Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1970

3 Bände
Oldenbourg Verlag, München 2001
ISBN 9783486564983
Gebunden, 2494 Seiten, 184,07 EUR

Klappentext

Herausgegeben im Auftrag des Auswärtigen Amts vom Institut für Zeitgeschichte. Hauptherausgeber Hans-Peter Schwarz. Mitherausgeber Helga Haftendorn, Klaus Hildebrand, Werner Link, Horst Möller und Rudolf Morsey. Bearbeitet von Ilse Dorothee Pautsch, Daniela Taschler, Franz Eibl, Frank Heinlein, Mechthild Lindemann und Matthias Peter. Wissenschaftlicher Leiter Rainer A. Blasius. Die Ostpolitik der Regierung Brandt/Scheel steht im Mittelpunkt des Jahresbandes 1970 der Edition "Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland". Unmittelbar nach Ablauf der dreißigjährigen Sperrfrist wird eine Auswahl von über 600 bislang geheimen Protokollen und Aufzeichnungen über die Vertragsverhandlungen in Moskau und Warschau veröffentlicht und somit eine fundierte Auseinandersetzung mit diesem kontroversen Thema ermöglicht. Neben den Berlin-Verhandlungen der Vier Mächte bilden die Bemühungen um einen Modus vivendi mit der DDR und die Fortschritte in der Europapolitik weitere inhaltliche Schwerpunkte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.04.2001

Das Jahr 1970 war hinsichtlich der Außenpolitik der Bundesrepublik zweifellos ein Epochenjahr. Angesichts des historischen Stellenwerts der in diesem Jahr unternommenen Schritte seien die vorliegenden Bände der Aktenedition von besonderem Interesse, bemerkt Gottfried Niedhart. Ausdrücklich lobt er die mustergültige Editionsweise der 622 Dokumente, die verschiedenste Aspekte der Außenbeziehungen und unterschiedliche Regionen der Weltpolitik beleuchten, wobei, wie er anmerkt, die meisten Dokumente dem Komplex Ostpolitik gewidmet sind. Niedhart hebt die Vielschichtigkeit der Neuerscheinung hervor. Er macht zum Beispiel darauf aufmerksam, dass die Akten nicht nur Aufschluss über konkretes politisches Handeln geben, sondern auch Vermutungen zulassen würden, welche weiterführenden Fragen sich daraus ergeben hätten. Als ein zentrales Problem hebt er dabei die deutsche Ostpolitik heraus, die, wie die Akten seiner Meinung nach beweisen, im westlichen Ausland zu anderen Interpretationen bezüglich des Umgangs mit der deutschen Frage führten als in der Bundesrepublik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2001

Wenn doch der Inhalt die Mühen und die vorbildliche Leistung der Aufarbeitung rechtfertigen würde. Der vorliegende weitere Band der "Akten zur Auswärtigen Politik" für das Jahr 1970 knüpft zwar nach Meinung des Rezensenten Gregor Schöllgen nahtlos an die aus editorischer Sicht Maßstäbe setzenden vorhergehenden Bände an. Nur fehle es leider an interessanten Dokumenten. "Fündig wird in dieser Edition, wer nach Facetten sucht oder nach einer Bestätigung für das, was bislang nur gut begründet vermutet werden konnte." Das erscheint nicht viel, klingt aber plausibel, wenn der Rezensent den weltpolitischen Dornröschenschlaf der Bundesrepublik um 1970 beschreibt. Die Fixierung auf die neue Ostpolitik der SPD-FDP Koalition war zu dieser Zeit das zentrale ausgiebig diskutierte Thema, wobei "die meisten Beteiligten ein geradezu unstillbares Bedürfnis (hatten), ihre Sicht der Dinge, mitunter gut dokumentiert, öffentlich mitzuteilen". Nach Sichtung der Aktenlage gehöre allerdings das vorliegende Material "zu den inzwischen abgeschlossenen Kapiteln der deutschen und europäischen Geschichte". Dies Buch scheint zumindest geschlossen. "Vorzüglich" ist somit nur die Edition, die der Rezensent anderen historischen europäischen Archiven zur Nachahmung empfiehlt. Aber vielleicht findet sich ja doch noch etwas zwischen den Zeilen?
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