Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Einwandfreie Ästheten

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

20.11.2012. The Atlantic porträtiert Obamas Dreamteam. Bloomberg beschreibt den Cyberwar in Syrien. Open Democracy erklärt, wie sich die britischen Behörden künftig dem Gesetz entziehen wollen. Der Guardian beobachtet die genitale Verstümmelung von 248 Mädchen in Indonesien. Gizmodo porträtiert den wegen Mordes gesuchten Virenbekämpfer John McAfee. The Nation bewundert Polens Umgang mit seiner Vergangenheit. In Micromega erklärt Jürgen Habermas, wie man ganz leicht europäische Öffentlichkeit herstellen kann. In Eurozine erklärt Gilles Lipovetsky, warum die Digitalisierung Konsumenten in Individuen verwandelt. Vanity Fair campt mit der Fremdenlegion.

Atlantic (USA), 16.11.2012

Alexis C. Madrigal stellt das Dreamteam der Programmierer vor, die Obamas Wahlkampf entscheidend mitgeprägt haben, allen voran Harper Reed, der genauso so aussieht, wie man sich einen obercoolen Nerd vorstellt. "Als Obamas Wahlkampfleiter Jim Messina Reed anheuerte, sagte er zu ihm: 'Willkommen im Team. Versau es nicht.' Als der Wahltag endete und der Staub sich gelegt hatte, war klar: Reed hatte es nicht versaut. Die Kampagne erreichte mehr freiwillige Helfer und Sponsoren als 2008. Sicher, die Feldorganisation war fester verwurzelt und erfahrener, aber den Unterschied machte zu großen Teil die Technologie. Die Schlüsselprodukte des Technikteams - Dashboard, Call Tool, Facebook Blaster, PeopleMatcher und Narwhal - machten es einfacher für jeden, sich für die Wiederwahl des Präsidenten zu engagieren. Aber einfach war es nicht. Reeds Team kam als Außenseiter zu der Kampagne und das blieben sie im wesentlichen auch. Anfang 2012 drohten die kulturellen Differenzen zwischen Technikern und allen anderen das ganze großartige Experiment zum Scheitern zu bringen. Am Ende produzierte die Kampagne genau, was sie sollte: einen Hybrid der Sehnsüchte von jedermann in Obamas Team. Sie sammelten online hunderte Millionen Dollar Spenden, machten beispiellose Fortschritte in der Ansprache von Zielgruppen und bauten das alles auf der stabilsten technischen Infrastruktur auf, die je eine Präsidentschaftskampagne hatte. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass dieser Zusammenprall der Kulturen eine gute Sache war: Die Nerds brachen die versteinerte technische Struktur der Demokraten auf und die Politicos lehrten die Nerds ein oder zwei Dinge über Stress, Basispolitik und die Bedeutung von Wahlen."

Archiv: Atlantic
Stichwörter: Wahlkampf

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Bloomberg Businessweek (USA), 15.11.2012

Stephan Faris beschreibt die Versuche der syrischen Regierung, die Opposition mit eben den technischen Mitteln zu diskreditieren und auszuspionieren, die der Arabellion zu einem - wenigstens vorläufigen - Erfolg verholfen haben. "Viel ist über die Rebellion in Syrien geschrieben worden: die Proteste, die Massaker, die Autobomben, den Häuserkampf. Zehntausende wurden seit Beginn des Krieges Anfang 2011 getötet. Aber der Kampf um die Zukunft des Landes hat sich noch in einer anderen Arena entwickelt - auf dem Schlachtfeld von Facebookseiten und Youtubeaccounts, von Hacks und Gegenhacks. So wie rivalisierende Armeen nach Lufthoheit trachten, haben die beiden Seiten des syrischen Bürgerkriegs die letzten anderthalb Jahre darum gekämpft, wer das Internet beherrscht. Regierungsfreundliche Hacker sind auf Webseiten der Opposition vorgedrungen und haben die Computer von Reuters und Al Jazeera infiziert, damit sie Desinformationen verbreiten. Auf der anderen Seite haben die Hacktivisten von Anonymous mindestens 12 Webseite der syrischen Regierung infiltriert, einschließlich die Seite des Verteidigungsministeriums, und Millionen gestohlener Emails veröffentlicht."

Außerdem: Karl Taro Greenfeld porträtiert den Hollywood-Lobbyisten Chris Dodd, der aus dem Scheitern von SOPA lernte: "Es ist nicht klug, gegen Google zu kämpfen" und jetzt recht erfolgreich die großen Technologiefirmen in Gesprächen dazu bringt, Downloads zu bestrafen.

