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Magazinrundschau
Kratzen und singen
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
02.01.2013. Im Espresso erzählt Roberto Saviano, warum die Einwohner von Scampia keine Haustürschlüssel mehr haben. Vanity Fair beobachtet John Belushi im Bienenkostüm. Outlook India untersucht die "Vergewaltigungskultur" in Indien. Le Monde lauscht der Musik der tibetischen dranyen dunglen. Der Economist feiert Comics im Netz. In Wired erklärt Internet-Unternehmer Tim O'Reilly sein Credo. In The New Republic stellt Anne Applebaum neue und alte Bücher über Polens Geschichte im 20. Jahrhundert vor.
The Economist | The Times Literary Supplement | Vanity Fair | Outlook India | Le Monde | Wired | L'Espresso | The New Republic | Longreads
The Economist (UK), 19.12.2012
Als "Triumph der Nerds" feiert der Economist die Renaissance des satirischen Cartoons, die im Internet gerade dann einsetzte, als sich der an Printtitel geknüpfte Cartoon in die inhaltliche und ästhetische Stagnation verabschiedete. "Viele dieser Comics expandieren in kleine, auf eigenen Füßen stehende Medienimperien. ... Die typische Reichweite eines der führenden Web-Comics liegt zwischen einer und zehn Millionen Visits pro Monat, also etwa mit einer mittelgroßen Zeitung vergleichbar (die Website der Daily Mail, der meistgelesenen Zeitung im Netz, erzielt rund 48 Millionen im Monat). Aber anders als bei Zeitungswebsites, deren Haupteinnahmequelle Werbung ist, besteht das Publikum von Web-Comics nicht nur aus Lesern, sondern auch aus Kunden: Die meisten Künstler verkaufen T-Shirts, Bücher, Mousepads, Poster und anderes."
Außerdem: Der Economist plädiert für eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA - und notfalls für eine Änderung der Verfassung. In diesem Porträt lernen wir den offenbar reichlich hitzköpfigen Medienmogul Matsutaro Shoriki, den japanischen "Citizen Kane", kennen. Die langsam nach Europa zurückkehrenden Wölfe hatten jahrelang nicht nur denkbar schlechte, sondern auch denkbar ungerechte Presse, ist hier zu lesen: "Sonderbar, dass ausgerechnet der Wolf zur bête noire der Menschheit wurde. Bären, die deutlich bessere Presse kriegen, sind viel gefährlicher. Störe einen Bären und er könnte Dich angreifen; störe einen Wolf und er wird die Flucht ergreifen."
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The Times Literary Supplement (UK), 28.12.2012
Der englische Schauspieler und Komödiant Samuel Foote machte gern Witze über andere und über sich selbst - selbst, nachdem ihm nach einem Unfall ein Bein amputiert werden musste. Kein Spaß im 18. Jahrhundert. Ian Kelly, selbst Schauspieler, hat ihn in einer Biografie als den ersten "modernen urbanen Prominenten" beschrieben, erzählt Norma Clarke, die das ganz treffend findet: "Es gefiel ihm, als 'der junge Gentleman' eingeführt zu werden, 'dessen Onkel für den Mord an seinem Bruder gehängt wurde'. Er hatte ein Pamphlet über das Verbrechen geschrieben, das sich so gut verkaufte, dass es ihn aus dem Schuldturm befreite. Er war ein brillanter Mime und unwiderstehlicher Witzbold, geltungssüchtig, Risiken suchend, grob und begabt mit dem, was das 18. Jahrhundert 'animalische Instinkte' nannte. Foote wurde sehr schnell eine West-End-Berühmtheit. Selbst Dr. Johnson, der seine Zweifel hatte, musste in seiner Gesellschaft lachen."
Frederic Raphael liest sich durch die "adipösen" Tagebücher Richard Burtons. Michael Saler bespricht drei Bücher über Alan Turing. Und wer jetzt noch Urlaub hat und sich langweilt, könnte versuchen, Tony Lurcocks literarisches Weihnachtsquiz ohne Google zu lösen: "Who said to his teacher 'History is a raw onion sandwich, sir'?"
