Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Verführungen der Unterwelt

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

09.10.2012. In The New Inquiry bewundert Teju Cole die geheimnisvollen Fotos Gueorgui Pinkhassovs. In der LRB möchte Christian Lorentzen aus David Foster Wallace lieber keinen Heiligen gemacht sehen. Ähnlich ergeht es in der NYRB Fintan O'Toole mit James Joyce. In ADN Cultura kann der französische Philosoph Jacques Rancière das Gerede von "der Krise" nicht mehr hören und bittet um Präzision. Bloombergs Businessweek fühlt Sizilien den Puls. Ars technica sucht die Vier von der Pirate Bay. In The Awl erinnert sich Fran Lebowitz an eine Zeit, in der man Sex für gesund hielt, nicht Radfahren. Die NYRB und der Rolling Stone schildern, wie Occupy-Aktivisten vom Staat zu Terroristen gemacht werden.

The New Inquiry (USA), 23.09.2012

Bild zum ArtikelEs wird mehr fotografiert als je zuvor: ein Zehntel aller existierenden Fotos wurde in den vergangenen 12 Monaten aufgenommen, berichtet der Schriftsteller und Kunsthistoriker Teju Cole. Die meisten dieser Bilder sehen gleich aus - und nicht besonders gut -, aber einigen wenigen Fotografen gelingt es, mit den Mitteln von iPhone und Instagram große Kunst zu erschaffen. Besonders die Arbeiten des russischen Fotografen Gueorgui Pinkhassov haben es Cole angetan: "Eines der Vergnügen beim Betrachten von Pinkhassovs Fotos ist dieser ständige 'Moment, was ist das?'-Effekt, selbst wenn man sie schon fünf- oder zehnmal angesehen hat. Ich liebe die Bilder, die kaum da sind, die sich ihrer Bestimmung entziehen (meist durch Fragmentierung und eigenwillige Verschränkung von Vorder- und Hintergrund). Und ich liebe das Geheimnis, warum mich diese Fotos berühren, obwohl sie sehr wenig Journalismus und kaum ein Narrativ enthalten. Stattdessen gibt es Emotionen, die nicht falsch oder aufgesetzt wirken."

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London Review of Books (UK), 11.10.2012

Bild zum ArtikelChristian Lorentzen führt anhand von D. T. Max' neuer Biografie (die aus einem langen, im New Yorker erschienenen Nachruf des Biografen hervorgegangen ist) durch das Leben von David Foster Wallace. Doch stört sich der Rezensent ziemlich an Max' Versuchen, den 2008 durch Freitod gestorbenen Autor als möglichst normal hinzustellen: "Es scheint so, als würde Max die 'Tugend' der 'Normalität' mit deutlicher Absicht an Wallace zu heften versuchen. Das ist insofern seltsam als Max' sorgfältiger und gewissenhafter Bericht tatsächlich einen ziemlich wunderlichen Mann zeigt, der einen Großteil seines Lebens im quasi-klösterlichen Stil eines akademischen Lebens zubrachte, einen Raum in seinem Haus komplett schwarz gestrichen hatte und sich offenbar viele Jahre alleine von Blondies (einer schokoladelosen Brownie-Variante) ernährte. Max' Fixierung auf 'Normalität' ('Wallace' Kindheit war glücklich und gewöhnlich') ist Teil einer Mission zur Popularisierung. Er möchte Wallace zum Heiligen stilisieren ... Doch um jemanden zu bewundern, ist es nicht nötig, sich mit ihm zu identifizieren. Heiligkeit, bis zu jenem Grad, den er besaß, war Wallace' uninteressanteste Qualität. Wenigstens übertrifft Max' Faktenzusammenstellung für gewöhnlich seine Versuche, seinen Gegenstand heiligzusprechen." Beim New Yorker finden wir nicht nur einen Auszug aus der Biografie, sondern auch einige, die Buchveröffentlichung flankierende Blogposts, sowie die Aufnahme eines Gesprächs mit D. T. Max über sein Buch.