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Open Democracy (UK), 18.11.2012

Open-Democracy-Gründer Anthony Barnett warnt vor einem neuen Gesetz, dem "Justice and Security Bill", das gestern im britischen Oberhaus diskutiert wurde: "Stellen Sie sich ein Land vor, in dem der Staat Zugang hat zur gesamten persönlichen Kommunikation all seiner Bürger und, dank seiner Hoheit über die elektronische Infrastruktur, Zugang zu allen persönlichen Daten und Fotografien, die er überwachen kann - ohne richterliche Erlaubnis, nach dem Belieben von Polizei oder Geheimdiensten, deren Korrumpierung durch die Wirtschaft gut dokumentiert ist. Stellen Sie sich weiter vor, die Behörden dieses Landes verabschieden dann ein Gesetz, das eben diesen Behörden das Recht gibt, jeden Vorgang, der ein Verhalten oder Fehlverhalten eben dieser Behörde offenzulegen droht, zu einer Angelegenheit der nationalen Sicherheit erklären zu können, die nicht vor Gericht verhandelt werden darf. Stellen Sie sich weiterhin vor, als kleine Zugabe, diese Behörden könnten Verhörteams 'niederer Völker' ausleihen, so dass sie Folter anwenden und gleichzeitig behaupten können, sie hätten saubere Hände. Vorausgesetzt, das geheime Einverständnis wird nicht offengelegt. Über wen sprechen wir hier? Putins Russland? Das 'neue' China? Die würden sich glücklich schätzen. Begrüßen Sie ein Großbritannien, das erstmals seit Menschengedenken von Liberalen mitregiert wird." Scharfe Worte findet Barnett auch für die Presse, die aus eigennützigen Gründen kaum darüber informiere.

Und: Jan Needle erzählt, wie die britische Armee im Netz ganz offen schlechte Besprechungen seines armeekritischen Buches "The Skinback Fusiliers" organisierte.

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Guardian (UK), 18.11.2012

Vor sechs Jahren beobachtete die Reporterin Abigail Haworth in Indonesien eine Massenzeremonie, bei der 248 Mädchen mit der Schere genital verstümmelt wurden. Die  vorhumane Begründung der islamischen Stiftung Yayasan Assalaam, die dieses Ritual durchführte, lautete: "Es ist notwendig, die sexuellen Bedürfnisse von Frauen zu kontrollieren. Sie müssen keusch sein, um ihre Schönheit zu bewahren." Damals schrieb Haworth nicht über diese schreckliche Zeremonie, weil sie fürchtete, durch zuviel Aufregung im Westen die Arbeit indonesischer Frauengruppen zu sabotieren. Das war ein großer Fehler, wie sie in ihrer erschütternden Reportage feststellt: "Letztes Jahr verschlechterten sich die Situation noch einmal. Anfang 2011 hob Indonesiens Parlament de facto das Verbot weiblicher Genitalverstümmelung auf, indem es Richtlinien erließ, wie ausgebildete Ärzte sie durchzuführen haben. Der Gedanken dahinter war, dass, da das Verbot nicht eingehalten werde, Richtlinien wenigstens 'das weibliche Reproduktionssystem sichern' würden, wie es offiziell hieß. Indonesiens größte muslimische Organisation, Nahdlatul Ulama, gab einen Erlass heraus, in dem sie ihren 30 Millionen Anhängern erklärte, dass sie weibliche Genitalbeschneidung gutheiße, aber dass die Ärzte 'nicht zuviel wegschneiden sollten'."

Archiv: Guardian

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La vie des idees (Frankreich), 19.11.2012

Der Kriminalroman, die Soziologie und die Paranoia sind das Thema der Studie "Enigmes et Complots" des Soziologen Luc Boltanski, die Nicolas Auray in einem hoch gelehrten Essay vorstellt. Darin untersucht Boltanski diese "drei Formen der Ermittlung", die alle am Ende des 19. Jahrunderts aufkamen und "Ausdruck der gleichen Unruhe" seien. "Luc Boltanskis These lautet, dass diese drei Formen des Skeptizismus, der Infragestellung der Realität und die seltsame Koinzidenz ihres Auftretens parallel zur Einführung der europäischen Nationalstaaten stehen." Auray bewertet die Studie abschließend als "Hinwendung zu einer Philosophie, um nicht zu sagen 'Methodologie' der Unordnung" und den Verweis auf die gesellschaftliche "Ambivalenz zwischen Institution und Kritik, zwischen dem Öffentlichen und dem Offizösen, zwischen Wirklichkeit und Welt".