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Vanity Fair (USA), 01.01.2013
Dan Ackroyd und John Belushi tourten schon als Blues Brothers durch die Gegend und verkauften Platin-Alben, als noch niemand an einen Film dachte, erzählt Ned Zeman. Aber jeder aufstrebende Künstler, der sich schon in einem blöden Kostüm auf der Bühne wiederfand, sollte wissen, dass auch für sie der Anfang kein Zuckerschlecken war. "Ackroyd hegte einen geradezu unheimlichen Glauben an Belushi, dessen Stimme okay war, aber nichts besonderes. Aber dann ist Belushi nicht einfach nur ein Sänger. Er ist ein front man. 'Das Alpha Illinois-Männchen', nannte ihn Aykroyd. 'Einer dieser Menschen wie Teddy Roosevelt oder Mick Jagger. Er war einfach einer dieser Charismatiker, die Köpfe verdrehen und den Raum beherrschen.' Nachdem die Blues Brothers eine Weile überall in der Stadt aufgetreten waren, ließ Morne Michaels sie die Saturday-Night-Live-Zuschauer vor den Shows anwärmen. Ins Fernsehen zu kommen war, schwieriger. Michaels war nicht ganz überzeugt. Man fand einen Kompromiss. Die Blues Brothers wurden am 17. Januar 1976 live aus New York gesendet. Verkleidet als Bienen."
Kein Problem, solange man dabei eine Sonnebrille tragen kann, erklärt Regisseur Paul Shaffer:
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Outlook India (Indien), 14.01.2013
Die Massenvergewaltigung einer Frau in Delhi mit mittlerweile tödlichem Ausgang beschäftigt auch Outlook India. "Wir haben uns dazu entschlossen, sie 'Jagruti' zu nennen, das 'Erwachen'. Sie ist unsere Frau des Jahres", schreiben Amba Batra Bakshi und Chandrani Banerjee. Und weiter: "Jagruti ist typisch für eine junge, urbane Frau im modernen Indien: gebildet, ambitioniert, westlich gekleidet, sie geht gerne shoppen, schaut gerne Filme und nutzt die öffentlichen Verkehrssysteme. Und doch kämpft sie, um sich ihren Platz in einer von archaischen Werten beherrschten Gesellschaft zu behaupten."
Für Meena Kandasamy ist der Vorfall eine Folge der indischen "rape culture", deren Facetten sie genauer analysiert. Dazu zählt auch eine Rhetorik der Bagatellisierung und Schuldumkehrung seitens der Institutionen: "In einer von ihren eigenen Wahnvorstellungen der Macht benebelten Stadt musste ein solches Disaster früher oder später geschehen. Die Polizei von Delhi hat Vergewaltigungen in der Region schon früher legitimiert, indem sie vor versteckten Kameras frei heraus redeten, etwa 'sie hat es so gewollt' oder 'meistens geschieht dies im Einvernehmen'. Sie beschuldigten junge Frauen dafür, dass sie sich nicht innerhalb ihrer Grenzen bewegten, dass sie kurze Röcke und keine Stolas trugen, dass sie Wodka tranken und Männer umgarnten. Ein Polizist erklärte, dass keine Vergewaltigung stattfinden könnte ohne vorherige Provokation durch das Mädchen. Gegen keinen dieser Polizisten wurden ernsthafte Maßnahmen ergriffen."
Außerdem spricht Chandrani Banerjee mit dem Freund der vergewaltigten Frau.
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Le Monde (Frankreich), 27.12.2012
Einen interessanten Hintergrundbericht schickt François Bougon über den Widerstand der Tibeter gegen die chinesische Besatzung, der in letzter Zeit mit grauenhaften, per Video verbreiteten Selbstverbrennungen neue Zeichen setzt. Immer häufiger, so Bougon, geht es den jungen Tibetern aber schlicht um die Verteidigung der eigenen Sprache. "Für die weniger gebildeten Schichten der Bevölkerung Tibets sind es vor allem Lieder, die über CD oder Internet verbreitet werden, mit denen sie ihre tibetanische Identität ausdrücken. Seit den achtziger Jahren ist ein bestimmtes Genre besonders beliebt, das dranyen dunglen, was 'kratzen und singen' bedeutet. Der Sänger begleitet sich mit einer Mandoline. Wie in der Literatur sind die versteckten Anspielungen immer deutlicheren Beschwörungen einer gloriosen Vergangenheit oder der Niederlage gegen die Chinesen gewichen, die mit der offiziellen chinesischen Sichtweise brechen."
