Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

War er in Vietnam? Hat er Krebs?

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

11.09.2012. Im TLS denkt Gabriel Josipovici darüber nach, warum man Kafka so leicht missversteht. In Nepszabadsag ermuntert Ákos Szilágyi die ungarische Zivilgesellschaft mit Augustinus. Al Ahram setzt sich der Kunst zuliebe den Ratten aus. In der NYRB fordert George Soros: Deutsche raus aus dem Euro. Slate.fr stellt klar: das Netz ist nicht Vichy. Sozialstaat gibt's bald nur noch in Asien, meint der Economist. Der New Statesman lernt die vegasmäßige Definition von unfair. In der NYT bewundert Zadie Smith, wie Jay-Z die Welt schwarz malt.

The Times Literary Supplement (UK), 07.09.2012

Zu schnell, zu ungeduldig sind die meisten Autoren, wenn sie Kafka interpretieren, meint der Autor und Literaturprofessor Gabriel Josipovici in einem sehr kritischen Artikel zu einer Reihe von Neuerscheinungen zum Werk Kafkas. Wie man vorgehen sollte, veranschaulicht ihm Ute Dengers in ihrem Essay über Kafkas Skizze "Zerstreutes Hinausschaun": "Sie zeigt, wie vorsichtig und mit welch feinem Gehör Kafka Sprache benutzte. Das Stück erzählt von einem 'wir', einem 'man', das zum Fenster geht und hinausschaut, während die Sonne nach einem grauen Tag untergeht, sieht, wie sie das Gesicht eines kleinen Mädchens erhellt, 'das so geht und sich umschaut', dann sieht man den Schatten eines Mannes auf ihr, der sie überholt. 'Dann ist der Mann schon vorübergegangen und das Gesicht des Kindes ist ganz hell', endet der Text. Der Mann, schlägt Degner vor, 'verkörpert den linearen Leser, der den Text rasch überfliegt; das Mädchen folgt einem ruhigeren Lesemodell' - lässt den Geist wandern, so wie wir den unseren über der Geschichte schweben lassen, Spiegelungen und Übereinstimmungen bemerken und keine schnellen Schlüsse ziehen."

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Nepszabadsag (Ungarn), 02.09.2012

Bild zum ArtikelAls "politische Asketen" hat der ungarische Soziologe Lajos Leopold vor über 100 Jahren jene Menschen bezeichnet, die sich - aus Feigheit, Bequemlichkeit oder moralischen Gründen - von der "dreckigen" Politik fernhalten. Der Dichter und Literaturwissenschaftler Ákos Szilágyi hält das - ausgerechnet in der heutigen Zeit zunehmender Politikverdrossenheit - für den falschen Weg. Denn gerade wenn die Politik am tiefsten sinkt, meint er, ist die Zivilgesellschaft, sind Gewerkschaften und andere Bürgerinitiativen gefordert. Doch gerade sie scheinen heute zu schweigen:  "Entweder haben sie sich im Prozess der Wende nicht herausbilden können oder sie sind gerade im Begriff, vor der Politik zu fliehen. Anstatt durchzuhalten, weichen sie zurück. Die politische Askese ist also nicht so sehr eine vornehme Distanz zur dreckigen Politik, als vielmehr eine Flucht vor dem gemeinsamen Auftrag: Ein sich Drücken vor dem Kampf um die ungarische Demokratie. Dabei können wir die gemeinsame Sache nicht aufgeben, ohne dabei uns selbst, unsere Selbstachtung und unser bisheriges Leben aufzugeben. Augustinus liegt richtig, wenn er behauptet, dass jede Flucht ein Werk des Teufels ist. Wer im Kampf ermüdet und seinen Mut verliert, gibt dieser Versuchung nach: Er lässt den Teufel herein. In unserem Fall ist dieser Teufel der Teufel der Macht: Die Tyrannei."


In einem Nebenzweig der obigen Debatte hatte der Historiker Gábor Gyáni die Meinung geäußert, dass die "Aufnahme" des Holocausts in den Kreis der Traumata der ungarischen Nation, in dem jetzt das so genannte Trianon-Syndrom das vorherrschende Trauma ist und alles andere überlagert, noch lange auf sich warten lassen wird (mehr dazu hier). Ignác Romsics ist in dieser Frage optimistischer: "Ich halte die zeitgemäße Erneuerung des auf tragische Weise unterbrochenen und anschließend entgleisten liberalen und integrativen Modells der Nationbildung ganz und gar nicht für hoffnungslos. Deren detaillierte Konzipierung und Durchführung ist die Aufgabe der ungarischen geistigen Elite. Wenn die intellektuellen Meinungsmacher in der Lage wären, einen wohl durchdachten und historisch nuancierten Sprachgebrauch auszuarbeiten, der die Traumata bewusst beim Namen nennt und diese miteinander in einen interpretatorischen Zusammenhang stellt und der ... nicht die Elemente betonen würde, die uns voneinander trennen, sondern jene, die uns miteinander verbinden - dies wäre ein Beispiel, das mit der Zeit den überwiegenden Teil der Gesellschaft überzeugen könnte. In der so durchdachten und gestalteten nationalen Erinnerung könnte jede historische Unbill, Niederlage und Schuld den Platz erhalten, der ihr gebührt. Sowohl Trianon als auch der Holocaust."

