Colin McGinn

Wie kommt der Geist in die Materie

Das Rätsel des Bewußtseins
Cover: Wie kommt der Geist in die Materie
C. H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406472176
Broschiert, 270 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Kuhlmann-Krieg. Dieses in den USA heftig diskutierte Buch hat der Frage, wie das Gehirn, also etwas Fleischliches, etwas von ihm gänzlich Verschiedenes, nämlich Geistiges, hervorbringen kann, einen ganz neuen Aspekt gegeben. Wie hat man sich den Zusammenhang von Körper und Geist vorzustellen? Vor allem: Wie überhaupt ist es möglich, dass Materie Geist hervorbringt? Was wäre, wenn das Gehirn einfach prinzipiell nicht in der Lage wäre, über eine bestimmte Grenze hinaus über sich nachzudenken?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2001

Manuela Lenzen zeigt sich diesem Buch gegenüber etwas distanziert und verrät, dass der Autor hier auf die Frage des Titels keine Antwort gibt und das auch gar nicht erst versucht, weil das Bewusstsein für ihn nicht erklärt werden kann - weder jetzt noch in Zukunft. Insgesamt hält Lenzen das Buch eher für eine "gute Einführung in die Tiefen des Leib-Seele-Problems", dessen Stärken insbesondere in McGinns Beschreibungen der "zwischen Geist und Gehirn klaffenden Erklärungslücke" liegen. Manche Thesen McGinns scheint die Rezensentin allerdings recht verwegen zu finden, etwa wenn er behauptet, das Bewusstsein könne schon deswegen nicht erklärt werden, weil der "menschliche Geist sich nicht entwickelt hat, um Philosophie zu treiben" oder wenn er die Überlegung anstellt, dass sich mit dem Urknall die "nichträumliche Dimension des Universums" lediglich in Resten im Gehirn erhalten habe und mit unseren räumlichen Kategorien daher nicht erfasst werden könne. Da will die Rezensentin schon das Buch "entnervt zuschlagen", bevor dann McGinn selbst einräumt, diese Ideen eher zur Anregung vorgestellt zu haben. Damit ist dann auch die Rezensentin einigermaßen zufrieden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2001

Die Hoffnung Uwe Justus Wenzels, der Autor lüfte endgültig das Geheimnis des Bewusstseins, erfüllt sich mit diesem Buch zwar nicht, doch sieht er zumindest die richtigen Fragen gestellt. Zunächst registriert er dankbar, dass die Studie über den menschlichen Geist auch für philosophisch unbeschlagene  Leser nachvollziehbar geschrieben ist und auf unverständlichen Jargon verzichtet. Auch, dass McGinn versucht, vermeintliche Gewissheiten zu zerstören indem er das "vertraute Phänomen Bewusstsein" in Frage stellt, finden seinen Beifall. Allerdings kann der Rezensent dem Autor nicht in allen Teilen seiner Argumentation folgen, und er findet einige Überzeugungen McGinns "eine Spur zu selbstsicher". Seinen "Unwillen", übernatürliche Gründe für das Bewusstsein auch nur in Erwägung zu ziehen, tadelt Wenzel als "Voreingenommenheit des Geistes", und deshalb findet er auch besonders die Passagen des Buches, die sich mit "theistischen Weltdeutungen" beschäftigen, nicht besonders "argumentationsstark".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001

Als Meditation, die vom Denken als einziger Gewissheit ausgeht, bezeichnet Edo Reents die Abhandlung Colin McGinns, die er für ihre "außerordentliche Lesbarkeit" preist. Umso kryptischer schreibt dafür der Rezensent, McGinn würde laut Untertitel nicht das Rätsel des Bewusstseins lösen, sondern vielmehr Bewusstsein für das Rätsel schaffen. Die Annahme McGinns, dass möglicherweise die Gene zur Entschlüsselung des Körper-Geist-Problems dienen könnten, teilt der Rezensent nicht. McGinn erkläre hier etwas Unbekanntes mit etwas Unbekanntem. Auch seine Aufteilung des Universums in vier verschiedene Daseinsformen wie Wolken, Würmer, Autos und Fledermäuse hält Reents für "Nonsens". Stark sei McGinns Abhandlung, weil sie der Behandlung des Körper-Geist-Problems die Diskretion ihrer Spiritualität lasse.
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