Das Ministerium der Schmerzen. Roman

Berlin Verlag, Berlin 2005
Aus dem Kroatischen von Barbara Antkowiak und Mirjana und Klaus Wittmann. Die junge Literaturwissenschaftlerin Tanja Lucic muss ihre Heimatstadt Zagreb wegen des Krieges verlassen und landet - nach einem kurzen Umweg über Berlin - als Dozentin für "serbo-kroatische Literatur" an der Amsterdamer Universität. Ihre Studenten sind kaum jünger als sie und stammen aus allen Teilen des ehemaligen Jugoslawien. Sie haben sich an der Universität immatrikuliert, um eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, nebenbei jobben sie als Straßenmusiker, Servier- und Putzkräfte oder für eine Zuliefererfirma der S&M-Ladenkette "Das Ministerium der Schmerzen". Tanja entschließt sich, in ihrem Seminar das "jugonostalgische" Experiment einer "Katalogisierung" des exjugoslawischen Alltags zu wagen. Es scheint erfolgreich zu sein, die ehemaligen Kompatrioten werden sehr bald zu einer verschworenen Gemeinschaft und tragen zunehmend begeistert ihre bittersüßen Erinnerungen an Kindheit, Sprache, Elternhaus, Schule, Lektüre, Tanzunterricht, Ferienerlebnisse, Essgewohnheiten, Einkaufs- und Schmuggelreisen nach Triest zusammen. Doch bald muss sich jeder Einzelne von ihnen die Frage stellen, was von seinem zerbrochenen Leben noch zu retten ist.

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