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Gizmodo (USA), 08.11.2012

Jeff Wise schreibt ein ziemlich filmreifes Porträt über John McAfee, den Gründer der gleichnamigen Virenschutzfirma, der sein Vermögen in Belize verzehrt - oder besser verzehren wollte, denn nun ist er auf der Flucht vor der Polizei des karibischen Landes, die ihn wegen Mord an seinem Nachbarn sucht (mehr hier). Laut Guardian hat er auf seiner Flucht aber genug Zeit zu bloggen. Recht eigen war McAfee laut Wise schon immer: "Das Virenschutzprogramm war nicht McAfees erstes unternehmerisches Abenteuer. Als junger Mann fuhr er mit seinem Van durch Mexiko, kaufte Steine und Silber und fertigte Schmuck, den er an Touristen verkaufte. Später, als in San Francisco die Aids-Panik grassierte, verkaufte er Personalausweise, die ihre Träger als HIV-negativ auswiesen."

Archiv: Gizmodo
Stichwörter: Aids, San Francisco

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Polityka (Polen), 19.11.2012

In einem sehr klugen Interview mit Joanna Ciesla spricht der Psychologe Olaf Żylicz über Władysław Pasikowskis Film "Pokłosie" (Nachlese), die Verbrechen von Jedwabne und die Unmöglichkeit, Schuld zu verdrängen: "Wer kein extremer Psychopath ist, wird immer mit einer inneren Stimme zu kämpfen haben: du hast mich und meine Familie umgebracht. In diesem Falle heilt Zeit keine Wunden, eher im Gegenteil - je älter man wird, desto schwerer wird das. Einer der Beteiligten an diesem Massenmord hatte laut Zeugen in den letzten Stunden seines Lebens erschütternde Visionen. Voller Entsetzen versuchte er, die Schlange der auf ihn zukommenden Opfer zu vertreiben. Jahrzehnte nach dem Verbrechen sieht er all die Menschen, die er umgebracht hat, nennt ihre Vor- und Nachnamen. Die Hirnrinde beginnt abzusterben und die Schutzmechanismen, die zuweilen sehr komplizierte intellektuelle Konstruktionen sind, sind nicht mehr in der Lage, ihn vor der unterdrückten Wahrheit zu bewahren."

Archiv: Polityka
Stichwörter: Jedwabne

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Nation (USA), 03.12.2012

John Connelly war bisher nicht klar, welch große Opfer Polen im Zweiten Weltkrieg bringen musste und wie heroisch es den Nazis Widerstandstand leistetet. Er wusste aber auch nicht, wie stark der Antisemitismus verbreitet war: Nach Lektüre neuerer Bücher - von Halik Kochanskis "The Eagle Unbowed" bis Jan T. Gross' "Golden Harvest" - findet Connelly die Aufarbeitungsleistung der letzten Jahre gewaltig: "Aus europäischer Perspektive scheint Polen eine normale offene Gesellschaft zu werden, die sich durch ihr schwierige Geschichte arbeitet. In Frankreich vergingen Jahrzehnte, bis die Öffentlichkeit und der französische Staat das Ausmaß der eigenen Kollaboration mit den Nazis anerkannten. Was Polen unterscheidet, ist die Härte des Zusammenpralls von alten und neuen Narrativen. Der polnische Widerstand war stärker, die polnische Kollaboration viel geringer als in Frankreich, und das polnische Leid von einem im westlichen Europa ungeahnten Ausmaß - und doch waren die Verbrechen auf polnischem Gebiet und die Verbreitung des eigenen Antisemitismus ebenfalls viel größer. Aber es geht um mehr: Der Mythos des Märtyrertums war ein Grundpfeiler der Identität in Polen, einem Land, das nicht nur unter dem Joch eines ihm von den Sowjets aufgezwungenen Systems leben musste, sondern auch in großer Armut, vergessen von Europa und scheinbar unbedeutend. Wenn Polen keine Gegenwart hatte, sollte es wenigstens eine Vergangenheit haben."

Archiv: Nation

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MicroMega (Italien), 19.11.2012

Jürgen Habermas sieht im Interview mit Donatella Di Cesare für Micromega eigentlich gar kein Problem mit der europäischen Öffentlichkeit - es müssten nur ein paar Kleinigkeiten erledigt werden, um sie wirklich werden zu lassen: "Eine europäische Öffentlichkeit kann aus den nationalen Öffentlichkeiten entstehen, wenn sich diese füreinander öffnen. Die bereits existierenden Medien müssen europäischen Themen einen angemessenen Raum geben und die Kontroversen richtig wiedergeben, vor allem wenn ein Widerspruch zwischen verschiedenen nationalen Öffentlichkeiten besteht. Das Problem der Sprachenvielfalt sollte durch Übersetzungen gelöst werden - die Medien müssen dazu in die Lage versetzt werden."

