Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter. Das Drama einer Familie

Pendo Verlag, München und Zürich 2005
Gespenstisch miteinander verflochten sind die Lebensläufe von Gerhard Richters Tante Marianne und seinem früheren Schwiegervater, Professor Dr. Heinrich Eufinger, einem Nazi der ersten Stunde. Tante Marianne fällt in die Hände der NS-Psychiatrie, wird mit 21 Jahren zur "Unfruchtbarmachung" verurteilt und 1945 nach langem Leidensweg als eines von 250.000 Euthanasie-Opfern ermordet. Im gleichen Zeitraum hat SS-Obersturmbannführer Eufinger als Direktor der Dresdner Frauenklinik nahezu 1.000 Zwangsterilisierungen zu verantworten. Trotz seiner Nazi-Vergangenheit wird er angesehener Chefarzt, erst in der DDR, dann im Westen. Dies alles liegt für Richter im Dunkeln, als er sich in den fünfziger Jahren in Eufingers Tochter Marianne, genannt "Ema", verliebt. 1961 flüchtet Richter aus der DDR. Später porträtiert er seine Verwandten, ohne die schrecklichen Zusammenhänge zu kennen.

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