Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Meine Kunden wollen rote Hosen

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

13.11.2012. Die New York Times wirft einen Blick hinter die Kulissen des Konzerns, der die Saisons in der Mode abschaffte. In der New York Review of Books nimmt Timothy Garton Ash endgültig Abschied vom Begriff des Multikulturalismus. Für Dissent gibt es noch andere Sprachen neben der englischen. L'Espresso besucht mit Luca Ferrari die Drogenszene einer römischen Vorstadt. Laut Figaro sollte die französische Literatur ihren Germanopratinismus ablegen. In Film Comment erzählt Judd Apatow das Leben an sich. Und das New York Mag porträtiert den Inspirator der "Neuronovel", Oliver Sacks.

New York Review of Books (USA), 22.11.2012

Mit einigen Jahren Abstand blickt Timothy Garton Ash noch einmal die Debatte um Freiheit und Multikulturalismus zurück und plädiert nunmehr dafür, vom Begriff Multikulturalismus Abschied zu nehmen. Erstens verkenne er die Vielschichtigkeit persönlicher Zugehörigkeiten (Nation, Religion, Sprache, Geschlecht), zweitens sprechen wir auch nicht von Multigenderism oder Multikolorismus, sondern von Gleichheit, und drittens fördere er die Hardliner der Minderheiten: "Gemäß dem Grundsatz, dass wir keine komplizierten Begriffe benutzen sollte, wenn es auch einfache tun, schlage ich 'Freiheit und Vielfalt verbinden' vor. Das heißt nicht, dass Freiheit und Vielfalt gleichrangige Werte der oberen Kategorie sind, wie Frieden und Gerechtigkeit. Zunehmende Vielfalt kann sicherlich Freiheit befördern. Ohne Wahl keine Freiheit. Je mehr Auswahl zwischen verschiedenen Arte zu leben uns vor unserer Großstadt-Tür zur Verfügung stehen, umso größer könnte man sagen sei im Endeffekt unsere Freiheit. In der Praxis kann zunehmende Vielfalt auch eine Gefahr für bestehende Freiheiten sein - sowie für die gesellschaftlichen Praktiken und geteilten Überzeugungen, auf denen diese Freiheiten historisch basieren... Ich schlage daher ein Pentagramm liberaler Tugenden vor: Einbeziehung, Klarheit, Konsequenz, Entschlossenheit und Großzügigkeit."

Ian Johnson rühmt Yang Jishengs Buch "Grabstein" über die große Hungersnot als einen Meilenstein chinesischer Geschichtsaufarbeitung, in seiner Bedeutung vergleichbar nur mit Solschenitzyns "Archipel Gulag": "Im Original 2008 veröffentlicht, ist die chinesische Version von 'Grabstein' inzwischen ein legendäres Buch in China. Man findet kaum einen Intellektuellen in Peking, der es nicht gelesen hat, obwohl es noch immer verboten ist und nur in Hongkong herauskam."

Außerdem: Amy Knight sieht von John B. Dunlop weitere Hinweise dafür erbracht, dass Putins FSB von den Bombenanschlägen auf Moskauer Hochhäuser im Jahr 1999 zumindest vorab informiert war (den die Seite Chechencenter.info ins Netz gestellt hat).

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Espresso (Italien), 12.11.2012

In Rom ist gerade Filmfestival. Höchst beeindruckt berichtet Gianluca Di Feo über Luca Ferraris Dokumentarfilm "Pezzi", der die Drogenszene in der staubigen römischen Vorstadt Laurentino 38 schildert - ganz unsentimental, ohne Kommentare des Regisseurs, rau und grau: "Eine langsame und verzweifelte Ballade über Existenzen, die zwischen Drogen und Gefängnis leben, Frauen und Männer, die sich mit einem Leben ohne Hoffnung abgefunden haben. Das wird gleich am Anfang klar, wenn man die Hauptfigur kennenlernt, Massimo, genannt der 'Panter', der unter den Dächern des Plattenbaus seine Gefährtin küsst, ein Graffito mit einem Herzen an der Wand, und sich dann zum Tisch beugt und durch die Nase Kokain einzieht und sagt: 'Das hier ist Laurentino 38, hier spricht man nur von Koks.'"