Außerdem unternimmt Antonio Tabucchi in einem nachgelassenen Essay eine Straßenbahnfahrt durch die Literatur des 20. Jahrhunderts.

Archiv: MicroMega

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London Review of Books (UK), 22.11.2012

Christian Lorentzen analysiert die Lage der Republikaner nach Mitt Romneys Wahlniederlage, die sich nun in einer verzwickten Situation befinden: "Solange sie nicht die Annexion Kanadas betreiben, können die Republikaner nationale Wahlen nicht mehr allein dadurch gewinnen, dass sie die weißen Typen sind. ... Ihre Strategen fordern nun, dass sie ihren politischen Reiz für Latinos, Frauen und junge Leute ausbauen müssen, doch wie die Kanadier sind auch diese Schichten vom Sozialstaat sehr angetan, den die Republikaner unbedingt demontieren wollen. Und wie würde man die Latinos für sich begeistern wollen? 'Wir senken eure Steuern, während wir eure Cousins abschieben'?"

Weiteres: Adam Shatz liest eine Biografie über Jacques Derrida des bislang als Hergé-Biograf in Erscheinung getretenen Benoît Peeters, der selbst zwar kein Derridianer ist, von Shatz aber wegen seiner "heldenhaften" Recherchen sehr gelobt wird. Michael Wood beobachtet im neuen Bond-Film "Skyfall" den vorläufigen Endpunkt der "fantasies of Englishness", die sich durch die Reihe ziehen. Man kann Wissenschaftlern nicht vorwerfen, ein sich ankündigendes Erdbeben im Vorfeld falsch oder nicht hinreichend eingeschätzt zu haben, findet Thomas Jones nach einem italienischen Schuldspruch für sechs italienische Seismologen wegen Totschlags, wohl aber Architekten und Städteplanern, Risiken eines Erdbebens nicht hinreichend berücksichtigt zu haben.

Stichwörter: Derrida

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Pitchfork (USA), 14.11.2012

Ziemlich frustriert ist Musiker Damon Krukowski (von Galaxie 500 und Damon & Naomi) von den Kleckerbeträgen, die Streaming-Dienste wie Pandora und Spotify für Tausende erfolgter Streams auszahlen. Doch von den Stimmen, die zu diesem Thema etwa in Deutschland meist zu hören sind, hebt sich der Künstler, der das Musikgeschäft seit den Achtzigern von innen kennt, deutlich ab. Als fundamentalsten Wandel darin begreift er die Tatsache, dass die Vermittler von Musik überhaupt nicht mehr im Sinn haben, von vermittelter Musik zu leben: "Pandora und Spotify verdienen mit ihren Angeboten selbst kein Geld. ... Warum sind sie überhaupt im Geschäft? Die Antwort lautet: Kapital, über das Pandora und Spotify verfügen und das sie akquirieren. Sie sind keine Plattenfirmen - sie bringen keine Platten oder überhaupt etwas anderes hervor, anscheinend ja noch nicht einmal Einnahmen. Sie existieren, um spekulatives Kapital anzuziehen. Und für diejenigen, die über dieses Kapital verfügen können, erwirtschaften sie Millionen -- 2012 verkauften die Geschäftsführer von Pandora persönliche Firmenanteile im Wert von 63 Millionen Dollar." Verdammt Krukowski deshalb das Internet? Im Gegenteil, hier und hier bietet er auf Bandcamp die Aufnahmen seiner Bands zum kostenfreien Stream sowie zum käuflichen Erwerb an.

Archiv: Pitchfork
Stichwörter: Geld

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Spectator (UK), 19.11.2012

In einem leider etwas kurzen Interview geißelt der Nobelpreisträger Wole Soyinka die islamistischen Gruppen, die nach Somalia nun auch Mali und Nigeria in ihren Würgegriff genommen haben. Die nordnigerianische Terrortruppe Boko Haram etwa beschreibt er als Mischung aus Drogengang und nihilistischer Sekte: "Es sind Mullahs mit einer Ideologie des Todes. Für sie ist es die normalste Sache der Welt zu sagen: Wir wollen nicht, dass es Schulen gibt. Um zu zeigen wie ernst es ihnen ist, gehen sie in die Klassenräume, rufen Schüler namentlich heraus und töten sie. Das ist etwas Neues in Nigeria. Auch der Präsident brauchte eine lange Zeit, um zu verstehen, dass dies eine ganz neue Situation ist. In dieser Hinsicht hat die Regierung abgrundtief versagt."

