Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Ach, Glass!

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

30.07.2013. Die LRB beschreibt die Spaltung Ägyptens. Micromega porträtiert den neuen Papst. Vice konstatiert, dass pädophile Priester von der Katholischen Kirche besser versorgt werden als Nonnen. Salon schildert die zivilisierende Wirkung von Gruppensex. Slate.fr sucht ein Taxi in Paris. El Pais Semanal hebt die Moral der Zwangsgeräumten. In The Brooklyn Rail spricht Joshua Oppenheimer über seinen gefeierten Dokumentarfilm "The Act of Killing". Das TLS begutachtet den sportlich-industriellen Komplex rund ums Cricket.

London Review of Books (UK), 08.08.2013

Adam Shatz berichtet aus dem Post-Mursi-Ägypten, das er auf keinen Fall mit dem Prä-Revolutions-Ägypten verglichen wissen will: "Es gibt wichtige Unterschiede. Der Aufstand von 2011 vereinte Linksliberale und die Unterstützer der Muslimbrüderschaft. Heute leben die Ägypter in verschiedenen, einander feindselig gesinnten Welten, sie beäugen einander mit gewaltigem Misstrauen und sprechen eine Sprache, die sehr nach Krieg klingt. Islamisten beschreiben ihre säkularen Gegner als Ungläubige und attackieren die koptischen Christen wegen ihrer angeblichen dunklen Rolle bei den Protesten, die Mursi zu Fall gebracht haben. Linksliberale dagegen singen ein Loblied auf ihren neuen Erlöser, auf General al-Sisi mit dem schwarzen Beret, der über den Arrest der Muslimbrüder wacht - eine 'Vorsichtsmaßnahme, um Gewalt zu verhindern', wie El-Baradei es gegenüber der New York Times delikat umschrieb. Der Fernsehmoderator Bassem Youssef beschuldigte die Bruderschaft, das Massaker der Republikanischen Garde an ihren Unterstützern am 8. Juli auf dem Rabia al-Adawiya Platz provoziert zu haben, und schrieb in einem Tweet: 'Statt zahlreicher Tweets hier nur ein einzelner zur Zusammenfassung: Die Muslimbrüder sind eine neue Art Nazis, verstanden?'"

Weitere Artikel: Ghaith Abdul-Ahad war bei den Auseinandersetzungen um den Taksimplatz in Istanbul hautnah dabei. Andrew O'Hagan besucht eine Jugendstrafanstalt in Kandahar, wo ihm die inhaftierten Kinder und Jugendliche ihre Lebensgeschichte zu Papier bringen. Michael Wood schaut sich nochmals den großen 70mm-Schinken "Cleopatra" an. John Barrell besucht eine Ausstellung mit Arbeiten von L.S. Lowry in der Tate Modern.


Stichwörter: Bassem Youssef

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MicroMega (Italien), 29.07.2013

Kenntnisreich und lesenswert ist Valerio Gigantes kritisches Porträt des neuen Papstes Franziskus I., der mit seiner Kritik der globalisierten Indifferenz weithin auf Begeisterung stößt. In der Rhetorik erkennt Gigante riesige Unterschiede zu Benedikt XVI., aber er zitiert auch einige Fakten, die die Reformfreudigkeit des Papstes in Zweifel stellen. Zwar hat er sich jüngst vielversprechend über schwule Priester geäußert, aber seine Position zu Abtreibung, Geburtenkontrolle, Homoehe und ähnlichen Themen in Argentinien lag ganz auf der traditionellen Linie. Irritierend ist für Gigante auch die Besetzung des Gremiums seiner acht "Superberater", die teilweise sehr konservativ sind. Da ist etwa Kardinal Marcello Semeraro, der sich weigerte, die italienischen Behörden im Fall des Padre Marco Agostini, eines der schlimmsten Pädophilen der italienischen Kirche, zu unterstützen. Auf Bitten der Staatsanwaltschaft, ihr Akten der Kirche zu überlassen, "sagte Semeraro 'nein' und berief sich auf Artikel 4, Absatz 4 des Konkordats, wonach Kirchenleute nicht gehalten sind, Richtern oder anderen Amtspersonen des Staates Materialien über die Amtsausübung der Priester weiterzugeben. Er wäre nicht verpflichtet gewesen, es zu tun - aber er hätte es tun dürfen. Er entschied sich dagegen. Zu dem Beratergremium gehört auch der chilenische Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa, der im Jahr 2006 den General Pinochet am Totenbett besuchte ('möge Gott ihm verzeihen und das Gute würdigen, das er getan hat') und der der chilenischen Regierung 2010 einen Straferlass für Pinochets Militärs im Namen des 'christlichen Erbarmens' vorschlug."