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Dissent (USA), 01.11.2012

Lawrence H. Summers, der ehemalige Präsident der Harvard-Universität hat zu Beginn des Jahres ein Studium von Fremdsprachen für überflüssig erklärt - die ganze Welt kommuniziere ja ohnehin auf englisch. Tatsächlich schließen  immer mehr amerikanische und britische Bildungsinstitute ihre Fremdspracheninstitute. Paul Cohen widerspricht Summers in Dissent: "Summers' Sprachverständnis ist so utilitaristisch wie sein Ideal von Bildung. Er sieht Sprachen als neutrale Kommunikationsmedien, gleichgültige Vehikel für den Transport von Sinn. Das Medium ist für ihn ganz und gar nicht die Botschaft - und nur die Botschaft zählt, nicht das linguistische System, in dem sie geliefert wird. In solch einer funktionalistischen Konzeption der studentischen Lehrziele ist kein Raum für die Idee, dass klassische oder neue Literaturen ein in sich wertvolles Studienobjekt sind und schon gar nicht für die Vorstellung, dass eine Lektüre in den Originalsprachen etwas Spezifisches und Unerlässliches zum Verständnis hinzufügt."

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Economist (UK), 10.11.2012

Über Obamas Wahlerfolg herrscht beim Economist trotz vorsichtiger Wahlempfehlung im Vorfeld keine uneingeschränkte Freude. Hoffnungen für die zweite Amtsperiode setzt man aber darauf, dass Obama sich schon aus wirtschaftlichen Zwängen mit den Republikanern an einen Tisch setzt, um die Anfang 2013 drohende "Finanzklippe" (mehr) abzuwenden. Allerdings geben die Republikaner selbst kaum Anlass zur Zuversicht: "Die Parteivorsitzenden werden einmal mehr zu dem Schluss kommen, dass sie verloren haben, weil ihr Kandidat kein waschechter Konservativer war, und versprechen, für das nächste Mal ein Original aufzutreiben. ... Wenn die Republikaner sich so verhalten, lassen sie jeglichen Sinn für die Wahlen hinter sich. Sie haben es einmal mehr hinbekommen, eine Wahl in einem Land zu verlieren, in dem die Konservativen die Liberalen an der Zahl noch immer locker übertreffen... Ihre obsessive Haltung zu Abtreibung und Homo-Ehe verliert immer mehr den Rückhalt unter Frauen und jungen Leuten. ... Viele unabhängige Wähler und dieses Magazin sehnen sich nach einer pragmatischeren Partei der Republikaner."

Mit Skepsis beobachtet der Economist außerdem die Vorhaben deutscher und französischer Gesetzgeber, Google per Leistungsschutzrechten für die Verlinkung von Zeitungsartikeln zur Kasse zu bitten. Vermutet wird hinter diesem Vorpreschen der Verlage die Hoffnung darauf, sinkende Einnahmen zu kompensieren: "Doch selbst wenn einige Länder Google dazu bringen könnten, für den Gebrauch von Schlagzeilen und etwas Text von Artikeln zu bezahlen, wird dies kaum das Loch in den Einnahmen ihrer Zeitungen stopfen oder deren Neuausrichtung beschleunigen. Jan Malinowski, ein Medienexperte im Europarat, sagt, der Versuch, Google zum Bezahlen für Artikel zu bringen, 'ist so, als würde man versuchen, Gutenbergs Druckpresse zu verbieten, um die Skriptorien zu schützen.'"

Stichwörter: Verlinkung

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Figaro (Frankreich), 09.11.2012

Der französische Roman leidet an "Germanopratinismus", kritisiert Jean-Francois Colosimo, Präsident des Centre national du Livre und benutzt damit eine in Frankreichgern gebrauchte Schmähvokabel für die rive gauche der Seine. "Der französische Roman bleibt allzu oft selbstbezüglich und im Ausland Expertenkreisen vorbehalten. Kann man sich an die ganze Welt wenden, wenn man nur über sein Dorf spricht - und sei es Saint-Germain-des-Prés?" Der international bekannteste französische Schriftsteller sei zweifellos Michel Houllebecq. "Er wird als Autor ebenso geschätzt wie als Denker. In ihm lebt die Orakel-Funktion fort, die man einst Sartre oder Camus zuschrieb und die man immer noch von Frankreich erwartet."

