Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Und hören Sie auf zu jammern!

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

27.08.2013. In National Geographic schildert Jonathan Franzen die Jagd auf Singvögel in Albanien und Ägypten. HVG stellt den ungarisch-französischen Philosophen György Politzer vor. Im Guardian sieht die ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif nur noch Militär. In Le Point hat BHL keinerlei Sympathie für die ägyptischen Generäle. LA Weekly untersucht den Tod des investigativen Journalisten Michael Hastings. Die London Review feiert die modernistische Morgendämmerung in Form der Mods, das Men's Journal in Form des Bops. Das New York Magazine spürt Thomas Pynchon nach und bereitet uns auf phantastische Masturbationsszenen im neuen Film von Scorsese vor.

National Geographic (USA) , 01.08.2013

Bild zum ArtikelJonathan Franzen nimmt für eine Reportage ein Thema auf, über das er bereits in seiner im vergangenen Jahr erschienenen Essaysammlung "Weiter weg" geschrieben hatte: die Jagd auf Singvögel in Mittelmeerländern. Ergänzt um einen Fotoessay von David Guttenfelder berichtet Franzen diesmal aus Albanien und Ägypten: "Der Februar 2012 brachte Osteuropa den kältesten Winter seit 50 Jahren. Gänse, die normalerweise im Donautal überwintern, flogen weiter nach Süden, um ihm zu entkommen, und Fünfzigtausende von ihnen stiegen hungrig und entkräftet in den Ebenen Albaniens ab. Jede einzelne wurde exterminiert. Männer mit Schrotflinten und alten russischen Kalaschnikows mähten sie nieder, während Frauen und Kinder die Kadaver in die Städte trugen und an Restaurants verkauften. Viele der Gänse waren im Norden von Forschern gekennzeichnet worden; ein Jäger erzählte mir, er habe eine Markierung aus Grönland gesehen."

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HVG (Ungarn) , 14.08.2013

Bild zum ArtikelIn Paris ist vor kurzem ein Buch über den Philosophen und Psychologen György Politzer erschienen, "Les trois morts de Georges Politzer", Flammarion. In Ungarn ist der Denker kaum bekannt, in Frankreich dagegen wird er trotz seiner kommunistischen Gesinnung geachtet. Politzers Sohn Michel ist der Verfasser des Buches, im Interview mit Benedek Várkonyi sagt er über seinen Vater: "Durch seine Schriften ziehen sich zwei seltsame Stränge, egal ob er über Philosophie oder über Psychologie schreibt. Der eine ist der des Denkers, der die Welt klar sah und der auf die großen französischen Philosophen des 20. Jahrhundert, Jean-Paul Sartre, Maurice Merleau-Ponty oder auf den französischen Psychologen-Riesen Jacques Lacan wirkte. Der andere Strang ist die kommunistische Gesinnung von Politzer, sein alles durchdringender, politischer Dogmatismus. Der konservative Denker, Raymond Aron beschrieb dies, als er von Politzers 'genialem Irrtum' sprach."

Vor kurzem wurden die detaillierten Ergebnisse des Zensus von 2011 veröffentlicht. HVG beschreibt in einer redaktionellen Zusammenfassung die Verteilung der bedeutendsten nationalen Minderheit, der Ungarn-Deutschen. "Es gibt mehr als drei Dutzend Städte in Ungarn, in denen der Anteil der Minderheiten 10 Prozent übersteigt. Den höchsten Anteil hat das 3100 Einwohner zählende Städtchen Hajós, in dem 47 Prozent der Einwohner sich als Deutsch bezeichnen oder eine 'gemischte Identität' angeben. Ähnlich sieht es in Újhartyán aus. Der Anteil der Nachkömmlinge der vor 250 Jahren eingesiedelten Deutschen erreicht auch heute noch einen Anteil von 40 Prozent. An dritter Stelle wird die Stadt Pilisvörösvár (14.000 Einwohner) geführt, in der 28 Prozent bzw. beinahe 4.000 Menschen sich als Deutsch bezeichneten. Die Hochburg der ehemaligen deutschen Diaspora ist das süd-ungarische Komitat Baranya, wo eine ganze Reihe von 'multikulturellen' Städten zu finden sind."

