Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Kratzen und singen

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

02.01.2013. Im Espresso erzählt Roberto Saviano, warum die Einwohner von Scampia keine Haustürschlüssel mehr haben. Vanity Fair beobachtet John Belushi im Bienenkostüm. Outlook India untersucht die "Vergewaltigungskultur" in Indien. Le Monde lauscht der Musik der tibetischen dranyen dunglen. Der Economist feiert Comics im Netz. In Wired erklärt Internet-Unternehmer Tim O'Reilly sein Credo. In The New Republic stellt Anne Applebaum neue und alte Bücher über Polens Geschichte im 20. Jahrhundert vor.

Economist (UK), 19.12.2012

Als "Triumph der Nerds" feiert der Economist die Renaissance des satirischen Cartoons, die im Internet gerade dann einsetzte, als sich der an Printtitel geknüpfte Cartoon in die inhaltliche und ästhetische Stagnation verabschiedete. "Viele dieser Comics expandieren in kleine, auf eigenen Füßen stehende Medienimperien. ... Die typische Reichweite eines der führenden Web-Comics liegt zwischen einer und zehn Millionen Visits pro Monat, also etwa mit einer mittelgroßen Zeitung vergleichbar (die Website der Daily Mail, der meistgelesenen Zeitung im Netz, erzielt rund 48 Millionen im Monat). Aber anders als bei Zeitungswebsites, deren Haupteinnahmequelle Werbung ist, besteht das Publikum von Web-Comics nicht nur aus Lesern, sondern auch aus Kunden: Die meisten Künstler verkaufen T-Shirts, Bücher, Mousepads, Poster und anderes."

Außerdem: Der Economist plädiert für eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA - und notfalls für eine Änderung der Verfassung. In diesem Porträt lernen wir den offenbar reichlich hitzköpfigen Medienmogul Matsutaro Shoriki, den japanischen "Citizen Kane", kennen. Die langsam nach Europa zurückkehrenden Wölfe hatten jahrelang nicht nur denkbar schlechte, sondern auch denkbar ungerechte Presse, ist hier zu lesen: "Sonderbar, dass ausgerechnet der Wolf zur bête noire der Menschheit wurde. Bären, die deutlich bessere Presse kriegen, sind viel gefährlicher. Störe einen Bären und er könnte Dich angreifen; störe einen Wolf und er wird die Flucht ergreifen."

Archiv: Economist
Stichwörter: Waffengesetze

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Times Literary Supplement (UK), 28.12.2012

Der englische Schauspieler und Komödiant Samuel Foote machte gern Witze über andere und über sich selbst - selbst, nachdem ihm nach einem Unfall ein Bein amputiert werden musste. Kein Spaß im 18. Jahrhundert. Ian Kelly, selbst Schauspieler, hat ihn in einer Biografie als den ersten "modernen urbanen Prominenten" beschrieben, erzählt Norma Clarke, die das ganz treffend findet: "Es gefiel ihm, als 'der junge Gentleman' eingeführt zu werden, 'dessen Onkel für den Mord an seinem Bruder gehängt wurde'. Er hatte ein Pamphlet über das Verbrechen geschrieben, das sich so gut verkaufte, dass es ihn aus dem Schuldturm befreite. Er war ein brillanter Mime und unwiderstehlicher Witzbold, geltungssüchtig, Risiken suchend, grob und begabt mit dem, was das 18. Jahrhundert 'animalische Instinkte' nannte. Foote wurde sehr schnell eine West-End-Berühmtheit. Selbst Dr. Johnson, der seine Zweifel hatte, musste in seiner Gesellschaft lachen."

Frederic Raphael liest sich durch die "adipösen" Tagebücher Richard Burtons. Michael Saler bespricht drei Bücher über Alan Turing. Und wer jetzt noch Urlaub hat und sich langweilt, könnte versuchen, Tony Lurcocks literarisches Weihnachtsquiz ohne Google zu lösen: "Who said to his teacher 'History is a raw onion sandwich, sir'?"

