Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Nur ich denke an mich

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

21.08.2012. Im Guardian denkt die ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif über die Rolle der Literatur in revolutionären Zeiten nach. Quietus würdigt David Lynchs untrügerische Sinn für Traurigkeit. In Elet es Irodalom liest der ungarische Schriftsteller András Bruck Sebastian Haffners "Geschichte eines Deutschen" als gruselig aktuelle Beschreibung des heutigen Ungarn. Der Economist lädt sich Salah 3D zum Beten aufs Iphone. NZZ Folio folgt dem Weg der Sojabohne zum Kotelett. Die Financial Times besucht den Filmkomponisten John Williams. Ach was, Weltuntergang, winkt Wired ab.

Guardian (UK), 18.08.2012

Die ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif denkt über die Rolle der Literatur in revolutionären Zeiten nach und sieht im Moment eher die Autoren der Realität als die der Fiktion gefragt: "Es braucht Zeit, um Realität zu verarbeiten und sie in Fiktion zu verwandeln. Im Moment hat es keinen Sinn, eine Geschichte zu schreiben, die sich selbst anbietet oder geradezu danach verlangt, geschrieben zu werden. Denn in der nächsten Minute wird eine andere Geschichte sie überrolen und den gleichen Anspruch erheben. Wir, als Schriftsteller, können uns nicht einfach eine davon schnappen, weglaufen, uns im Kämmerchen einschließen und darauf warten, bis die Transformation stattgefunden hat - denn als Bürger müssen wir präsent sein auf den Straßen, wir müssen demonstrieren, unterstützen, reden, anregen und Worte finden. In kritischen Zeiten ist unser Talent gefragt, die Geschichten so zu erzählen, wie sie sich zugetragen haben, damit sie ihre Kraft als Realität entfalten, nicht als Fiktion."

Weiteres: Keith Thomas stellt Stephen Alfords Geschichte "The Watchers" vor, die erzählt, mit welch drakonischer Politik Elizabeth I. sich vor katholischen Königinnenmördern zu schützen versuchte: "Die Standardstrafe für Verräter bestand im Hängen und bei noch lebendigem Leib Kastrieren, Ausweiden und Vierteilen." Ruth Scurr empfiehlt Sophie Wahnichs Studie "In Defence of the Terror", die den Terror der Französischen Revolution rigoros vom heutigen Terrorismus absetzt. Salman Rushdie liest noch einmal Kazuo Ishiguros großen Roman "Was vom Tage übrig bleibt". Außerdem ist ein Auszug aus Zadie Smith' neuem London-Roman "NW" zu lesen.

Archiv: Guardian

nach oben

Elet es Irodalom (Ungarn), 17.08.2012

Die Hoffnung, der Marsch in die Diktatur werde bald beendet sein und die Orban-Regierung zu Verstand kommen, erinnert den ungarischen Schriftsteller András Bruck an das Buch "Geschichte eines Deutschen" von Sebastian Haffner, in dem dieser die unerfüllten Hoffnungen der deutschen Gesellschaft während der Entstehung der Nazidiktatur schildert: "Auch die Deutschen hatten mit kristallklarer Logik dargelegt, weshalb es zu keinem weiteren Rechtsverstoß, Verbot, Schließung, Entlassung und Schauprozess kommen könne. Millionen von aufrichtigen Deutschen dachten an jedem neueren Wendepunkt der unablässig zunehmenden staatlichen Unterdrückung, dass nun sicher das Ende erreicht sei, dass dies wirklich die letzte Rechtsbeschneidung, der letzte Racheakt gewesen sei. Stets hatten sie auf eine Ernüchterung der Macht gehofft - und auch sie wurden stets enttäuscht. Das wirklich Verblüffende ist, wie viele Ähnlichkeiten die beiden Epochen und Systeme trotz all ihrer Unterschiede aufweisen. Dabei ist das unsere angeblich immer noch ein demokratischer Rechtsstaat, während das andere zu einer massenmörderischen Diktatur wurde. Nur eine Frage: In welcher anderen europäischen Demokratie sitzt eine Partei im Parlament, in deren Personalpolitik die nazistische Rassenideologie präsent ist? Und darüber hat hier keiner auch nur ein Sterbenswörtchen verloren. Glaubt denn wirklich noch jemand, dass es nicht noch schlimmer kommen kann?"

