelluchons Buch empfehlen. Genese und Praxis der Wertschätzung vermag die Autorin ihm klar und verständlich und ohne Apodiktik und Esoterik nahezubringen. Denker wie Bernhard von Clairvaux, Kant oder Richard Sennett zieht sie hinzu und schafft es laut Martin in der Tradition der französischen Moralisten, den Leser aufzurütteln und für ein aktives Sein jenseits der Selbstgerechtigkeit zu interessieren oder gar zu begeistern.