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Men's Journal (USA) , 01.09.2013

Bild zum Artikel82 Jahre ist der Tenorsaxofonist Sonny Rollins mittlerweile alt, oder, wie er sich ausdrückt, "auf der falschen Seite von 81". Mark Jacobson trifft die Jazzlegende, die unter anderem mit Thelonius Monk, Clifford Brown, Max Roach, Charlie Parker und Miles Davis zusammen gespielt hat, und beschwört die gute alte Zeit: "Die Bop-Ära - diese flüchtige Periode von Nachkriegsoptimismus und -angst, kanalisiert durch afroamerikanischen Existenzialismus und serviert von einem Haufen größtenteils in New York ansässiger Musiker - setzt eindeutig die Hochwassermarke des Modernismus des 20. Jahrhunderts und kann es jederzeit mit allem aufnehmen, was Europa in den zwanziger Jahren an Kunst hervorgebracht hat. Eine glorreiche, urbane Zeit, als 'hip' (damals noch etwas völlig anderes) sein hieß, im Besitz eines Geheimcodes des Cool zu sein, der von schamanistischen Jazzern artikuliert wurde, die einen völlig neuen Rosettastein formen konnten, sobald sie in ihr Instrument bliesen oder auf die Trommel hauten."

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Le point (Frankreich) , 22.08.2013

Bild zum ArtikelBernard-Henri Lévy, den man nicht gerade der Sympathie für die Muslimbrüder verdächtigen kann, lässt keines der Argumente für den Putsch der ägyptischen Generäle und die darauf folgenden Gewaltexzesse gelten: "Das ist es ja wohl nicht, was die Millionen Demonstranten auf den Straßen von Kairo und Assuan im Juli wollten. Sie wollten keine kalkulierten Massaker und 38 Erstickte im Laderaum eines Gefangenentransporter. Die ägyptischen Demokraten haben nicht zuerst im Jahr 2011 und dann im Jahr 2013 Revolution gemacht, um Mubaraks Generäle zurückkommen zu sehen, Wiedergänger ihrer selbst, die nichts gelernt, nichts vergessen haben und in ein paar Tage mehr Zivilisten getötet haben als in den furchtbaren Wochen im Januar-Februar 2011."

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LA Weekly (USA) , 22.08.2013

Bild zum ArtikelDer Kriegsreporter und investigative Journalist Michael Hastings war überzeugt, im Fadenkreuz der Geheimdienste zu stehen, sprach ständig von Überwachung und Verfolgung. Als er im Juni unter unklaren Umständen bei einem Autounfall ums Leben kam, schossen die Verschwörungstheorien ins Kraut. Doch im Bild, das Gene Maddaus von Hastings entwirft, spielen auch Drogen- und Alkoholsucht, Depressionen und Paranoia eine Rolle und legen eine andere Möglichkeit nahe: "Er hatte eine dunklere Seite, die er meist verbarg. 'Selbstzerstörung fesselt mich', schrieb er einmal, auf dem Weg nach Baghdad. 'Es gab eine lange Zeit in meinem Leben, in der ich dachte, das einzige, was ich mit mir anzufangen wüsste, wäre mich zu zerstören.'"

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London Review of Books (UK) , 29.08.2013

Bild zum ArtikelIan Penman liest Richard Weights Buch über die Subkultur der Mods, die ab den späten 50ern mit Jazz, Sartre, Amphetaminen und smarter Kleidung Popkultur und Existenzialismus miteinander verschmolzen (und sich, wie in "Quadrophenia" zu sehen, mit Rockern prügelten). "In ihrem weiteren Verlauf verlagerte sich die Subkultur vor allem darauf, die richtigen Platten und die abgenickten Uniformen zu tragen, doch zu Zeiten ihrer aufregenden, modernistischen Morgendämmerung gab es echten Hunger auf Filme, Bücher, Dialoge. ... Die frühen Mods waren Navigatoren, Magellane der Nachkriegs-Freizeitwelt, die man sich überhaupt erst vorstellen, der man diese oder jene Form verpassen musste. Alles war zu haben: Musik und Kleidung, Sex und Sexualität; Wort und Sprache von Verrissen und Hypes und Pop-Fantum; die Verkehrsmittel und Reisemöglichkeiten; Nacht ein, Nacht aus. Tatsächlich alles, was wir für heute als 'Jugendkultur' für selbstverständlich halten. Es war eine berauschende Zeit der Neudefinitionen, auch wenn uns der erste Migräneblitz jenes Paradoxons ereilen würde, der Mod aufteilen und andere Subkulturen hervorbringen würde: was als grundsätzliche Ablehnung des geregelten Lohnsklaven-Daseins begann, fand auf den Straßen seinen lebhaftesten Ausdruck im eifrigen Konsumismus. Wie Peter Gay in einer Paraphrase von Walter Gropius sagte: 'Das Heilmittel gegen die Krankheiten der Moderne ist noch mehr Modernität von der richtigen Sorte.' Hier könnte ein Mod gesprochen haben." In der Szene selbst kommt das Buch im übrigen gar nicht gut an. Und ziemlich herzig ist auch diese Reportage aus den 60ern:



Weiteres: Susan Watkins spürt anhand zahlreicher neuer Buchveröffentlichungen der neuen, von der Troika angeführten EU auf den Grund, die sie im Kern als demokratisch nicht legitimierten Übergriff auf nationale Souveränitäten versteht. Nikil Saval liest sich durch Romane von Nobelpreisträger Mo Yan. Christian Lorentzen erinnert daran, wie Norman Mailer 1969 Bürgermeister von New York werden wollte. Michael Wood begibt sich in die "moralische Wildnis" von Nicolas Winding Refns Film "Only God Forgives". Brian Dillon führt durch das Programm eines Festivals, das sich mit Marcel Duchamps Aufenthalt in Herne Bay befasst. Von dort hat er auch Postkarten geschrieben:

Bild zum Artikel

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Elet es Irodalom (Ungarn) , 23.08.2013

Bild zum ArtikelJózsef Tamás Reményi denkt über den Trend nach, das ermattende Interesse an Literatur mit popularisierenden Bühnenprogrammen neu zu beleben. "Ich frage meine Kollegen und Fachleute, deren Leben die Literatur ist: Können wir wirklich glauben, dass unter dem Titel "Lesepopularisierung" veranstaltete Straßenfeste und Zirkusdarbietungen neue Leser rekrutieren? Wenn ein Pál Závada singt, wenn ein János Háy musiziert, wenn eine Virág Erdős ihre für die oppositionellen Ohren so lieblich klingenden Zeilen erzählt, wird es dann mehr Leser für die Romane von Závada geben? Werden mehr Menschen begreifen, warum das Buch von Háy 'A gyerek' (Das Kind) ein Grundwerk der neueren ungarischen Literatur ist, oder dass Erdős eine Meisterin der lyrischen Kurzprosa ist? (...) Solange in den Schulen die zeitgenössische Kunst keinen Eingang findet, die Bibliothekare entlassen werden, die restlichen als kopierende Hilfsarbeiter den Mindestlohn erhalten usw. können Autoren 'jugendlich' trommeln und singen, wie sie wollen - ohne Leseerfahrung werden lediglich die altbekannten Fragen gestellt: 'Seit wann schreiben Sie?' 'Nun, seit langem'."

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The Guardian (UK) , 24.08.2013

Bild zum ArtikelDie ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif schickt einen etwas verzweifelten Bericht aus Kairo, der die ausweglose Lage sehr deutlich macht. Vor einigen Monaten sahen sich die Ägypter vielleicht noch vor die Wahl zwischen Polizeistaat oder Muslimbrüder gestellt, jetzt heißt es nur noch Militär oder Militär: "Ein Mann, ein Ladeninhaber, begleitete mich zu meinem Haus: 'Die Armee wird die Muslimbrüder verjagen und wieder in die Kasernen zurückkehren, oder nicht?' Unmöglich zu sagen. Eine Theorie lautet, dass die Armee die Lektion von 2012 gelernt hat - das Jahr, in dem sie über Ägypten herrschte und die Bevölkerung gegen sich aufbrachte -, dass sie ihre Interessen und Privilegien schützen und auf ihre Regieplätze im Hintergrund zurückkehren wird. Eine andere Theorie lautet, ja, die Militärs haben ihre Lektion gelernt und werden jetzt sicherstellen, dass sie die öffentliche Meinung auf ihrer Seite haben. Seit dem 30. Juni sind die Medien voller Lobgesänge auf das Militär. Seit Dienstag kursieren zum ersten Mal Bilder von General Sisi in Zivilkleidung."

Emma Brockes lernt außerdem im Interview mit Margaret Atwood etwas über Entschlossenheit: "Früher oder später, tut mir leid, das sagen zu müssen, werden Sie sterben, wie wollen Sie also den Raum zwischen dem Hier und dem Da füllen? Es ist Ihrer. Besetzen Sie ihn." Etwas später sagt Atwood noch: "Entscheiden Sie sich. Und hören Sie auf zu jammern."