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Vanity Fair (USA), 01.01.2013

Dan Ackroyd und John Belushi tourten schon als Blues Brothers durch die Gegend und verkauften Platin-Alben, als noch niemand an einen Film dachte, erzählt Ned Zeman. Aber jeder aufstrebende Künstler, der sich schon mal in einem lächerlichen Kostüm auf der Bühne wiederfand, sollte wissen, dass auch für sie der Anfang kein Zuckerschlecken war. "Ackroyd hegte einen geradezu unheimlichen Glauben an Belushi, dessen Stimme okay war, aber nichts besonderes. Aber Belushi ist eben nicht einfach nur ein Sänger. Er ist ein front man. 'Das Alpha Illinois-Männchen', nannte ihn Ackroyd. 'Einer dieser Menschen wie Teddy Roosevelt oder Mick Jagger. Er war einfach einer dieser Charismatiker, die Köpfe verdrehen und den Raum beherrschen.' Nachdem die Blues Brothers eine Weile überall in der Stadt aufgetreten waren, ließ Morne Michaels sie die Saturday-Night-Live-Zuschauer vor den Shows anwärmen. Ins Fernsehen zu kommen war, schwieriger. Michaels war nicht ganz überzeugt. Man fand einen Kompromiss. Die Blues Brothers wurden am 17. Januar 1976 live aus New York gesendet. Verkleidet als Bienen."

Kein Problem, solange man dabei eine Sonnenbrille tragen kann, erklärt Regisseur Paul Shaffer:



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Twitterfeed der Verlage

Archiv: Vanity Fair

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Outlook India (Indien), 14.01.2013

Die Massenvergewaltigung einer Frau in Delhi mit mittlerweile tödlichem Ausgang beschäftigt auch Outlook India. "Wir haben uns dazu entschlossen, sie 'Jagruti' zu nennen, das 'Erwachen'. Sie ist unsere Frau des Jahres", schreiben Amba Batra Bakshi und Chandrani Banerjee. Und weiter: "Jagruti ist typisch für eine junge, urbane Frau im modernen Indien: gebildet, ambitioniert, westlich gekleidet, sie geht gerne shoppen, schaut gerne Filme und nutzt die öffentlichen Verkehrssysteme. Und doch kämpft sie, um sich ihren Platz in einer von archaischen Werten beherrschten Gesellschaft zu behaupten."

Für Meena Kandasamy ist der Vorfall eine Folge der indischen "rape culture", deren Facetten sie genauer analysiert. Dazu zählt auch eine Rhetorik der Bagatellisierung und Schuldumkehrung seitens der Institutionen: "In einer von ihren eigenen Wahnvorstellungen der Macht benebelten Stadt musste ein solches Disaster früher oder später geschehen. Die Polizei von Delhi hat Vergewaltigungen in der Region schon früher legitimiert, indem sie vor versteckten Kameras frei heraus redeten, etwa 'sie hat es so gewollt' oder 'meistens geschieht dies im Einvernehmen'. Sie beschuldigten junge Frauen dafür, dass sie sich nicht innerhalb ihrer Grenzen bewegten, dass sie kurze Röcke und keine Stolas trugen, dass sie Wodka tranken und Männer umgarnten. Ein Polizist erklärte, dass keine Vergewaltigung stattfinden könnte ohne vorherige Provokation durch das Mädchen. Gegen keinen dieser Polizisten wurden ernsthafte Maßnahmen ergriffen."

Außerdem spricht Chandrani Banerjee mit dem Freund der vergewaltigten Frau.