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Prospect (UK), 03.08.2012

Bild zum ArtikelNach den Skandalen bei der Stimmenauszählung in Florida im Jahr 2000, könnte der Bundesstaat auch bei dieser Präsidentenwahl wieder wahlentscheidend sein oder gar Schlagzeilen machen, fürchtet Diane Roberts. Hintergrund ist ein von Republikanern verschärftes Wahlgesetz, das die im Zuge der Erfahrungen aus dem Jahr 2000 eingeführten Liberalisierungen weitgehend zurückgenommen hat. "Sobald das Gesetz im Mai [2011] in Kraft getreten war, ging die Zahl der neuen Wahlregistrierungen stark zurück. Obwohl die Einwohnerzahl Floridas in den vergangenen vier Jahren gestiegen ist, ist die Zahl der Leute, die sich für eine Wahlkarte eingetragen haben, ohne die sie ihre Stimme nicht abgeben können, um 81.000 gesunken. Diverse Rechtsgruppen legten Klage ein. Ein verärgert klingender Richter, der einen Großteil des Gesetzes für ungültig erklärte, kommentierte: 'Wenn es das Ziel ist, die Leute von dem für die Wahlregistrierung nötigen Amtsweg abzuhalten und es damit neuen Wählern zu erschweren, sich zu registrieren, so scheint hierfür ein erfolgreicher Weg gefunden. Ansonsten gibt es wenig Grund für solche Auflagen.' Unglücklicherweise erlaubt es jener Teil des Gesetzes, den der Richter nicht annulliert hat, dem Staat, eine frühe Stimmabgabe auszuschließen. Zuvor war es möglich, seine Stimme schon zwei Wochen vor dem Wahltag beim Gericht zu hinterlegen. Diese Periode wurde nun auf acht Tage beschränkt."

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Al Ahram Weekly (Ägypten), 06.09.2012

Bild zum ArtikelEins steht fest: an der miserablen Situation der ägyptischen Theater hat die Revolution bisher nichts geändert, notiert eine wütende Nehad Selaiha nach dem Besuch des Stücks "Madad Ya Shikanara!", einer Koproduktion des Jugendstaatstheaters mit dem Al-Samer Kulturpalast Ensemble: "Obwohl die Show gut war, die Wahl des Veranstaltungsorts, wenn man ihn so nennen kann, war schmerzhaft ironisch. Hier waren zwei große, Theater spielende Staatsorganisationen, die ihre Kräfte für eine wertvolle Initiative bündelten, und der einzige Raum, den sie dafür finden konnten, war dieses felsige, rattenverseuchte, ummauerte Stück Ödland. Das allein spricht Bände über den schrecklichen Theaterraummangel in Ägypten und die jahrzehntelange kriminelle Vernachlässigung der Infrastruktur für Theater."


Außerdem: Mai Samih besucht einen Workshop für creative writing der britischen Autorin Linda Cleary in Kairo.  Der Islamist ist immer zu 100 Prozent überzeugt, dass er Recht hat, meint der Jurist und politische Berater Tarek Heggy. Schon deshalb könne man mit ihm keinen modernen Staat aufbauen. Und Gamil Matar erklärt Ägyptens Präsident Mursi, der gerade heftig den Iran kritisiert hatte, am Beispiel der Amerikaner, warum man besser nicht Außenpolitik mit Religion vermischt.

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The New York Review of Books (USA), 27.09.2012

Bild zum ArtikelDeutschlands Euro-Politik, meint George Soros, führt im günstigsten Fall nur zu Depression, politischen Konflikten und sozialen Spannungen, im schlechteren Fall zum Zerfall der Europäischen Union: "Je später dies passiert, umso schlimmer werden letztendlich die Folgen. Dies ist so eine bedrückende Aussicht, dass es an der Zeit Alternativen in Betracht zu ziehen, die noch vor kurzen undenkbar gewesen wären. Meiner Einschätzung nach wäre es das beste, Deutschland dazu zu bringen, sich zu entscheiden: ein wohlmeinenderer Hegemon zu werden, also eine führende Nation, oder den Euro verlassen. Mit anderen Worten: Deutschland muss führen oder gehen."