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Magyar Narancs (Ungarn) , 18.07.2013

Bild zum ArtikelDer neue Roman von Vilmos Csaplár, "Edd meg a barátodat!" (Friss deinen Freund auf!, Kalligramm), ist vor kurzem erschienen. Darin geht es um den Umgang mit der Vergangenheit: Wir leiden darunter, aber wir lassen sie nicht los. Bence Svéblis stellt das Buch vor. "Es geht damit los, dass der kleine Lilik nicht auf die Toilette gehen will. Er hält es zurück, es soll nichts rauskommen. (...) Grundsätzlich wird immer gesagt, es gebe zu wenig zeitgenössische Literatur über die Aufarbeitung der Vergangenheit, mittlerweile aber können damit Bibliotheken gefüllt werden. Die große Frage ist, wie Csaplárs Roman aus dieser Menge hervortreten kann. Etwas Besonderes hat das Buch. Hier erzählt jeder, in jedem sind unzählige Geschichten aufgesammelt, wie die Scheiße in Lilik. 'In jenen Jahren gab es eine kommunistische Diktatur in Ungarn, und die Diktatoren mögen, wenn die Unterdrückten fröhlich sind', können wir am Anfang lesen. Und doch bleibt die Geschichte nur im Hintergrund präsent. So ist die Revolution von 1956 hier kein Ereignis, sondern ein Zustand, in dem man überleben und existieren muss. (...) Die Frage bleibt: Was ist Surrealismus in einer Diktatur, wenn die Diktatur selbst surreal ist."

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New York Magazine (USA) , 25.08.2013

Bild zum ArtikelBoris Kachka spürt Thomas Pynchon nach - doch anders als andere versucht er nicht, dem öffentlichkeitsscheuen Autor im Hier und Heute nachzuspüren, vielmehr sucht er dessen Wurzeln. Und anders als Salinger ist Pynchon eben kein "recluse writer", sondern ständig auf der Flucht: "Sein Roman 'Die Enden der Parabel', der mit einer Rakete beginnt, die mit einem Heulen über den Himmel kommt, endet nicht mit einem Schlag, sondern, wenn sich der fliehende Slothrop in Figuren- und Plotfragmente auflöst, mit einer Diffusion. Im Nachspiel dieses Romans schien sich auch Pynchon in einer Reise kreuz und quer durchs Land genau wie seine Yo-Yo-Protagonisten aufzulösen. Sein Werk befasst sich mit Individuen auf der Flucht vor einem totalisierenden Komplex aus Regierung und Industrie; nun, auf Monate hin nicht aufzufinden, gelang es ihm, sein eigenes literarisches Projekt zu verkörpern."

Mary Kaye Schilling bereitet uns auf einen neuen Film von Scorsese/DiCaprio vor, der offenbar einiges zu bieten hat. Die australische Schauspielerin Margot Robbie spielt DiCaprios Frau. "In einem denkwürdigen Moment erregt Robbie DiCaprio im Kinderzimmer ihrer Tochter, indem sie sich selbst streichelt. Es dauerte siebzehn Stunden, bis die Szene im Kasten war. 'Eine ziemlich lange Zeit, um Selbstbefriedigung vorzutäuschen', sagt Robbie. 'Das strengt an! Und wir mussten die ganze Zeit lachen. Geht ja auch nicht anders, wenn dir immerzu vollkommen absurde Sachen passieren und der Regisseur dir sagt, dass du so weit gehen sollst, wie du willst. Ich mein', einmal kommt eine nackte Blaskapelle vorbei. Und wir versenken eine Jacht!"  

Außerdem: Joe Hagan stellt den neuen Manager der New York Times vor, Mark Thompson, ehemaliger Generaldirektor der BBC, der gerade noch seinen Abgang vor dem Aufkochen des Jimmy-Savile-Skandals schaffte und jetzt die NYT endgültig im digitalen Zeitalter verankern soll.