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Film Comment (USA), 08.11.2012

Ein sehr schönes Gespräch führt Scott Foundas mit Filmproduzent und -regisseur Judd Apatow, der sich in seinen Komödien schon mit diversen Lebenskrisen auseinandergesetzt hat. In seinem kommenden Film "This is 40" finden sich Figuren aus "Knocked Up", seiner Komödie über eine ungewollte Schwangerschaft (unsere Kritik), mitten in der Midlife-Crisis wieder. Warum es in seinen Filmen keine schurkischen Gegenspieler gibt, erklärt Apatow, selbst Mitte Vierzig, so: "Das Leben ist eh schon ziemlich sonderbar. Die Rahmenbedingungen ergeben für mich überhaupt keinen Sinn. Ich werde also für eine Weile leben, und ich werde für eine Weile gut aussehen, dann sehe ich sogar richtig gut aus und dann wird das alles langsam auseinanderfallen. Jahr für Jahr werde ich verfallen, und dann werden all meine Freunde wie die Fliegen sterben, und hoffentlich werde ich nicht der erste sein. Ich werde also aushalten, solange ich kann, hoffentlich ohne meinen Verstand und meine Erinnerungen zu verlieren, während sich meine Kinder um mich kümmern müssen. Es ist so tragisch und bizarr und gleichzeitig wunderbar, dass ich überhaupt nicht weiß, wie ich dem begegnen soll, außer darüber zu lachen." Dazu passend: Ein Audiointerview bei Cargo, das Bert Rebhandl vor einiger Zeit mit Apatow führte.

Außerdem ist Gavin Smith ziemlich beeindruckt von Denzel Washingtons Performance im neuen Film "Flight" - Anlass für ein Porträt des Schauspielers, den Smith vor allem für seine Verkörperung integrer Persönlichkeiten schätzt. Außerdem nimmt Richard Combs die derzeitige Hitchcock-Mania in London zum Anlass, sich das Frühwerk des Meisters nochmals anzusehen.

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Elet es Irodalom (Ungarn), 07.11.2012

Der Schriftsteller András Bruck bezweifelt, dass die Ungarn in zwei Jahren Ministerpräsident Viktor Orbán abwählen werden - zu sehr wird er von vielen verehrt. Und das trotz einer kläglichen Wirtschaftspolitik und der Verschwendung von EU-Subventionen: "Vielen anderen Ländern ist es gelungen, ihre innere Zwietracht und ihre Manien zu überwinden und vom Nullpunkt wieder hochzukommen. Ein Geheimrezept dafür gibt es nicht. Was aber ganz und gar nicht geht: Geld, das für drei Marshall-Pläne ausreichen würde, verprassen, und dann hochmütig den Geldgeber zu beschimpfen; das halbe Land mit Zierpflaster zu bedecken und dann auf dem schmucken Hauptplatz Arbeitslosengeld zu verteilen. Es bedarf eines Kulturwechsels. Nur haben wir leider weder eine Regierung, die diesen Wechsel in Angriff nehmen, noch eine, die ihn fortsetzen und auch keine Gesellschaft, die ihn mitmachen würde. Ohne dies wird man in Ungarn niemals ein gutes Leben haben. Die Orbán-Ära wird irgendwann zu Ende gehen, aber das, was sie möglich machte, bleibt. Und dann fängt alles von vorne an - dasselbe, nur unter anderem Namen."

Stichwörter: Geld

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New York Magazine (USA), 04.11.2012

David Wallace-Wells schreibt ein sehr schönes Porträt über den Hirnforscher Oliver Sacks, dessen neues Buch "Hallucinations" gerade erschienen ist, und erinnert daran, wie prägend Sacks Bücher - und besonders "Der Mann, der seine Frau mit seinem Hut verwechselte" - für die Literatur der letzten Jahrzehnte waren. "Ein ganzes Feld der Fiktion ist von Sacks' Ideen befruchtet worden. Ian McEwan hat einen Roman zum De Clérambault-Syndrom und einen anderen zu Huntington geschrieben, Rivka Galchen über das Capgras-Syndrom, Jonathan Lethem über Tourette. Marc Roth hat dem Genre den Namen 'Neuronovel' gegeben, und die britische Autorin A.?S. Byatt hat vorgeschlagen, Gehirn-Scans nach dem Sinn von Poesie abzusuchen - und warum auch nicht, da wir doch nach dem Sinn des Lebens in ihnen suchen."