In die blödeste Biologismus-Falle getappt sieht Zoe Heller Naomi Wolf mit ihrer Vagina-Biografie, in der sie nicht nur die direkte Verbindung von Vagina und Gehirn offenlegt, sondern auch unser Leben in der Savanne bemüht, um die kosmische Bedeutung der Vagina zu erklären - und des vaginalen Orgasmus: "Eine glückliche heterosexuelle Vagina braucht, um das Offensichtliche auszusprechen, einen zeugungskräftigen Mann."

Außerdem: Joyce Carol Oates lobt Zadie Smith' neuen London-Roman "NW" als "düsteres und nuanciertes Portät einer multiethnischen Kultur in den letzten Zügen vor dem kollektiven Nervenzusammenbruch". Und Sue Halpern entnimmt einer Reihe von Neuerscheinungen, dass Kriminelle und Mafiosi längst die Hackerszene gekapert haben.

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Elet es Irodalom (Ungarn), 07.09.2012

Bild zum ArtikelKürzlich hat Ungarn den im Jahre 2006 wegen Mordes an einem Armenier zu lebenslanger Haft verurteilten Aserbaidschaner Ramil Safarow an seine Heimat ausgeliefert und damit einen handfesten internationalen Skandal ausgelöst. Denn Safarow wurde, anders als von der ungarischen Seite angenommen, nach seiner Ankunft in Baku begnadigt und als Held gefeiert - Armenien ist schockiert. Der Auslieferung vorausgegangen war ein Gipfeltreffen zwischen Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán und dem aserbaidschanischen Staatschef Ilham Alijew, der den Kauf ungarischer Staatsanleihen durch den staatlichen Erdölfonds Aserbaidschans im Wert von bis zu drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Für den Journalist János Széky zeigen diese Verhandlungen, dass der ungarischen Führung inzwischen jedes Mittel recht ist, die Schulden des Landes zu finanzieren, ohne den Bedingungen westlicher Geldgebern wie EU und IWF nachkommen zu müssen. "Wie konnte die ungarische politische Kaste innerhalb von 23 Jahren so tief sinken?" fragt sich Széky und gibt dem Nationalismus die Schuld: "Viktor Orbán hat nicht nur keine Ahnung von den beiden wichtigsten Themen der Regierungsarbeit, nämlich von der Wirtschaft und der Außenpolitik - vielmehr ist alles, was im modernen Zeitalter und unter demokratischen Umständen zur Aufsicht dieser beiden Bereiche notwendig ist, seinem Wesen völlig fremd: Dass er nämlich mit den Interessen und Überzeugungen anderer, unabhängiger wirtschaftlicher Akteure oder Länder rechnen sollte. Überhaupt, dass er rechnen sollte! Der Nationalismus macht dies überflüssig, denn in seinen Augen existieren allein unsere Interessen, nur diese werden verletzt (und zwar konstant, was für eine Ungerechtigkeit!), nur diese müssen durchgesetzt werden, und wenn es nicht gelingt, ist die Welt dran schuld. Orban ... führt das Land in eine wirtschaftliche Katastrophe und in eine demütigende internationale Isolation. Der heutige ungarische Nationalismus ist äußerst unpatriotisch."

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London Review of Books (UK), 13.09.2012

Bild zum ArtikelIn einem nur online veröffentlichten, sehr wütenden Text schreibt sich Eliot Weinberger seine ganze Abscheu vor Mitt Romney von der Seele: "Sein Wahlkampfnarrativ (...) sollte simpel sein: 'Die Wirtschaft ist ein einziges Durcheinander, es braucht einen erfolgreichen Geschäftsmann, um aufzuräumen!' Dass die Demokraten sich irgendwann dafür interessieren würden, wie genau er zu seinen 250 Millionen Dollar gekommen ist, schien ihm nie einzufallen. Die Amerikaner bewundern Mega-Kapitalisten, die tatsächlich etwas zustande bringen - man denke an die Kanonisierung des Heiligen Steve Jobs trotz aller umstrittener Fabriken in Asien - doch Mitt, wie häufiger herausgestellt wurde, ist bloß Gordon Gecko [aus Oliver Stones "Wall Street"], ein Meister des Universums der fremdfinanzierten Übernahmen. Gewöhnliche Sterbliche haben ihre liebe Not zu verstehen, wie das funktioniert, doch sie können die Ergebnisse sehen: Die geschlossenen Fabriken, zehntausende Arbeitslose, das Protzen mit dem Wohlstand, die berühmte Fotografie von Mitt und den Bain-Kapitalisten, die sich für das Posieren 20-Dollarscheine in Mund und Ohren gestopft haben. Niemand, noch nicht einmal die Experten, können sich sein byzantinisches System zur Steuervermeidung erklären."