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Wired (USA), 01.01.2013
Steven Levy unterhält sich mit HTML- und Web2.0-Vordenker Tim O'Reilly, dessen Open-Source-Credo "Schaffe mehr Wert als Du abzapfst" besonders im Mittelpunkt steht: "Jeder möchte sein Unternehmertum pflegen, doch wir müssen über die Vorbedingungen des Unternehmertums nachdenken. Man sät großartigen Samen in großartigem Boden. Und der Boden ist Gemeingut. ... Am Anfang so vieler Technologiefirmen steht ein Schub an Idealismus, Demokratisierung und neuen Möglichkeiten, doch mit der Zeit verschließen sie sich und stehen Unternehmertum, Innovation und neuen Ideen weniger offen gegenüber. Mit der Zeit nehmen die dominant gewordenen Firmen mehr aus dem Ökosystem als sie ihm zurückgeben. Wir haben das bei Microsoft gesehen, die mit einer großen Vision angetreten sind: Wie kriegen wir einen PC auf jeden Schreibtisch in jedem Haus? Das war grundlegend demokratisierend. Aber als Microsoft an die Spitze gelangte, begannen sie langsam damit, den Pfad zum Erfolg für alle anderen zu versperren." Darauf angesprochen, welche Firma sich dies besonders zu Herzen nehmen sollte, antwortet O'Reilly klipp und klar: "Apple. Die befinden sich eindeutig auf dem falschen Weg."
Außerdem: Joshua Davis spricht mit dem zum Zeitpunkt des Gesprächs noch untergetauchten, mittlerweile aber in die USA ausgewiesenen Virenscannerspezialisten John McAfee, der sich in Lateinameria Anwürfen ausgesetzt sah, im großen Stil Drogen fabriziert zu haben und in die Ermordung seines Nachbarn verwickelt zu sein (mehr). Und hier erfahren wir, in welchen Bereichen uns in Zukunft Roboter die Arbeit abnehmen werden.
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L'Espresso (Italien), 30.12.2012
In Scampia, einem heruntergekommenen Viertel im Norden Neapels, sind zwei Bomben explodiert. Zwei spielende Kinder auf der Straße wurden verletzt. Zuvor gab es einen Mord in einem Kindergarten, wo Kinder gerade Weihnachtslieder lernten. Die Taten werden mit der Drogenmafia in Verbindung gebachte. Roberto Saviano schreibt in L'Espresso einen empörten Kommentar über die Zustände in Scampia: "Einigen Kindern wird gar nichts gegönnt. Kein Platz um zu lernen, kein Platz um zu spielen. Die Verbrecherbanden haben die Hand auf alles gelegt, alle sind betroffen. Sie beherrschen das Leben ganzer Familien, vor allem in den Wohnburgen, vor denen Drogen gehandelt werden. Dort sind sie nicht mal mehr im Besitz der Haustürschlüssel, denn die müssen den Drogenclans für ihren Verkauf von Haschisch und Marihuana ständig zur Verfügung stehen. Damit sie im Fall einer Razzia verschwinden können. Sie haben Zäune und Gatter gebaut, die unüberwindlicher sind als in Gefängnissen. Sie wurden wieder abgerissen. Sie haben sie neu gebaut. Sie haben eine Kriegszone errichtet, in der niemand ruhig leben und sich bewegen kann."
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The New Republic (USA), 31.12.2012
Anne Applebaum empfiehlt allen, die nicht ganz verstehen, warum Polen über den Zweiten Weltkrieg oft so anders zu denken scheint als Westeuropäer und Amerikaner, zwei gerade neu auf Englisch erschienene Bücher: Witold Pileckis "The Auschwitz Volunteer" - ein Bericht aus Auschwitz, den Pilecki schrieb, nachdem er sich 1940 in das Lager hatte schmuggeln lassen, um Augenzeuge zu sein; nach dem Krieg wurde er von den polnischen Kommunisten hingerichtet - und ein Band der britischen Historikerin Halik Kochanski: "The Eagle Unbowed: Poland and the Poles in the Second World War". Letzteres ist für Applebaum "schon der Natur seines Gegenstandes nach ein außerordentlich ehrgeiziges Buch. Kochanski bricht auf, erstmals auf Englisch die verschiedenen Stränge der polnischen Kriegserfahrung zusammenzuführen. Diese schließen unter anderem ein: die Geschichten der deutschen Besetzung Westpolens, die sowjetische Besetzung Ostpolens, der Holocaust, die polnischen Piloten, die in der Luftschlacht um England kämpften, die polnische Infanterie, die mit den Alliierten bei Monte Cassino kämpften, die polnischen Soldaten, die mit der Roten Armee kämpften und die Polnische Heimatarbee - der militärische Arm der Widerstandsbewegung - die im Warschauer Aufstand 1944 entsetzliche Verluste erlitt." Allein wie Kochanski das erzählt, die Struktur des Buchs, ringt Applebaum gehörigen Respekt ab. (Richard J. Evans, der das Buch im Guardian besprochen hat, und der Economist (hier) bemängelten allerdings beide, dass Kochanski keine deutschen und russischen Quellen benutzt hat und kaum polnische.)
