TAGTIGALL

Mit den Fliegen reden

21.02.2024. Die Dichterin Elke Erb starb am 21. Januar nach längerer Krankheit. Ihre ersten Gedichte erschienen 1968. 1982 las sie das erste Mal auf dem Internationalen Lyrikfestival von Rotterdam. Damals war sie bereits in Ost und West berühmt. Elke Erb wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zuletzt, 2020, mit dem Georg Büchner Preis. Am 25. Februar findet in der Berliner Volksbühne eine Veranstaltung zu ihren Ehren statt: "Die Staubfänger halten sich länger". Von Marie Luise Knott. Mehr...

IM KINO

Waberndes Herumgemeine

21.02.2024. Ein weiterer Film der diesjährigen Ausgabe der Woche der Kritik: "Wikiriders" Clara Winter, Miiel Ferráez und Megan Marsh möchte die Tradition des dekolonialen Kinos wiederbeleben und sie gleichzeitig mit einer offeren Form verbinden. Leider interessiert sich der Film zu wenig für das, wonach er vorgeblich - unter anderem auf Wikipedia - recherchiert. Von Fabian Tietke. Mehr...

IM KINO

Dinge, die alle angehen

21.02.2024. Das Forum Special der diesjährigen Berlinale präsentiert unter anderem einen Meilenstein des afrikanischen Filmschaffens: Safi Fayes "Kaddu beykat" war 1976 der erste kommerziell verliehene Film einer schwarzen Frau überhaupt. Eine dokumentarische, fiktionale und diskursive Impulse klug verbindende Reflexion über das Verhältnis von Tradition und Moderne, das nicht in simplen Oppositionen stillstellbar ist. Von Lukas Foerster. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Keiner weiß warum

21.02.2024. Die FAZ bewundert das etwas "schräge Fantum" von Konrad Rufus Müller, der Adenauer gern auflauferte, um das perfekte Foto zu machen. Außerdem lauscht sie angetan Irene Langmann, die über Generationen hinweg vom Schicksal der Russlandeutschen erzählt. Die FR lässt sich von Paul Auster erklären, weshalb die Amerikaner so an ihren Waffen hängen. Was passiert, wenn in der amerikanischen Provinz die Schusswaffen plötzlich nicht mehr funktionieren, erfährt die SZ in Jonathan Lethems postapokalyptischem Roman "Der Stillstand". Und  Dlf Kultur  folgt mit dem estnischen Autor Tauno Vahter gebannt den "11 Fluchten des Madies Jefferson". Mehr...

EICHENDORFF21

Taschenbücher des Monats

20.02.2024. Neue Taschenbücher im Februar: Euphorisch aufgenommen wurde Juri Andruchowytschs Roman "Radio Nacht". Prächtig amüsiert hat sich die FAZ mit Jennifer Egans Buch "Candy". Gar nicht genug bekommen konnte Dlf Kultur von Tomer Dotan-Dreyfuss' neuem Roman, der in "bildgewaltigen und mysteriösen Episoden" die Geschichte der autonomen jüdischen Oblast "Birobidschan" erzählt. Mit angehaltenem Atem las die FR Uwe Wittstocks "Februar 33" über die letzten Tage der Weimarer Republik.
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MEDIENTICKER

Kulturelles Gedächtnis

21.02.2024. Jan Assmann ist tot - 74. Internationale Filmfestspiele Berlin: Die Kunst des Kürzens der Filmeditor & Komponist Jörg Hauschild - Alan Posner Shot of Love Bob Dylan: Fünfzig Interpretationen bekannter und weniger bekannter Songs + Edo Reents fragt sich Wo bleibt der Protest bei Julian Assange? Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Keine Schnörkel

21.02.2024. Auf der Berlinale spürt Zeit online mit Tilman Singers Horrorfilm "Cuckoo" den Dämon in sich. Die NZZ setzt sich den bösen Blicken der DDR-Kunst aus, die im Schaulager in Beeskow lagert. Die FAZ swingt in Graz mit Anton Foersters slowenischer Nationaloper "Die Nachtigall von Gorenjska". Die taz lässt sich von Brittany Howard Klangschalen aus Quarz reichen. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Omas wählen signifikant progressiver

