

Renate Bleibtreu / August Strindberg
Ich dichte nie. Ein Werk-Porträt in einem Band
Rogner und Bernhard Verlag, Frankfurt am Main 1999
"Ich dichte nie", herausgegeben von Renate Bleibtreu, zeigt: Strindberg ist der wohl vielseitigste Schriftsteller der Moderne. Er war Journalist und Schriftsteller. Er forschte auf fast allen Gebieten der Naturwissenschaft, trat als Religions- und Gesellschaftskritiker auf, entdeckte als Maler und Fotograf neue Ausdrucks- und Darstellungsformen. Als Psychologe, Ethnologe, Historiker, Anhänger okkultistischer Lehren und Schwarzkünstler suchte Strindberg nach neuen Wegen der Erkenntnis. Neben dem berühmten (und vollständig abgedruckten) Roman "Inferno" finden sich Strindbergs bemerkenswerteste Erzählungen und z.T. hochkomische Abhandlungen, eine Auswahl aus seinen Aufzeichnungen als Forscher (aus dem "Okkulten Tagebuch" und dem auf eine Anregung Goethes zurückgehenden "Blaubuch"), eine Zusammenstellung seiner Briefe, Artikel und Aufsätze sowie Stimmen von Zeitgenossen über Strindberg, dazu Faksimiles und Porträtfotos.
Ein sehr persönlicher Text von Peter Weiss eröffnet den umfangreichen Band. In seinem für diesen Band geschriebenen Nachwort würdigt der schwedische Schauspieler Erland Josephson ("Szenen einer Ehe") den bis heute vielgespielten Dramatiker Strindberg. Sämtliche Texte erscheinen in neuen oder überarbeiteten Übersetzungen - am spektakulärsten ist hierbei wohl die umfangreiche Auswahl aus der erst vor kurzem entdeckten Sammlung von Notizen, Entwürfen und Kurz- und Kürzesterzählungen des "Grünen Sacks".