Archiv: MicroMega
Stichwörter: Homoehe

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Vice (USA), 24.07.2013

In Amerika will kaum noch jemand Nonne werden. Das führt dazu, dass immer mehr Konvente geschlossen und die alten Nonnen auf irgendwelche Altersheime verteilt werden, berichtet Allie Conti. Irgendwelche Ansprüche scheinen die Nonnen nicht zu haben, schon gar nicht an die Katholische Kirche. "Man kann sich fragen, ob die globale Kirche, der die Schwestern angehören, überhaupt daran interessiert ist, diese Konvente aufrechtzuerhalten. Es sieht ganz sicher nicht so aus. 2005 gab die Katholische Kirche eine Milliarde Dollar für Prozesskosten von Priestern aus, die Kinder sexuell missbraucht hatten. Doch die Kirchenführung hat nie Fonds für die Versorgung älterer Schwestern geschaffen, und während die Rentenfonds der Priester von der Kirche getragen werden, haben die Schwestern kein solches Sicherheitsnetz. Wenn ihr Orden pleite geht, war's das für sie."  

Der Südsudan, das jüngste Land der Welt, hat diesen Monat seinen 2. Geburtstag gefeiert. Es gab keine fröhliche Party, erzählt Jack Barry, denn das Land scheint kurz vor einem Bürgerkrieg zu stehen: "Jeder kämpft gegen jeden und die einzigen Menschen, die nicht kämpfen, misstrauen jenen, die sie beschützen sollen. Zwei Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung muss man sich echte Sorgen um den Südsudan machen."

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Archiv: Vice

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Salon.com (USA), 28.07.2013

Salon druckt einen langen Auszug aus einem Buch, das beschreibt, wie Gruppensex bzw. freier Sex auf der ganzen Welt - in den USA, China, Russland oder dem Iran - Veränderungen in Gang setzt, gegen die Konservative vergeblich Sturm laufen. "Wie es ein 23-jähriger Mann erklärt: 'Im Iran hatten alle Dinge, die mit Sex zu tun hatten, eine verschlossene Tür. Wir, die jetzige junge Generation, öffnen eine nach der anderen. Masturbation? Aufmachen. Sexuelle Gefühle von Teenagern? Öffne diese Tür. Schwangerschaft außerhalb der Ehe? Aufmachen. Jetzt versucht die Jugend herauszufinden, was sie mit all den offenen Türen anfangen kann.' Verständlicherweise finden junge Menschen die konkurrierenden Ideale und Sehnsüchte verwirrend - traditionelle Erwartungen gegen zeitgenössische Versuchungen - und die Risiken persönlicher Entscheidungen bleiben hoch. Doch 2004 hat [die iranisch-amerikanische Anthropologin Pardis] Mahdavi - trotz der landesweiten Aufregung um die Hinrichtung eines siebzehnjährigen Mädchens, das im Verdacht stand, vorehelichen Sex gehabt zu haben - dennoch viele junge Frauen gefunden, die bereit waren ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, um an der veränderten sexuellen Kultur teilhaben zu können."

Archiv: Salon.com

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New York Magazine (USA), 29.07.2013

Leicht unbehaglich wird einem bei Benjamin Wallace-Wells' Artikel über den Wirtschaftswissenschaftler Robert J. Gordon zumute, der in einem wissenschaftlichen Papier (hier, leider kostenpflichtig) das Ende des Wachstums in den USA ankündigt, das einst durch die Industriellen Revolutionen ausgelöst worden war: Der kommende technische Fortschritt wird demnach nurmehr Arbeitsplätze kosten, der amerikanische Traum ist endgültig zerstoben. Erste Symptome will Wallace-Wells schon ausgemacht haben: "Im Jahr 2000 kamen 770.000 Mexikaner über den Rio Grande, aber im Jahr 2007 waren es nur noch 300.000, und im Jahr 2010 waren sie, trotz endloser Gewalt in Mexiko, nur noch 150.000. Manche glauben, dass die Zahl der Mexikaner, die die USA verlassen heute höher ist als die der neuen Migranten. 'Wir werden niemals zu den Zahlen der späten Neunziger zurückkehren, bestätigt Wayne Cornelius, ein Politologe aus San Diego, der sich seit vierzig Jahren mit der Grenze beschäftigt. Ein geringer Teil dieser Tendenz ist durch die bessere Absicherung der Grenze zu erklären, aber der Hauptantrieb ist die ökonomische Verschiebung zwischen den beiden Ländern - für arme Mexikaner bietet Mexiko heute bessere Bedingungen, um ihren Lebensstandard zu verbessern, als die USA."