Archiv: Spectator
Stichwörter: Boko Haram

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Prospect (UK), 14.11.2012

Ganz und gar nicht überraschend findet es Tom Carver, dass Jimmy Savile vierzig Jahre lang mit seinem Kindesmissbrauch hinter den Kulissen der BBC davon kam. In den Siebzigern wuchs er "mit Saviles Sendung 'Jim'll fix it' auf. Auch wuchs ich mit 'schmierigen alten Männern' auf. Solche Lustmolche, wie man sie nannte, waren eine übliche Bedrohung für einen elf Jahre alten Jungen im Jahr 1972. Sie waren die 'schmierigen alten Männer', die bei den öffentlichen Toiletten in meiner Heimatstadt herumlungerten. Sie waren die Exhibitionisten. ... Es war nicht so, als ob wir nichts über sie gewusst hätten; meine Eltern warnten mich gelegentlich, zu ihnen Abstand zu halten, und wer ein 'schmieriger alter Mann' war und wer nicht, regte meine Freunde und mich zu vielen Spekulationen an. Seltsam nur, wenn man zurückblickt, dass niemand etwas gegen diese Leute unternahm. Man behandelte sie wie ein natürliches Hindernis, dem man als prä-pubertärer Junge irgendwie ausweichen musste, so wie man mit einem Auto Baustellen umfährt. Wir beschwerten uns über sie, aber sie wurden als irritierende Tatsache des Lebens gesehen." Die ebenso Teil des Establishements war, so Carver, wie auch Teil der sexuellen Revolution der Sechziger und Siebziger.

Weiteres: Mark Mazower liest Alan Ryans neues Buch über die Geschichte der politischen Philosophie. Außerdem singt Hephzibah Anderson ein Loblied auf Klischees.

Archiv: Prospect
Stichwörter: Jimmy Savile

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Poetry Foundation (USA), 01.11.2012

Der amerikanische Dichter Adam Kirsch reflektiert in einer Reihe von kurzen Texten über das Wesen der Poesie und die Motivation des Autors. Darin finden sich auch ganz praktische Ratschläge: "Jeder Schriftsteller braucht einen Kamin. Am Erscheinungstag sollte der Autor ein Exemplar seines Buchs verbrennen, um anzuerkennen, dass sein Werk, gemessen an seinen Absichten, unbedeutend ist. Dieses Brandopfer soll die Muse, die er enttäuscht hat, besänftigen."

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New Yorker (USA), 26.11.2012

Nick Paumgarden widmet sich ausführlich und sehr unterhaltsam dem Phänomen der Rockgruppe The Greatful Dead. Obwohl sie sich 1995 nach dem Tod ihres Frontmans Jerry Garcia auflöste, hat sie noch heute zahlreiche hingebungsvolle Anhänger. Paumgardens Geschichte beginnt mit einem Schatz, der sich im Besitz eines pensionierten Chemielehrers befand - zwei Truhen voller verrotteter altmodischer Magnettonbänder mit gut 100 Stunden Mitschnitten von Konzerten der Band - und endet im Internet, in dem sich inzwischen eine gigantische Musik-Datenbank aufgebaut hat, die eifrig genutzt wird. Über die Fans schreibt er: "Es gibt eine schweigende Mehrheit ansonsten einwandfreier Ästheten, in denen in dem Augenblick, als The Greatful Dead sich von einem lebendigen kreativen Unternehmen in ein historisches Dokument verwandelte, plötzlich Begeisterung für das aufgezeichnete Vermächtnis der Band aufflammte. Das sind die Tapeheads, die Geeks ..., die sich dem Schaffenswerk der Band mit einer Intensität und Detailbesessenheit widmen, die man gewöhnlich der Vogelbeobachtung, Baseball oder dem Talmud entgegenbringt."

Weiteres: Adam Gopnik untersucht die "menschliche Seite" der Petraeus-Affäre. Sasha Frere-Jones porträtiert die amerikanische Punkband Bikini Kill und ihren Einfluss auf die Riot Grrrl-Bewegung in den Neunzigern. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Bull" von Mo Yan.

