Blau vor Paradies

Ihr Ich ist immer auf der Suche: Eine Erinnerung an die Ausnahmedichterin Else Lasker-Schüler. Von Marie Luise Knott.

IM KINO

Die zurückgeholte Zeit

21.05.2019. Das Festival von Cannes changiert in diesem Jahr zwischen der Nostalgie alter Männer wie Claude Lelouch und Pedro Amodóvar, die durchaus auch zu einem Meisterwerk führen kann, und Filmen von Frauen, die nach vorne weisen, allen voran Céline Sciammas Meisterwerk "Portrait de la Jeune Fille en Feu" Von Lutz Meier. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Im Moment des Aufrichtens

21.05.2019. In der FAZ feiert Hans Christoph Buch Pedro Badrans Roman "Der Mann mit der magischen Kamera" als kolumbianische Version von Becketts "Warten auf Godot". Von Eric Vuillards Revolutionserzählung "14. Juli" lernt sie, die Bourgeoisie zu zerschmettern. Die SZ lernt von Ralf Königs neuem Comic "Stehaufmännchen", wie mit der Zwangsheterosexualisierung des Homo erectus das Unglück in die Welt kam. Der Dlf lässt sich von Lorenzo Marsili und Niccolo Milanese überzeugen, dass Europa transnationale Parteien braucht. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Nur noch nummerierte Ameisen

21.05.2019. Die LRB geißelt den Ausverkauf des britischen Gemeineigentums. Kino-Zeit lässt sich erklären, wie man einen alten Farbfilm restauriert. Der New Yorker sucht vergeblich mutige junge Künstler auf der Whitney Biennial. Die Armen als Klasse gibt es nicht, beschreibt Agnes Heller in 168 ora das Problem der traditionellen Parteien. Propublica berichtet über Gewaltexzesse in Alaska. The Nation schildert die Folgen der drakonischen Abtreibungsgesetze in Ecuador. Die NYT weiß, warum Gesetze gegen Cannabiskonsum rassistisch sind. Mehr...

MEDIENTICKER

Erfolgreich, gefeiert, gefeuert

21.05.2019. Urheberrecht verteilt Vermögen von den Lebenden zu den Toten - Werbeumsatz: Publikumszeitschriften verlieren 4,4 Prozent - Journalistische Verantwortung - Hip-Hop & Medien: Bei schlechter Presse kommt der Anwalt - Die AFD & die Bild-Zeitung - Stimmen für Europa: Die dänische Autorin Janne Teller & deutsch-türkische Schriftstellerin Hatice Akyün - Hans Magnus & Theresia Enzensberger über Wunder - Der ORF-Journalist Armin Wolf & der Verleger Lojze Wieser zur Causa Strache - Literat der Autonomia: Nachruf auf Nanni Balestrini. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Die Sonne scheint, der Esel schleppt

21.05.2019. Der Tagesspiegel entschwebt mit Céline Sciamma und Werner Herzog von Cannes aus in den Kinohimmel. In der SZ seufzt der Schriftsteller Mahmud Doulatabadi über das absehbare Ende der zaghaften Lockerungen im Iran. Der Guardian vermisst in den Mangas von heute die Wildheit und Kühnheit der großen Meister wie Kawanabe Kyōsai oder Tsukioka Yoshitoshi. ZeitOnline analysiert die nun zu Ende gegangene letzte Staffel von "Game of Thrones". Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Das Schrumpfen nichtverwalteter Lebenszonen

21.05.2019. Die Diskussionen über das FPÖ-Video dominieren weiter: Beerdigen lässt sich jetzt die Idee, dass gemäßigte Rechte durch eine Koalition mit den bösen Buben Erfolg haben könnten, ist sich politico.eu sicher. Auch die medienethischen Aspekte werden weiter debattiert: Die Veröffentlichung war auf jeden Fall gerechtfertigt, ist man sich einig. Aber bleibt ein haut-goût? Das Land mit der schlimmsten Überwachung ist bekanntlich China, schreibt Kenan Malik im Observer. Und dann kommt Großbritannien. Und die NZZ outet Theodor W. Adorno als Vordenker der Gilets jaunes. Mehr...

FOTOLOT

Die Wichtigkeit biometrischer Daten

20.05.2019. Louisa Clement, die gerade im Sprengel Museum ausgestellt wird, gehört zu den exzeptionellen jüngeren Fotograf*innen in Deutschland. Sie arrangiert Puppen und reflektiert mit ihnen die voranschreitende Anthropotechnik, manchmal mit etwas zu viel Geschmack. Von Peter Truschner. Mehr...

