Alberto Breccia, Ernesto Breccia, Hector Oesterheld

Che

Eine Comic-Biografie
Cover: Che
Carlsen Verlag, Hamburg 2008
ISBN 9783551776549
Kartoniert, 95 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Isabel Marin und Jutta Harms. Ernesto Che Guevara, die Ikone der kubanischen Revolution, wäre am 14. Juni 2008 80 Jahre alt geworden. Carlsen nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, eine Comic-Chronik über das Leben und Wirken des so legendären wie umstrittenen Revolutionärs zu veröffentlichen, die ihrerseits zum Mythos geworden ist: 1968 als unmittelbare Reaktion auf die Ermordung des Argentiniers Che entstanden, avancierte die Comic-Biografie seiner Landsleute Alberto und Enrique Breccia (Zeichnungen) und Hector Oesterheld (Text) zum Bestseller in Südamerika. Wenig später putschte sich in Argentinien das Militär an die Macht, "Che" wurde verboten, Autor Oesterheld verschleppt und umgebracht. Lange Jahre war "Che" nicht mehr erhältlich - jetzt macht Carlsen den Band erstmals auf Deutsch zugänglich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.07.2008

Der bereits vor 30 Jahren erschienene Comic über Che Guevara, von Alberto und Enrique Breccia gezeichnet und mit einem Szenario von Hector Osterheld versehen, kann es sich beim Rezensenten Christoph Haas selbst mit dem "lupenreinen Propagandakitsch" zu Ches Tod nicht verderben. Das liegt wohl vor allem an den Zeichnungen Enrique Breccias, die sich gänzlich vom Realismus verabschieden, der noch beim Vater Alberto Breccia vorherrscht. Indem der Sohn auf Zwischentöne verzichtet und sich in seinen Schwarzweiß-Zeichnungen vor allem auf die Verwendung von Weiß konzentriert, erhalten die Darstellungen einen expressiven Charakter, der den Rezensenten nachhaltig beeindruckt. Und so gehört dieses Album für Haas zu den "erfreulichsten" Publikationen der 68er-Erinnerungsliteratur.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.05.2008

Hocherfreut begrüßt Rezensentin Nina Apin diese Comic-Biografie, die pünktlich zum achtzigsten Geburtstag des 1967 ermordeten Revolutionärs erscheint, und dessen Leben in "schwungvoll-expressionistischen Schwarz-Weiß-Bildern" erzählt. Im Original sei das Buch bereits im Jahr nach Guevaras Tod erschienen, lesen wir. Der Szenarist des Buchs, Hector Oesterheld, sei später von argentinischen Militärs ermordet worden. Auch vierzig Jahre nach Erscheinen kann das Buch die Rezensentin noch durch seinen avantgardistischen Zugriff, hohes ästhetisches Niveau, Frische und Dynamik begeistern, und funktioniert aus ihrer Sicht auch ohne historische Dimension als guter Comic. Begrüßt wird auch, dass die deutsche Edition mit Zeittafel und erläuternder Einleitung ausgestattet ist. Hilfreich findet die Rezensentin ein Interview mit Alberto Breccia, der noch mal die an Che Guevara geknüpften Hoffnungen und Revolutionsbegeisterung von einst widerspiegelt. Positiv fällt ihr dabei das Fehlen jeglichen Revolutionskitsches auf, was das Buch insgesamt auch für heutige Zeitgenossen für sie zur anregenden Lektüre macht.