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HVG (Ungarn), 03.11.2012

Kürzlich wurde in Ungarn die Eidesformel für ungarische Rechtsanwälte um eine Passage ergänzt, die vom Rechtsanwalt verlangt, seine Tätigkeit "zum Wohle der Nation" auszuüben. Ernö Kardos fragte den Vorsitzenden der ungarischen Rechtsanwaltskammer, János Bánáti, ob dadurch die Autonomie des Rechtsanwalts, der ja in erster Linie die Interessen seines Mandanten zu vertreten hat, infrage gestellt sei. "Jede Arbeit, ob intellektuell oder physisch, dient indirekt den Interessen der Nation. Würde man aber die Eidesformel wortwörtlich interpretieren, könnte ich leicht des Antipatriotismus bezichtigt werden: Wenn beispielsweise das Finanzamt ein ausländisches Unternehmen mit einer Steuer in Millionenhöhe belegt und ich als Vertreter dieses Unternehmens ein internationales Gericht anrufe, dann würde ich mit den Interessen der ungarischen Gesellschaft und der Regierung in Konflikt geraten. In solch einer Situation könnte man die Gesellschaft sehr leicht gegen die Rechtsanwälte aufwiegeln."

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Westword (USA), 01.11.2012

"Wie der Staat zum Pot kam" überschreibt William Breathes seinen weit ausholenden Bericht über die Geschichte vom Umgang mit Haschisch im amerikanischen Bundesstaat Colorado - der das Kraut gerade per Volksentscheid legalisiert hat. Akribisch erzählt er nach, wie es Zusatzartikel 64 - straffreier Besitz von einer Unze (23 Gramm) Haschisch ab 21 Jahren - überhaupt zur Abstimmung schaffte. "Ehrlich gesagt sind sich die Haschisch-Befürworter im Staat dem Anschein nach nie über irgendetwas einig, außer dass Haschisch toll ist - und selbst dann ist es unwahrscheinlich, dass sie das jemals unisono sagen würden, ebenso wenig wie sie sich einig sind, wie man es konsumieren soll." In einem zweiten Artikel blickt Breathes auf seine bislang dreijährige Karriere als erster Cannabis-Kritiker der Vereinigten Staaten zurück.

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Guardian (UK), 28.10.2012

Am 16. November beginnt in der BBC eine neue Serie des legendären Tierfilmers Sir David Attenborough aus: "Attenborough: 60 Years in the Wild". Aus diesem Anlass porträtiert Robin McKie den inzwischen 86-Jährigen, der in früheren Jahren schon mal einen Ameisenbären am Schwanz packte, um ihn filmen zu können (was er heute bereut), und unlängst als Pionier eine TV-Serie in 3D produzierte. "Der wirkliche Wandel in in unserem Blick auf die Natur verdankt sich jedoch nicht Fortschritten in der Fernsehtechnik, sondern wurde durch wissenschaftliche Umwälzungen bewirkt, besonders auf den Gebieten der Biologie und Geologie. Das waren die wirklichen Veränderer, glaubt Attenborough. 'Wir vergessen gern, was wir in den letzten sechzig Jahren gelernt haben. Auf der Universität habe ich einmal einen meiner Dozenten gefragt, warum er uns nichts über den Kontinentaldrift erzählt. Da bekam ich die spöttische Antwort, wenn ich beweisen könne, dass es eine Kraft gibt, die imstande ist Kontinente zu verschieben, würde er vielleicht darüber nachdenken. Dieser Gedanke sei Blödsinn, bekam ich mitgeteilt.'"

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New York Times (USA), 09.11.2012

Suzy Hansen wirft einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen der Modekette Zara und besucht das Hauptquartier der Holding Inditex, die inzwischen der größte Kleidungsfabrikant der Welt ist - weit vor H & M. Der Konzern logiert im spanischen Städtchen La Coruna und ist eine der wenigen Kraftquellen der spanischen Wirtschaft. Geheimnis des Erfolgs ist eine Produktion, die sich so schlank wie möglich den Kundenwünschen anpasst und den Rhythmus der Saisons längst aufgegeben hat: Alle 5.900 Läden in 85 Ländern werden zweimal wöchentlich mit Kleidung beliefert. Das Unternehmen verzichtet auf jede Werbung, selbst die PR-Person, die Hansen durch das Werk begleitet, will anonym bleiben: "Der Hauptsitz von Zara ist ein riesiger Raum, groß wie ein  Flugzeug-Hangar. Die regionalen Sales Manager sitzen an einer Reihe von Schreibtischen, auf beiden Seiten flankiert von Designern. Die Manager beantworten Anrufe aus China oder Chile und lernen so, was sich verkauft. Dann setzen sie sich mit den Designern zusammen und entscheiden, ob neue Trends entstehen. Auf diese Weise nimmt Inditex der ganzen Welt den Modepuls. 'Ein Manager mag sagen: 'Meine Kunden wollen rote Hosen', und wenn die selbe Nachfrage aus Istanbul, Tokyo und New York kommt, dann haben wir einen globalen Trend, und wir wissen, dass wir mehr rote Hosen produzieren müssen."