Stichwörter: Sebastian Haffner

nach oben

Atlantic (USA), 19.08.2012

Offenbar sind auch im Westen viele Gläubige entschlossen, schnurstracks ins Mittelalter zurückzukehren, damit sie endlich wieder gefahrlos Frauen schurigeln können. "Es geht schon wieder los", berichtet Garance Franke-Ruta. "Diesmal hat der republikanische Abgeordnete Todd Akin das zeitgenössische Äquivalent zu dem frühen amerikanischen Glauben breitgetreten, nur Hexen würden nicht untergehen, als er im Interview mit einer lokalen Radiostation in Missouri verkündete, eine 'echte Vergewaltigung' führe nicht zu einer Schwangerschaft. 'Nachdem was ich von Ärzten weiß, ist eine solche Schwangerschaft sehr selten', erklärte Akin im Interview mit KTVI-TV. 'Wenn es eine echte Vergewaltigung ist, dann kennt der weibliche Körper Wege, sich gegen eine Schwangerschaft zu verschließen.'" Dieser Schwachsinn ist nicht neu. Franke-Ruta zitiert einige haarsträubende Beispiele, darunter den republikanischen Politiker Stephen Freind, der laut Philadelphia Daily News 1988 erklärte: "Die Chancen, dass eine vergewaltigte Frau schwanger wird, 'stehen eins zu Millionen und Millionen und Millionen'. Der Grund dafür sei, so Freind, dass die traumatische Erfahrung einer Vergewaltigung bei der Frau dazu führe, dass sie 'ein bestimmtes Sekret absondert', das Spermien tötet."

Ob die edlen Lebensschützer die krebskranke Sechzehnjährige gerettet hätten, die in der dominikanischen Republik starb, nachdem man ihre eine Chemotherapie verweigert hatte mit der Begründung, dies würde ihren knapp drei Monate alten Fötus gefährden?

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

Archiv: Atlantic
Stichwörter: Mittelalter

nach oben

Espectador (Kolumbien), 18.08.2012

Héctor Abad schreibt in Sachen Julian Assange Klartext: "Die Ziele von Wikileaks waren und sind weiterhin lobenswert: Die Offenlegung der korrupten Machenschaften autoritärer Regierungen und die vom Westen während seiner 'humanitären Kriege' begangenen Gräueltaten. Der Assange zur Last gelegte Sexualdelikt ist dagegen ein Vorwand bzw. eine Hilfskonstruktion: Ecuador hat Schweden angeboten, Assange in der ecuatorianischen Botschaft zu verhören, wie auch, ihn den Schweden zu übergeben, wenn sie ihn nicht ausliefern. Die USA wollen Assange jedoch exemplarisch bestrafen, damit alle Welt die Botschaft erhält: Lasst euch bloß nicht einfallen, euch nochmal in unsere Staatsgeheimnisse einzumischen. Wenn Assange etwas 'vergewaltigt' hat, dann die Geheimhaltung schmutzigster Regierungsverbrechen und krasser Korruptionspraktiken von Unternehmen. Deshalb wird er verfolgt, und nicht, weil er mit zwei Personen zweimal statt einmal und ohne statt mit Kondom Sex gehabt hat."

Archiv: Espectador
Stichwörter: Julian Assange

nach oben

Economist (UK), 18.08.2012

Der Einfluss sozialer Medien und neuer Digitaltechnologien auf die Revolutionen im arabischen Raum wurde oft kommentiert, in diesem Artikel erfährt man unterdessen, wie beides auch den Islam selbst ins digitale Zeitalter hievt, den Warnungen von religiösen Hardlinern (die zum Beispiel Chatprogramme ablehnen, weil "sie zum Flirt verführen") zum Trotz: "Viele Smartphone-Apps befriedigen religiöse Bedürfnisse. Einige führen nahegelegene Moscheen und Geschäfte, die halal sind, an. Salah 3D ist ein iPhone-Guide wie man betet. ... Auch auf Muslime zugeschnittene Websites sind im Kommen. Artik Kuzmin, ein türkischer Unternehmer geht demnächst mit Salamworld, einem Facebook für Muslime, ans Netz. ... 'Im Islam ist weit mehr zulässig als die Leute glauben', erklärt Abdelaziz Aourag, der vom sicheren Amsterdam aus Al Asira betreibt, einen Online-Shop für Sexbedarf, der für sich in Anspruch nimmt, mit der Sharia übereinzustimmen."

