Georgi Dimitroff

Georgi Dimitroff, geboren 1882, wird 1902 Mitglied der "Engherzigen", des linken Flügels der bulgarischen Sozialdemokratie. Er tritt zunächst als Gewerkschafts- und Streikführer hervor, von 1909 bis zu seinem Tode hat er hohe Ämter in der Partei inne, die sich seit 1919 Kommunistische nennt. Vier Jahre nach der Oktoberrevolution trifft er mit leitenden Bolschewiki und Lenin selbst in Moskau zusammen. Er wird Mitbegründer der Roten Gewerkschaftsinternationale und als Führer mitverantwortlich für die traumatische Niederlage des bulgarischen Arbeiter- und Bauernaufstands 1923. Dimitroff wird in Abwesenheit zum Tode verurteilt und ist als Kominternfunktionär in West- und Osteuropa tätig.
Am 9. März 1933, wenige Tage nach dem Reichstagsbrand, wird er als Verdächtiger in Berlin verhaftet; nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Verteidigung erfolgt am 23.12. ein Freispruch. Bis er im Februar 1934 die sowjetische Staatsbürgerschaft erhält, bleibt er in Schutzhaft. In Moskau hat er enge Kontakte zu Stalin, der ihn 1935 zum neuen Vorsitzenden der Komintern bestimmt. Dimitroff steht für den neuen Antifaschismus und die "Volksfrontpolitik", die jedoch bereits im spanischen Bürgerkrieg scheitert. Er ist in die "großen blutigen Säuberungen" involviert, der auch viele seiner Mitarbeiter und bulgarische Kommunisten zum Opfer fallen. Nach Abschluss des "Stalin-Hitler-Paktes" setzt er sich weiter für die Eigenständigkeit der Komintern ein, die immer stärker instrumentalisiert und im Juni 1943 aufgelöst wird.

Georgi Dimitroff: Georgi Dimitroff: Tagebücher 1933-1943. Band 1: Tagebücher. Band 2: Kommentare und Materialien

Cover: Georgi Dimitroff. Georgi Dimitroff: Tagebücher 1933-1943 - Band 1: Tagebücher. Band 2: Kommentare und Materialien. Aufbau Verlag, Berlin, 2000.
Aufbau Verlag, Berlin 2000
Herausgegeben von Bernhard H. Bayerlein. Aus dem Russischen und Bulgarischen übersetzt von Wladislaw Hedeler und Birgit Schliewenz. Das Tagebuch spiegelt Weltpolitik aus der Perspektive Georgi Dimitroffs…