Weiteres: Rosemary Hill besucht die renovierte William Morris Gallery in Walthamstow. James Meek rauft sich gehörig die Haare über die von der Thatcher-Regierung auf den Weg gebrachte Privatisierung der britischen Stromnetze, die sich nun in der Hand von deutschen und französischen Konzernen befinden. Jeremy Harding macht sich Sorgen um Francois Hollande. Marina Warner ist sehr fasziniert von thailändischen Tempelstatuen, die die Leiden in der Hölle darstellen. Peter Pomerantsev schreibt Tagebuch in der russischen Community New Yorks. Und Colm Tóibín liest Mario Vargas Llosas Roman "Der Traum des Kelten".

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Slate.fr (Frankreich), 06.09.2012

Bild zum ArtikelTitiou Lecoq sammelt die größten Sottisen französischer Politiker, Journalisten und Respektspersonen gegen das Internet (Alain Finkielkraut: "das Internet ist ein Abfalleimer der Information") und nimmt sie dann auseinander. Dafür bestätigt sich ihr das "Godwin-Gesetz", wonach in jeder Diskussion, je länger sie dauert, der Nazivergleich kommen wird. "Sie gehen von der falschen Annahme aus, dass die Anonymität im Netz total sei und kommen von dort aus auf die Idee, dass das Netz mit dem Vichy-Regime zu vergleichen sei. Dieser Vergleich ist besonders abstoßend: Die Denunziationsbriefe unter Pétain konnten einen ins KZ bringen. Nein, Patrick Sébastien, Philippe Val und Luc Ferry, Sie werden nicht in Auschwitz landen, weil irgendwer im Netz Sie als großes Arschloch bezeichnet hat. Und man wird Bloggern, die unter Pseudo schreiben nun auch nicht gleich die Haare scheren."

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New York Magazine (USA), 09.09.2012

Bild zum ArtikelLane Brown spricht mit einigen Schauspielern aus Mad Men, die irgendwann erfahren mussten, dass sie in der Serie abgesetzt werden. Aber das Leben ist voller Überraschungen. Paul Kinsey etwa, der in den ersten Staffeln durch eine Liebesgeschichte mit einer schwarzen Frau auffällt, kommt nach einigen Staffeln wieder. Frage: "Paul, Sie kommen als Hare Krishna wieder. Haben die Ihnen das wenigsten erzählt, bervor Sie an den Drehort kamen?" Kinsey: "Naja, ein bisschen wusste ich, weil mir die Proudzenten gesagt hatte, dass ich meine Haare abrasieren soll. Aber dann waren sie doch wieder vage. Ich fragte mich: 'War er in Vietnam? Hat er Krebs?'" Frage: "Bis zu welchem Grade herrscht Geheimhaltung?" Kinsey: "Schon was von der CIA gehört? Die sind Waisenknaben dagegen."

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Magyar Narancs (Ungarn), 23.08.2012

Bild zum ArtikelUnlängst hat András Gerö seinem Historikerkollegen  Ignác Romsics vorgeworfen (mehr dazu hier auf Ungarisch), seine Beschreibungen der historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Ungarn ließen eine antisemitische Lesart zu. (Dabei geht es um den Umgang mit der Tatsache, dass etwa zwei Drittel der Kommissare der ungarischen Räterepublik von 1919 jüdischer Herkunft waren, weshalb der Kommunismus von vielen Ungarn bis heute als eine "jüdische Sache" und der darauf folgende Antisemitismus der Horthy-Ära als "nachvollziehbare Folge" betrachtet werden; nach eben diesem Muster wird die Tätigkeit vieler Holocaust-Überlebender in der kommunistischen Regierung nach 1945 als "jüdische Rache" angesehen.) Im Gespräch mit Magyar Narancs frläutert Gerö seine Kritik: "Antisemitismus kann ... auf unterschiedlichen sprachlichen Ebenen funktionieren: er hat eine derbere, offen judenfeindliche und auch eine verfeinerte, ästhetisierende Erscheinungsform. Romsics bedient sich von Zeit zu Zeit einer gemäßigten, elaborierteren Form der Darstellung. Der intellektuelle Rahmen, in den er die (nach welchen Kriterien auch immer definierten) Juden stellt, führt früher oder später zu antisemitischen Interpretationen. Um bei dem Beispiel der Räterepublik zu bleiben: Wenn er in einem geschichtlich destruktiven Prozess allein bei den Juden auf die Herkunft hinweist, dann fällt aufgrund dieser Erzählweise die gesamte Schuld auf sie zurück. (..,) Die Geschichtswissenschaft ist sich bis heute nicht bewusst, dass die Erforschung der Geschichte nur zu 50 Prozent aus Quellen besteht. Um mindestens 50 Prozent geht es dabei auch um Sprache. (...) Wenn wir an den Punkt gelangen, dass es zu einer offen diskutierten Frage wird, wann zum Beispiel die jüdische Herkunft relevant ist und wann nicht, dann haben wir bereits einen riesigen Schritt nach vorn getan."