Archiv: New Yorker
Stichwörter: Baseball

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Eurozine (Österreich), 16.11.2012

Mario Vargas-Llosa diskutiert mit dem französischen Soziologe Gilles Lipovetsky in Letras libres (Englisch auf Eurozine) über Vargas-Llosas neues Buch "La civilización del espectáculo", in dem der Autor die Bedeutung "hoher" Kultur für alle Bevölkerungsschichten unterstreicht. Lipovetsky stimmt zu, aber seiner Ansicht nach wäre es ein Fehler, die Leser gering zu schätzen: "Menschen sind nicht einfach nur reine Konsumenten, aber die Konsumgesellschaft behandelt sie, als wären sie nur das. Was ist der Unterschied zwischen einem Konsumenten und einem Individuum? Ein großer. Aus der humanistischen Perspektive, dem Vermächtnis der Hochkultur gesehen, erwarten wir, dass die Menschen kreativ sind, Dinge erfinden, Werte haben. Die Konsumgesellschaft sorgt gerade dafür nicht und darum sehen wir verschiedene Bewegungen, die Ideen vorschlagen, handeln. Die Menschen müssen sich zu etwas bekennen. Durch das Internet und andere neue Werkzeuge der Kommunikation sehen wir eine enorme Entwicklung junger Animateure, die Dinge machen, Videos herstellen, Kurzfilme, Musik. Nicht alles davon ist brillant, aber diese Aktivitäten erklären uns, dass Nietzsches 'Wille zur Macht' der heutige Wille ist, selbst etwas herzustellen. Dieser Wille ist etwas, das die Konsumgesellschaft nicht zerstört hat und sie hat es auch nicht geschafft, Menschen in Objekte zu verwandeln, die nur Marken sein wollen. Die Menschen möchten weiterhin etwas aus ihrem Leben machen. Und genau das muss Lehre heute tun: Den Menschen, wo immer sie sind, ein Werkzeug in die Hand geben, um etwas aus ihrem Leben zu machen und nicht einfach nur Konsumenten eines Markennamens oder einer Mode zu sein. Wir haben ganz schön Arbeit vor uns."

Archiv: Eurozine
Stichwörter: Mario Vargas Llosa

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City Journal (USA), 18.11.2012

Das Zentrum von Tom Wolfes Werk liegt in New York, doch eine fast ebenso große Rolle spielt Kalifornien als hedonistischer Gegenentwurf zur Ostküste. Wolfes Gabe, diese Parallelwelt so plastisch zu darzustellen, beruht auf seinem journalistischen Prinzip, sich mit seinem Gegenstand vertraut zu machen, meint Michael Anton, der sich von Wolfe viele Anekdoten erzählen lässt, wie etwa diese über den Popproduzenten Phil Spector: "Einmal waren wir auf einen Drink im Plaza Hotel. Es muss um 1964 rum gewesen sein, und Phils lange Haare fielen damals noch auf. Eine Frau starrte ihn eine Weile lang an, kam schließlich zu uns rüber und fragte: 'Was ist dein Problem'. Er sah sie an und antwortete ohne zu zögern, 'vorzeitiger Samenerguss'."

Archiv: City Journal

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New Republic (USA), 06.12.2012

Andrew J. Nathan liest Aryeh Neiers in der Princeton University Press erschienene Geschichte der Menschenrechtsbewegung. Der Autor gehört zu den Gründern von Human Rights Watch und arbeitete lange für George Soros' Open Society Institute und kennt sich nach Nathan bestens aus:  "Nicht Verträge ändern das Verhalten von Staaten, sondern der Gebrauch, den eine agile, opportunistische und manchmal skrupellose Bewegung davon macht. Darum stellt Neiers Überblick eher die Bewegung als die Gesetze in den Vordergrund. Zugleich aber hätte die globale Bewegung ihre Ziele nicht ohne internationale Menschenrechtsgesetze erreicht, die es ihr erlaubten, ihre Ziele in Angriff zu nehmen. Obwohl Staaten in den letzten Jahrzehnten weiterhin Menschenrechte verletzten, gingen ihnen die Begründungen aus, die international als akzeptabel gelten konnten. Menschenrechte und humanitäre Gesetze sind zu dem geworden, was Ronald Dworkin 'Trumpfkarten' nannte."