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Archiv: Magazinrundschau

Ein Puzzle im Dunkeln

19.04.2014. The Nation beschreibt, wie Künstler sich immer eifriger in Historiker verwandeln. Michel Houellebecq entpuppt sich in Le Point als Größenwahnsinniger. In Osteuropa erzählt Jörg Baberowski, wie der Zar Russland im Ersten Weltkrieg in einen unkontrollierbaren Gewaltraum verwandelte. Die NYRB blickt ins trostlos korrupte Uganda. In Telerama hofft Maïssa Bey in Algerien noch auf einen Wandel. Die NYT hört den Motherless Child Blues. Mehr lesen

Alles sündig Freudvolle

11.04.2014. In der London Review of Books erklärt Seymour Hersh, warum die türkische Regierung für den Giftgaseinsatz in Syrien verantwortlich sein könnte. Nautilus beleuchtet die Geschichte und Zukunft des künstlichen Lichts. In Eurozine erklärt Karl Ove Knausgård, wie er schreibt und welche Bedeutung sein Lektor hat. Le Monde untersucht die Dynamik des Völkermords. Der New Yorker liest vegetarische Kochbücher. Mehr lesen

Allegorien der Liebe

04.04.2014. Die NYT entdeckt die französische Küche neu. Die LRB besucht Veronese. Eurozine dokumentiert die Gender-Diskussion in Polen. Der Merkur erzählt die Geschichte des weißen südafrikanischen Antiapartheidkämpfers Edward Vincent Swart. La vie des idées beobachtet die Rückkehr des biologischen Rassekonzepts. Vanity Fair bringt eine Reportage über die größte Privatarmee der Welt, die G4S. Mehr lesen

Poesie und Transzendenz

28.03.2014. Die Huffington Post begutachtet den Wahlerfolg des Front National in Frankreich. Im Guardian erklärt Chimamanda Ngozi Adichie den Unterschied zwischen westlichem und afrikanischem Sexismus. In Eurozine denkt Kenan Malik über sakrale Kunst nach. Die NYRB begibt sich auf Containerschifffahrt. Das TLS walkt eine Toga. Und der New Yorker fragt, was eigentlich bei der Belagerung von Waco 1993 schief ging. Mehr lesen

Als Denker befreit

21.03.2014. Walter Benjamin lebt - jedenfalls in Frankreich und den USA, melden Le Monde und der Chronicle. Der New Yorker präpariert die zersetzende Wirkung des Dekonstruktivismus am Beispiel Paul de Mans heraus. Im SZ Magazin singt der Videokünstler Matthew Barney ein Loblied auf den Widerstand. Elet es Irodalom hat ein Problem mit dem von der jüdischen Gemeinde Ungarns geplanten Haus des Zusammenlebens. Krieg ist kein Würzmittel für Mittelstandsgeschichten, knurrt The New Republic Lorrie Moore an. Mehr lesen

Das Land der sauberen Hände

14.03.2014. Mario Vargas Llosa erklärt in El País die Wut der Protestler in Venezuela. Der New Yorker rollt nach 40 Jahren den Mord an Kitty Genovese wieder auf. New Yorks Hipster werden von Darwin eingeholt, meldet Slate.fr: Anpassung ist die neue Abhebung. Marcel Ophüls erzählt in Les Inrocks, weshalb Spielfilme befriedigender sind als Dokumentationen. Und Men's Journal berichtet von Chinas boomendem Elfenbeinmarkt. Mehr lesen

Zurück in die Petrischale

07.03.2014. Elet es Irodalom muss hören, wie im ungarischen Radio die Demonstranten in Kiew als "Heckenschützen" und "Terroristen" beschrieben werden. Im Merkur empfiehlt András Bruck den ungarischen Liberalen etwas weniger Kultiviertheit. In der New York Review of Books stellt Timothy Snyder klar, dass Janukowitschs Oligarchen das reaktionäre Regime bildeten, vor dem die russische Propaganda so gern warnt. Slate begutachtet Vampire als Rockstars. In artechock geißelt Rüdiger Suchsland am Beispiel der Beltracchi-Doku das auf den Hund gekommene Selbst­ver­s­tändnis deutscher Kritiker. Mehr lesen

Anonymer, göttlicher Unbekannter

28.02.2014. In The Intercept erklärt Glenn Greenwald, wie die NSA gezielt den Ruf von Kritikern zerstört. La vie des idees betrachtet einen Fotoband über den stalinistischen Terror. The New Republic fühlt sich unwohler vor den Bildern der Futuristen. In Eurozine empfiehlt David Runciman eine Koordinierung der nationalen Wahlen in Europa. In der Boston Review erzählt der Journalist Uki Goñi, wie er mit einem Nonnenmörder die Nacht durchtanzte. Mehr lesen

