Archiv
Redaktionsblog - Im Ententeich
Erscheinungsdatum: bis - 48 Artikel - Seite 4 von 4
Redaktionsblog - Im Ententeich 27.07.2009 Timothy Garton Ash tut in seinem neuesten Buch etwas, das Intellektuelle seines Kalibers selten tun: Er zieht einen Begriff zurück.
Leichthin hatte er in einem Artikel für die New York Review of Books die niederländische, jetzt in den USA lebende Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali eine "Fundamentalistin der Aufklärung" genannt.
Er hatte eine Symmetrie zwischen dem Islamismus und einer bestimmten Fraktion der westlichen Öffentlichkeit konstruiert und damit eine riesige Debatte ausgelöst, die von Perlentaucher und signandsight.com angeregt wurde und an der sich Intellektuelle wie Pascal Bruckner oder Necla Kelek beteiligten. Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 16.07.2009 Im Literaturcafé berichtet Wolfgang Tischer über die gestrige Tagung in Frankfurt - auch über den Schirmherren: "Dass gerade die FAZ einen Urheberrechtskongress unterstützt, obwohl sie unlängst selbst zeigte, dass sie mit den ihr übertragenen Autorenrechten nicht sonderlich sorgfältig umgeht, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Ebenso konnte wer wollte diese Ironie aus der Begrüßung von Hannes Hintermeier heraushören, der tatsächlich davon sprach, dass Journalisten in dieser Sache seriös berichten müssten und keine Lobbyarbeit betreiben sollten.
Im Publikum lachte jedoch niemand." Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 15.07.2009 Am Ende durfte auf einem dichtbesetzten Podium kurz auch mal die Dame von Google sprechen. Sie sehe gar nicht, wo das Problem sei, sagte Anabella Weisl, die bei Google Deutschland für die Buchsuche zuständig ist: Zwischen den Interessen von Google und den Interessen der Unterzeichner des Heidelberger Appells bestehe doch gar kein Widerspruch. Herzliches Gelächter. Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 13.07.2009 Wir berichteten: die "Deutsche Literaturgesellschaft", ein Zuschussverlag, der Autoren Geld für die Publikation minderer Gedichte abknöpft, hatte als Lockvogelbuch ein Buch mit Texten von Elke Heidenreich veröffentlicht. Heidenreichs Texte hatte man einfach im FAZ-Archiv "gekauft" - völlig legal. Nun hat der Verlag, vielleicht um einer Klage Heidenreichs aus dem Weg zu gehen, das Buch zurückgezogen. Das Literaturcafe, das die Geschichte aufgebracht hatte, zitiert aus der Begründung der Literaturgesellschaft: "Nachdem bekannt wurde, dass die FAZ die Rechte an Texten von Elke Heidenreich gegen Ihren Willen veräußert hat, hat sich die Deutsche Literaturgesellschaft dazu entschlossen, das Buch 'Bücher könnte ich lassen, Oper nie!' freiwillig vom Markt zu nehmen." Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 08.07.2009 Rewe hat meinen Supermarkt umgebaut. Bisher waren die Regale längs gestellt. Immer mal wieder erblickte ich beim Einkauf die Kassen. Am Ende aller Herrlichkeiten stand der Preis, den man zahlen muss. Nun sind die Regale quer gestellt. Auf der einen Seite erblickt man Obst und Gemüse, auf der anderen die Tiefkühlkost, das Paradies und das ewige Leben. Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 05.07.2009 Neulich habe ich einen Artikel von Alain Finkielkraut über eines seiner Idole, den großen Schriftsteller Milan Kundera gelesen. Kundera hat in Frankreich einen Band mit neuen Aufsätzen publiziert, "Une rencontre". Dazu gehört ein Aufsatz über einen längst vergessenen Roman von Anatole France, "Les dieux ont soif", der von einem Maler zur Zeit der französischen Revolution handelt. Dieser Maler identifiziert sich mit dem Terror - und wird sich schuldig machen. Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 03.07.2009 (Via turi2) Die New York Times meldet, dass das Google Book Settlement im amerikanischen Justizministerium kartellrechtlich überprüft werden soll. Das Justizministerium hat dies in einem Brief an die Richter mitgeteilt, die über das Google Book Settlement befinden sollen: "Antitrust experts said the letter was the latest indication that the Justice Department is seriously examining complaints that the agreement would grant Google the exclusive right to profit from millions of so-called'?orphan works,' books that are out of print and whose authors or rights holders are unknown or cannot be found." Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 01.07.2009 Der Verleger Hubert Burda bezeichnete gestern in der FAZ die Presse als "vierte Gewalt" und behauptete, sie sei unverzichtbar für die Demokratie. Das ist Unsinn. In Sachen Berichterstattung über das Internet ist die Presse weithin keine vierte Gewalt mehr, sondern ein Lobbyist, der sich unter dem Deckmantel des Journalismus dem Staat andient. Von Anja Seeliger
Redaktionsblog - Im Ententeich 25.06.2009 Elke Heidenreich ist empört. Ein sogenannter Zuschussverlag hat ein Buch von ihr publiziert, ohne sie zu fragen. Zuschussverlage kassieren bei Autoren, die es nötig haben, richtig ab, um ihre Bücher, die sonst niemand haben will, herauszubringen. Von Elke Heidenreich hat die "Deutsche Literaturgesellschaft" aber sicher kein Geld kassiert: Der ominöse Verlag scheint das Buch mit dem Titel "Bücher könnte ich lassen, Oper nie!" als Köder für seine Bauernfängerei produziert zu haben. Das Literaturcafé hat die Geschichte schon vor einiger Zeit aufgebracht und berichtet in einem Nachtrag von gestern, dass es das Buch bei Amazon bestellen konnte. Elke Heidenreich sagt dazu, ebenfalls laut Literaturcafé: Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 22.06.2009 Das Nokia Siemens Network reagiert in einem Blogeintrag auf den unten zitierten Artikel des Wall Street Journal Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 17.06.2009 Es ist immer noch völlig irre, welche Informationen einerseits über den Twitter-Hashtag #IranElection, aber auch über das ausgezeichnete und minütlich aktualisierte Blog des Guardian über die Proteste im Iran kommen. Im Guardian scheint man jetzt in 24-Stunden-Schichten zu arbeiten: Gegen 3 Uhr Nachmittags wurde gemeldet, dass nun ein Kollege aus Washington übernimmt. Von Thierry Chervel
Redaktionsblog - Im Ententeich 16.06.2009 "Live-Tweeting The Revolution" - ohne Twitter geht gar nichts mehr, auch keine Revolution. Gawker meldet: "Twitter kündigte gestern an, dass es einen angekündigten Termin für Instandsetzungsarbeiten verschoben habe, damit die Demonstranten im Iran den Service nutzen können, um sich zu organisieren und mit der Welt zu kommunizieren." Die New York Times erklärt in einem ausführlichen Artikel, welche Rolle Twitter, Facebook etc. für die Demonstranten spielen. Von Thierry Chervel