Der Vertraute der Schönheit

Rachel Cusk über die Frau als Künstlerin, Christopher Clark über Knausgard und Hitler. Und Philip Roth. Die Magazinrundschau

Handkes Serbien

07.11.2019. Am 8. April 2013 erhielt er gleich drei Preise, alle von serbischen Nationalisten. Von Vahidin Preljević

Theater der Grausamkeit

Von Mäusen und Rohrschach-Tests: Peter Truschner begibt sich fürs Fotolot ins "House of the Ballenesque".

IM KINO

Ende eines Zusammenlebens

13.11.2019. Lucio Castros Debütfilm "End of the Century" erzählt in einer doppelten Schleife mit zwanzig Jahren Abstand von der Unmöglichkeit einer Liebe. Matthias Lintners "Träume von Räumen" ist ein melancholischer, aber nicht larmoyanter Dokumentarfilm über das Ende eines Wohnprojekts. Von Michael Kienzl, Fabian Tietke. Mehr...

BÜCHER DER SAISON

Die besten Bücher im Herbst 2019

13.11.2019. Norwegische Eisschlösser, Farbrausch in Bukarest, eine Amour fou in Nigeria und ein Uno-Roman. Jürgen Habermas, exquisite Herrlichkeiten aus Italien, 30 Jahre Mauerfall, ein Green New Deal und 18 mal umziehen mit Lucia Berlin. Außerdem neue Kinderbücher, Lyrik und aktuelle Krimis. Kurz: Unsere Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Die Trottellumme, ein Vogel mit Bindungsproblemen

13.11.2019. Die FAZ jazzt mit Uschi Brüning durch die DDR und lässt sich von Tommi Kinnunen in das Finnland der Sechziger entführen. Die SZ verschlägt es derweil mit J.L. Carrs Schuldirektor George Harpole an eine Provinz-Grundschule der Vor-Thatcher-Ära. Der Dlf vergnügt sich mit Peter Wawerzineks "Liebestölpel" und entdeckt mit Artur Dziuks "Ting" den ersten  klassischen Existenzgründer-Roman. Mehr...

MEDIENTICKER

Die Medien-Wende

13.11.2019. Aktualisiert: Journalismus nach dem Mauerfall - Verleger wundern sich, dass niemand für ihren "Qualitätsjournalismus" zahlen will - Türkei: Ahmet Altan erneut verhaftet - Elena Ferrante: Geschicktes Marketing hilft auch guter Literatur - "Die Gesellschaft des Zorns": Transcript zieht Koppetsch-Titel zurück -  Soziologie: Warum das Fach heute wichtiger denn je ist + Was vom Fantasten bleibt: Michael Ende zum 90 + Die aktuellen Buchcharts. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Die Geschmeidigkeit der Gelenke

13.11.2019. Zum Start der Plattform Disney+ fragt ZeitOnline, was die drohenden Streaming-Wars für das Kino bedeuten. FAZ und SZ erleben Martin Scorsese melancholisches Mafia-Epos "The Irishman" bereits als Eingeständnis, dass das Kino längst seine Macht abgegeben hat. Die Berliner Zeitung lässt sich von Regula Lüscher und Martin Maleschka die Schönheit des Alexanderplatz erklären. Die NZZ denkt in der Fondation Beyeler über Kunst von Frauen nach. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Unerfüllbare Motorisierungswünsche

13.11.2019. Zeit online und Tagesspiegel bringen einige Texte von Ossis, die nicht mit den Ossis heulen wollen, zum Beispiel von Birgit Walter, die schon vor der Wende Journalistin in der DDR war  und es nicht fassen kann, dass 41 Prozent der Ostdeutschen das Recht auf  Meinungsfreiheit heute und in der DDR "locker auf eine Stufe stellen". Die Welt geißelt ein Urteil des EuGH, das Produkte aus den von Israel besetzten Gebieten gekennzeichnet sehen will, als antisemitisch. In Atlantic schildert Zeynep Tufekci Angst und Entschlossenheit der Demonstranten in Hongkong. Und Netzpolitik stellt neue chinesische Überwachungskameras vor: Sie erkennen jetzt Uiguren. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Der Vertraute der Schönheit