Weitere Artikel: Tom Carver schreibt Tagebuch in Beirut. Adam Smyth erinnert die Lektüre von Tom Phillips' Roman "A Humument" daran, "dass Bücher unausweichlich intertextuell sind (...) und dass alles Schreiben darauf fußt, aus einem endlichen Pool an Wörtern zu wählen." Anders als die anderen Besucher im Kinosaal hat ein recht ratloser Michael Wood "The Master" (Pressespiegel), den neuen Film von Paul Thomas Anderson über Scientology-Gründer L. Ron Hubbard, zwar tapfer durchgehalten, nur um sich am Ende doch zu fragen, ob er "weniger verwirrt oder vielleicht sogar weniger gelangweilt" war als die anderen Zuschauer. James Wood liest mit Freuden Michael Gorras ausführliches Buch über Henry James' Roman "Portrait of a Lady". Der guten Besetzung (unter anderem mit "Sherlock" Benedict Cumberbatch) zum Trotz  findet Christopher Tayler die BBC/HBO-Produktion "Parade's End" (nach Ford M. Fords gleichnamigem Romanzyklus) auf "unschreckliche Art und Weise" ziemlich durchwachsen. Chimamanda Adichie liest Chinua Achebes "persönliche Geschichte von Biafra". James Davidson schlendert durch die Bronze-Ausstellung in der Royal Academy.

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ADN cultura (Argentinien), 06.10.2012

Krise und Populismus - Luisa Corradini unterhält sich mit dem französischen Philosophen Jacques Rancière: "Die Art, wie heutzutage über 'die Krise' geredet wird, gefällt mir nicht. Der Begriff ist nicht nur zu einem Allround-Konzept verkommen - die Demokratien sind in der Krise, die Kunst ist in der Krise, etc. etc. -, sondern er ist auch verantwortlich dafür, dass alles bloß noch unter einer klinischen Perspektive wahrgenommen wird, als Betätigungsfeld für eine intellektuelle und soziale Ärzteschaft. Es gibt aber keine 'Krise der Demokratie', sondern es gibt demokratische Defizite, was nicht dasselbe ist. Und so sehr ich dagegen bin, jede Art der Forderung nach Macht durch das Volk als 'Populismus' abzutun, teile ich doch nicht automatisch die Begeisterung so vieler für die neuen Regierungen in Südamerika: Wenn ich sehe, dass Hugo Chávez zum dritten Mal hintereinander Präsident werden will, sage ich mir, dass er weit davon entfernt ist, ein Demokrat zu sein: Demokrat ist jemand, der die Voraussetzungen dafür schafft, dass ihm so schnell wie möglich ein anderer nachfolgen kann, beziehungsweise, dass es gar nicht mehr nötig ist, dass es einen Anführer, eine oberste Verkörperung der Nation gibt."

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Bloomberg Businessweek (USA), 08.10.2012

Bild zum Artikel"Die größte Bedrohung für Siziliens Zukunft sind seine Politiker", behauptet Stephan Faris in einem Report, der das Drama der Insel als eines der öffentlichen Verschwendung beschreibt. Aber eine kleine Rolle spielt die Mafia doch: "In gewisser Weise ist Siziliens derzeitige Krise eine Folge seiner vorigen. Als Leoluca Orlando vor 27 Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, war die Mafia die größte Gefahr für die Hauptstadt Siziliens. Leichen lagen in den Straßen, Opfer eines Krieges zwischen rivalisierenden Familien. Ein früherer Bürgermeister, Vito Ciancimino war gerade wegen Betrugs, Untreue und Verbindungen zur Cosa Nostra verhaftet worden. Orlando antworte mit dem, was als Palermos Renaissance bekannt werden sollte. Er stoppte die Verträge der Stadt mit Firmen, die verdächtigt wurden, der Mafia nahezustehen, er ermutigte Bürger und Händler, sich gegen die Mafia zu wehren und veranlasste den Bau eines bunkerartigen Gerichtsgebäudes inmitten Palermos, wo italienische Staatsanwälte Hunderten von mutmaßlichen Gangstern den Prozess machten und mehr als dreihundert überführten. Um die Überlegenheit des Rathauses gegenüber der Mafia zu beweisen, stellte Orlando Tausende von neuen Angestellten ein und bot denen, die den Verführungen der Unterwelt am stärksten ausgesetzt waren, befristete Jobs an: den Arbeitslosen, den Benachteiligten und Arbeitern, die ihren Job verloren hatten, als ihre mutmaßlich von der Mafia infiltrierten Firmen geschlossen wurden... Die meisten der von Orlando befristet Eingestellten arbeiten noch immer für die Stadt."

