Jagdmagie

Xavie-Marie Bonnot findet den ersten Mord in der Höhlenmalerei. Mord und Ratschlag von Thekla Dannenberg

Kommt Zeit, kommt Packeis

Hokusais Bilder der flie- ßenden Welt, Machiavelli zum Status quo. Suleika hat einen Auftritt. Arno Widmanns Nachttisch.

AUSSER ATEM: DAS BERLINALE BLOG

Den Hocker wegziehen

28.02.2020. Mohammad Rasoulofs "There is No Evil" (Wettbewerb) bezieht eine ganz andere Haltung zum Funktionieren einer Diktatur als Ilya Khrzhanovskys "Dau. Natasha". Triptychon des Schmerzes: Rithy Panhs "Irradiés" (Wettbewerb). Erkundet sinkende Gefühle in Bangkok: Tsai Ming-Liangs "Rizi" (Wettbewerb). Carmen Losmann möchte mit "Oeconomia" (Forum) die Matrix der Finanzwirtschaft erklären. Eines macht Ilya Khrzhanovskys Film "DAU. Natasha" deutlich: dass die Russen immer noch wissen, wie ein Unterdrückungssystem funktioniert. Eine Seele von Mann: Franz Biberkopf in Burhan Qurbanis "Berlin Alexanderplatz" (Wettbewerb).
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BÜCHERSCHAU DES TAGES

Sprung ins Transzendentale

28.02.2020. Die NZZ empfiehlt Zora Neale Hustens Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven als einzigartiges Zeitzeugnis. Die FAZ denkt mit Judith N. Shklar über Kritik an Hannah Arendt nach. Die SZ erklärt James Baldwins Roman "Giovannis Zimmer" zum modernen Klassiker mit Mehrwert. Außerdem bespricht sie Kinder- und Jugendbücher und empfiehlt besonders Erin Jade Langes Roman über Cybermobbing. Un der Dlf streift mit Thomas Jonigks Leidenden durch das Westberlin der Achtziger. Mehr...

AUSSER ATEM: DAS BERLINALE BLOG

In Pornos steckt mehr Filmkunst - die Berlinale-Presseschau

28.02.2020. In Tsai-Ming Liangs "Days" wird jeder Schnitt zum Ereignis. Groß als Skandalfilm, aber klein als Filmkunst: Der erste Film aus Ilya Khrzhanovskiys megalomanem "DAU"-Projekt schließt die Reihen der Filmkritik in ihrer Ablehnung. Und keineswegs ein Wettbewerbs-Kannibale ist die neue Sektion "Encounters", schreibt Ray. Der Berlinale-Donnerstag im Pressespiegel. Von Thomas Groh. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Schnell, dreckig, fröhlich

28.02.2020. Zeit Online setzt sich in einer Ausstellung über neue Technologien in San Francisco in einen Käfig, den Amazon für seine Arbeiter entworfen hat. Die SZ berichtet, wie das Kulturleben in Polen und Ungarn zunehmend zensiert wird. Auch in Ägypten wird missliebige Musik verboten, ergänzt die NZZ. Intellectures spricht mit Abbas Khider über das Aufwachsen zwischen den Irakkriegen. Und die Berliner Zeitung twerkt mit Constanza Macras an der Volksbühne durch unser kolonialistisches Unbewusstes. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Letztes Vergnügen

28.02.2020. Die deutschen Medien haben kaum das Urteil des Bundesverfassungsgerichts für ein selbstbestimmtes Sterben verkraftet, da schiebt es schon ein Urteil zum Kopftuch nach. Nein, Richterinnen sollen es nicht tragen. Die taz ist empört, andere begrüßen das Urteil. In der SZ sieht der evangelische Theologe Peter Dabrock nach dem Urteil zur Sterbehilfe schon den Himmel einstürzen, während hpd.de beobachtet, wie Jens Spahn nach Kräften bremst. In der taz feiert Ines Kappert Judith Butler, die die Zahl der Geschlechter vor dreißig Jahren beträchtlich erhöhte. Mehr...

INTERVENTION

Apologetische Haltung

28.02.2020. So notwendig es ist, prioritär den Rechtsextremismus als die aktuell größte und von innen kommende Gefahr für Freiheit und Demokratie zu bekämpfen, so kontraproduktiv ist es, dies mit der historischen Weißwäsche der scheinbar entgegengesetzten Seite zu verbinden. Die Linkspartei ist weit davon entfernt, eine zuverlässige Stütze der pluralistischen Demokratie zu sein. Von Richard Herzinger. Mehr...

AUSSER ATEM: DAS BERLINALE BLOG

Dieser ganze Wahrheits-Buzz - die Berlinale-Presseschau

27.02.2020. Hat Wucht, aber es fehlt die Leichtigkeit: Burhan Qurbanis Döblin-Neuverfilmung "Berlin Alexanderplatz". Große Aufregung um "DAU.Natascha", den Skandalfilm des Festivals: Verfilmter Machtmissbrauch, große Filmkunst oder am Ende doch nur eine Kapitulation der Kunst? Javier Bardem hat Demenz: Sally Potters "The Roads not Taken" enttäuscht die Kritiker. Der Berlinale-Mittwoch im Pressespiegel. Von Thomas Groh. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Ein Hang zum dekorativen Verschmuddeln

25.02.2020. The Atlantic staunt über die Paradoxie totaler Transparenz in China. Slate.fr fürchtet, dass die Lager für die Uiguren zu Brutstätten des Coronavirus werden. Die NYRB sucht eine posttraumatische Zukunft in der Literatur. Epd Film untersucht die Entwicklung des Actionhelden. Der Guardian beobachtet das Anwachsen des Hindu-Nationalismus in Indien. Elet es Irodalom fragt, was Victor Orban noch sagen muss, bis EU und EVP aufwachen. Die New York Times hofft auf etwas so Krasses wie Klassenkampf bei den Internetgiganten. Mehr...