Den guten alten Zeiten trauert offenbar auch New-York-Autor Boris Kachka nach, der in seinem Buch "Hothouse"  die Geschichte des amerikanischen Verlagshauses Farrar, Straus & Giroux beschreibt. Gegründet von charismatischen Verlegern, die Sex, Martinis und lange Mittagessen genossen, während sie - immer am finanziellen Abgrund balancierend - die aufregendsten Autoren entdeckte. Mitte der 90er konnten sie beim großen Bieten um Autoren nicht mehr mithalten und wurden von Holtzbrinck übernommen. Da war dann Schluss mit lustig. Nach der Lektüre des Buchs starrte John Galassi, langjähriger Mitarbeiter von FSG, der von den guten alten Zeiten nur noch das Ende mitbekommen hatte,  "in den Spiegel und fragte sich: Bist du wirklich das introvertierte, distanzierte Firmenwerkzeug, das Boris aus dir macht? [...] Alles hat sich verändert - nur das Verlegen nicht: einen erstaunlichen Autor entdecken, mit ihm arbeiten, um sein Buch zum besten und bestaussehendsten zum machen und dies der Welt mitzuteilen. In Kachkas Version ist Verlegen heute nur 'Marketing Chuzpe'. War es das nicht immer?"

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Slate.fr (Frankreich), 29.07.2013

Es gibt keinen Konflikt, der ein helleres Licht auf die miese soziale Stimmung in Frankreich wirft als der um die Taxis. In Frankreich bekommt man keines, es gibt viel zu wenige. Jean-Marc Proust wirbt um Verständnis für die verhassten Taxifahrer, ohne die skandalöse Lage fürs Publikum zu beschönigen: Die Taxifahrer wehren sich gegen neue Zulassungen, weil sie selbst für ihre Lizenz 250.000 Euro zahlten und das Geld am Ende ihrer Karriere für die Altersversorgung brauchen. Wird das System geöffnet, haben sie verloren. "Im Grunde sind die Taxifahrer Franzosen wie alle anderen: Sie verteidigen eine Lage, die der Allgemeinheit schadet, aber ihren eigenen Komfort absichert. Vielleicht sind sie sogar noch mehr Franzosen als die anderen, denn sie müssen sich ihr 'Privileg' buchstäblich kaufen, zu einem sehr hohen Preis."

Archiv: Slate.fr
Stichwörter: Geld

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Open Letters Monthly (USA), 01.07.2013

Victoria Best porträtiert die großartige, 1965 im Alter von 48 Jahren gestorbene Autorin Shirley Jackson. "Ihre sechs Romane und die Kurzgeschichtensammlung teilten ein Thema, so Jackson, 'ein Beharren auf der unkontrollierten, unbeobachteten Boshaftigkeit menschlichen Verhaltens'. Sie schrieb hervorragende Erzählungen, die durch den Spiegel gingen und dahinter nicht einfach nur Absurdität fanden, sondern Böswilligkeit. Das Umschalten geschah im Nu, ein gleißender Blitz, der das Farbbild in sein Negativ verwandelte. ... Ihre berühmteste Erzählung, 'Die Lotterie' ist dafür das perfekte Beispiel. Sie erzählt die Geschichte gewöhnlicher Menchen in einer Stadt, die nach alter Tradition zusammenkommen um Lose zu ziehen. Als eine Hausfrau ein Stück Papier mit einem schwarzen Punkt hochhält, drehen sich ihre Nachbarn bedächtig und begierig zu ihr um und steinigen sie. Die Erzählung rief bei ihrer Veröffentlichung 1948 im New Yorker Empörung hervor. Leserbriefe an das Magazin nannten sie 'grauenhaft' und 'einen neuen Tiefpunkt menschlicher Schlechtigkeit'. Aber Jackson zitierte lieber die Leserbriefe, die 'wissen wollten, wo diese Lotterie stattfindet und ob man zugucken könne'.

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El Pais Semanal (Spanien), 28.07.2013

"Nicht mal ultraliberale Journalisten können nachvollziehen, wie man in Spanien mit dem Thema Zwangsräumungen umgeht." Mikel López Iturriaga unterhält sich mit Ada Colau von der spanischen Antizwangsräumungsbewegung Afectados por la Hipoteca: "Die wichtigste Lehre aus meinen bisherigen Aktivitäten? Au weia, was für eine Frage. Ich weiß nicht… Dass der Glaube, alles sei entschieden, falsch ist. Die offizielle Botschaft lautet: Man kann nichts anderes machen, auch wenn du dich bewegst, wirst du nichts erreichen, an allem, was passiert, bist du schuld, schäm dich: du hast über deine Verhältnisse gelebt. Diese Botschaft erfüllt bestimmte Interessen. Du sollst glauben, dass du allein bist. Die größte Schwierigkeit war am Anfang nicht die Macht der Banken, sondern dass die Leute so am Boden waren. Die wichtigste Lehre war, dass genau diese Leute, wenn sie auf Solidarität stoßen und man ihnen ihre Würde wiedergibt, zu Superhelden werden können." "

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New York Review of Books (USA), 15.08.2013