Im Book Magazine bespricht Jill Abramson die große Thomas-Jefferson-Biografie von Jon Meacham.

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Archiv: Magazinrundschau

Maoistische Synthese der Oppositionen

11.09.2014. Diese Woche war die Magazinrundschau so riesig, dass wir sie geteilt haben. Heute also der zweite Teil mit einem sehr lesenswerten Artikel von Assaf Sharon in der NYRB über die verfehlte Politik Netanjahus. Bookforum stellt eine Geschichte Gazas vor. Im Guardian gerät AL Kennedy über einen goldenen Ferrari ins Grübeln. In Eurozine beschreibt der Soziologe Boris Dubin die Machtlosigkeit der russischen Gesellschaft. Und das New York Magazine stellt die CEO Martine Rothblatt vor, die ihre Ehefrau als Computer hat nachbauen lassen. Mehr lesen

Zentrum und Peripherie

09.09.2014. Die London Review besucht die Ostukraine und stellt fest: alles Übel begann auf der Krim. Im Mittelweg 36 streitet Reinhard Merkel das ab: die Krim hat die Seperation doch gewählt. Die Blätter machen die Lösegeldzahlungen der EU verantwortlich für den Gewaltmarkt im Nahen Osten. Das Schreibheft erinnert an den Lyriker Uwe Greßmann. Pitchfork und Telerama trauern den analogen Zeiten nach. Und der New Yorker fragt, warum ein Arbeiter bei McDonalds so wenig verdient, dass er auf staatliche Essensmarken angewiesen ist. Mehr lesen

Allein die Schrift!

02.09.2014. Bloomberg Businessweek macht sich jung und guckt AwesomenessTV. Der Merkur staunt über die Textlastigkeit der Suhrkamp-Kultur. Das Chicago Magazine erinnert daran, wer zuerst Handys wollte: die Polizei. The Verge schildert den Titanenkampf zwischen Uber und Lyft. In HVG denkt Péter Esterházy über Kleinkariertheit nach. Die Poetry Foundation bewundert den "Emperor of Ice-Cream". Mehr lesen

Kompass des Bösen

26.08.2014. Im Spectator gibt der Historiker Tom Holland einen Einblick in die religiösen Vielfalt Mesopotamiens, die die Isis gerade zerstört. Vanity Fair erzählt die Geschichte der Madame Claude. Dawn stellt ein Buch über den muslimischen Zionismus in Pakistan vor. Kathrin Passig denkt in Funkkorrespondenz über die Nützlichkeit irrationaler Argumente nach. Die Public Domain Review erzählt, wie das Lachgas den Schriftstellern und Wissenschaftlern die Sprache verschlug. Das TLS liest eine neue Brecht-Biografie. Mehr lesen

Düster, aber gesund

19.08.2014. In Wired erklärt Edward Snowden, wie die besten Absichten direkt in die Hölle führen. Nepszabadsag fragt: Soll Imre Kertesz den selben Orden annehmen wie Göring? In Film Comment  will Alexander Sokurow dem Kino mit Literatur aus den Kinderschuhen helfen. Soziale Mobilität gibt es nicht, verkündet der Soziologe Jules Naudet in Les inrockuptibles. The Dissolve freut sich auf den Pepys aus Hollywood. Mehr lesen

Ein weiterer Pfannkuchen

12.08.2014. The Nation porträtiert Alessandro Spina, Chronist des Untergangs des italo-arabisch-ottomanischen Universums. Die London Review wird von einem Stalker verfolgt. Al Ahram fragt: Was wollen die Palästinenser? Im New York Magazine schildert Werner Herzog seine einzige Drogenerfahrung mit Marmelade von Popol Vuh. Bloomberg Businessweek erzählt, wie Tony Blair versuchte, Gaddafis Geld zu verwalten.
Mehr lesen

