Bayern im Bund

Band 1: Die Erschließung des Landes 1949 bis 1973
Cover: Bayern im Bund
Oldenbourg Verlag, München 2001
ISBN 9783486565768
Gebunden, 458 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Thomas Schlemmer und Hans Woller. Der vorliegende Band bildet den Auftakt einer auf sieben Bände angelegten Reihe zur Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1949 und 1973 am Beispiel Bayerns. Er beschäftigt sich mit der Erschließung des Landes, einem tief greifenden Prozess, der die Peripherie näher an die urbanen Zentren heranrücken ließ und das Gesicht des Freistaats vor allem im ländlichen Raum grundlegend veränderte. Die Beiträge dieses Bandes befassen sich mit Infrastrukturpolitik und Landesplanung, sie thematisieren die Energie-, Verkehrs- und Gesundheitspolitik sowie den Umbau des bayerischen Bildungssystems und die Rolle der Bundeswehr als Standortfaktor in strukturschwachen Regionen Bayerns.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2002

Seit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990 hat sich, so der Rezensent Michael Hollmann, der Schwerpunkt der Deutschlandforschung von der Betrachtung der "großen Politik" auf die Erfassung von Strukturveränderungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Alltag verschoben, die "rasante" Entwicklung unterschiedlicher Gesellschaften sei das Thema der Stunde. So auch im neuen Bayern-Projekt "Bayern im Bund", welches seine Forschungsergebnisse in diesem ersten Sammelband "Erschließung des Landes" und den zwei später folgenden Sammelbänden "Gesellschaft im Wandel" und "Politik und Kultur im föderativen Staat" sowie vier Monografien vorstellt, wie Hollmann erwartungsvoll ankündigt. Im Zentrum stehe die Frage, wie es dem armen Agrarland Bayern - trotz Abbruch der traditionellen Handelsverbindungen mit Sachsen, Thüringen und Böhmen - gelingen konnte, nachhaltig zu den Industrieländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfahlen aufzuschließen, und weiter, ob dieser Prozess "politisch steuerbar war und gesteuert wurde" und wie sich die Entwicklung in Mentalität und politischer Einstellung bemerkbar mache. Die Untersuchung beschränke sich dabei auf den Zeitraum zwischen der deutschen Staatsgründung (1949) und Ölkrise (1973). Hollmann beleuchtet mit den Autoren die Hintergründe des "unbeirrbaren" bayerischen Votums für Kernenergie und Baumaßnahmen wie den Main-Donau-Kanal oder den großzügigen Ausbau des Verkehrsnetzes sowie das bayerische Verbandschulsystem. Der Rezensent freut sich, die komplexen Gegenstände durch alle Bereiche der Politik "anschaulich und gut lesbar" dargestellt zu sehen.
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