Suketu Mehta hat Rio de Janeiro besucht und eine wunderschöne, aber auch unglaublich gewalttätige Stadt erlebt. Der Ärger der Demonstranten in diesem Sommer, meint er, "resultiert aber nur zum Teil aus den Ungerechtigkeiten, die es in der ganzen Geschichte Brasiliens gab. [Das staatliche Programm] 'Bolsa Familia' hat viel getan, um das Problem der Ungerechtigkeit zu lösen, aber nicht das Problem des Rassismus. Die Hälfte des Landes ist schwarz, aber Schwarze machen 70 Prozent der Ärmsten des Landes aus. Laut einer Studie, die auf der Volksbefragung 2000 basiert, haben achtzehnjährige weiße brasilianische Jungen im Schnitt eine 2,3 Jahre längere Ausbildung als achtzehnjährige schwarze brasilianische Jungen. Der Vater eines weißen Jungen hat ebenfalls 2,3 Jahre mehr Ausbildung als der Vater eines schwarzen Jungen und der Großvater eines weißen Jungen hat sogar 2,4 Jahre mehr Ausbildung. Fast alles im Land hat sich verändert, aber die Kluft in der Ausbildung schwarzer und weißer Kinder bleibt seit drei Generationen hartnäckig konstant."

Kein Journalist ist so gut über die NSA informiert wie James Bamford, der seit Jahren zu dem Thema recherchiert (hier seine Artikel bei Wired). Für die Leser der NYRB hat er noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse aus dem jüngsten NSA-Skandal zusammengefasst. Telefon und Internet werden gleichermaßen überwacht. Was die Internetkommunikation angeht, liefen 2002 über 99 Prozent der gesamten Internetkommunikation weltweit an irgendeinem Punkt durch die USA. "Diese Daten abzugreifen ist möglich durch eine Kombination von Techniken. Am wirksamsten ist die, bei der die NSA direkten Zugang zu den Glasfaserkabeln hat, durch die heute fast alle Kommunikationsdaten fließen. Nach einem Papier, das Snowden veröffentlicht hat, wird dieses Abfangen der durch Kabel fließenden Kommunikation Upstream genannt und es wird beschrieben als 'eine Sammlung von Datenströmen in Glasfaserkabeln und anderen Infrastrukturen'. Dieses Programm scheint sowohl sehr viel geheimer als auch sehr viel eingreifender zu sein als das von Snowden enthüllte Prism-Programm. Obwohl Prism der NSA Zugang zu Daten individueller Internetfirmen wie Yahoo, Google und Microsoft verschafft, behaupten die Firmen, der NSA keinen direkten Zugang zu ihren Servern zu geben. Mit Upstream dagegen hat die NSA direkten Zugang zur den Glasfaserkabeln und der sie unterstützenden Infrastruktur, die nahezu den gesamten Internet- und Telefonverkehr des Landes trägt."

Außerdem: Was der NSA doch noch durch die Lappen geht, beschafft dann der britische Geheimdienst GCHQ mit seinem Tempora-Programm. So gesehen ist es ziemlich absurd, wie Timothy Garton Ash in den einleitenden Absätzen zu einem Artikel über die Rolle Deutschlands in Europa ausgerechnet Ängste vor den Deutschen beschwichtigen will. Nathan Thrall denkt über die Zukunft Israels nach. William Luers, Thomas R. Pickering, Jim Walsh machen Vorschläge, wie sich die Beziehung der USA zum Iran verbessern ließe. Auf Martin Scoreses Artikel über die Sprache des Films haben wir schon letzte Woche hingewiesen.

Stichwörter: James Bamford, Yahoo

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Monde (Frankreich), 25.07.2013

Le Monde setzt die schöne Serie über die wahre Geschichte hinter einigen berühmten Fotos fort. Für den fünften Teil hat Claire Guillot herausgefunden, dass die kalifornische Wanderarbeiterin auf einem beühmten Foto Dorothea Langes, die das ganze Elend der Depression und den ganzen Elan der helfen wollenden Roosevelt-Administration repräsentierte, keine Wanderarbeiterin war, sondern eine Cherokee-Indianerin, die in Wirklichkeit gar nicht von Roosevelts Maßnahmen profitierte. Ihr Name war Florence Owens Thompson: "Das Foto hat Florence Owens und ihren Kindern, die sich als Opfer stilisiert sahen, nie gefallen. 2002 hat ihnen der Regisseur Geoffrey Dunne im Magazin New Times eine Stimme gegeben. Norma Rydlewski, das Baby auf dem Foto, erklärt: 'Mama liebte das Leben und ihre Kinder. Und sie liebte Musik und tanzte gern. Dieses Foto macht mich traurig. Es ist nicht so wie meine Erinnerung an sie."