Der Wille zur Jacht

04.08.2014. Telerama und der New Yorker suchen den Aufstieg über den krummen Pfad. Elet es Irodalom und das San Francisco Magazine freuen sich über die Demokratisierung der Kritik durch das Internet. Harper's Magazine beantwortet die Frage, ob James Joyce Syphilis hatte. MicroMega porträtiert den linken uruguayischen Staatspräsidenten Pepe Mujica als Franziskaner. Medium begleitet Obdachlose zu Tests für die Pharmaindustrie. Pitchfork feiert die Renaissance des Vinyl. Mehr lesen

Der Leser, den ich liebe

29.07.2014. The New Republic jagt einen Sturm namens William T. Vollmann. In der New York Review of Books lernt Jonathan Freedland von Ari Shavit, was linker Zionismus ist. Die London Review of Books porträtiert einen doppelt impotenten Alain Robbe-Grillet. Hairpin porträtiert eine Giftmörderin des 17. Jahrhunderts, die Marquise de Brinvilliers. Pacific Standard fragt: Was ist Ihre DNA wert? Der New Yorker sucht das weibliche Hirn bei Radikalfeministinnen und Trans-Frauen. Mehr lesen

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

Spieler ohne Trainer

08.07.2014. Film Comment analysiert den Poliziotteschi, den italienischen Polizeithriller der 60er und 70er Jahre. In Repubblica wartet Roberto Saviano auf den Moment, an dem die Ndrangheta wieder zur Messe geht. Im Guardian feiert Zadie Smith die  eiskalte Präzision J. G. Ballards. Im New Yorker erinnert Héctor Tobar daran, wie vor vier Jahren  über 33 chilenischen Bergleuten die Erde einstürzte.  In Eurozine meint Thomas Piketty: Mehr Wettbewerb ist auch nicht die Lösung. Und die NYT ist froh, kein SEEBÖWE zu sein. Mehr lesen

Noch etwas Allzuwörtliches

01.07.2014. Osteuropa begutachtet die neue russische Kampfpropaganda. In Open Democracy erklärt Nadja Tolokonnikowa rechten und linken Anhängern Putins: Menschenrechte sollten nicht nur im Westen gelten. Der Merkur bittet, zwischen digitaler Literatur und Netzliteratur zu unterscheiden. Eurozine untersucht Film als Metapher. Die NYRB erklärt, warum die Stärkung von Konsumentenrechten eine Stärkung Amazons zur Folge hat. Atlantic denkt über Afghanistan nach Karzai nach. Und Tablet porträtiert BHL als homme d'honneur. Mehr lesen

Kritikimmuner Springteufel

24.06.2014. Der Hollywood Reporter porträtiert den schwedischen Regisseur Malik Bendjelloul, der vor wenigen Wochen Selbstmord beging. Der New Yorker zertrümmert die Diskontinuitätstheorie. Im Guardian erklärt Will Self den Verwandtschaftsgrad von neolithisch und neoliberal. In Valleywag erklärt Lawrence Lessig, warum Silicon Valley im Moment ein guter Bündnispartner ist. Der Rolling Stone bestaunt den Nipster. Wired sagt Servus zur Netzneutralität. Und die NYT fragt: Thirtysomethings, wollt ihr ewig bei euren Eltern leben? Mehr lesen

Das Gehirn in Technicolor

17.06.2014. La vie des idees fragt: Hat Musik eine Farbe? Ohne Gott keine universalen Werte, bescheinigt John Gray im New Statesman Kenan Malik. Tin House besucht den Special-Effects-Künstler Tom Savini. Die LRB feiert Polke, die NYRB feiert El Greco, der Howler feiert den Torwart. Der Guardian setzt den großen Säuferinnen der Literaturgeschichte ein Denkmal. Immerhin kann man es mit Drogen auch mit 90 Jahren noch zum Millionär bringen, erzählt die New York Times. Mehr lesen

Hack es durch

11.06.2014. William T. Vollmann feiert den irakischen Autor Hassan Blasim in Bookforum als Meister des außerordentlichen Grauens. In der Paris Review denkt Karl Ove Knausgaard beim Anblick eines Genicks an Mord. Den Guardian gruselt die Umsetzung sarrazinscher Eugenik in China. Eurozine beklagt den Verfall der brasilianischen Architektur. La vie des idees spielt um einen Job bei L'Oreal. Mehr lesen

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