Aya Cissoko

Ma

Roman
Cover: Ma
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2017
ISBN 9783884235737
Gebunden, 180 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Beate Thill.  "Ma" ist die Geschichte von Mutter und Tochter, die, hin- und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen. Die Mutter, Massiré Dansira, kam im Alter von 15 Jahren aus Mali nach Frankreich. Nach dem Tod ihres Mannes kämpft sie als Alleinerziehende mit den Widrigkeiten des Lebens und vor allem der von Männern beherrschten Welt ihrer Stammesherkunft. Sie will aus ihren Kindern anständige und aufrechte Menschen machen: auf Bambara "danbé": Kampfgeist, Würde, Charakterstärke, Respekt vor Traditionen. Die Tochter lebt im ständigen Kampf mit ihrer Mutter. Sie wächst in Paris als modernes Mädchen auf und muss den Widerspruch zwischen den traditionellen Werten und Anforderungen ihrer familiären Herkunft und denen der französischen Gesellschaft bewältigen. Aus ihrem Kampf macht sie eine Profession: sie wird eine erfolgreiche Boxerin. Der Roman vermittelt einen Einblick in das Schicksal von Migranten aus Afrika, zeigt die alltäglichen Vorurteile und rassistischen Überheblichkeiten, mit denen sie konfrontiert sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2018

Als "Brocken dunkler Energie" erscheint Rezensentin Angela Schader Aya Cissokos "Ma", in der sie ihre im Jahre 1975 von Mali nach Frankreich zwangsverheiratete Mutter porträtiert. Mit dem Roman setzt sie ihr ein Denkmal, so die Rezensentin. Erzählt wird die Geschichte jener Ma, die mit dem von ihrer Verwandtschaft für sie ausgesuchten Mann vier Kinder bekommt, bis Ehemann und eine Tochter einem rechtsextremistisch motivierten Anschlag zum Opfer fallen und die Witwe sich dem Drängen ihres Clans widersetzt, nach Mali zurückzukehren. Wie Cissoko das spannungsreiche Verhältnis zwischen ihrer Mutter und ihr schildert, vor allem aber die von Willensstärke, Kraft und Opferbereitschaft geprägte Mutter porträtiert, hat Schader tief beeindruckt. Eine angenehm nüchterne, kritische und mitreißende Innensicht eines "migrantischen Mikrokosmos", lobt sie.