Stichwörter: Vergewaltigungen

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Monde (Frankreich), 27.12.2012

Einen interessanten Hintergrundbericht schickt François Bougon über den Widerstand der Tibeter gegen die chinesische Besatzung, der in letzter Zeit mit grauenhaften, per Video verbreiteten Selbstverbrennungen neue Zeichen setzt. Immer häufiger, so Bougon, geht es den jungen Tibetern aber schlicht um die Verteidigung der eigenen Sprache. "Für die weniger gebildeten Schichten der Bevölkerung Tibets sind es vor allem Lieder, die über CD oder Internet verbreitet werden, mit denen sie ihre tibetanische Identität ausdrücken. Seit den achtziger Jahren ist ein bestimmtes Genre besonders beliebt, das dranyen dunglen, was 'kratzen und singen' bedeutet. Der Sänger begleitet sich mit einer Mandoline. Wie in der Literatur sind die versteckten Anspielungen immer deutlicheren Beschwörungen einer gloriosen Vergangenheit oder der Niederlage gegen die Chinesen gewichen, die mit der offiziellen chinesischen Sichtweise brechen."

Archiv: Monde

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Wired (USA), 01.01.2013

Steven Levy unterhält sich mit HTML- und Web2.0-Vordenker Tim O'Reilly, dessen Open-Source-Credo "Schaffe mehr Wert als Du abzapfst" besonders im Mittelpunkt steht: "Jeder möchte sein Unternehmertum pflegen, doch wir müssen über die Vorbedingungen des Unternehmertums nachdenken. Man sät großartigen Samen in großartigem Boden. Und der Boden ist Gemeingut. ... Am Anfang so vieler Technologiefirmen steht ein Schub an Idealismus, Demokratisierung und neuen Möglichkeiten, doch mit der Zeit verschließen sie sich und stehen Unternehmertum, Innovation und neuen Ideen weniger offen gegenüber. Mit der Zeit nehmen die dominant gewordenen Firmen mehr aus dem Ökosystem als sie ihm zurückgeben. Wir haben das bei Microsoft gesehen, die mit einer großen Vision angetreten sind: Wie kriegen wir einen PC auf jeden Schreibtisch in jedem Haus? Das war grundlegend demokratisierend. Aber als Microsoft an die Spitze gelangte, begannen sie langsam damit, den Pfad zum Erfolg für alle anderen zu versperren." Darauf angesprochen, welche Firma sich dies besonders zu Herzen nehmen sollte, antwortet O'Reilly klipp und klar: "Apple. Die befinden sich eindeutig auf dem falschen Weg."

Außerdem: Joshua Davis spricht mit dem zum Zeitpunkt des Gesprächs noch untergetauchten, mittlerweile aber in die USA ausgewiesenen Virenscannerspezialisten John McAfee, der sich in Lateinameria Anwürfen ausgesetzt sah, im großen Stil Drogen fabriziert zu haben und in die Ermordung seines Nachbarn verwickelt zu sein (mehr). Und hier erfahren wir, in welchen Bereichen uns in Zukunft Roboter die Arbeit abnehmen werden.

Archiv: Wired

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Espresso (Italien), 30.12.2012

In Scampia, einem heruntergekommenen Viertel im Norden Neapels, sind zwei Bomben explodiert. Zwei spielende Kinder auf der Straße wurden verletzt. Zuvor gab es einen Mord in einem Kindergarten, wo Kinder gerade Weihnachtslieder lernten. Die Taten werden mit der Drogenmafia in Verbindung gebachte. Roberto Saviano schreibt in L'Espresso einen empörten Kommentar über die Zustände in Scampia: "Einigen Kindern wird gar nichts gegönnt. Kein Platz um zu lernen, kein Platz um zu spielen. Die Verbrecherbanden haben die Hand auf alles gelegt, alle sind betroffen. Sie beherrschen das Leben ganzer Familien, vor allem in den Wohnburgen, vor denen Drogen gehandelt werden. Dort sind sie nicht mal mehr im Besitz der Haustürschlüssel, denn die müssen den Drogenclans für ihren Verkauf von Haschisch und Marihuana ständig zur Verfügung stehen. Damit sie im Fall einer Razzia verschwinden können. Sie haben Zäune und Gatter gebaut, die unüberwindlicher sind als in Gefängnissen. Sie wurden wieder abgerissen. Sie haben sie neu gebaut. Sie haben eine Kriegszone errichtet, in der niemand ruhig leben und sich bewegen kann."