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Eurozine (Österreich), 08.10.2012

Bild zum ArtikelPolen verabschiedet die Intelligentsia. Wie der Soziologe Tomasz Zarycki in einem etwas trockenen Text erklärt, werden auch die polnischen Eliten inzwischen in der westlich-bürgerlichen Mittelklasse generiert - und nicht mehr in der alten russisch gesprägten Bildungsaristokratie. Diese Veränderung habe am prominentesten Pawel Kubicki in seinem Buch 'Neue Bürger' (Nowi Mieszczanie) beschrieben: "Kubicki argumentierte, dass die 'neuen Bürger' im Milieu junger Polen, die nach und nach vom Land in die größeren Städten gezogen sind, eine ganz neue urbane Schicht hervorgebracht haben, die als das zukünftige Modell der polnischen Mittelklasse betrachtet werden kann. Kubicki kritisierte die Tradition der Intelligentsija, und erklärte sie für überholt." Dass er Städte wie Krakau, Stettin und Wroclaw wählte, erscheint Zarycki kein Zufall, denn sie gehörten zu den Teilen Polen, die im 19. Jahrhundert von Preußen oder Österreich besetzt waren, nicht von Russland. "Wroclaw ist der positivste Fall in Kubickis Bericht, er zitiert junge Bürger der Stadt, die sich bereits mit den Bewohnern Breslaus vor dem Krieg identifizieren."

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ars technica (USA), 04.10.2012

Bild zum ArtikelCyrus Farivar spürt für ars technica akribisch den Schicksalen der vier Pirate-Bay-Gründer nach. Alle sind zu mehrmonatigen Haftstrafen, vor allem aber zu millionenhohen Entschädigungen verurteilt worden. Ihre Strafe anzutreten, würde für sie bedeuten, ihr künftiges Leben auf Sozialhilfeniveau zu fristen. Aber kein einziger ist mehr in Schweden. Einer von ihnen, Peter Sunde, hat den Crowdfunding-Dienst flattr mitgegründet. Ein anderer, Fredrik Neij, setzt juristische Hoffnungen auf den Europäischen Gerichtshof und beauftragte seinen Anwalt Jonas Nilsson mit einer Menschenrechtsklage. Aber "was auch immer in diesem Fall geschieht - der Gerichtshof kann die Entscheidung eines EU-Mitgliedsstaats nicht rückgängig machen. Das endgültige schwedische Urteil steht. Warum also das Straßburger Gericht anrufen? Die Hoffnung liegt darin, dass ein Tadel gegen Schweden ausgesprochen wird, der auch Entschädigungszahlen an seinen Mandanten einschließen könnte. Solch ein Tadel, so Nilssons Hoffnung könnte einen ganz neuen Prozess nach sich ziehen."

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The Awl (USA), 02.10.2012

Bild zum ArtikelSchwule wollen heute heiraten, Kinder kriegen und allen vermitteln, dass sie genau so sind wie Heterosexuelle. Aber das stimmt nicht, behauptet fast wütend Fran Lebowitz im Interview mit The Awls Matthew Gallaway. Erst Aids habe diese konventionelle Einstellung hervorgerufen. Alles begann damit, dass selbst die Act-up-Aktivisten gewissermaßen zu verschleiern suchten, dass Aids ein Virus war: "Ronald Reagan war Präsident. Heute wird er als eine Art Heiliger Nikolaus angesehen, aber er war schrecklich, wirklich schrecklich. Und Ronald Reagan war nicht der einzige, die ganze Welt schien von Reagans bevölkert zu sein. Deshalb fürchteten sich Schwule und dachten sich diese große Lüge aus: 'Nein, ich hatte keinen Sex mit 40.000 Leuten in einem Darkroom, ich bin genau wie ihr.' Und so erfanden sie nicht den Virus, aber die Geschwindigkeit, mit der er sich verbreitete, denn natürlich wurde er durch die Promiskuität weitergegeben."

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The New York Review of Books (USA), 25.10.2012

Bild zum ArtikelIn New York soll eine eigens dafür gegründete Polizei- und Spionageorganisation - New York City Police Department's Intelligence Division (Intel) - hausgemachte muslimische Terroristen aufspüren. In dieser Hinsicht sind ihre Erfolge fragwürdig, meint Michael Greenberg. Sehr gut ist Intel aber offenbar im Terrorisieren und Einschüchtern von Occupy-Aktivisten, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen: "Er sehe im Kriminalgericht immer häufiger friedliche politische Aktivisten auf Beobachtungslisten für Terroristen landen, erklärte mir Gideon Oliver, Präsident der New Yorker Abteilung der Nationalen Anwaltskammer, die zusammen mit der Legal Aid Society, kostenlose Rechtsberatung für verhaftete Aktivisten anbietet. Martin Stolar verteidigte kürzlich einen Occupy-Aktivisten, der wegen unerlaubten Betretens eines Grundstücks vor Gericht stand. In den vorgerichtlichen Untersuchungen brachte ein Intel-Detektiv die Beweise vor und legte damit nahe, so Stolar, dass sein Mandant, ein bekannter Occupy-Aktivist, unter Beobachtung stehe und gezielt verhaftet wurde. 'Zur Gerichtsverhandlung', sagte Stolar, 'haben sie dann einen einfachen Polizisten geschickt, um Intel zu schützen.'"