Archiv: New Republic

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Vanity Fair (USA), 01.12.2012

Was macht eigentlich die Fremdenlegion heutzutage, fragte sich William Langewiesche und brach zu einer Reportage aus einem Dschungelcamp in Guayana auf, wo die Legionäre Goldschmuggler bekämpfen. Mit wenig Erfolg. "'Oh, sie sind gut', sagt ein Sergeant von der Elfenbeinküste und niemand widerspricht. ... Ein großer blonder Legionär mit einer neu angenommenen Identität sagte: 'Wie sie es sehen, tun sie nichts falsches. Sie haben schon lange Zeit nach Gold gegraben. Sie nennen uns Piraten.' [Der Offizier] Pogildiakovs stand missmutig auf: 'Ich habe kein Mitleid mit diesen Bastarden. Sie sind keine hilflosen Opfer. Sie brechen das Gesetz. Einige verdienen mehr als ich.' Er ging. Später setzte sich ein dunkelbärtiger Soldat neben mich und sagte: 'Ja, aber die, die wir fangen, sind immer arm.' Er wurde auf den Kapverdischen Inseln geboren, emigrierte nach Brasilien, ging in Rio zur Schule, machte einen Abschluss in Computerwissenschaften, lernte fließend Englisch zu sprechen und fand sich vor drei Jahren neben einem Büro wieder, wo er für Datensicherheit sorgte. Er kündigte, floh nach Frankreich und ging zur Legion. Die Überraschung ist, sagt er, dass er sich jetzt als Soldat wiederfindet, der Brasilianer unterdrückt."

Archiv: Vanity Fair
Stichwörter: Elfenbeinküste

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Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

Spieler ohne Trainer

08.07.2014. Film Comment analysiert den Poliziotteschi, den italienischen Polizeithriller der 60er und 70er Jahre. In Repubblica wartet Roberto Saviano auf den Moment, an dem die Ndrangheta wieder zur Messe geht. Im Guardian feiert Zadie Smith die  eiskalte Präzision J. G. Ballards. Im New Yorker erinnert Héctor Tobar daran, wie vor vier Jahren  über 33 chilenischen Bergleuten die Erde einstürzte.  In Eurozine meint Thomas Piketty: Mehr Wettbewerb ist auch nicht die Lösung. Und die NYT ist froh, kein SEEBÖWE zu sein. Mehr lesen

Noch etwas Allzuwörtliches

01.07.2014. Osteuropa begutachtet die neue russische Kampfpropaganda. In Open Democracy erklärt Nadja Tolokonnikowa rechten und linken Anhängern Putins: Menschenrechte sollten nicht nur im Westen gelten. Der Merkur bittet, zwischen digitaler Literatur und Netzliteratur zu unterscheiden. Eurozine untersucht Film als Metapher. Die NYRB erklärt, warum die Stärkung von Konsumentenrechten eine Stärkung Amazons zur Folge hat. Atlantic denkt über Afghanistan nach Karzai nach. Und Tablet porträtiert BHL als homme d'honneur. Mehr lesen

Kritikimmuner Springteufel

24.06.2014. Der Hollywood Reporter porträtiert den schwedischen Regisseur Malik Bendjelloul, der vor wenigen Wochen Selbstmord beging. Der New Yorker zertrümmert die Diskontinuitätstheorie. Im Guardian erklärt Will Self den Verwandtschaftsgrad von neolithisch und neoliberal. In Valleywag erklärt Lawrence Lessig, warum Silicon Valley im Moment ein guter Bündnispartner ist. Der Rolling Stone bestaunt den Nipster. Wired sagt Servus zur Netzneutralität. Und die NYT fragt: Thirtysomethings, wollt ihr ewig bei euren Eltern leben? Mehr lesen

Das Gehirn in Technicolor

17.06.2014. La vie des idees fragt: Hat Musik eine Farbe? Ohne Gott keine universalen Werte, bescheinigt John Gray im New Statesman Kenan Malik. Tin House besucht den Special-Effects-Künstler Tom Savini. Die LRB feiert Polke, die NYRB feiert El Greco, der Howler feiert den Torwart. Der Guardian setzt den großen Säuferinnen der Literaturgeschichte ein Denkmal. Immerhin kann man es mit Drogen auch mit 90 Jahren noch zum Millionär bringen, erzählt die New York Times. Mehr lesen

Hack es durch

11.06.2014. William T. Vollmann feiert den irakischen Autor Hassan Blasim in Bookforum als Meister des außerordentlichen Grauens. In der Paris Review denkt Karl Ove Knausgaard beim Anblick eines Genicks an Mord. Den Guardian gruselt die Umsetzung sarrazinscher Eugenik in China. Eurozine beklagt den Verfall der brasilianischen Architektur. La vie des idees spielt um einen Job bei L'Oreal. Mehr lesen

Niemals peinlich

06.06.2014. Die NYRB überlegt, wer alles Schuld ist am wachsenden Terrorismus in Afghanistan. Im New Statesman erinnert John Gray an Maos Freunde in der akademischen Welt. Der New Yorker porträtiert den englischen Schriftsteller Edward St. Aubyn. Rue89 widmet sich den neuen Porn Studies. In der LARB beschuldigt Muhammad Idrees Ahmad Seymour Hersh, im Falle Syriens profaschistischer Propaganda aufgesessen zu sein. In Eurozine erklärt Peter Sloterdijk, warum es in Deutschland keine digitale Kompetenz gibt. Mehr lesen