In der Titelgeschichte erzählt Ada Calhoun, wie schwierig es heute in den USA ist, eine ärztlich überwachte Abtreibung vorzunehmen, weshalb immer mehr Frauen es allein tun. Immer weniger Krankenhäuser führen Abtreibungen durch - in manchen Bundesstaaten gibt es grad noch eins. In den ersten neun Wochen könnten schwangere Frauen zwar Abtreibungspillen nehmen, aber auch deren Gebrauch wird immer stärker eingeschränkt. "Mehrere Bundesstaaten wollen den Zugang zu Abtreibungspillen im Netz und anderswo immer erschweren. 2011 verabschiedete Wisconsin eine Maßnahme, wonach Ärzte potenziell strafrechtlich belangt werden können, wenn sie bestimmte Vorschriften nicht einhalten, etwa den Patienten drei mal vorher sehen zu müssen. Die Kliniken von Planned Parenthood haben in diesem Staat im April alle Abtreibungen mit Medikamenten eingestellt und gegen das Gesetz geklagt. Unterdessen nehmen Frauen Abtreibungspillen ohne medizinische Betreuung, was gefährlich und voller Risiken ist."
Außerdem: Pankaj Mishra fürchtet, dass Indien sich immer mehr dem autoritären Staatswesen Chinas annähert. Paul Starr liest mit einigem Gewinn Nate Silvers Buch über Methoden für das Vorhersagen: "The Signal and the Noise" (Leseprobe)
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Longreads (USA), 02.01.2013
Zum Weiterstöbern: Auf Longreads stellen Reporter ihre Lieblingsreportagen 2012 vor.
Archiv: Magazinrundschau
1. Katzen trampeln nicht
14.05.2013. In New Republic findet es Margaret Atwood ganz einfach, die neuen Medien zu verstehen. Man kann sogar selbst Regeln für sie setzen, meint Roberto Saviano in La Republicca. Der New Yorker untersucht Vor- und Nachteile der Online-Universität. Der Believer erinnert an den Künstler Sadakichi Hartmann. Terrence Malick arbeitet mehr als man meint, versichert die Los Angeles Review of Books. Bloomberg Businessweek schaut unter die riesige Motorhaube von Netflix. Das New York Magazine porträtiert einen unglaublich souveränen Michael Douglas. Mehr lesen
Stürme von Judasküssen
07.05.2013. In der London Review of Books zeichnet Ian Sinclair ein aasiges Bild von der Beerdigung Margaret Thatchers. Das New York Magazine erklärt, wie für ein balloon toy von Jeff Koons der Preis von 30 Millionen Dollar gesetzt wird. In Frankreich möchte der Regisseur Michel Hazanavicius die Internetprovider für die Filmfinanzierung anzapfen. In Amerika möchte Susan Crawford die Telekoms gründlich renovieren, um endlich überall schnelles und günstiges Internet zu haben. Der Antisemitismus vergiftet alles in Ungarn, ruft in Nepszabadsag der Politiker Béla Markó. Drogenkonsum wird erst durch Informationsmangel richtig gefährlich, lernt der Guardian. Mehr lesen
Übermaß an Liebe
30.04.2013. n+1 geht den Tonarten Hilary Mantels nach. The New Republic bewundert die chinesische Einfachheit des georgianischen Dichters Edward Thomas. Slate.fr sucht eine neue revolutionäre Klasse. Rumänische Filmregisseure werden auf der ganzen Welt geachtet, nur nicht in Rumänien, lesen wir in HVG. In The National Interest sucht Walter Laqueur vergeblich nach der vielbeschworenen Marx-Renaissance. Der New Yorker liest Bücher über den amerikanischen Drohneneinsatz. Der Guardian erleidet den Liebestod. Mehr lesen
#surreal
23.04.2013. Das Attentat von Boston wird vor allem den Tschetschenen schaden, fürchtet The Atlantic. Das New York Magazin beobachtet die Verdrängungstaktiken der Chassidim in New York. In Rumpus erklärt Aleksandar Hemon, warum nur die ganz Privilegierten glauben, es gebe keinen Fortschritt. Die LRB singt dem russischen Performancekünstler Vladik Monroe ein Abschiedslied. In Eurozine erklärt Etgar Keret das Hebräische als Literatursprache. Dem Murdoch-Imperium geht's prächtig, meldet Bloomberg Businessweek. In der NYRB ärgert sich John Gray über den inkohärenten Mischmasch der Marxschen Philosophie. In Bidoun erzählt Larry Gagosian, warum Cy Twombly den armenischen Maler Arshile Gorky liebte. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Selbstzensur ist ein Thema