Archiv: Espresso

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New Republic (USA), 31.12.2011

Anne Applebaum empfiehlt allen, die nicht ganz verstehen, warum Polen über den Zweiten Weltkrieg oft so anders zu denken scheint als Westeuropäer und Amerikaner, zwei gerade neu auf Englisch erschienene Bücher: Witold Pileckis "The Auschwitz Volunteer", ein Bericht aus Auschwitz, den Pilecki schrieb, nachdem er sich 1940 in das Lager hatte schmuggeln lassen, um Augenzeuge zu sein (nach dem Krieg wurde er von den polnischen Kommunisten hingerichtet), und ein Band der britischen Historikerin Halik Kochanski: "The Eagle Unbowed: Poland and the Poles in the Second World War". Letzteres ist für Applebaum "schon der Natur seines Gegenstandes nach ein außerordentlich ehrgeiziges Buch. Kochanski versucht, erstmals auf Englisch die verschiedenen Stränge der polnischen Kriegserfahrung zusammenzuführen. Diese schließen unter anderem ein: die Geschichten der deutschen Besetzung Westpolens, die sowjetische Besetzung Ostpolens, der Holocaust, die polnischen Piloten, die in der Luftschlacht um England kämpften, die polnische Infanterie, die mit den Alliierten bei Monte Cassino kämpften, die polnischen Soldaten, die mit der Roten Armee kämpften und die Polnische Heimatarmee - der militärische Arm der Widerstandsbewegung - die im Warschauer Aufstand 1944 entsetzliche Verluste erlitt." Allein wie Kochanski das erzählt, die Struktur des Buchs, ringt Applebaum gehörigen Respekt ab. (Richard J. Evans, der das Buch im Guardian besprochen hat, und der Economist (hier) bemängelten allerdings beide, dass Kochanski keine deutschen und russischen Quellen benutzt hat und kaum polnische.)

In der Titelgeschichte erzählt Ada Calhoun, wie schwierig es heute in den USA ist, eine ärztlich überwachte Abtreibung vorzunehmen, weshalb immer mehr Frauen es allein tun. Immer weniger Krankenhäuser führen Abtreibungen durch - in manchen Bundesstaaten gibt es grad noch eins. In den ersten neun Wochen könnten schwangere Frauen zwar Abtreibungspillen nehmen, aber auch deren Gebrauch wird immer stärker eingeschränkt. "Mehrere Bundesstaaten wollen den Zugang zu Abtreibungspillen im Netz und anderswo immer erschweren. 2011 verabschiedete Wisconsin eine Maßnahme, wonach Ärzte potenziell strafrechtlich belangt werden können, wenn sie bestimmte Vorschriften nicht einhalten, etwa den Patienten drei mal vorher sehen zu müssen. Die Kliniken von Planned Parenthood haben in diesem Staat im April alle Abtreibungen mit Medikamenten eingestellt und gegen das Gesetz geklagt. Unterdessen nehmen Frauen Abtreibungspillen ohne medizinische Betreuung, was gefährlich und voller Risiken ist."

Außerdem: Pankaj Mishra fürchtet, dass Indien sich immer mehr dem autoritären Staatswesen Chinas annähert. Paul Starr liest mit einigem Gewinn Nate Silvers Buch über Methoden für das Vorhersagen: "The Signal and the Noise" (Leseprobe)

Archiv: New Republic
Stichwörter: England

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Longreads (USA), 02.01.2013

Zum Weiterstöbern: Auf Longreads stellen Reporter ihre Lieblingsreportagen 2012 vor.