IM KINO

Die gesamte Paketlogistik

17.05.2019. Waad-al-Kateabs Dokumentarfilm "For Sama" über Aleppo im Krieg zeigt, wie ein Ausweg aus der Krise des Filmfestes von Cannes aussehen könnte. Sehenswert auch Ladj Lys Polizei-Thriller "Les Misérables". Ken Loach liefert sein übliches Erzählkino für Jeremy-Corbyn-Anhänger. Von Lutz Meier. Mehr...

FOTOLOT

Alphabetographie

30.05.2018. Aktualisierung: Susan Meiselas bekommt den Deutsche-Börse-Fotopreis. Auch wenn viele ihrer Fotos Reportagefotos gleichen, ist Susan Meiselas keine Reportagefotografin. Ihre Kritik an dem Genre ist, dass es Opfer notgedrungen als Opfer zeigt und zu einem Blick  führt, der den Opferstatus mit diesen Menschen unauslöschlich assoziiert. Sie arbeitet über und gegen das Verschwinden. Über drei neue Bücher der Fotografin, die am Samstag bei den Kasseler Fotobuchtagen erwartet wird. Von Thierry Chervel. Mehr...

VOM NACHTTISCH GERÄUMT

Unendliche Folge von Metamorphosen

14.05.2019. Wir haben keine Ahnung davon, wie ein Denken ohne Sprache beschaffen sein könnte, aber wir ahnen, dass es das gibt: mit George Steiner. "Im Grau der Zeitung vor mir schaue ich zum Ufer der Giudecca", mit Cees Nooteboom. Susan Sontag schien sich, nachdem sie den Krebs zweimal überwunden hatte, für unsterblich zu halten, aber dann starb sie doch: mit Katie Rolphe. Und vieles mehr! Von Arno Widmann. Mehr...

ESSAY

Iblis, der Teufel

13.05.2019. Kaum war die Kopftuchkonferenz an der Frankfurter Uni vorbei, inszenierten die Gegner*innen der Feministin Alice Schwarzer in den sozialen Medien einen neuen Skandal.  Von ihrer intellektuellen Niederlage können sie nicht ablenken. Von Necla Kelek. Mehr...

IM KINO

Die orange Aura

09.05.2019. Richard Billinghams Film "Ray & Liz" erzählt auf drei Zeitebenen von der Familie des Künstlers und löst dabei auf, was man ein Schicksal nennen könnte, in Texturen von Wohnungseinrichtung und gealterter Haut. Spannung und ordentlich Krawumms liefert die Verfilmung von Liu Cixins Sci-Fi-Roman "Die wandernde Erde" ausreichend, und auch die Zitatlage stimmt. Nur etwas mehr Revolte gegen die Einheitsregierung hätte man sich gewünscht. Von Thomas Groh, Sebastian Markt. Mehr...

ESSAY

Teil eines Ornaments

29.04.2019. "Les Rigoles" von Brecht Evans  ist ein anmutiger Comic. Krankhaft anmutig, das heißt: beinahe zu schön, zu bunt, zu schillernd, zu gekonnt, eine fluide Welt der Choreografien und Ornamente. Obwohl er so anders ist, kann man ihn als nokturnales Meisterwerk neben "My Favorite Thing is Monsters" von Emil Ferris stellen. Von Stefanie Diekmann. Mehr...

FOTOLOT

Und schauen was passiert

05.04.2019. "Mir widerstrebte es, die Fotografie als Muskelspiel zu betreiben. Ich wollte niemanden 'abschießen' und habe es als sinnlos erachtet zu versuchen, das Wesentliche eines Menschen in einem Foto einzufangen." Ein Gespräch mit Michael Wesely, der mit Langzeitbelichtungen, dem Zufall und selbstgebauten Lochkameras fotografiert wie John Cage einst Musik machte. Von Peter Truschner. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Der Perlentaucher braucht Ihre Unterstützung

08.11.2018. Wir Perlentaucher sind überzeugt, dass das Netz ein Feuilleton braucht. Wir halten an einer Idee von Kunst fest, die ihren Anspruch nicht aufgibt, und wir wollen eine offene, auch polemische Debatte. Ort dieser Offenheit ist für uns das Internet. Aber es wird immer schwieriger, sich von Werbung zu finanzieren. Mehr...