

Karl Kraus / Rosa Luxemburg
Büffelhaut und Kreatur. Die Zerstörung der Natur und das Mitleiden des Satirikers
Friedenauer Presse, Berlin 2009
Herausgegeben von Friedrich Pfäfflin. "Zum Allerschönsten" gehörten Rosa Luxemburgs Briefe aus dem Gefängnis für ihn, gesteht Kraus der Freundin Sidonie Nadherny, als er ihr 1920 die erste Buchausgabe der Luxemburg- Briefe übersendet. Am 28. März 1920 nimmt Karl Kraus in Berlin erstmals einen dieser Briefe in sein Vorlesungsprogramm auf. Im August 1920 protestiert eine Innsbrucker Hofratsgattin gegen Rosa Luxemburgs "larmoyante Beschreibung" einer Züchtigung, die ihrer Ansicht nach auch in der menschlichen Erziehung viel Gutes wirke. Karl Kraus druckt diese Zuschrift "einer Unsentimentalen" in der Fackel ab und nimmt sie in seine Vorlesungen auf - zusammen mit einem Kommentar, dessen Schärfe als politisches Bekenntnis in der Fackel kein Gegenstück kennt.
Die vorliegende Ausgabe versammelt die drei Texte (der Brief Rosa Luxemburgs wird hier allerdings, anders als in der Fackel, ungekürzt wiedergegeben), wie sie Karl Kraus selbst zusammengestellt hat, um vor den nach wie vor herrschenden Kräften, den "Gespenstern", zu warnen, die nach dem Sturz der Monarchie die junge Republik bedrohten.