Archiv: Longreads

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Archiv: Magazinrundschau

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

Spieler ohne Trainer

08.07.2014. Film Comment analysiert den Poliziotteschi, den italienischen Polizeithriller der 60er und 70er Jahre. In Repubblica wartet Roberto Saviano auf den Moment, an dem die Ndrangheta wieder zur Messe geht. Im Guardian feiert Zadie Smith die  eiskalte Präzision J. G. Ballards. Im New Yorker erinnert Héctor Tobar daran, wie vor vier Jahren  über 33 chilenischen Bergleuten die Erde einstürzte.  In Eurozine meint Thomas Piketty: Mehr Wettbewerb ist auch nicht die Lösung. Und die NYT ist froh, kein SEEBÖWE zu sein. Mehr lesen

Noch etwas Allzuwörtliches

01.07.2014. Osteuropa begutachtet die neue russische Kampfpropaganda. In Open Democracy erklärt Nadja Tolokonnikowa rechten und linken Anhängern Putins: Menschenrechte sollten nicht nur im Westen gelten. Der Merkur bittet, zwischen digitaler Literatur und Netzliteratur zu unterscheiden. Eurozine untersucht Film als Metapher. Die NYRB erklärt, warum die Stärkung von Konsumentenrechten eine Stärkung Amazons zur Folge hat. Atlantic denkt über Afghanistan nach Karzai nach. Und Tablet porträtiert BHL als homme d'honneur. Mehr lesen

Kritikimmuner Springteufel

24.06.2014. Der Hollywood Reporter porträtiert den schwedischen Regisseur Malik Bendjelloul, der vor wenigen Wochen Selbstmord beging. Der New Yorker zertrümmert die Diskontinuitätstheorie. Im Guardian erklärt Will Self den Verwandtschaftsgrad von neolithisch und neoliberal. In Valleywag erklärt Lawrence Lessig, warum Silicon Valley im Moment ein guter Bündnispartner ist. Der Rolling Stone bestaunt den Nipster. Wired sagt Servus zur Netzneutralität. Und die NYT fragt: Thirtysomethings, wollt ihr ewig bei euren Eltern leben? Mehr lesen

Das Gehirn in Technicolor

17.06.2014. La vie des idees fragt: Hat Musik eine Farbe? Ohne Gott keine universalen Werte, bescheinigt John Gray im New Statesman Kenan Malik. Tin House besucht den Special-Effects-Künstler Tom Savini. Die LRB feiert Polke, die NYRB feiert El Greco, der Howler feiert den Torwart. Der Guardian setzt den großen Säuferinnen der Literaturgeschichte ein Denkmal. Immerhin kann man es mit Drogen auch mit 90 Jahren noch zum Millionär bringen, erzählt die New York Times. Mehr lesen

Hack es durch

11.06.2014. William T. Vollmann feiert den irakischen Autor Hassan Blasim in Bookforum als Meister des außerordentlichen Grauens. In der Paris Review denkt Karl Ove Knausgaard beim Anblick eines Genicks an Mord. Den Guardian gruselt die Umsetzung sarrazinscher Eugenik in China. Eurozine beklagt den Verfall der brasilianischen Architektur. La vie des idees spielt um einen Job bei L'Oreal. Mehr lesen

Niemals peinlich

06.06.2014. Die NYRB überlegt, wer alles Schuld ist am wachsenden Terrorismus in Afghanistan. Im New Statesman erinnert John Gray an Maos Freunde in der akademischen Welt. Der New Yorker porträtiert den englischen Schriftsteller Edward St. Aubyn. Rue89 widmet sich den neuen Porn Studies. In der LARB beschuldigt Muhammad Idrees Ahmad Seymour Hersh, im Falle Syriens profaschistischer Propaganda aufgesessen zu sein. In Eurozine erklärt Peter Sloterdijk, warum es in Deutschland keine digitale Kompetenz gibt. Mehr lesen

Atonale Geschichtsschreibung

30.05.2014. Der New Yorker begibt sich unter die israelischen Expats in Berlin. Rue 89 denkt über Open Source in der Medizin nach. Bloomberg Businessweek hört "Stairway to Heaven" von Randy California. Der spanischsprachige Buchmarkt gehört den Deutschen, meldet die Revista Anfibia. Elet es Irodalom sucht nach der Zwölftontechnik der Geschichtsschreibung. Die New York Times sorgt sich um unseren von Hackern bedrohten Vagusnerv. Im Guardian erklärt der Juraprof Eben Moglen: Der Kampf gegen Massenüberwachung ist so legitim wie der Kampf gegen die Sklaverei. Mehr lesen

