Außer Atem: Das Berlinale Blog

Stichwort: Schanelec, Angela, Erscheinungsdatum: bis - 5 Artikel

Das ganze Vokabular des Bewegungsfilmens

Außer Atem: Das Berlinale Blog 19.02.2010 Der Berlinale-Wettbewerb bewegt sich schnurstracks in den Abgrund. Die letzten Jahre waren schlimm genug, in diesem ist die Katastrophe monumental. Unter den zwanzig zur Bärenvergabe präsentierten Filmen gab es, bei großzügiger Betrachtung, vielleicht eine Handvoll, die im Wettbewerb eines A-Festivals etwas verloren haben. (Bei Lichte betrachtet ist die Berlinale keins mehr.) Der Rest sind nicht etwa Werke, die Nobles im Gemüt gehabt hätten, das ihnen leider misslang. Sondern es ist konzeptuell, ästhetisch, intellektuell minderwertige Ware, für den Zustand des Weltkinos von vorneherein ohne jede Bedeutung. Von Ekkehard Knörer

Videos: Trockener Sommer, Schanelec

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010 Zum eigenen 60. Geburtstag hält die Berlinale allenthalben Rückschau. Eine (sacht sinnbefreite) DVD-Edition versammelt vornehmlich Filme aus dem Wettbewerb, die es ohnedies schon auf DVD gab, die tendenziell ähnlich konservativ kuratierte Retro ist davon nicht weit entfernt. Ein in Vergessenheit geratener Wettbewerbsgewinner findet auch hier keine Erwähnung: Der türkische Film "Trockener Sommer" von Metin Erksan aus dem Festivaljahrgang 1964. Unser Kritiker Ekkehard Knörer zeigt sich im Cargo-Blog begeistert. Von Thomas Groh

Ibrahim liegt hier nicht: Mohamed Al-Daradjis 'Son Of Babylon'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010

In "Son of Babylon" reisen eine alte Frau und ihr 12-jähriger Enkel Ahmed durch den Irak, um den Vater des Jungen zu suchen, den Musiker Ibrahim, der 1991 von der Republikanischen Garde verschleppt worden war. Die beiden sind Kurden und ihre Reise führt vom Nordirak über Bagdad in den Süden Babylons, nach Nasiriya. Hier soll Ibrahim im Gefängnis sitzen. Doch die Gefängnisse sind leer. Männer mit langen Listen sitzen heute davor, die versuchen, den Angehörigen bei der Suche nach Verschollenen zu helfen. Ibrahim steht auf keiner Liste. Und irgendwann begreift die Großmutter: nicht in den Gefängnissen, in den Massengräbern muss sie suchen, die überall im Land ausgehoben werden.
Von Anja Seeliger

Eine weitere Möglichkeitsdimension: Angela Schanelecs Orly

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010 Nach der Godardistischen Titelsequenz beginnt der Film "Orly" in den Straßen von Paris. Ein nicht enden wollender Schwenk begleitet eine Frau durch einen Pariser Straßenzug. Gefilmt ist diese Einstellung - wie ein Großteil des restilichen Films - mit einem Teleobjektiv, einem Objektiv mit langer Brennweite und geringer Schärfentiefe, das dazu benutzt wird, Objekte zu filmen, die weit von der Kamera entfernt positioniert sind. Von Lukas Foerster

Laboratorium für den Mainstream

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2010

40 Jahre ist das Forum alt und damit zwar zwanzig Jahre jünger als die große Berlinale, aber doch auch selbst ein wenig in die Jahre gekommen. Als politisch engagiertes Gegenfestival war man 1970 angetreten, inzwischen ist das Internationale Forum des jungen Films fest in die Berlinale integriert. Es sucht auch nicht mehr das Gegenkino, sondern begreift sich als "Laboratorium für den Mainstream". Und doch: Die besten (neuen wie alten) Filme der Berlinale laufen auch dieses Jahr aller Voraussicht nach wieder im Forum.
Von Lukas Foerster