Archiv: Monde

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Times Literary Supplement (UK), 27.07.2013

Stephen Fay weiß nach James Astills Buch "The Great Tamasha", dass Cricket vielleicht von den Engländern erfunden wurde, aber es gehört ihnen nicht mehr: Die indische Sektion ist inzwischen die mächtigste im internationalen Cricket, und korrupte Politiker, Tycoons und Schauspieler machen Hunderte von Millionen - und sie machen ebensoviele selig: "Gideon Haigh, ein anerkannter Cricket-Historiker, bemerkt, dass dies mehr ist als nur eine Verschiebung der Macht, es ist eine Veränderung in der Natur der Macht. Cricket ist Teil des neuen und rasant wachsenden sportlich-industriellen Komplexes geworden. Es ist eine Welt des Kommerz, und nicht zeigt dies mehr als die Indian Premier League (IPL), in der neun, von reichen Geschäftsleuten aufgekaufte Cricket-Teams in der Spielform Twenty20 antreten. Korruption ist sozusagen der natürlich Begleiter von so viel Reichtum und Macht... Es ist verrückt, sagt Astill, aber absolut überwältigend."

Philip French freut sich, dass zwei neue Biografien von David Luhrssen und Joseph Horowitz neues Licht auf den Regisseur Rouben Mamoulian werfen, der ein "meisterhafter Stilist" gewesen sei, für einen Platz im Olymp der großen Regisseure aber offenbar nicht die rechte Unbescheidenheit hatte: "'Rouben Mamoulian war kein typischer Hollywood-Regisseur', erinnert sich Marlene Dietrichs Tochter, 'er trug nicht wie Stroheim Reitstiefel und Gerte, er hatte nichts von Cecil B. DeMilles Großspurigkeit... Er war ruhig. Er war nicht nur still, er war absolut still."

Stichwörter: Cricket

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New Yorker (USA), 05.08.2013

Der Schriftsteller Gary Shteingart hat im Selbstversuch Google Glass ausprobiert, womit man Netzdaten einblenden und seine Umwelt fotografieren oder filmen kann. Sein vorläufiges Resümee: "Das Beste daran ist bisher, die Reaktionen aufzunehmen, die die Brille auslöst. Als ich den Google-Laden verlasse, überquere ich einen breiten Fahrradweg, auf dem ich eine Woche zuvor fast überfahren worden wäre. Ein wütender Radler hatte mir damals ziemlich genau erklärt, wohin ich mir das iPhone stecken solle, auf dem ich abwesend herumgetippt hatte. Jetzt führt ein Beinahzusammenstoß mit einem offenbar kundigen Radfahrer zum Ausruf 'Ach, Glass!' ... Neuntklässler der Xavier High School laufen mir einen ganzen Block hinterher wie Kinder in den ärmsten Ländern der Welt einem nachlaufen, wenn man, sagen wir, einen Kugelschreiber hat."

Weiteres: Ariel Levy erzählt die Geschichte der Bloggerin Alexandria Goddard, deren Netz-Recherche und -Engagement dazu führte, dass zwei Mitglieder einer High-School-Football-Manschaft in Steubenville wegen Vergewaltigung einer betrunkenen Schülerin verurteilt wurden; bedeutsam ist dabei die - teilweise durchaus zweifelhafte - Rolle der soziale Medien inzwischen auch im juristischen Bereich (siehe zu diesem Thema auch weiter unten die New York Times). James Wood bespricht David Gilberts zweiten Roman "& Sons". Und David Denby sah im Kino James Ponsoldts Komödie "The Specatcular Now", Maggie Careys High-School-Komödie "The To Do List" und Paul Schraders Erotik-Thriller "The Canyons" nach einem Drehbuch von Bret Easton Ellis.

Archiv: New Yorker
Stichwörter: Google Glass, James Wood

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City Pages (USA), 24.07.2013

Der amerikanische Saatgut- und Herbizid-Produzent Monsanto gilt als Ausgeburt des Bösen. Zu recht, meint Chris Parker und erläutert in einer langen, beunruhigenden Reportage das aggressive Geschäftsgebahren: Bauern werden unter Druck gesetzt, Umweltschäden ignoriert, Konkurrenten, Wissenschaftler und Politiker gekauft: "Inzwischen hat der Konzern die Führungsebene der Regierung infiltriert. Er hat Verbindungen zum Supreme Court (durch den ehemaligen Monsanto-Anwalt Clarence Thomas) sowie ehemalige und amtierende Mitarbeiter in Führungspostionen im Landwirtschaftsministerium und der Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA). Ein wahrer Coup gelang, als Barack Obama mit Michael Taylor den ehemaligen Vizepräsidenten von Monsanto zum stellvertretenden Beauftragten für Lebensmittel bei der FDA ernannte. Das ist, als würde man George Zimmermann zum Beauftragten für Sicherheit im Umgang mit Schusswaffen ernennen."

