Redaktionsblog - Im Ententeich

Aktualität: 01.11.2009 bis 01.11.2010
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Hyperlokale wunde Punkte

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.09.2010 "Journalism is publishing what someone doesn't want us to know, the rest is propaganda." Dieses Zitat von Horacio Verbitsky steht auf der Startseite des Blogs regensburg-digital. Es ist das Credo von Stefan Aigner, freier Journalist: Er hat sich der lokalen Berichterstattung im Internet verschrieben. Das Blog zeigt sich mit unabhängiger Recherche kritisch gegenüber örtlicher Politik, bietet den Bürgern ein Forum direkt unter den Artikeln und entwickelt so einen produktiven und differenzierten Austausch zwischen Journalist und Leser. In den Kommentaren zu den Recherchen Aigners, etwa zum katastrophalen Zustand eines Regensburger Schulgebäudes, werden lebhafte Diskussionen geführt, unter anderem auch von Betroffenen, in diesem Fall den Schülern. Von Lara Brünjes

Wie tot ist das Web?

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.08.2010 Die amerikanischen Medien haben in den letzten Jahren so viele Leichen aus den eigenen Reihen beerdigt, dass eine Zeitschrift jetzt den Spieß umdreht: "Das Web ist tot", titelt Wired und führt damit total in die Irre. Gemeint ist nämlich: Für die Medien ist das Web gestorben. Michael Wolff, als Vanity-Fair-Autor, Murdoch-Biograf und Gründer des Internetmagazins Newser mit reichlich eigener Erfahrung ausgestattet, nennt den Grund, den jeder kennt: Im offenen Web zählt nur Masse in der Größenordnung von Googlenutzern. Von Anja Seeliger

Hämmer im Schwall: Slavoj Zizeks Endlösung der Geschichte

Redaktionsblog - Im Ententeich 25.06.2010 Sein Buch "Auf verlorenem Posten" sei in der deutschen Ausgabe zensiert worden, sagt Slavoj Zizek heute in der taz. Er wurde aus Anlass der Kommunismuskonferenz interviewt, die ab heute in der Volksbühne ausgerichtet wird. Tatsächlich ist die englische Ausgabe des Buchs 200 Seiten dicker als die deutsche, in der ganze Kapitel fehlen - zum Beispiel das Kapitel über Heidegger. Auch der Satz "Hitler war nicht radikal genug", fehlt in der deutschen Ausgabe, erklärt Zizek in der taz, um gleich hinzuzufügen, was er damit eigentlich meinte, nämlich: "Hitler war nicht radikal genug" meint, dass Gandhi radikaler war." Denn Zizek ist "listig wie ein Wiesel", so seine Selbstauskunft in der taz. Man weiß nie, ob er meint, was er sagt oder ob er nur nicht sagt, was er meint. Von Thierry Chervel

Wenn die Sexualmoral Teil des Problems ist

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.05.2010 Im Sommer 2003 machte ich mein Abitur - am Canisius-Kolleg, genau dem Canisius-Kolleg, dessen Rektor Pater Klaus Mertes die nicht abreißende Kette von Enthüllungen begonnen hat, die Missbrauchsfall nach Missbrauchsfall in die Öffentlichkeit bringen. Es ist durchaus möglich, dass ich Opfer oder Täter persönlich kannte, ohne etwas zu ahnen. Ausgerechnet zu den Padres, die uns philosophisches Argumentieren beibrachten, um uns dann mit den Worten "Hier ist ein Gottesbeweis. Jetzt versucht mal, den zu widerlegen" herauszufordern, gehörten (gehören?) Männer, die zum Widerwärtigsten fähig sind. Das zu verstehen fällt schwer. Noch schwerer fällt es, die Ursachen zu ergründen. Von Daniel Fallenstein

Unbezahlbar zahlbar

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.05.2010 Denkwürdig war der Frankfurter Kongress über "The Future Face of Media" (bei dem ich auch auf einem Podium gastieren durfte) natürlich vor allem wegen der großen Diskussion hochmögender internationaler Zeitungschefs. Die saßen da alle und freuten sich wie die Schneekönige über die Rückeroberung der Öffentlichkeit durch ihre angestammten Inhaber. Zwei Sätze bleiben aus diesem historischen Treffen in Erinnerung: "Engagement is King", sagte Rona Fairhead von der Financial Times. Von Thierry Chervel

taz-Chefin brüskiert die Jüdische Gemeinde

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.04.2010 Gestern hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Anlass war ein taz-Artikel von Iris Hefets von der "Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden", die sich geärgert hatte, dass die Historiker Norman Finkelstein ("Die Holocaustindustrie", 2001) und Ilan Pappe ("Die ethnische Säuberung Palästinas", 2007) nach Protesten von Veranstaltungen in Deutschland wieder ausgeladen worden waren. In diesem Zusammenhang behauptete Hefets eine Sakralisierung des Holocaust, die dazu benutzt werde, jede Kritik an Israel zu unterbinden: "Bei diesem Schoah-Kult handelt es sich, so muss man wohl sagen, um eine Art Re Von Anja Seeliger

South Park: MTV ist nicht bedroht, zensiert aber trotzdem

Redaktionsblog - Im Ententeich 26.04.2010 MTVnetworks Deutschland hat die 200. und 201. Episode von South Park auf eigene Initiative von allen Plattformen entfernt und wird sie auch nicht im Fernsehen ausstrahlen, bestätigt MTV auf Anfrage des Perlentauchers. Man bestätigt auch, dass die deutsche Abteilung des Unternehmens Viacom, zu der MTV Deutschland und die Entertainment-Marke Comedy Central gehören, nicht auf Vorgabe der amerikanischen Unternehmenszentrale gehandelt hat. Dort wisse man im einzelnen auch nicht, wie der deutsche Ableger des Konzerns in solchen Fragen agiere. Von Thierry Chervel

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