21.02.2024. Das Bemerkenswerte an Alexej Nawalny war, dass er auch gegen die lange Tradition imperialer Machtausübung in Russland kämpfte, hält der Historiker Martin Schulze-Wessel auf Zeit Online fest. Auf geschichtedergegenwart glaubt die Politikwissenschaftlerin Hanna Perekhoda, dass die russischsprachigen Ukrainer die Russen lehren können, wie man ohne Imperium leben kann. In der FAZ legt Felix Klein dar, wie der Postkolonialismus auf die Relativierung des Holocausts setzt, um sein starres Täter-Opfer-Schema durchzusetzen. Und alle trauern um Jan Assmann. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Der schwarze Rollkragen der ganzen Sache

20.02.2024. New Lines schildert das Schicksal der Mescheten, die im russischen Krieg gegen die Ukraine aufgerieben werden. Meduza recherchiert die Lebensbedingungen in Nawalnys letztem Gefängnis, dem Polarwolf IK-3. Der New Statesmen erzählt, wie effektiv britische Anwaltskanzleien Putin flüssig halten. Die London Review bewundert, wie überzeugend Automaten den Teufel geben. In La Regle du Jeu erklärt Giuliano da Empoli die Vorliebe der Italiener für den politischen Außenseiter. In der New York Times erklärt Marilynne Robinson, was man von einem Künstler immer erwarten kann. Mehr...

VORWORTE

Du sollst dir (k)ein Bildnis machen

19.02.2024. "Tremor" heißt Teju Coles neuer Roman, und er schüttelt auch Erwartungen durch, die man gemeinhin ans Genre stellt: Der schweifende Geist des Essayisten prägt die Form des Buches durchweg - und bis zum fast totalen Zerfall. Bei der Gestaltung der Hauptfigur treibt der Autor sein Vexierspiel mit autobiografischen Elementen noch einen Tick weiter. Von Angela Schader. Mehr...

FOTOLOT

Landschaften aus Pinselstrichen

15.02.2024. Angesichts einer zur Zeit recht überschaubaren Fotoszene lohnt sich ein Ausflug in die Malerei, vielleicht auch um die Sprachen der Moderne neu buchstabieren zu lernen. Die Pariser Mark-Rothko-Ausstellung ist nur der Höhepunkt einer neuen Aneignung des Abstrakten Expressionismus und einiger der Maler - und  vor allem auch Malerinnen - die ihn inspirierten und formten von Chaim Soutine über Arshile Gorky, Robert Motherwell, Helen Frankenthaler bis zu Joan Mitchell. Von Peter Truschner. Mehr...

INTERVENTION

Historische Berufung zur Willkürherrschaft

05.02.2024. Vor hundert Jahren ist Wladimir Iljitsch Lenin gestorben. Der Leninismus aber hat seinen vermeintlichen historischen Tod überlebt. Das Geheimnis seines Erfolgs ist seine Anschlussfähigkeit zum Rechtsextremismus, ohne dabei bei radikalen Linken an Attraktivität einzubüßen. Seine rücksichtslose Gewaltideologie ist als unheimlicher Wiedergänger auf die Weltbühne zurückgekehrt. Von Richard Herzinger. Mehr...

ESSAY

Das Klima, die Kühe und wir Journalisten

24.01.2024. In Berlin findet gerade die Grüne Woche statt. Das ist ein guter Anlass, sich in Florian Schwinns Buch "Die Klimakuh" zu vertiefen, das mit dem Vorwurf aufräumt, Kühe seien besonders schädlich fürs Klima. Allein wegen der falschen Narrative, die seit mindestens zehn Jahren in den Medien ihr Unwesen treiben, und darüber, wie sie zustande gekommen sind, lohnt es sich schon, dieses Buch zu lesen. Aber Schwinn geht es auch darum, Naturschutz und Landwirtschaft zusammenzudenken. Von Uta Ruge. Mehr...

EICHENDORFF21

24 Bücher um 2024 zu verstehen

13.12.2023. Die Welt ist viel zu durcheinander, als dass es nicht dringend nötig wäre, sich in eine Ecke zu setzen und ein Buch zu lesen. Wie sonst soll man das Tohuwabohu verstehen? Wir haben 24 Bücher zusammengestellt, die helfen werden, das Jahr 2024 zu verstehen. Wie in den letzten Jahren durchsuchen wir auch 2023 nach Büchern, die helfen, die Gegenwart zu verstehen. Manchmal liegt der Trost einzig darin, dass Bücher aufklären! Nötiger als 2023 waren sie nie. Mehr...

SPENDEN

Unterstützen Sie den Perlentaucher

24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...