Archiv: City Pages

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Economist (UK), 27.07.2013

Die Pleite von Detroit beschäftigt auch den Economist: "Viele mutmaßen, dass die Stadt Vermögenswerte verkaufen wird, um die Schulden zu lindern. Das Detroit Institute of Arts verfügt über eine gute Sammlung alter Meister. Der Flughafen und vielleicht sogar die Insel Belle Isle könnten zur Disposition stehen. Kein Zweifel, die Senioren haben lieber ihre Rente, als einen Ort, an dem sie sich alte Gemälde anschauen können. ... Andere wiederum sorgen sich, dass der Verkauf von Detroits Schätzen die Lebensqualität mindern und damit noch mehr Leute dazu bringen wird, die Stadt zu verlassen." An anderer Stelle erfahren wir unterdessen, dass sich die Pleite zumindest in der Innenstadt kaum bemerkbar macht und sich sogar noch Investoren niederlassen: "Grundstücke sind so günstig, dass Detroit noch immer Visionäre anzieht."

Die Daily Show bringt die Misere auf den Punkt:



Außerdem hat sich der Economist zum Lesen an den Strand zurückgezogen: Er schmökert begeistert im zweiten Band von Reiner Stachs Kafka-Biografie, informiert sich mittels einer neuen Studie über den koreanischen Bürgerkrieg, beschäftigt sich mit den letzten 100 Tagen John F. Kennedys und erfährt, dass Jesus vielleicht doch nicht so friedliebend gewesen ist.

Archiv: Economist
Stichwörter: Detroit

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Brooklyn Rail (USA), 15.07.2013

Joshua Oppenheimers Dokumentarfilm "The Act of Killing" beschäftigt die USA auch weiterhin (siehe unsere Magazinrundschau vom 23. Juli): Im Gespräch mit Joshua Sperling erklärt der Regisseur, warum er zu den von ihm porträtierten Killern des indonesischen Massakers in den 60ern so auf Tuchfühlung gegangen ist: Sie sind "offenherzig sind und sich der Tragweite ihres Handelns gar nicht bewusst. ... Diese Offenheit lässt uns mit ihnen warm werden, sodass wir sie, wenn sie im nächsten Moment etwas Schreckliches tun, als Menschen betrachten. Wir identifizieren uns mit ihnen. Wir sehen, dass das Böse menschlich ist. Dies steht im Kontrast dazu, wie sich die meisten Filme - ob fiktional oder dokumentarisch - mit bösartigen Taten befassen, wo schon der unheilvolle Soundtrack das Böse vorweg nimmt, damit man, wenn es eintritt, vorbereitet ist und sein Urteil bereits gefällt hat." Der Kritiker von Prospect ist unterdessen erstaunt: "Dieser Film ist die originellste politische Dokumentation seit Jahren!"

Geliefert wird zudem der zweite Teil des geradezu episch ausführlichen Gesprächs mit dem österreichischen Experimentalfilmemacher und rigorosen Filmmaterial-Verfechter Peter Kubelka (hier der erste Teil). Lesenswert ist das Gespräch schon wegen der Nachfrage von Kubelkas langjährigem Freund Jonas Mekas, wie genau das damals in den 60ern lief, als Kubelka Judomeister von New York wurde. Interessant sind aber auch Kubelkas Einschätzungen, was Film als Material betrifft: "Ich halte es auch nicht für falsch, wenn in Zukunft nur noch Filmmuseen Filmkopien zeigen können. Dadurch wird dies etwas sehr wertvolles. Für mich ist aber von Belang, dass Filmmuseen Filme auch wirklich auf Film zeigen. Ich würde dazu raten, digitale Werke einem anderen Museum zu überlassen. Ein Filmmusem ist kein Ort, an dem man sich über jüngste Entwicklungen im visuellen Bereich informiert, sondern ein Ort, wo Dosen voller Filmstreifen gesammelt werden. Und es sollte allein diese Filmstreifen zeigen, damit Leute, die sich das anschauen, sehen, was dies einst war."

Weiteres: Der türkische Aktivist Bengi Akbulut erklärt Robert S. Eshelman die Hintergründe der Revolte vom Taksimplatz. Außerdem offenbart Margarete von Trotta Gregory Smulewicz-Zucker im Gespräch über ihren Film "Hannah Arendt", dass sie sich hinsichtlich des Filmemachens für einen Dinosaurier hält.

