Sprachmagisches Zirpen

Robert Macfarlanes Zaubersprüche, Vladimir Sorokins Dystopie und A.L. Kennedys zarter London-Roman: Der Bücherbrief

Jims Körper

In der Kunst bewegt mich nicht das "Echte", sondern das Artifizielle, das sich eine Form schafft, die auch anders sein könnte, aber nicht versucht mich zu überwältigen. Von Katharina Hacker

MEDIENTICKER

Unglücksglück

12.12.2018. Ermittlungen wg. CumEx-Files: Angriff auf die Pressefreiheit & Reaktion auf Ermittlungen gegen "Correctiv"-Journalisten - Buchhandel: Weniger Bücher verkauft - Gelbwesten: Revolutionsfolklore, Medienphänomen & Macron-Bashing - Künstliche Intelligenz: Übersetzungsautomaten statt Sprachbarrieren - Martin Walsers poetischer "Spätdienst": 1968 & 2018 über Golgatha, Verdun, Auschwitz, Hué + Zum Tod von Robert Spaemann: Er passte sich der Welt nicht an. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Alle sind fabelhaft. Alle.

12.12.2018. Die NZZ ruft zum Ausbruch aus dem Kunstgulag, in dem die neue Aktionskunst mittels Unterdrückung, Überwachung, Verleumdung herrscht. Der Tagesspiegel lässt sich von der schwedischen Literaturkritikerin Rebecke Kärde den Fahrplan für den neuen Nobelpreis darlegen. Monopol huldigt dem Ugly Chic, mit dem Miuccia Prada 1996 die Intellektualität in die Mode brachte. Und die taz liebt den Tatortreiniger selbst für seinen souveränen Abtritt. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Blinde Flecken und taube Stellen

12.12.2018. In der taz erklärt der Politologe Philip Manow, warum in Nordeuropa der Rechts- und in Südeuropa der Linkspopulismus triumphiert. Emmanuel Macron bekommt jetzt die Quittung für sein selbstherrliches Gehabe, meint Sylvain Cypel im Blog der New York Review of Books. Höhere Steuern auf Benzin wären die Antwort auf den Klimawandel, meint Klimawissenschaftler Benedict Probst in der SZ. Der Konservatismus musste nicht gestupst werden, er starb aus eigener Schwäche, meint der Politologe Thomas Biebricher in Zeit online. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Ignoranz verleiht Flügel

11.12.2018. Die Gesichtserkennung eröffnet dem New Yorker neue Dimensionen der Fernüberwachung. Der Guardian verfolgt, wie China die Botschaft seiner Macht und Großzügigkeit in der Welt verbreitet, aber nicht die der Menschenrechte, wie die Blaetter hinzufügen. En attendant Nadeau lernt vom polnischen Historiker Karol Modzelewski, die Geschichte zu reiten. Wired versucht, den Thwaites-Gletscher in der Antarktis zu stützen. Und Atlantic glaubt: Die Spur zu Elena Ferrante führt über Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Sprachmagisches Zirpen

10.12.2018. A. L. Kennedy zeichnet ein ebenso zartfühlendes wie bitterböses Porträt zweier Londoner, Vladimir Sorokin wirft in seiner tiefschwarzen Dystopie Nabokov, Proust und Co. auf den Grill, Robert Macfarlane schreibt mit lautmalerischen Zaubersprüchen gegen den Verlust der Wörter an und Christopher Clark erkärt tiefenscharf, wie Herrscher das Zeitbewusstsein ihrer Epoche prägten. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Dezember. Mehr...

FOTOLOT

Riss des gesellschaftlichen Gefüges

27.11.2018. Die großartige Michael-Wolf-Ausstellung im  Hamburger Haus der Photographie ist nur durch Zufall zustande gekommen. Eigentlich sollte dort eine Bruce-Weber-Ausstellung stattfinden, die wegen #MeToo-Vorwürfen gegen den Fotografen abgesagt wurde. In künstlerischer Hinsicht war nicht die Ab-, sondern schon die Ansetzung der Weber-Ausstellung ein Problem. Von Peter Truschner. Mehr...

ESSAY

Jims Körper

26.11.2018. Ich kann mit der Idee des Authentischen nichts anfangen und misstraue ihren Verteidigern. In der Kunst bewegt mich nicht das sogenannte Unverfälschte, Echte, sondern das Artifizielle, das, was sichtlich gemacht und hergestellt ist, das sich eine Form schafft, die auch anders sein könnte, aber schön ist und gültig, ohne mich zu überwältigen. Ideen anlässlich einer Verfilmung. Von Katharina Hacker. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Der Perlentaucher braucht Ihre Unterstützung

08.11.2018. Wir Perlentaucher sind überzeugt, dass das Netz ein Feuilleton braucht. Wir halten an einer Idee von Kunst fest, die ihren Anspruch nicht aufgibt, und wir wollen eine offene, auch polemische Debatte. Ort dieser Offenheit ist für uns das Internet. Aber es wird immer schwieriger, sich von Werbung zu finanzieren. Mehr...