Außerdem: Fintan O'Toole liest Gordon Bowkers hagiografische Joyce-Biografie. Anne Applebaum amüsiert sich mit einer Reihe von Büchern über erfolgreiche russische Spione. Elisabeth Sifton und Fritz Stern würdigen die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und Hans von Dohnanyi.

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Rolling Stone (USA), 27.09.2012

Bild zum ArtikelSabrina Rubin Erdely schildert in einer ausführlichen Reportage die Hintergründe eines gescheiterten Bombenanschlags einiger so grundnaiver wie radikalisierter Occupy-Aktivisten in Cleveland unter der Anleitung eines FBI-Informanten, der der zuvor orientierungslos agierenden Gruppe den Anschlag allerdings offenbar regelrecht einflüsterte: "Und es handelte sich dabei nicht um irgendeinen Informaten, sondern um einen zuckersüß daherredenden Ex-Knacki, einen unverbesserlichen Gesetzesbrecher, der noch zusätzliche Anzeigen einheimste, während er schon auf der Gehaltsliste des FBI stand. Von Anfang an nährte die Regierung die destruktiven Tagträume der Jungs, ermunterte sie bei jedem Schritt und gab ihnen den Mut und die Werkzeuge, um ihre 'Fight Club'-artige Sprücheklopferei in die Realität umzusetzen. Beobachtet man, wie sich diese Verschwörung unter den Fittichen des Informanten entwickelt hat, so sieht man fünf junge Männer, die mit gewaltigem staatlichen Aufwand von rebellischen Idealisten zu terroristischen Teufeln geformt werden. Diese Entwicklung hat deutlich den Beigeschmack dessen, was man einst 'in die Falle locken' nannte. Und doch, sagt der frühere FBI-Agent Michael German, hätte das FBI noch vor dem 11. September die Idee, terroristische Verschwörungen mitanzuschieben, um sie dadurch zu entschärfen, als lachhaft abgetan. 'Doch was einst als eine für den Notfall vorgesehene Methode gerechtfertigt wurde, hat sich zu einem als normal angesehenen Bestandteil der regulären Arbeit der Strafjustizbehörden gewandelt.'"

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Archiv: Magazinrundschau

1. Katzen trampeln nicht

14.05.2013. In New Republic findet es Margaret Atwood ganz einfach, die neuen Medien zu verstehen. Man kann sogar selbst Regeln für sie setzen, meint Roberto Saviano in La Republicca. Der New Yorker untersucht Vor- und Nachteile der Online-Universität. Der Believer erinnert an den Künstler Sadakichi Hartmann. Terrence Malick arbeitet mehr als man meint, versichert die Los Angeles Review of Books. Bloomberg Businessweek schaut unter die riesige Motorhaube von Netflix. Das New York Magazine porträtiert einen unglaublich souveränen Michael Douglas. Mehr lesen

Stürme von Judasküssen

07.05.2013. In der London Review of Books zeichnet Ian Sinclair ein aasiges Bild von der Beerdigung Margaret Thatchers. Das New York Magazine erklärt, wie für ein balloon toy von Jeff Koons der Preis von 30 Millionen Dollar gesetzt wird. In Frankreich möchte der Regisseur Michel Hazanavicius die Internetprovider für die Filmfinanzierung anzapfen. In Amerika möchte Susan Crawford die Telekoms gründlich renovieren, um endlich überall schnelles und günstiges Internet zu haben. Der Antisemitismus vergiftet alles in Ungarn, ruft in Nepszabadsag der Politiker Béla Markó. Drogenkonsum wird erst durch Informationsmangel richtig gefährlich, lernt der GuardianMehr lesen

Übermaß an Liebe

30.04.2013. n+1 geht den Tonarten Hilary Mantels nach. The New Republic bewundert die chinesische Einfachheit des georgianischen Dichters Edward Thomas. Slate.fr sucht eine neue revolutionäre Klasse. Rumänische Filmregisseure werden auf der ganzen Welt geachtet, nur nicht in Rumänien, lesen wir in HVG. In The National Interest sucht Walter Laqueur vergeblich nach der vielbeschworenen Marx-Renaissance. Der New Yorker liest Bücher über den amerikanischen Drohneneinsatz. Der Guardian erleidet den Liebestod. Mehr lesen