ESSAY

Choreografie gestauter Zeit

21.02.2020. Das Festival von Angoulême erstickt in Gallo- und sonstigem Chauvinismus. Ein Rückblick erlaubt dennoch ein paar Schlaglichter auf wichtige Manifestationen der "Neunten Kunst". Zu nennen sind Seths "Clyde Fans" und avantgardistische Erneuerinnen des Comics wie Emily Gleason. Von Stefanie Diekmann. Mehr...

MORD UND RATSCHLAG

Jagdmagie

17.02.2020. Attica Locke schickt in "Heaven, my Home" den schwarzen Texas Ranger Darren Matthews an den Caddo Lake, um den vermissten Jungen eines rassistischen Rednecks zu suchen. Xavie-Marie Bonnot erkundet in "Der erste Mensch", wie der Mord in die Höhlenmalerei und in die Grotten der Calanques kam. Von Thekla Dannenberg. Mehr...

INTERVENTION

Verpasste Gelegenheiten

14.02.2020. Während Demokraten heute offen eingestehen, dass sie die Gefahr, die von Wladimir Putin ausgeht, unterschätzt haben, sind es jetzt Trump und seine Gefolgsleute in der Republikanischen Partei, die diese Gefahr herunterspielen oder ganz ableugnen, ein Zeichen für das Ausmaß, das die Korrumpierung weiter Teile der westlichen Eliten bereits erreicht hat. Von Richard Herzinger. Mehr...

IM KINO

Sibirien ist anderswo

12.02.2020. Abel Ferraras "Tommaso"  mit Willem Dafoe als Alter ego ist Nabelschau eines gemarterten Künstlers, aber auch römisches Licht, nächtliche Gassen und ein Gefühl der Freiheit. Corneliu Porumboius männliches Melodram "La Gomera" führt von den Kanaren nach Bukarest und ins unausweichliche Verderben. Von Katrin Doerksen, Jochen Werner. Mehr...

VOM NACHTTISCH GERÄUMT

Kommt Zeit, kommt Packeis

11.02.2020. Hokusai malt Bilder der fließenden Welt. Edward Burtynsky fotografiert die Macht der menschlichen Eingriffe: Machiavelli analysiert den Status quo. Suleika hat einen Auftritt. Und dann: zurück zu Adolf Endler. Von Arno Widmann. Mehr...

POST AUS SEOUL

Mein Kühlschrank der sechs Wonnen

07.02.2020. Auf eine Schale warmen Reis legt man das Kimchi seiner Wahl. Mit einer Träne Bibimbap-Soße und einem Schuss Sesamöl beträufelt, einem Spiegelei bedeckt... exquisit! Warum ich die Kunst des Kimchi so sehr liebe. Von John Lambert. Mehr...

FOTOLOT

Bestandteile des Narrativs

06.02.2020. Nicht nur ihre Beine sind von der tibialen Hemimelie betroffen: die linke Hand hat nur zwei überlange Finger und kommt Mari Katayama, die im Sternzeichen des Krebses geboren ist, selbst wie das zangenartige Spaltbein eines Krebses vor. In ihrem Fotobuch "Gift" setzt sie sich als lebendige Skulptur in Szene. Mari Katayama ist Fotolots "Photo Artist of the Year 2019". Von Peter Truschner. Mehr...

INTERVENTION

Aneignung des Gedenkens

30.01.2020. Die Gedenkfeier in Yad Vashem zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz war in mehrerer Hinsicht höchst problematisch: Weil der Präsident des Landes sprechen durfte, das einst Polen überfiel, aber nicht der Präsident Polens. Weil die Feier wie eine Legitimierung von Wladimir Putins jüngsten geschichtsrevisionistischen Äußerungen wirkte. Und weil sie eine neue Phase der Instrumentalisierung des Holocausts einleitet. Von Richard Herzinger. Mehr...

ESSAY

Machen wir aus unseren Identitäten kein Gefängnis!

27.01.2020. Wo Menschen sich einander entfremden, werden Identitätsfragen bedeutsamer. Auch Identitätsfragen, die wir im vereinten Deutschland lange für erledigt gehalten haben. Die allermeisten Westdeutschen sehen sich als Deutsche, nicht als Westdeutsche. Ein Großteil der Ostdeutschen hingegen versteht sich heute vor allem als ostdeutsch. Eine Rede über das Zusammenleben in Deutschland. Von Wolfgang Schäuble. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Der Perlentaucher unter den Buchläden

14.10.2019. Der Perlentaucher setzt ein Zeichen gegen die Verzagtheit: Wir eröffnen einen Buchladen! Eichendorff21. Natürlich im Internet, also eichendorff21.de. Und natürlich ist das ein Laden, in dem es nur Bücher gibt, keine Kaffeemaschinen, kein Marmorpapier und keinen Balsamico-Essig. Von Thierry Chervel. Mehr...