Stichwörter: Filmmaterial

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New York Times (USA), 28.07.2013

Jay Caspian Kang resümiert die unrühmliche Rolle der Internetplattform Reddit, die den Anstoß lieferte, dass ein als vermisst gemeldeter junger Mann, der 22-jährige Student Sunil Tripathi, irrtümlich tagelang als zweiter Verdächtiger des Attentats auf den Boston-Marathon galt. Die Netzgemeinde, aber auch zahlreiche Journalisten beteiligten sich an der "Suche" nach ihm und setzten der verstörten Familie von Sunil Tripathi (der, wie sich später herausstellte, Selbstmord aufgrund von Depressionen begangen hatte) schwer zu. Der Geschäftsführer und Sprecher von Reddit, Erik Martin, hatte sich im Anschluss zwar persönlich bei der Familie entschuldigt, meint aber auch, der Verlust persönlicher Freiheit sei ein "generelles Internet-Problem", auch Twitter und Facebook hätten einen "Widerlichkeitsfaktor". Ein Mann namens Jackal, der den Twitter-Dienst Your Anonymous News betreibt, der wie Reddit und andere dem Kult des schnellen und ungefilterten Sammelns von Nachrichten huldigt und sich ebenfalls an der Jagd beteiligt hatte, drückt es so aus: "Meine erste Reaktion war: Oh, (Schimpfwort), was haben wir getan? Aber das ist ein schwieriger Punkt, weil wir bei Kurzmeldungen die Ersten sein wollen. Dann passiert was Schreckliches, und man will das Ganze noch mal überdenken. Aber letzten Endes glauben wir als Anarchisten: Man kann tun, was man will, solange man glücklich ist." So dämlich sich das anhört, diese Art von Schnellschuss gibt es nicht nur bei den neuen Medien, meint Kang. Denn "dies ist, was Medien heute sind: eine sich immer weiter entwickelnde Interaktion zwischen Reportern, die für Mainstream-Medien arbeiten, Journalisten, die News für online-Medien kompilieren und interpretieren, und tausenden von Individuen, die selbst Informationen sammeln, zusammenfügen und verbreiten."

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Archiv: Magazinrundschau

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

Spieler ohne Trainer

08.07.2014. Film Comment analysiert den Poliziotteschi, den italienischen Polizeithriller der 60er und 70er Jahre. In Repubblica wartet Roberto Saviano auf den Moment, an dem die Ndrangheta wieder zur Messe geht. Im Guardian feiert Zadie Smith die  eiskalte Präzision J. G. Ballards. Im New Yorker erinnert Héctor Tobar daran, wie vor vier Jahren  über 33 chilenischen Bergleuten die Erde einstürzte.  In Eurozine meint Thomas Piketty: Mehr Wettbewerb ist auch nicht die Lösung. Und die NYT ist froh, kein SEEBÖWE zu sein. Mehr lesen

Noch etwas Allzuwörtliches

01.07.2014. Osteuropa begutachtet die neue russische Kampfpropaganda. In Open Democracy erklärt Nadja Tolokonnikowa rechten und linken Anhängern Putins: Menschenrechte sollten nicht nur im Westen gelten. Der Merkur bittet, zwischen digitaler Literatur und Netzliteratur zu unterscheiden. Eurozine untersucht Film als Metapher. Die NYRB erklärt, warum die Stärkung von Konsumentenrechten eine Stärkung Amazons zur Folge hat. Atlantic denkt über Afghanistan nach Karzai nach. Und Tablet porträtiert BHL als homme d'honneur. Mehr lesen

Kritikimmuner Springteufel

24.06.2014. Der Hollywood Reporter porträtiert den schwedischen Regisseur Malik Bendjelloul, der vor wenigen Wochen Selbstmord beging. Der New Yorker zertrümmert die Diskontinuitätstheorie. Im Guardian erklärt Will Self den Verwandtschaftsgrad von neolithisch und neoliberal. In Valleywag erklärt Lawrence Lessig, warum Silicon Valley im Moment ein guter Bündnispartner ist. Der Rolling Stone bestaunt den Nipster. Wired sagt Servus zur Netzneutralität. Und die NYT fragt: Thirtysomethings, wollt ihr ewig bei euren Eltern leben? Mehr lesen

Das Gehirn in Technicolor

17.06.2014. La vie des idees fragt: Hat Musik eine Farbe? Ohne Gott keine universalen Werte, bescheinigt John Gray im New Statesman Kenan Malik. Tin House besucht den Special-Effects-Künstler Tom Savini. Die LRB feiert Polke, die NYRB feiert El Greco, der Howler feiert den Torwart. Der Guardian setzt den großen Säuferinnen der Literaturgeschichte ein Denkmal. Immerhin kann man es mit Drogen auch mit 90 Jahren noch zum Millionär bringen, erzählt die New York Times. Mehr lesen

Hack es durch

11.06.2014. William T. Vollmann feiert den irakischen Autor Hassan Blasim in Bookforum als Meister des außerordentlichen Grauens. In der Paris Review denkt Karl Ove Knausgaard beim Anblick eines Genicks an Mord. Den Guardian gruselt die Umsetzung sarrazinscher Eugenik in China. Eurozine beklagt den Verfall der brasilianischen Architektur. La vie des idees spielt um einen Job bei L'Oreal. Mehr lesen