#surreal

23.04.2013. Das Attentat von Boston wird vor allem den Tschetschenen schaden, fürchtet The Atlantic. Das New York Magazin beobachtet die Verdrängungstaktiken der Chassidim in New York. In Rumpus erklärt Aleksandar Hemon, warum nur die ganz Privilegierten glauben, es gebe keinen Fortschritt. Die LRB singt dem russischen Performancekünstler Vladik Monroe ein Abschiedslied. In Eurozine erklärt Etgar Keret das Hebräische als Literatursprache. Dem Murdoch-Imperium geht's prächtig, meldet Bloomberg Businessweek. In der NYRB ärgert sich John Gray über den inkohärenten Mischmasch der Marxschen Philosophie. In Bidoun erzählt Larry Gagosian, warum Cy Twombly den armenischen Maler Arshile Gorky liebte. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Selbstzensur ist ein Thema

16.04.2013. Wer Mathematik besser verstehen will, sollte stricken, empfiehlt der American Scientist. The Quarterly Conversation erklärt, warum Czesław Miłosz Kalifornien liebte. Elet es Irodalom besucht eine Robert-Capa-Ausstellung. Der New Yorker porträtiert die Mars-Pioniere Adam Steltzner und John Grotzinger. In n+1 erklärt Sally Potter, warum sie den Hass auf Margaret Thatcher frauenfeindlich findet. In La regle du jeu erklärt Atiq Rahimi, warum sich globale Krisen immer in Afghanistan kristallisieren. Der Global Mail besucht Flüchtlinge im indonesischen Sex-Ferienort Cisaru. Vanity Fair porträtiert Felix Baumgartner. Mehr lesen

Amoralische Landschaften

09.04.2013. In The Virginia Quarterly Review sieht der Verleger Richard Nash Bücher im Cockpit in die Zukunft fliegen. Rue 89 erklärt das chinesisch-koreanische Verhältnis. Micromega beobachtet weibliche Proteste beim Weltsozialforum in Tunis. In The Brooklyn Rail erklärt der Regisseur Olivier Assayas, warum die Siebziger für den Einzelnen so gefährlich sein konnten. Im New Yorker kennt Susan Faludi dafür ein konkretes Beispiel: die Feministin Shulamith Firestone. Vice schildert die Situation der Roma in Slowakien. Die NYRB lernt von Lawrence Wright, wie das amerikanische Finanzamt aus Scientology eine Religion machte. Mehr lesen

Erst Geld macht Medien

02.04.2013. In der LRB fragt John Lanchester, warum Fantasy vom literarischen Publikum gesnobbt wird. Der New Yorker erklärt am Beispiel von Vice, wie man im Internet mit Inhalten Geld verdient. Für Salon.eu.sk besucht Andrzej Stasiuk die lebenslustigen Goralen. Die Lettre feiert ihren Fünfundzwanzigsten. Slate.fr berichtet über israelische Mafiakriege. Der Hollywood Reporter besucht einen Pionier des Filmnerdtums im Netz. HVG durchleuchtet am Beispiel von Janos Esterhazy die Abgründe der slowakisch-ungarischen Beziehungen. Mehr lesen

Das ist reines Zocken

25.03.2013. Le Monde fragt, wer ist der Guru von Beppe Grillo und präsentiert Gianroberto Casaleggio als leicht unheimliche New-Age-Figur. Espresso bringt ein apokalyptisches Video Casaleggios. The Atlantic erzählt, warum der jordanische König nicht so demokratisch sein kann wie er möchte. Elet es Irodalom stellt ein Buch über "Ungarische Besatzungstruppen in der Sowjetunion" vor. La vie des idees erzählt, wie man in Frankreich den Tod laizisiert hat. Im Guardian erklärt Taiye Selasi, warum sie die Frage "Wo kommst du her?" kaum beantworten kann. Fast Company lernt von Kickstarter, warum Mädchen mit Lithografieprojekten immer zu bevorzugen sind. Wired möchte nicht Verleger sein. Mehr lesen

