

Paul Celan
Sprachgitter. Werke. Historisch-Kritische Ausgabe, I. Abteilung: Lyric und Prosa. Band 5: 1. Teil: Text. 2. Teil: Apparat
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
Besorgt von der Bonner Arbeitsstelle für die Celan-Ausgabe Rolf Bücher und Axel Gellhaus. Herausgegeben von Holger Gehle unter Mitarbeit von Andreas Lohr in Verbindung mit Rolf Bücher. Die 33 Gedichte dieses 1959 erschienenen Gedichtbandes - darunter so wichtige Texte wie "Stimmen", "Tenebrae", "Blume" oder "Engführung" - entstanden zwischen 1955 und 1958. Celan selbst schrieb von der Sprache der deutschen Lyrik jener Zeit, sie sei "nüchterner, faktischer" geworden: "Dieser Sprache geht es (...) um Präzision. Sie verklärt nicht, 'poetisiert' nicht, sie nennt und setzt, sie versucht, den Bereich des Gegebenen und des Möglichen auszumessen." Ein Bild solcher Präzision vermittelt auch der Apparatband dieser Ausgabe. Seit den frühen fünfziger Jahren sammelte Celan Vorstufen seiner Gedichte in Mappen und datierte sie. Aber zu keinem anderen seiner Gedichtbände hat der Autor eine solche Vielzahl von Zeugen aus der Entstehungsgeschichte der Texte aufbewahrt. Ihre erstmals vollständige, textgenetisch strukturierte Wiedergabe erlaubt einen tiefen Einblick in die minutiöse, ungemein nuancierte Arbeit Celans an der Entfaltung seiner Dichtung.