16.04.2013. Wer Mathematik besser verstehen will, sollte stricken, empfiehlt der American Scientist. The Quarterly Conversation erklärt, warum Czesław Miłosz Kalifornien liebte. Elet es Irodalom besucht eine Robert-Capa-Ausstellung. Der New Yorker porträtiert die Mars-Pioniere Adam Steltzner und John Grotzinger. In n+1 erklärt Sally Potter, warum sie den Hass auf Margaret Thatcher frauenfeindlich findet. In La regle du jeu erklärt Atiq Rahimi, warum sich globale Krisen immer in Afghanistan kristallisieren. Der Global Mail besucht Flüchtlinge im indonesischen Sex-Ferienort Cisaru. Vanity Fair porträtiert Felix Baumgartner. Mehr lesen
Amoralische Landschaften
09.04.2013. In The Virginia Quarterly Review sieht der Verleger Richard Nash Bücher im Cockpit in die Zukunft fliegen. Rue 89 erklärt das chinesisch-koreanische Verhältnis. Micromega beobachtet weibliche Proteste beim Weltsozialforum in Tunis. In The Brooklyn Rail erklärt der Regisseur Olivier Assayas, warum die Siebziger für den Einzelnen so gefährlich sein konnten. Im New Yorker kennt Susan Faludi dafür ein konkretes Beispiel: die Feministin Shulamith Firestone. Vice schildert die Situation der Roma in Slowakien. Die NYRB lernt von Lawrence Wright, wie das amerikanische Finanzamt aus Scientology eine Religion machte. Mehr lesen
Erst Geld macht Medien
02.04.2013. In der LRB fragt John Lanchester, warum Fantasy vom literarischen Publikum gesnobbt wird. Der New Yorker erklärt am Beispiel von Vice, wie man im Internet mit Inhalten Geld verdient. Für Salon.eu.sk besucht Andrzej Stasiuk die lebenslustigen Goralen. Die Lettre feiert ihren Fünfundzwanzigsten. Slate.fr berichtet über israelische Mafiakriege. Der Hollywood Reporter besucht einen Pionier des Filmnerdtums im Netz. HVG durchleuchtet am Beispiel von Janos Esterhazy die Abgründe der slowakisch-ungarischen Beziehungen. Mehr lesen
Das ist reines Zocken
25.03.2013. Le Monde fragt, wer ist der Guru von Beppe Grillo und präsentiert Gianroberto Casaleggio als leicht unheimliche New-Age-Figur. Espresso bringt ein apokalyptisches Video Casaleggios. The Atlantic erzählt, warum der jordanische König nicht so demokratisch sein kann wie er möchte. Elet es Irodalom stellt ein Buch über "Ungarische Besatzungstruppen in der Sowjetunion" vor. La vie des idees erzählt, wie man in Frankreich den Tod laizisiert hat. Im Guardian erklärt Taiye Selasi, warum sie die Frage "Wo kommst du her?" kaum beantworten kann. Fast Company lernt von Kickstarter, warum Mädchen mit Lithografieprojekten immer zu bevorzugen sind. Wired möchte nicht Verleger sein. Mehr lesen
Am Ende als Helden gefeiert
19.03.2013. Vanity Fair erzählt, wie London zum sicheren Hafen der Oligarchen und Superreichen wurde. The Nation stößt bei jungen Griechen auf eine regelrechte Aufbruchsstimmung. The New Statesman fürchtet dagegen das wohlhabende und sichere Deutschland. Die LRB blickt auf die verfahrene Situation in Ägypten. In der New York Times graut Martin Caparros vor dem heiligen Geist, der nun noch kräftiger durch Argentinien wehen wird. Letras Libres hofft auf die heilsame Wirkung legalen Marihuanas in den USA. Der New Yorker stellt die meistgehasste Frau Australiens vor. Und Telerama wiegt sich zu den samtenen Klängen des kapverdischen Morna. Mehr lesen
Zu neuem Funde
