Christian Bommarius

Der Fürstentrust

Kaiser, Adel, Spekulanten
Cover: Der Fürstentrust
Berenberg Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783946334149
Gebunden, 160 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Es begann auf Madeira: Vor gut hundert Jahren machte sich ein Konsortium aus entschlossenen Schwindlern daran, auf der Ferieninsel lukrative Geschäfte zu machen. Dass der vermasselte Coup beinahe im Krieg zwischen Deutschland und Portugal geendet wäre, ist nur der haarsträubende Auftakt dieser hanebüchenen Geschichte, die im größten Finanzskandal des Kaiserreichs endet. Die glücklosen Hauptakteure waren die Chefs der Fürstenhäuser Hohenlohe und Fürstenberg, die ihre gewaltigen Vermögen mit teils irrwitzigen, teils kriminellen Geschäften um jeden Preis zu vergrößern suchten. Die Katastrophe blieb aus - jedoch nur, weil de Kaiser höchstpersönlich der Deutschen Bank befahl, zur Rettung seiner Jagdfreunde zu schreiten. Der Skandal wurde von den Beteiligten entschlossen unter den Teppich gekehrt, wo er immer noch liegt. Nachforschungen in den fürstlichen Archiven zu diesem Thema sind bis heute tabu. Christian Bommarius hat sich trotzdem erfolgreich auf die Suche gemacht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.04.2017

Dirk Pilz kann nur staunen über die von Christian Bommarius erzählte Geschichte der Madeira-AG aka Fürstentrust. Ein derart fantastischer unternehmerischer Dilettantismus wie in der geschilderten Geschichte ist ihm noch nicht begegnet. Wie Christian Kraft Fürst zu Hohenlohe-Öhringen und Max Egon II. Fürst zu Fürstenberg mit riskanten Geschäften im Kaiserreich ein Vermögen verbrannten und Arbeiter und Angestellte um ihre Existenz brachten, während sie selber glimpflich davon kamen, liest Pilz mit stockendem Atem. Eine glänzende detailreiche Aktenrekonstruktion und ein spannender Wirtschaftskrimi, dessen Bezüge zum Heute auf der Hand liegen, meint er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2017

Zunächst einmal lobt Rezensent Werner Plumpe den Rechercheaufwand, den Christian Bommarius anhand zeitgenössischer gedruckter Quellen betrieben hat, um den längst vergessenen Zusammenbruch des Fürstentrusts im Sommer 1913 zu rekonstruieren. Lesefreundlich erzählt ihm der Autor die Geschichte um die Besitzer des Fürstentrusts, Christian Kraft Fürst zu Hohenlohe-Öhringen und Max Egon Fürst zu Fürstenberg, die mit dem Vermögen spekulierten, um wahnwitzige Pläne wie etwa die Umwandlung von Madeira in ein zweites Monaco oder den Bau einer riesigen Shopping Mall in Berlin umsetzen wollten. Während ersteres Vorhaben von vornherein scheiterte, entwickelte sich Letzteres zur Schulden-Katastrophe, die nur durch Hilfe des Kaisers und der Deutschen Bank aufgefangen werden konnte, informiert Plumpe. Allein die recherchierte Beweislage reicht nicht aus, um den von Bommarius abgeleiteten weltpolitischen Skandal zu rechtfertigen, meint der Kritiker, der angesichts der Tatsache, dass sich Kraft und Fürstenberg persönlich finanziell verantworten mussten, lediglich die Geschichte einer boulevardjournalistischen Affäre gelesen hat.