So wurde Rebellion zur neuen Mitte

23.05.2014. Salon erledigt den Nonkonformismus mit Normcore. Berlusconi ist für Matteo Renzi, was Thatcher für Blair war: ein Vorbild, notiert die London Review of Books. Die Zeit versucht in der Ostukraine eine prorussische Demo zu begleiten. The New Republic erklärt, wie Putin das russische Internet kaputt macht. Die Jerusalem Post spendiert dem Prinzen Fahd bin Sultan bin Abdul Aziz Al Saud eine Portion Viagra. Im Spiegel schreibt Cordt Schnibben über seinen Vater, den Werwolf. Das New York Magazine überlegt, warum die Chefredakteurin der New York Times Jill Abramson gefeuert wurde. Mehr lesen

Ungebändigte Improvisation

16.05.2014. The New Republic schickt eine Reportage vom Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik. Warum haben deutsche Jungjournalisten keine Ahnung vom Netz, fragt Lousy Pennies. GQ übt Lachen für Hollywoodchefs. Im TLS bewundert Julian Barnes die Negativa Simenons. Mosaic erklärt, warum Tiere beim Winterschlaf keinen Herzinfarkt erleiden. La vie des idees reist nach Mekka. Mehr lesen

Krieg um Kameras

09.05.2014. In der London Review rollt der Historiker Richard Evans noch einmal den Reichstagsbrand auf. Der Merkur besucht das rumänische Hafenstädtchen Calafat. Slate.fr denkt über Glück und Gleichheit nach. Im Corriere della Sera staunt Gerhard Richter immer noch über die Gläubigkeit der RAF. In Nepszabadsag erklärt die Dichterin Krisztina Tóth die Gründe für ihre schlecht gelaunte Perspektivlosigkeit. In der Huffington Post.fr fordert Patrick Ndungidi die afrikanischen Filmregisseure auf, den eigenen Markt zu erobern. Der New Yorker schlürft eine Dosis Soylent. Mehr lesen

Der Wert absoluter Freiheit

02.05.2014. In Wired besucht Gideon Lewis-Kraus die nervenzehrende Welt der Start-Ups. In HVG möchte der Jazzgitarrist Ferenc Snétberger keineswegs als "Vorzeigezigeuner" tituliert werden. Der New Yorker folgt dem mexikanischen Drogenboss El Chapo in seinen stillen Ruhestand hinter Gittern. Rue 89 spielt die saitenlose Harfe. Und die New York Times informiert uns, dass wir demnächst von unseren Haustieren verklagt werden könnten. Mehr lesen

Mit einem müden Lächeln

25.04.2014. Das TLS prophezeit uns eine Zukunft als Insektenfresser. In La vie des idees erklärt der Juraprof Yann Kerbrat, woher das Recht auf Sezession kommt. Der Guardian porträtiert Chris Marker als "bricoleur". In HVG sucht die ungarische Regisseurin Márta Mészáros noch Geld für ihren Film über vergewaltigte Frauen im Zweiten Weltkrieg. Mehr lesen

Ein Puzzle im Dunkeln

19.04.2014. The Nation beschreibt, wie Künstler sich immer eifriger in Historiker verwandeln. Michel Houellebecq entpuppt sich in Le Point als Größenwahnsinniger. In Osteuropa erzählt Jörg Baberowski, wie der Zar Russland im Ersten Weltkrieg in einen unkontrollierbaren Gewaltraum verwandelte. Die NYRB blickt ins trostlos korrupte Uganda. In Telerama hofft Maïssa Bey in Algerien noch auf einen Wandel. Die NYT hört den Motherless Child Blues. Mehr lesen

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