Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Sichtbar und ohne Reue

06.01.2026. Vor fünf Jahren versuchten Trump-Anhänger das Kapitol zu stürmen. Donald Trump wurde für seine Aufstachelung nie belangt, was die New York Times über die Konsequenzen von Straflosigkeit nachdenken lässt. Der New Statesman dokumentiert den Niedergang des Rechtsstaat in Hongkong. New Lines erinnert an die Millionen von Emigranten, vor gut hundert Jahren vor der Armut auf Sizilien nach Tunesien flüchteten. Im Dlf wirft der Philosoph Ralf Konersmann einen kritischen Blick auf die heutige Geschichtsschreibung. Der New Yorker fragt sich, warum die USA Venezuela überfallen haben und findet keine Antwort.

Riesiger Fehlalarm

15.12.2025. Eurozine erkundet den Sinofuturismus. New Lines besucht das Königreich Eswatini, das aus den USA abgeschobene Flüchtlinge in sein Hochsicherheitsgefängnis aufnimmt. HVG erklärt, warum man László Krasznahorkai auch ohne Punkt sehr gut lesen kann. Der Guardian schildert das Dilemma der British Virgin Islands. In der LRB denkt John Lanchester über die KI-Revolution - oder eher das Revolutiönchen - nach. Verstka besucht eine Leichenhalle im russischen Rostow.

Freiheit in die Bilder, Bilder in Freiheit

09.12.2025. Es braucht schon eine Revolution, um dem Kastenwesen - und dem Hinduismus - den Garaus zu machen, meint Outlook India. Im Time Magazine erklärt Mohammed Hanif, warum noch jeder pakistanische Premier im Gefängnis gesessen hat. Der Guardian lernt von einem Schneckenfarmer, wie man Steuern vermeidet. Aktualne erinnert an Karel Gotts erste Filmrolle. In Atlantic erklärt Anne Applebaum den Unterschied zwischen Korruption in der Ukraine und in den USA.

Vom Sarg bis zur Beerdigungslingerie

02.12.2025. Der Guardian berichtet, wie die Friedfertigkeit des Buddhismus in Ländern wie Sri Lanka oder Myanmar einem gewalttätigen Nationalismus und männlichem Dominanzgehabe weicht. La vie des idees taucht ein in das Universum der "dark romance". Eurozine erkundet die Russland-Liebe der Italiener. Die New York Times blickt besorgt auf die steigenden Todesfälle durch E-Bikes. Der New Yorker erliegt dem morbiden Charme Jessica Mitfords.

Paradox der Popularität

25.11.2025. Der New Yorker bringt eine große Reportage aus dem Ostkongo, in dem sich über hundert Milizen bekämpfen. In Africa is a Country bedauert und kritisiert der Dichter Efe Paul-Azino die Intellektuellen in Nigeria. Die LRB blickt auf 15 zerschnittene Gutenberg-Bibeln. In Eurozine sprechen die Investigativjournalisten Andrei Soldatov und Irina Borogan über "Our Dear Friends in Moscow". In Irozhlas kritisiert der tschechische Sicherheitsanalytiker und Oberst Otakar Foltýn den absoluten Dilettantismus des US-Friedensplans für die Ukraine. Die London Review lernt, wie Cybercrimes in Indien das Kastenwesen in Frage stellen.

Radikal traditionell

18.11.2025. In New Lines erklärt der Politologe Mohamed Kheir Omer den schwelenden Konflikt zwischen Äthiopien und Eritrea. In HVG denkt Laszlo Darvasi über den Unterschied zwischen Fiktion und Autofiktion nach. Die London Review wiegt die Bösewichteigenschaften von Google und OpenAI gegeneinander ab. Der Guardian lernt die Rachegedanken in Syrien zu lesen. Hussein Aboubakr Mansour analysiert moralischen Sadismus am Beispiel der Filme Quentin Tarantinos. In Equator erklärt Amitav Ghosh, warum er dystopische Romane nie bis zum Schluss liest.

Teils Bruegel, teils Goya

11.11.2025. Granta vermisst den indischen Literaturkontinent. HVG trauert um Peter György. Der New Yorker ist jetzt schon frustriert beim Gedanken an das 250-Jahr-Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit. New Lines betrachtet fasziniert Fotos der jesidischen Bevölkerung Iraks in den 1930ern. In Eurozine erklärt der Historiker Gary Gerstle, wo sich Donald Trump und Bernie Sanders ähneln. Die New York Times vermisst die Golden Hour auf den Schlachtfeldern in der Ukraine.

Ein moralisches Laboratorium

04.11.2025. Asterisk beschreibt die erstaunliche geistige Beweglichkeit chinesischer Tech-Entrepreneure. Überhaupt keine Bewunderung hat Eurozine für die gewaltsame Russifizierung ukrainischer Kultur. New Lines lernt einiges über Giftgaseinsätze in Syrien aus den laxen Memoiren des russischen Generals Alexander Zorin. Die London Review berichtet von Scam-Camps in Südostasien, in denen Horden von Arbeitssklaven abgerichtet werden, Chinesen und Westler abzuzocken. Die New York Times erkennt die konkrete Absicht hinter Donald Trumps Vagheitsdoktrin.

Flucht vor Persönlichkeit

28.10.2025. Im New Statesman wischt John Gray den Postliberalismus vom Tisch. Und Amit Chaudhuri erklärt, warum Autofiktion nichts mit Bekenntnisliteratur zu tun hat. New Lines sieht den Libanon am Scheideweg. Elet es Irodalom unterhält sich mit den Jazzbois. n+1 erinnert sich an den Musiker, Tramp und Freak Michael Hurley. Der New Yorker denkt über Monster nach, die London Review über den Zusammenhang zwischen Serienkillern und Umweltverschmutzung.

Die Ordnung des Sternenhimmels

21.10.2025. Atlantic sah in der Ukraine auch ein paar fröhliche Kindergesichter: in einer unterirdischen Schule. Die London Review berichtet über den Bürgerkrieg im Sudan. Elet es Irodalom feiert László Krasznahorkai. In Itvar liefert die Schriftstellerin Ljuba Arnautović die bis dato einleuchtendste Erklärung für die Putintreue der Russen. Pitchfork wundert sich über die Zeitschleife, in der die Elektro-Szene feststeckt. Die New York Times blickt auf die Ultraorthodoxen, die in Israel den Wehrdienst verweigern.