Die Leute wollen Brot, Würde und Freiheit

21.02.2014. Keine Region hat unter Hitler und Stalin so schwer gelitten wie die Ukraine, erläutert Timothy Snyder in Télérama. Mac McClelland berichtet im Magazin der NYTimes aus einem türkischen Lager für syrische Flüchtlinge. In Guernica erklärt Masha Gessen, warum sie aus Russland ausgewandert ist. Nepszabadsag informiert über die Kontroverse über das ungarische Holocaust-Gedenkjahr. Und Chapati Mystery präsentiert pakistanischen Rap. Mehr lesen

Braten und Schnaps

14.02.2014. Bei edge.org schlägt Kevin Kelly Transparenz für alle vor, auch für die NSA. Die NYT schildert die letzten Tage Philip Seymour Hoffmans. Bei Eurozine beschreibt Volodymyr Yermolenko das Paradox im Herzen der ukrainischen Rebellion. Der New Statesman besucht eine Ausstellung über die Arbeiter-Spartakiade. Mediapart sucht 50 Millionen Euro von Gaddafi und findet sie bei Sarkozy. In Aeon philosophiert Aaron Ben-Zeev über die romantische Liebe. Mehr lesen

Ein zweiter Martini

07.02.2014. Berlinalebedingt kommt die Magschau ein bisschen später als sonst - pardon! In der LRB schildert die Historikerin Barbara Taylor die Zeitlosigkeit der Verzweiflung in psychiatrischen Krankenhäusern. In Nepszabadsag erklärt der Philosoph Gáspár Miklós Tamás, warum er die metaphorische Geografie von "Westen" und "Osten" ablehnt. in Eurozine begibt sich Stephan Ruß-Mohl auf die Suche nach der europäischen Öffentlichkeit, findet sie aber nicht. Die New Republic zerreißt Benjamin Britten, aber nicht ganz. Und Atlantic zieht am Männerbart. Mehr lesen

So etwas wie ein Wunderkind

31.01.2014. Washingtonian sucht den Mörder von Daniel Pearl. n+1 hört boeremusiek. Im Merkur macht Horst Meier kurzen Prozess mit dem Verfassungsschutz. In Vice erzählt Moe Tucker, wie sie das Trommeln lernte. Der Guardian schildert den Krieg Putins gegen die Moderne. Das New York Magazine trifft Chen Guangbiao, möglicherweise eines Tages Besitzer der New York Times. In Eurozine beharrt Jason Wilson darauf: Es gibt nicht für jedes Problem eine Lösung. Mehr lesen

Englishness ist eine Praxis

27.01.2014. In Elet es Irodalom protestieren 26 Historiker gegen ein geplantes Mahnmal, das an die deutsche Besatzung 1944 erinnern soll. Die LRB beobachtet anerkennend, wie sich die französischen Provinzstädte von Paris emanzipieren. Eurogamer erzählt, wie die Briten mit Monopoly den Zweiten Weltkrieg gewannen. Spiked überlegt, wann Pop das Zeitliche segnete. In der Paris Review erlebt David Cronenberg mit siebzig eine Verwandlung, wie sie Gregor Samsa auch nicht schlimmer widerfuhr. The New Republic lässt kein gutes Haar an Edward Snowden, Glenn Greenwald und Julian Assange. Mehr lesen

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14.01.2014. Bloomberg Businessweek erforscht die Welt der Bitcoins. Nationalismus ist Provinzialisierung, ruft Félix de Azúa in El Pais Semanal den katalanischen Politikern zu. Medium verliert sich in den eleganten Zeitlupenvideos Adam Magyars. Buchpreisbindung ist elitär, behauptet in Le Point der Schriftsteller Gaspard Koenig. Gentlemen's Quarterly sucht einen offenen Drogentunnel. In Guernica löst Ari Shavit den Nahostkonflikt in Minischritten. Und Vice erlebt eine Wiederauferstehung als Diamant. Mehr lesen

Der Geist kann tun und sein

07.01.2014. Medium liefert einen kleinen Einblick in die Folgen der Kameraüberwachung in Britannien. In französischen Magazinen kommentieren Pascale Bruckner und Bernard-Henri Levy das geplante Auftrittsverbot für den antisemitischen Komiker Dieudonné. Im Merkur denkt Ernst-Wilhelm Händler über Simmel und die Finanzmärkte nach. Das Boston Magazine untersucht die unrühmliche Rolle des MIT beim Tod von Aaron Swartz. In Commentary schreibt David Gelernter der Kognitionswissenschaft "Das Hirn ist kein Computer" ins Stammbuch. Cabinet feiert den Erfinder des Pfannkuchen-Make-ups, Max Factor. Mehr lesen

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