Am Ende als Helden gefeiert

19.03.2013. Vanity Fair erzählt, wie London zum sicheren Hafen der Oligarchen und Superreichen wurde. The Nation stößt bei jungen Griechen auf eine regelrechte Aufbruchsstimmung. The New Statesman fürchtet dagegen das wohlhabende und sichere Deutschland. Die LRB blickt auf die verfahrene Situation in Ägypten. In der New York Times graut Martin Caparros vor dem heiligen Geist, der nun noch kräftiger durch Argentinien wehen wird. Letras Libres hofft auf die heilsame Wirkung legalen Marihuanas in den USA. Der New Yorker stellt die meistgehasste Frau Australiens vor. Und Telerama wiegt sich zu den samtenen Klängen des kapverdischen Morna. Mehr lesen

Zu neuem Funde

12.03.2013. Die NYT erzählt, wie Amazon und Apple auf dem Weg zur Weltherrschaft einen Markt für gebrauchte digitale Güter aufbauen. Elet es Irodalom gefallen die frischen jungen Gesichter, die die italienischen Wahlen in die Politik gespült haben. Je langweiliger Politik ist, desto besser, meint Javier Cercas in der Monde diplo. In The New Republic erinnert sich Paul Berman an die prächtig gepanzerten Backen von Hugo Chavez. Der New Yorker freut sich über seinen Überbiss. Port Magazine porträtiert den ugandischen Kaffeeproduzenten Andrew Rugasira als guten Kapitalisten. Buzzfeed porträtiert die mexikanische Lehrerin Elsa Hernandez Gonzalez als wahre Speerspitze im Kampf gegen Drogen. N+1 porträtiert den Filmemacher Michael Haneke als Sadomodernen. Mehr lesen

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05.03.2013. Der Rolling Stone schildert die Selbstverständlichkeit, mit der in der US-Army vergewaltigt wird. In Accents beschreibt Jean Jourdheuil die Musik in Heiner Müllers Füßen. Men's Journal begleitet einen Ex-Medienmogul und einen Evangelikalenführer zum Treffen mit einem Kannibalen in Liberia. Der Spectator versteht nicht, warum Britten Mahler Elgar vorzog. In Bloomberg besteht Evernote-Gründer Rob Walker darauf, dass sein Dienst antisozial ist. Rue 89 beobachtet den Neo-Luddismus. Die NYRB sucht Islamisten in Mali.  Mehr lesen

Harvey explodierte

26.02.2013. In The Brooklyn Rail erzählt der Animationsfilmer Ralph Bakshi, warum er Glück hatte, arm aufzuwachsen. Die NYT erklärt, warum wir Zucker, Salz und Fett nicht widerstehen können. Genau darum muss der Staat uns vor uns selbst schützen, lernt die NYRB. Und The Atlantic sammelt schon mal die Daten, die beweisen, wie sehr wir beim Essen gesündigt haben. Im New Statesman singt Jeannette Winterson ein Loblied auf den kreativen androgynen Geist. Im Guardian erzählt Aleksandar Hemon, warum er als Erwachsener seine ästhetischen Prinzipien revidieren musste. Und in El Pais erklärt Sergio Alvarez, warum der magische Realismus nicht mehr zeitgemäß ist. Mehr lesen

Bringt mir die Kosmologen!

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Forensische Romanze

12.02.2013. In Newsweek liest Simon Schama aus den Knochen Richards III. Die Financial Times besucht die Amazon-Sklaven im britischen Städtchen Rugeley. Im New York Magazine erzählt Oscar de la Renta, wie der Schuldeneintreiber von Tennesse Willliams über ihn herfiel. In Salon schreibt Adam Michnik an Michail Chodorkowski. The Nation feiert den Avantgardisten Wiktor Schklowski. In Slate.fr holt uns Michel Serres in die Zukunft zurück. Und in n+1 singt Valery Nugatov ein Liebeslied an die zeitgenössische Kunst. Mehr lesen

Boomzeit für die Unzufriedenheitsindustrie

05.02.2013. In der NYRB bewundert Lorrie Moore das Shakespearesche Format der Agenten in "Homeland". In der LRB lernt Stephen Smith über Mali: Wenn nichts mehr hilft, bleibt nur noch "Schlag den Maulwurf". Der Sozialismus ist eine bürgerliche Idee, erklärt der Historiker Jacques Julliard in nonfiction. In Elet es Irodalom möchte Miklós Tamás Gáspár die Hochschulen revolutionieren. Der Economist feiert das neue skandinavische Supermodel. In Eurozine warnt Ivan Krastev vor dem transparenten Staat. Der National Geographic reist durch ein reformwilliges Libyen. Mehr lesen

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