Atonale Geschichtsschreibung

30.05.2014. Der New Yorker begibt sich unter die israelischen Expats in Berlin. Rue 89 denkt über Open Source in der Medizin nach. Bloomberg Businessweek hört "Stairway to Heaven" von Randy California. Der spanischsprachige Buchmarkt gehört den Deutschen, meldet die Revista Anfibia. Elet es Irodalom sucht nach der Zwölftontechnik der Geschichtsschreibung. Die New York Times sorgt sich um unseren von Hackern bedrohten Vagusnerv. Im Guardian erklärt der Juraprof Eben Moglen: Der Kampf gegen Massenüberwachung ist so legitim wie der Kampf gegen die Sklaverei. Mehr lesen

So wurde Rebellion zur neuen Mitte

23.05.2014. Salon erledigt den Nonkonformismus mit Normcore. Berlusconi ist für Matteo Renzi, was Thatcher für Blair war: ein Vorbild, notiert die London Review of Books. Die Zeit versucht in der Ostukraine eine prorussische Demo zu begleiten. The New Republic erklärt, wie Putin das russische Internet kaputt macht. Die Jerusalem Post spendiert dem Prinzen Fahd bin Sultan bin Abdul Aziz Al Saud eine Portion Viagra. Im Spiegel schreibt Cordt Schnibben über seinen Vater, den Werwolf. Das New York Magazine überlegt, warum die Chefredakteurin der New York Times Jill Abramson gefeuert wurde. Mehr lesen

Ungebändigte Improvisation

16.05.2014. The New Republic schickt eine Reportage vom Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik. Warum haben deutsche Jungjournalisten keine Ahnung vom Netz, fragt Lousy Pennies. GQ übt Lachen für Hollywoodchefs. Im TLS bewundert Julian Barnes die Negativa Simenons. Mosaic erklärt, warum Tiere beim Winterschlaf keinen Herzinfarkt erleiden. La vie des idees reist nach Mekka. Mehr lesen

Krieg um Kameras

09.05.2014. In der London Review rollt der Historiker Richard Evans noch einmal den Reichstagsbrand auf. Der Merkur besucht das rumänische Hafenstädtchen Calafat. Slate.fr denkt über Glück und Gleichheit nach. Im Corriere della Sera staunt Gerhard Richter immer noch über die Gläubigkeit der RAF. In Nepszabadsag erklärt die Dichterin Krisztina Tóth die Gründe für ihre schlecht gelaunte Perspektivlosigkeit. In der Huffington Post.fr fordert Patrick Ndungidi die afrikanischen Filmregisseure auf, den eigenen Markt zu erobern. Der New Yorker schlürft eine Dosis Soylent. Mehr lesen

Der Wert absoluter Freiheit

02.05.2014. In Wired besucht Gideon Lewis-Kraus die nervenzehrende Welt der Start-Ups. In HVG möchte der Jazzgitarrist Ferenc Snétberger keineswegs als "Vorzeigezigeuner" tituliert werden. Der New Yorker folgt dem mexikanischen Drogenboss El Chapo in seinen stillen Ruhestand hinter Gittern. Rue 89 spielt die saitenlose Harfe. Und die New York Times informiert uns, dass wir demnächst von unseren Haustieren verklagt werden könnten. Mehr lesen

Mit einem müden Lächeln

25.04.2014. Das TLS prophezeit uns eine Zukunft als Insektenfresser. In La vie des idees erklärt der Juraprof Yann Kerbrat, woher das Recht auf Sezession kommt. Der Guardian porträtiert Chris Marker als "bricoleur". In HVG sucht die ungarische Regisseurin Márta Mészáros noch Geld für ihren Film über vergewaltigte Frauen im Zweiten Weltkrieg. Mehr lesen

Ein Puzzle im Dunkeln

19.04.2014. The Nation beschreibt, wie Künstler sich immer eifriger in Historiker verwandeln. Michel Houellebecq entpuppt sich in Le Point als Größenwahnsinniger. In Osteuropa erzählt Jörg Baberowski, wie der Zar Russland im Ersten Weltkrieg in einen unkontrollierbaren Gewaltraum verwandelte. Die NYRB blickt ins trostlos korrupte Uganda. In Telerama hofft Maïssa Bey in Algerien noch auf einen Wandel. Die NYT hört den Motherless Child Blues. Mehr lesen

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