Arnold Mario Dall'O, Raoul Schrott

Das Geschlecht der Engel, der Himmel der Heiligen

Ein Brevier
Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN 9783446200203
Gebunden, 152 Seiten, 23,52 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Farbtafeln. Eine Sammlung verschmitzter Liebesbriefe und eine Geschichte ewig ungestillten Begehrens, - Erotikon und poetisches Bekenntnis zugleich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.06.2001

Da Hans-Jürgen Schmitt der Meinung ist, dass es zu trivial ist, schlicht Liebesbriefe an eine abwesende Geliebte zu schreiben, begrüßt er in seiner kurzen Kritik den Einfall Schotts, diese mit allerlei "etymologischen, mythologischen und poetologischen Einsprengseln" über Engel zu bereichern. Und obwohl er auch einiges an "Selbstverliebtheit" und Stolz auf die eigene Gelehrtheit beim Autor entdeckt, lobt er das Buch dafür, mit seiner originellen Mischung die "Spannung" zu halten. Zu den Illustrationen von Dall'O bemerkt er anerkennend wenn auch zurückhaltend, dass sie helfen, den Text "leicht zu entziffern".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2001

Günther Stocker scheint etwas ratlos angesichts dieses Buches, in dem ein Ich-Erzähler in Briefen an die ferne Geliebte über Engel und Heilige räsoniert. Eigentlich findet Stocker das poetische Verfahren des österreichischen Autors, der "mühelos" zwischen mythologischen Exkursen und naturwissenschaftlichen Überlegungen, zwischen "Liebesbrief und Sprachwissenschaft" wechselt, ganz reizvoll. Doch mitunter gerate der Sprachfluss an die "Grenze zur Sophisterei", kritisiert der Rezensent. Was ihm aber bis zum Schluss nicht recht einleuchten will ist, dass sich Schrott ausgerechnet diesem Thema widmet, wo er doch nach eigenen Angaben mit Metaphysik noch nie etwas anfangen konnte. Und so bleibt für den Rezensenten das ganze Buch, trotz überraschender Einfälle und attraktiver Illustrationen von Dall'O, insgesamt "vage und spekulativ" und vermag ihn nicht recht zu überzeugen.
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