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The Economist (UK), 08.09.2012

Bild zum ArtikelDie Geschwindigkeit, mit der in Asien derzeit Sozialstaatstrukturen entstehen, lässt den Economist geradezu ins Schwindeln geraten: "Betrachtet man die Renteneinführung im Deutschland der 1880er Jahre als Beginn und Großbritanniens Begründung des Nationalen Gesundheitsdiensts im Jahr 1948 als Gipfel der Entwicklung, dauerte die Entwicklung der europäischen Sozialstaaten über ein halbes Jahrhundert. Einige asiatische Länder werden dafür eine Dekade benötigen. Wenn sie es falsch angehen, insbesondere durch unleistbare Versprechungen, könnten sie damit die dynamischste Wirtschaft der Welt ruinieren. Doch wenn sie leistbare Sicherheitsnetze schaffen, verbessern sie damit nicht nur das Leben ihrer eigenen Bürger, sondern könnten selbst eine Vorbildfunktion einnehmen. In einer Zeit, in der die Regierungen der reichen Welt dabei versagen, ihre Staaten neu zu gestalten, um mit einer alternden Bevölkerung und klaffenden Budgetdefiziten umzugehen, könnte dies ein weiterer Bereich sein, in dem Asien dem Westen zuvorkommt." Siehe dazu ausführlicher auch diesen Artikel.


Außerdem wird eine Studie vorgestellt, die mittels Infrarot-Technologie den Einfluss von Dirigenten auf die Leistungen eines Orchesters ermittelt hat. In Großbritannien wappnet man sich mit Stimmungsmache gegen ausländische Studenten für den kommenden Wahlkampf, erfährt man hier.

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The Atlantic (USA), 06.09.2012

Mächtig beeindruckt berichtet Alexis C. Madrigal von einem Besuch bei Google Maps, wo inzwischen innerhalb von zwei Wochen mehr Daten organisiert werden als Google im ganzen Jahr 2006 zur Verfügung hatte - und das schließt nicht aus, dass Kreuzungen nach Nutzerbeschwerden von Hand neu gezeichnet werden. Madrigal sieht in diesen Daten womöglich den größten Vorteil Googles gegenüber dem größten Konzern der Welt - Apple: "Nicht nur um ihrer selbst willen, sondern weil Ortungsdaten alles, was Google tut, wertvoller machen. Oder, wie mein Freund und Science-Fiction-Autor Robin Sloane es mir sagte: 'Ich bleibe dabei, dass dies Google Kerngeschäft ist. In 50 Jahren wird Google die self-driving car company sein, ermöglicht durch die tiefe Detailkenntnis in den Karten. Und, ach ja, eine Suchmaschine wird es auch noch irgendwo haben."

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The New Statesman (UK), 10.09.2012

Bild zum ArtikelDer britische Autor David Flusfeder spielt professionelles Poker in Las Vegas. Er erzählt von seinen Erfahrungen und zeichnet nebenbei ein etwas anderes Bild der Stadt, die GQ letzte Woche "500.000 Dollar die Nacht"-Partystadt beschrieben hatte: "Vor fünf Jahren war Las Vegas die am schnellsten wachsende Stadt der Vereinigten Staaten, mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent. Heute liegt die Arbeitslosenquote bei über 12 Prozent. Die Kriminalitätsrate ist hoch und steigt weiter. In diesem Jahr rechnet man mit 130 Totschlagsdelikten und 16.500 Gewalttaten - das ist zweieinhalb mal so hoch wie der nationale Durchschnitt. Die größte anti-Kriminalitätsinitiative der Polizei, die ich im Juli dort gesehen habe, war das harte Durchgreifen gegen Hausierer, die ohne Lizenz Flaschen mit Trinkwasser verkaufen. Sie gehören zum normalen Straßenbild wie die mexikanischen Familien, die Anzeigenzettel für erotische Dienste auf dem Las Vegas Boulevard verteilen und die Touristen, die in der Wüstenhitze über den Strip latschen, sind dankbar. Aber, wie das Las Vegas Review-Journal über eine Familie berichtete, die von Sicherheitskräften des Planet Hollywood verwarnt worden war, 'Delores Smith, 20, erkennt, dass es unfair ist gegenüber den überteuerten lizensierten Geschäften, wenn sie und ihre Cousins Wasser für einen Dollar verkaufen'. Das ist ein interessanter und sehr vegasmäßiger Gebrauch des Wortes 'unfair'."