12.11.2019. Der New Yorker betrachtet die Zwillingsexplosionen des Populismus rechts und links des Atlantik. In La Regle du Jeux erinnert sich Adam Gopnik an Philip Roth. In der London Review möchte Christopher Clark weder seine eigenen spirituellen Affinitäten zu Hitler erkunden noch die von Karl Ove Knausgard. In Magyar Narancs gibt László Krasznahorkai Einblick in seinen Schreibprozess. Der Film-Dienst starrt auf 24 Filme die Woche. Und in der New York Times fragt Rachel Cusk, wer die Frau als Künstlerin ist. Mehr...

ESSAY

Handkes Serbien

07.11.2019. Peter Handke war schon vor dem Nobelpreis ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. Aber ein Tag im Leben Handkes war doch besonders: Am 8. April 2013 erhielt er in Belgrad gleich drei Auszeichnungen. Die Preise, seine Laudatoren und die Autoren und Politiker, die ihn auszeichneten, erlauben einen unheimlichen Blick auf Handkes Serbien. Von Vahidin Preljevic. Mehr...

ESSAY

Die Spur des Irrläufers

25.10.2019. Man soll Peter Handke bitte genau lesen, sagen Eugen Ruge und Thomas Melle. Gut, dann sei er hier nochmal gelesen und in den Kontext gestellt. Vielleicht schauen die Handke-Verfechter dann auch mal aus ihrer Lektüre auf und nehmen die Fakten zur Kenntnis. Handke idolisierte die gleichen rechtsextremen Kriegsverbrecher wie später Andres Breivik und Brenton Tarrant. In einer extremistischen Postille relativierte Handke noch im Jahr 2011 den Genozid von Srebrenica. Von Alida Bremer. Mehr...

FOTOLOT

Theater der Grausamkeit

01.11.2019. Die Serien, an denen Roger Ballen aktuell arbeitet, beschäftigen sich unter anderem mit Mäusen und Bildern von Rohrschach-Tests. Aber egal, ob es bunter wird oder wieder schwarzweiß, ob gegenständlich oder abstrakt, oder ob er, wie in der aktuellen Pariser Ausstellung, Räume inszeniert:  Letztlich befindet man sich immer auf irgendeine Weise im "House of the Ballenesque". Von Peter Truschner. Mehr...

ESSAY

Monströse Unterstellungen

31.10.2019. "Spuren eines Irrläufers" betitelt Alida Bremer ihren Text über Peter Handke. Aber wer läuft da in die Irre mit ihren rhetorischen Verrenkungen, mit denen man jeden zur Bestie, zum Neurechten oder zu einem "Relativierer" macht? Es geht inzwischen längst nicht mehr um diesen oder jenen Satz. Es geht um die Diffamierung eines literarischen Werks. Eine Replik. Von Lothar Struck. Mehr...

ESSAY

Es war nicht Glück!

31.10.2019. Äußerungen von Sigmar Gabriel und anderen Politikern zeigen, dass die Politik die wahre Katastrophe von Halle nicht verstanden hat: Dieses Massaker wäre gelungen, wenn sich die Juden von Halle nicht selbst geschützt hätten. Und auch nach "Halle" zeigt sich in Deutschland bestürzend wenig Erschrecken. Mit schuld daran ist die deutsche Außenpolitik. Von Matthias Küntzel. Mehr...

MELDUNGEN

Peter Handke erklärt sein Bedauern

27.10.2019. Peter Handke  reagiert auf die Veröffentlichung des Perlentauchers, distanziert sich von dem Interview in den Ketzerbriefen, entschuldigt sich und spricht im Zusammenhang mit dem Massaker von Srebrenica erstmals von Genozid. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Der Perlentaucher braucht Ihre Unterstützung

08.11.2018. Wir Perlentaucher sind überzeugt, dass das Netz ein Feuilleton braucht. Wir halten an einer Idee von Kunst fest, die ihren Anspruch nicht aufgibt, und wir wollen eine offene, auch polemische Debatte. Ort dieser Offenheit ist für uns das Internet. Aber es wird immer schwieriger, sich von Werbung zu finanzieren. Mehr...