Niemals peinlich

06.06.2014. Die NYRB überlegt, wer alles Schuld ist am wachsenden Terrorismus in Afghanistan. Im New Statesman erinnert John Gray an Maos Freunde in der akademischen Welt. Der New Yorker porträtiert den englischen Schriftsteller Edward St. Aubyn. Rue89 widmet sich den neuen Porn Studies. In der LARB beschuldigt Muhammad Idrees Ahmad Seymour Hersh, im Falle Syriens profaschistischer Propaganda aufgesessen zu sein. In Eurozine erklärt Peter Sloterdijk, warum es in Deutschland keine digitale Kompetenz gibt. Mehr lesen

Atonale Geschichtsschreibung

30.05.2014. Der New Yorker begibt sich unter die israelischen Expats in Berlin. Rue 89 denkt über Open Source in der Medizin nach. Bloomberg Businessweek hört "Stairway to Heaven" von Randy California. Der spanischsprachige Buchmarkt gehört den Deutschen, meldet die Revista Anfibia. Elet es Irodalom sucht nach der Zwölftontechnik der Geschichtsschreibung. Die New York Times sorgt sich um unseren von Hackern bedrohten Vagusnerv. Im Guardian erklärt der Juraprof Eben Moglen: Der Kampf gegen Massenüberwachung ist so legitim wie der Kampf gegen die Sklaverei. Mehr lesen

So wurde Rebellion zur neuen Mitte

23.05.2014. Salon erledigt den Nonkonformismus mit Normcore. Berlusconi ist für Matteo Renzi, was Thatcher für Blair war: ein Vorbild, notiert die London Review of Books. Die Zeit versucht in der Ostukraine eine prorussische Demo zu begleiten. The New Republic erklärt, wie Putin das russische Internet kaputt macht. Die Jerusalem Post spendiert dem Prinzen Fahd bin Sultan bin Abdul Aziz Al Saud eine Portion Viagra. Im Spiegel schreibt Cordt Schnibben über seinen Vater, den Werwolf. Das New York Magazine überlegt, warum die Chefredakteurin der New York Times Jill Abramson gefeuert wurde. Mehr lesen

Ungebändigte Improvisation

16.05.2014. The New Republic schickt eine Reportage vom Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik. Warum haben deutsche Jungjournalisten keine Ahnung vom Netz, fragt Lousy Pennies. GQ übt Lachen für Hollywoodchefs. Im TLS bewundert Julian Barnes die Negativa Simenons. Mosaic erklärt, warum Tiere beim Winterschlaf keinen Herzinfarkt erleiden. La vie des idees reist nach Mekka. Mehr lesen

Krieg um Kameras

09.05.2014. In der London Review rollt der Historiker Richard Evans noch einmal den Reichstagsbrand auf. Der Merkur besucht das rumänische Hafenstädtchen Calafat. Slate.fr denkt über Glück und Gleichheit nach. Im Corriere della Sera staunt Gerhard Richter immer noch über die Gläubigkeit der RAF. In Nepszabadsag erklärt die Dichterin Krisztina Tóth die Gründe für ihre schlecht gelaunte Perspektivlosigkeit. In der Huffington Post.fr fordert Patrick Ndungidi die afrikanischen Filmregisseure auf, den eigenen Markt zu erobern. Der New Yorker schlürft eine Dosis Soylent. Mehr lesen

Der Wert absoluter Freiheit

02.05.2014. In Wired besucht Gideon Lewis-Kraus die nervenzehrende Welt der Start-Ups. In HVG möchte der Jazzgitarrist Ferenc Snétberger keineswegs als "Vorzeigezigeuner" tituliert werden. Der New Yorker folgt dem mexikanischen Drogenboss El Chapo in seinen stillen Ruhestand hinter Gittern. Rue 89 spielt die saitenlose Harfe. Und die New York Times informiert uns, dass wir demnächst von unseren Haustieren verklagt werden könnten. Mehr lesen

Mit einem müden Lächeln

25.04.2014. Das TLS prophezeit uns eine Zukunft als Insektenfresser. In La vie des idees erklärt der Juraprof Yann Kerbrat, woher das Recht auf Sezession kommt. Der Guardian porträtiert Chris Marker als "bricoleur". In HVG sucht die ungarische Regisseurin Márta Mészáros noch Geld für ihren Film über vergewaltigte Frauen im Zweiten Weltkrieg. Mehr lesen

Ein Puzzle im Dunkeln

19.04.2014. The Nation beschreibt, wie Künstler sich immer eifriger in Historiker verwandeln. Michel Houellebecq entpuppt sich in Le Point als Größenwahnsinniger. In Osteuropa erzählt Jörg Baberowski, wie der Zar Russland im Ersten Weltkrieg in einen unkontrollierbaren Gewaltraum verwandelte. Die NYRB blickt ins trostlos korrupte Uganda. In Telerama hofft Maïssa Bey in Algerien noch auf einen Wandel. Die NYT hört den Motherless Child Blues. Mehr lesen

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