Keine reine Kunst

Armand Quetsch: Das Vertraute schaut dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Fotolot

Gegenläufige Signale

Kenneth Lonergans "Manchester by the Sea" und "Personal Shopper" von Olivier Assayas. Im Kino

Vom Westhimmel kam ich her

Chinas Drang nach Westen, Diors Drang nach Schönheit, der Drang der Fotografie nach S/W - Arno Widmann räumt Bücher vom Nachttisch.

MEDIENTICKER

Alternative Wahrheiten

23.01.2017. IVW-Blitz-Analyse: Zeitschriften-Top-100 & überregionale Zeitungen - Bernd Stegemann analysiert das politische Sprechen: "Das Gespenst des Populismus" - Reporter rausgeschmissen: Im "Europa der Freiheit" sind Fragen unerwünscht - Interview mit Aslı Erdoǧan: "Was ich zu sagen habe, muss raus!" & Von der Unlust, Märchen zu erzählen + Theater-Nachtkritiken aus Basel, Berlin, Bochum, Düsseldorf, Hannover, Mannheim, München.

MORD UND RATSCHLAG

Ärger gefällig?

22.01.2017. In Tana Frenchs Roman "Gefrorener Schrei" ermittelt eine junge Dubliner Polizistin in einem Smog aus Gehässigkeit vor allem gegen ihre eigenen Kollegen. John Harvey schickt in "Unter Tage" seinen altgedienten Inspector Resnick noch in die besiegten Bergarbeiterregionen in den Midlands. Von Thekla Dannenberg.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Anschleichen. Verstecken. Überfall.

23.01.2017. Poetisch, didaktisch und dialektisch obendrein findet die FAZ das Berliner Festival "Utopische Realitäten" hundert Jahre nach der Oktoberrevolution. Die Welt lässt sich in Oslo eine Rossini-Bonbonniere schmecken. Die SZ berichtet von den Frankfurter Litprom-Literaturtagen. Marlene Streeruwitz durchdringt mit Max Ernst den dunklen Wald. Und der Deutschlandfunk bewundert die avantgardistische Kunst des Kostas Murkudis.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Unterschwellige Nachrichten

23.01.2017. Die amerikanische Presse ist echt sauer auf Trump und seine Lügen. Der New Yorker freut sich über die massiven Demonstrationen am Samstag: "Der Widerstand hat in spektakulärer Weise begonnen." Die New York Times warnt die Journalisten zugleich, in einen hysterischen Oppositionsgestus zu verfallen, der nur ein Spiegelbild Trumps wäre. Die SZ vermisst angesichts der Lage die Philosophen. Die FAZ muss ihre tendenziöse Berichterstattung über Martin Vogel und den VG Wort-Streit richtigstellen.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Funkensprung von Wort zu Wort

21.01.2017. Als Buch der Stunde empfiehlt die NZZ Alberto Barrera Tyszkas Hugo Chávez-Roman "Die letzten Tage des Comandante". Die taz begrüßt Kristine von Sodens Collage aus Berichten von aus Nazideutschland geflüchteten Jüdinnen als überfällige Ergänzung zu den männlichen Narrativen. Mit "Die lachenden Ungeheuer" hat Denis Johnson einen postfaktischen Spionagethriller vorgelegt, staunt die SZ. Und die Welt geht vergnügt mit Albrecht Selge auf "Trunkene Fahrt".

FOTOLOT

Geformt von Unsichtbarem

20.01.2017. Es ist das Wesen von Armand Quetschs Bildern, dass man in ihnen gewissermaßen zu Hause und dass es einem dabei dennoch unheimlich ist. Das Vertraute schaut dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Von Peter Truschner.

IM KINO

Gegenläufige Signale

18.01.2017. In Kenneth Lonergans "Manchester by the Sea" koexistieren schicksalhafte Schwere und ad hoc sich einstellende Leichtigkeit auf berückende Weise. Durch und durch gespenstisch ist die Welt in "Personal Shopper", dem in mehrerer Hinsicht fantastischen neuen Film von Olivier Assayas. Von Nicolai Bühnemann, Nikolaus Perneczky.

MAGAZINRUNDSCHAU

Schmerzhaftes Quietschen

17.01.2017. Im Jacobin fordert der syrische Autor Yasser Munif die westliche Linke auf, endlich die Anatomie des syrischen Regimes anzuerkennen. Im CulturMag analysiert Dominik Graf liebevoll die erstaunlichen Sonderwege des deutschen Films. Es war Frauenverachtung, die Donald Trump nach oben gebracht hat, hält die LRB fest. In HVG erklärt Verleger Sándor Mészáros, warum der slowakisch-ungarische Verlag Kalligram nach 25 Jahren aufgeteilt wird. London ist der sichere Hafen für korruptes Kapital, lernt der Guardian.