Bild zum ArtikelRachel Halliburton porträtiert den syrischen Cartoonisten Ali Ferzat, den Schergen Assads letztes Jahr brutal verprügelt und beide Hände gebrochen haben. Heute lebt Assad vorwiegend in Kuwait, Halliburton traf ihn anlässlich einer Ausstellung in London, wo er ihr erzählte, warum seine Karikaturen seit dem Aufstand keine Typen, sondern Individuen darstellen. Assad zum Beispiel: "Einige Monate, bevor der Aufstand anfing, fühlte ich, dass die Dinge sich schneller bewegten. Ich musste diese Veränderung festhalten, ohne lange nach einer Symbolik dafür suchen zu können. Aber ich wollte mich auch von der Angst freimachen, ihn persönlich zu porträtieren. Nicht zuletzt, weil die Revolution genau jetzt Karikaturen brauchte, die die Leute bei den Protesten tragen konnten, die sie auf der Straße hochhalten konnten. Ich habe immer wieder Demonstranten in ganz Syrien gesehen, die meine Karikaturen tragen. Und ich bin stolz darauf."

Und: Laurie Penny ("The vagina can monologue, but it takes a cunt to throw a brick through a window.") und Helen Lewis ("mystic woo woo to the froo froo") nehmen Naomi Wolfs "Vagina"-Biografie auseinander.

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The New York Times (USA), 06.09.2012

Bild zum ArtikelZadie Smith trifft sich für's T-Magazine der NYT mit Jaz-Z auf ein Sandwich und versucht, die erstaunliche Entwicklung des aus eher kleinen Verhältnissen stammenden Rappers zu einem der erfolgreichsten Musikunternehmer unserer Zeit zu ergründen. Bei allem aufdringlich zur Schau gestellten Reichtum hat er doch seine Herkunft aus unterprivilegierten Verhältnissen nicht vergessen, meint sie, im Gegenteil: das Großtun ist seine Art, diese Verhältnisse umzudrehen: "Auf [dem zusammen mit Kanye West aufgenommenen Album] 'Watch the Throne' feiern zwei Männer ihren Ausbruch aus dem Kreislauf der Negierung. Es malt die Welt schwarz: schwarze Bar Mitzwas, schwarze Autos, Gemälde von schwarzen Mädchen im MoMA, alles schwarz. Als ob es möglich wäre, mit einem einzigen Album Jahrtausende von negativer Konnotierung rückgängig zu machen. Schwarz nicht länger als Schatten oder Kehrseite oder Gegenteil einer Sache, sondern als die Sache selbst." (Hier ein Auftritt der beiden bei Victoria's Secret Fashion Show 2011.)

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Archiv: Magazinrundschau

Affenspiel des Teufels

21.05.2013. Wired sucht im Labor von Henry Markram nach einem Minimum von Gehirn. In le Monde fordert Liao Yiwu mehr Courage von westlichen Sinologen. Im Espresso fordert Marco Travaglio mehr Courage gegen Berlusconi. In der LRB betrachtet John Lanchester durch Google Glasses das große Schweigen. HVG erinnert an die Samisdat-Zeitschrift Neues Symposion. Rue 89 warnt vor dem reaktionären japanischen Premier Shinzo Abe. Der Dallas Observer umarmt einen kleinen Roboter. Vanity Fair erzählt die verzwickte Geschichte des Blockbusters "World War Z". Mehr lesen

1. Katzen trampeln nicht

14.05.2013. In New Republic findet es Margaret Atwood ganz einfach, die neuen Medien zu verstehen. Man kann sogar selbst Regeln für sie setzen, meint Roberto Saviano in La Republicca. Der New Yorker untersucht Vor- und Nachteile der Online-Universität. Der Believer erinnert an den Künstler Sadakichi Hartmann. Terrence Malick arbeitet mehr als man meint, versichert die Los Angeles Review of Books. Bloomberg Businessweek schaut unter die riesige Motorhaube von Netflix. Das New York Magazine porträtiert einen unglaublich souveränen Michael Douglas. Mehr lesen

Stürme von Judasküssen

07.05.2013. In der London Review of Books zeichnet Ian Sinclair ein aasiges Bild von der Beerdigung Margaret Thatchers. Das New York Magazine erklärt, wie für ein balloon toy von Jeff Koons der Preis von 30 Millionen Dollar gesetzt wird. In Frankreich möchte der Regisseur Michel Hazanavicius die Internetprovider für die Filmfinanzierung anzapfen. In Amerika möchte Susan Crawford die Telekoms gründlich renovieren, um endlich überall schnelles und günstiges Internet zu haben. Der Antisemitismus vergiftet alles in Ungarn, ruft in Nepszabadsag der Politiker Béla Markó. Drogenkonsum wird erst durch Informationsmangel richtig gefährlich, lernt der GuardianMehr lesen

