Der cartesische Taucher. Drei Meditationen

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
Hinter einem großangelegten Werk mit dem noch viel größeren Titel "Le Monde" verbirgt sich das ehrgeizigste Projekt des Philosophen Rene Descartes: In diesem Werk sollten sämtliche getrennten Wissensfäden zusammenlaufen und ein Gewebe ergeben, so dicht gewirkt, dass damit alles unter der Sonne erklärt wäre. Was den Dichter Durs Grünbein zu diesem cartesischen Universum hinzieht, ist gerade nicht der Triumph nüchterner Rationalität. Das Traumhafte jenes Traumprojekts fesselt ihn, das Phantastische hinter den abstrakten Begriffen, der spekulative Höhenflug, den Descartes sich über seinen naturwissenschaftlichen Hypothesen erlaubt, die Spur des Experimentators durchs Dickicht der allerheiligsten Mysterien - kurzum: das Bildermachen, Fabulieren mit und jenseits aller Methode.

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