Afrika bewegt sich

Spielzeug aus Westafrika
Cover: Afrika bewegt sich
Arnoldsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2004
ISBN 9783897902138
Gebunden, 216 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Mit ca. 200 Farbabbildungen. Text Deutsch-Englisch-Französisch. Fotos von Pierre Pfiffner. Texte von Stefan Eisenhofer. Das mit viel Kreativität zunächst nur von Kindern für den eigenen Gebrauch hergestellte Spielzeug aus Recycling-Material wurde ab den 1980er Jahren auf traditionellen Märkten in Westafrika angeboten und erfreute sich bald großer Beliebtheit. Die hier gezeigte Schweizer Sammlung mit über 150 Objekten ist in den letzten 10 Jahre entstanden.
Mit einfachsten Montagetechniken werden unterschiedlichste Materialien (Draht, Blechdosen, Plastik, Holz, Metallstücke und Stoff) zu Spielzeug wie Motorräder, Autos, Lastwagen, Flugzeuge oder auch Kriegsgerät zusammengefügt; der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hauptsächlich entstehen Fahrzeuge, die den Stellenwert der Mobilität in der afrikanischen Gesellschaft zeigen. Inzwischen sind kleine Werkstätten entstanden, die den Familien das Überleben sichern.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.12.2004

Fasziniert zeigt sich Wolfgang Müller vom Kinderspielzeug aus Westafrika, kleinen Motorrollern, Autos, Fotoapparaten, Lkws, Kampfjets, Fahrrädern und Schiffen, die aus alten Spray-, Konservendosen, aus Draht, Stoff, Metall, Autoschrott und Kronkorken gefertigt sind. Ob das wirklich die Verpackungen der "multinationalen Instantkaffee- und Kondensmilchkonzerne" sind, die als "Bumerangs zurückkehren", wie Jacques Froidevaux in seinem Aufsatz "Kunst ohne Allüren", lässt er allerdings dahingestellt sein. Die Klassifizierung dieser Spielzeuge falle schwer. Ohne sich festlegen zu wollen, schlage Froidevaux Kategorien wie Art Brut, Naive Kunst, Kunsthandwerk, Kuriositäten und Trödel vor. Wie Müller berichtet, sehen die beiden anderen Autoren des Bandes, Stefan Eisenhofer und Karin Guggeis, im Recycling-Spielzeug einen "Verweis auf globale Herausforderungen". In diesen Objekten werde Afrika nicht mehr zum "Endlager", sondern zum "kreativen Transformationsraum".