Übermaß an Liebe

30.04.2013. n+1 geht den Tonarten Hilary Mantels nach. The New Republic bewundert die chinesische Einfachheit des georgianischen Dichters Edward Thomas. Slate.fr sucht eine neue revolutionäre Klasse. Rumänische Filmregisseure werden auf der ganzen Welt geachtet, nur nicht in Rumänien, lesen wir in HVG. In The National Interest sucht Walter Laqueur vergeblich nach der vielbeschworenen Marx-Renaissance. Der New Yorker liest Bücher über den amerikanischen Drohneneinsatz. Der Guardian erleidet den Liebestod. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

#surreal

23.04.2013. Das Attentat von Boston wird vor allem den Tschetschenen schaden, fürchtet The Atlantic. Das New York Magazin beobachtet die Verdrängungstaktiken der Chassidim in New York. In Rumpus erklärt Aleksandar Hemon, warum nur die ganz Privilegierten glauben, es gebe keinen Fortschritt. Die LRB singt dem russischen Performancekünstler Vladik Monroe ein Abschiedslied. In Eurozine erklärt Etgar Keret das Hebräische als Literatursprache. Dem Murdoch-Imperium geht's prächtig, meldet Bloomberg Businessweek. In der NYRB ärgert sich John Gray über den inkohärenten Mischmasch der Marxschen Philosophie. In Bidoun erzählt Larry Gagosian, warum Cy Twombly den armenischen Maler Arshile Gorky liebte. Mehr lesen

Selbstzensur ist ein Thema

16.04.2013. Wer Mathematik besser verstehen will, sollte stricken, empfiehlt der American Scientist. The Quarterly Conversation erklärt, warum Czesław Miłosz Kalifornien liebte. Elet es Irodalom besucht eine Robert-Capa-Ausstellung. Der New Yorker porträtiert die Mars-Pioniere Adam Steltzner und John Grotzinger. In n+1 erklärt Sally Potter, warum sie den Hass auf Margaret Thatcher frauenfeindlich findet. In La regle du jeu erklärt Atiq Rahimi, warum sich globale Krisen immer in Afghanistan kristallisieren. Der Global Mail besucht Flüchtlinge im indonesischen Sex-Ferienort Cisaru. Vanity Fair porträtiert Felix Baumgartner. Mehr lesen

Amoralische Landschaften

09.04.2013. In The Virginia Quarterly Review sieht der Verleger Richard Nash Bücher im Cockpit in die Zukunft fliegen. Rue 89 erklärt das chinesisch-koreanische Verhältnis. Micromega beobachtet weibliche Proteste beim Weltsozialforum in Tunis. In The Brooklyn Rail erklärt der Regisseur Olivier Assayas, warum die Siebziger für den Einzelnen so gefährlich sein konnten. Im New Yorker kennt Susan Faludi dafür ein konkretes Beispiel: die Feministin Shulamith Firestone. Vice schildert die Situation der Roma in Slowakien. Die NYRB lernt von Lawrence Wright, wie das amerikanische Finanzamt aus Scientology eine Religion machte. Mehr lesen

Erst Geld macht Medien

02.04.2013. In der LRB fragt John Lanchester, warum Fantasy vom literarischen Publikum gesnobbt wird. Der New Yorker erklärt am Beispiel von Vice, wie man im Internet mit Inhalten Geld verdient. Für Salon.eu.sk besucht Andrzej Stasiuk die lebenslustigen Goralen. Die Lettre feiert ihren Fünfundzwanzigsten. Slate.fr berichtet über israelische Mafiakriege. Der Hollywood Reporter besucht einen Pionier des Filmnerdtums im Netz. HVG durchleuchtet am Beispiel von Janos Esterhazy die Abgründe der slowakisch-ungarischen Beziehungen. Mehr lesen

Das ist reines Zocken

25.03.2013. Le Monde fragt, wer ist der Guru von Beppe Grillo und präsentiert Gianroberto Casaleggio als leicht unheimliche New-Age-Figur. Espresso bringt ein apokalyptisches Video Casaleggios. The Atlantic erzählt, warum der jordanische König nicht so demokratisch sein kann wie er möchte. Elet es Irodalom stellt ein Buch über "Ungarische Besatzungstruppen in der Sowjetunion" vor. La vie des idees erzählt, wie man in Frankreich den Tod laizisiert hat. Im Guardian erklärt Taiye Selasi, warum sie die Frage "Wo kommst du her?" kaum beantworten kann. Fast Company lernt von Kickstarter, warum Mädchen mit Lithografieprojekten immer zu bevorzugen sind. Wired möchte nicht Verleger sein. Mehr lesen