12.03.2013. Die NYT erzählt, wie Amazon und Apple auf dem Weg zur Weltherrschaft einen Markt für gebrauchte digitale Güter aufbauen. Elet es Irodalom gefallen die frischen jungen Gesichter, die die italienischen Wahlen in die Politik gespült haben. Je langweiliger Politik ist, desto besser, meint Javier Cercas in der Monde diplo. In The New Republic erinnert sich Paul Berman an die prächtig gepanzerten Backen von Hugo Chavez. Der New Yorker freut sich über seinen Überbiss. Port Magazine porträtiert den ugandischen Kaffeeproduzenten Andrew Rugasira als guten Kapitalisten. Buzzfeed porträtiert die mexikanische Lehrerin Elsa Hernandez Gonzalez als wahre Speerspitze im Kampf gegen Drogen. N+1 porträtiert den Filmemacher Michael Haneke als Sadomodernen. Mehr lesen
Er tänzelte mit Grazie
05.03.2013. Der Rolling Stone schildert die Selbstverständlichkeit, mit der in der US-Army vergewaltigt wird. In Accents beschreibt Jean Jourdheuil die Musik in Heiner Müllers Füßen. Men's Journal begleitet einen Ex-Medienmogul und einen Evangelikalenführer zum Treffen mit einem Kannibalen in Liberia. Der Spectator versteht nicht, warum Britten Mahler Elgar vorzog. In Bloomberg besteht Evernote-Gründer Rob Walker darauf, dass sein Dienst antisozial ist. Rue 89 beobachtet den Neo-Luddismus. Die NYRB sucht Islamisten in Mali. Mehr lesen
Harvey explodierte
26.02.2013. In The Brooklyn Rail erzählt der Animationsfilmer Ralph Bakshi, warum er Glück hatte, arm aufzuwachsen. Die NYT erklärt, warum wir Zucker, Salz und Fett nicht widerstehen können. Genau darum muss der Staat uns vor uns selbst schützen, lernt die NYRB. Und The Atlantic sammelt schon mal die Daten, die beweisen, wie sehr wir beim Essen gesündigt haben. Im New Statesman singt Jeannette Winterson ein Loblied auf den kreativen androgynen Geist. Im Guardian erzählt Aleksandar Hemon, warum er als Erwachsener seine ästhetischen Prinzipien revidieren musste. Und in El Pais erklärt Sergio Alvarez, warum der magische Realismus nicht mehr zeitgemäß ist. Mehr lesen
Bringt mir die Kosmologen!
19.02.2013. In La vie des idées erklärt Timothy Snyder den Historikerstreit für erledigt. In The New Republic fragt Ian McEwan, warum er sich für irgendeinen Henry interessieren soll. Die Global Mail beschreibt die grauenvollen Hexenjagden in Papua-Neuguinea. In Syrien macht jeder seinen eigenen Aufstand, seufzt die LRB. Gibt's diesmal auch Frauen, fragt Wired angesichts der geplanten neuen Star-Wars-Folgen. Bloomberg warnt vor chinesischen Hackern. Im Espresso geißelt Roberto Saviano die italienischen Konservativen. In der NYT lassen junge Republikaner aus ähnlichen Gründen die Köpfe hängen. Mehr lesen
Forensische Romanze
12.02.2013. In Newsweek liest Simon Schama aus den Knochen Richards III. Die Financial Times besucht die Amazon-Sklaven im britischen Städtchen Rugeley. Im New York Magazine erzählt Oscar de la Renta, wie der Schuldeneintreiber von Tennesse Willliams über ihn herfiel. In Salon schreibt Adam Michnik an Michail Chodorkowski. The Nation feiert den Avantgardisten Wiktor Schklowski. In Slate.fr holt uns Michel Serres in die Zukunft zurück. Und in n+1 singt Valery Nugatov ein Liebeslied an die zeitgenössische Kunst. Mehr lesen
Boomzeit für die Unzufriedenheitsindustrie
05.02.2013. In der NYRB bewundert Lorrie Moore das Shakespearesche Format der Agenten in "Homeland". In der LRB lernt Stephen Smith über Mali: Wenn nichts mehr hilft, bleibt nur noch "Schlag den Maulwurf". Der Sozialismus ist eine bürgerliche Idee, erklärt der Historiker Jacques Julliard in nonfiction. In Elet es Irodalom möchte Miklós Tamás Gáspár die Hochschulen revolutionieren. Der Economist feiert das neue skandinavische Supermodel. In Eurozine warnt Ivan Krastev vor dem transparenten Staat. Der National Geographic reist durch ein reformwilliges Libyen. Mehr lesen