Am Ende als Helden gefeiert

19.03.2013. Vanity Fair erzählt, wie London zum sicheren Hafen der Oligarchen und Superreichen wurde. The Nation stößt bei jungen Griechen auf eine regelrechte Aufbruchsstimmung. The New Statesman fürchtet dagegen das wohlhabende und sichere Deutschland. Die LRB blickt auf die verfahrene Situation in Ägypten. In der New York Times graut Martin Caparros vor dem heiligen Geist, der nun noch kräftiger durch Argentinien wehen wird. Letras Libres hofft auf die heilsame Wirkung legalen Marihuanas in den USA. Der New Yorker stellt die meistgehasste Frau Australiens vor. Und Telerama wiegt sich zu den samtenen Klängen des kapverdischen Morna. Mehr lesen

Zu neuem Funde

12.03.2013. Die NYT erzählt, wie Amazon und Apple auf dem Weg zur Weltherrschaft einen Markt für gebrauchte digitale Güter aufbauen. Elet es Irodalom gefallen die frischen jungen Gesichter, die die italienischen Wahlen in die Politik gespült haben. Je langweiliger Politik ist, desto besser, meint Javier Cercas in der Monde diplo. In The New Republic erinnert sich Paul Berman an die prächtig gepanzerten Backen von Hugo Chavez. Der New Yorker freut sich über seinen Überbiss. Port Magazine porträtiert den ugandischen Kaffeeproduzenten Andrew Rugasira als guten Kapitalisten. Buzzfeed porträtiert die mexikanische Lehrerin Elsa Hernandez Gonzalez als wahre Speerspitze im Kampf gegen Drogen. N+1 porträtiert den Filmemacher Michael Haneke als Sadomodernen. Mehr lesen

Er tänzelte mit Grazie

05.03.2013. Der Rolling Stone schildert die Selbstverständlichkeit, mit der in der US-Army vergewaltigt wird. In Accents beschreibt Jean Jourdheuil die Musik in Heiner Müllers Füßen. Men's Journal begleitet einen Ex-Medienmogul und einen Evangelikalenführer zum Treffen mit einem Kannibalen in Liberia. Der Spectator versteht nicht, warum Britten Mahler Elgar vorzog. In Bloomberg besteht Evernote-Gründer Rob Walker darauf, dass sein Dienst antisozial ist. Rue 89 beobachtet den Neo-Luddismus. Die NYRB sucht Islamisten in Mali.  Mehr lesen

Harvey explodierte

26.02.2013. In The Brooklyn Rail erzählt der Animationsfilmer Ralph Bakshi, warum er Glück hatte, arm aufzuwachsen. Die NYT erklärt, warum wir Zucker, Salz und Fett nicht widerstehen können. Genau darum muss der Staat uns vor uns selbst schützen, lernt die NYRB. Und The Atlantic sammelt schon mal die Daten, die beweisen, wie sehr wir beim Essen gesündigt haben. Im New Statesman singt Jeannette Winterson ein Loblied auf den kreativen androgynen Geist. Im Guardian erzählt Aleksandar Hemon, warum er als Erwachsener seine ästhetischen Prinzipien revidieren musste. Und in El Pais erklärt Sergio Alvarez, warum der magische Realismus nicht mehr zeitgemäß ist. Mehr lesen

Bringt mir die Kosmologen!

19.02.2013. In La vie des idées erklärt Timothy Snyder den Historikerstreit für erledigt. In The New Republic fragt Ian McEwan, warum er sich für irgendeinen Henry interessieren soll. Die Global Mail beschreibt die grauenvollen Hexenjagden in Papua-Neuguinea. In Syrien macht jeder seinen eigenen Aufstand, seufzt die LRB. Gibt's diesmal auch Frauen, fragt Wired angesichts der geplanten neuen Star-Wars-Folgen. Bloomberg warnt vor chinesischen Hackern. Im Espresso geißelt Roberto Saviano die italienischen Konservativen. In der NYT lassen junge Republikaner aus ähnlichen Gründen die Köpfe hängen. Mehr lesen

Forensische Romanze

12.02.2013. In Newsweek liest Simon Schama aus den Knochen Richards III. Die Financial Times besucht die Amazon-Sklaven im britischen Städtchen Rugeley. Im New York Magazine erzählt Oscar de la Renta, wie der Schuldeneintreiber von Tennesse Willliams über ihn herfiel. In Salon schreibt Adam Michnik an Michail Chodorkowski. The Nation feiert den Avantgardisten Wiktor Schklowski. In Slate.fr holt uns Michel Serres in die Zukunft zurück. Und in n+1 singt Valery Nugatov ein Liebeslied an die zeitgenössische Kunst. Mehr lesen

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