Archiv: Economist
Stichwörter: Apps

nach oben

Nepszabadsag (Ungarn), 12.08.2012

Die Krise Europas ist in aller Munde, der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán spricht gar vom Untergang des Abendlandes. Der ehemalige österreichische Vizekanzler Erhard Busek sieht das im Interview mit Edit Inotai nicht so damatisch: "Ich bezweifle, dass sich die Nationalgefühle wirklich verstärkt haben. Was sich vielmehr verstärkt hat, ist der Egoismus. Dazu gibt es ein passendes Wiener Sprichwort: 'Alle denken an sich, nur ich denke an mich'. Dieser Satz ist charakteristisch für die heutige Zeit. Meiner Ansicht nach interessieren sich die Menschen nicht für Nationalgefühle oder für primitive Religiosität, sondern für Werte, die die Gesellschaften zusammenhalten. Und Europa ist solch ein Wert. [...] Was unser Kontinent jetzt braucht, ist eine klarere Sprache, nicht nur bei den Politikern untereinander, sonder auch zwischen Ländern und Gesellschaften. Dies wäre die Aufgabe der europäischen Eliten, die jedoch jetzt ebenfalls kränkeln. Vor und nach den Systemwechseln war diese Debatte lebhafter, doch jetzt scheint der 'Untergang des Abendlandes' auch die europäische Intelligenz befallen zu haben."

Archiv: Nepszabadsag

nach oben

Wired (USA), 17.08.2012

Ach was, Weltuntergang, winkt Matt Ridley ab. Der Autor der Website Rational Optimist und Kolumnist beim Wall Street Journal lehnt sich allen apokalyptischen Konjunkturen zum Trotz entspannt zurück und lässt die zentralen Szenarien der Weltuntergangsfolklore der letzten 40 Jahre Revue passieren: Die vier apokalyptischen Reiter, die er dabei identifiziert, sind "Angst vor Chemikalien", "Seuchen", "Überbevölkerung" und "Ressourcenmangel" - und nichts davon habe sich bei rückblickender Betrachtung als derart bedrohlich herausgestellt wie zuvor angenommen. Seine zentrale Stütze bildet dabei ein ausgeprägter Techno-Optimismus: "Genau wie Regulation die Klimakrise verschärfen kann - Biokraftstoffauflagen haben nicht nur die Zerstörung des Regenwalds und die Freisetzung von Kohlenstoff vorangetrieben, sondern auch Millionen in Armut und Hunger getrieben -, kann Technologie sie lindern. ... Die Menschheit ist ein sich rasant bewegendes Ziel. Wir werden unsere ökologischen Bedrohungen zukünftig bekämpfen, indem wir ihnen da, wo sie sich erheben, energisch entgegen treten, und nicht mit einer von Worst-Case-Szenarios angestachelten Massenpanik."

Weiteres: Peter Schwartz sieht die Hegemonie von Öl und Gas im Energiehaushalt auch weiterhin nicht bedroht, ganz im Gegenteil. Kevin Kelly spricht mit dem Öko- und Internet-Aktivist Stewart Brand, der in den 80ern erste Netzforen für Umweltschutz gründete und heute aus dem Staunen über die technologischen Möglichkeiten von Biohacking, Gentechnik und Kernfusion nicht mehr herauskommt. Den lesenswerten Artikel zum automatisierten Light-Speed-Trading hatten wir bereits in der Magazinrundschau vom 07.08. vorgestellt.

Archiv: Wired
Stichwörter: Hegemonie, Kevin Kelly

nach oben

Revue des Droits de l'Homme (Frankreich), 13.07.2012

Frankreich ist sehr stolz auf seine laizistischen Traditionen, in kaum einem Land sind Staat und Religion strikter getrennt. Die Beschneidung der Jungen wird dennoch ohne Probleme praktiziert, schreibt Céline Fercot in einem sehr sachlichen Artikel über die Diskussion in Deutschland und Frankreich in der Revue des Droits de l'Homme. Auch in Frankreich ist das Thema von Zweideutigkeiten und Tabus umgeben, erläutert sie. Beschneidung widerspreche zwar den Gesetzen über die körperliche Unversehrtheit, gerade von Kindern, die nicht religionsmündig sind : "Sie profitiert aber von einer Art Toleranz auf Gewohnheitsbasis, die sich wohl zumindest zum Teil aus der Furcht erklärt, antisemitische oder islamophobe Reaktionen auszulösen. Sie könnte allerdings sehr wohl als Ordnungswidrikeit betrachtet werden: In diesem Fall müsste man die Grenzen in Betracht ziehen, die den Religionen im Namen der öffentlichen Ordnung auferlegt werden können - basierend auf dem Gesetz zur Trennung von Staat und Religion von 1905."

nach oben

Financial Times (UK), 17.08.2012

Clemency Burton-Hill besucht den Filmkomponisten John Williams auf einen Plausch. Zu ihrem Erstaunen arbeitet der mit Oscars überhäufte Meister auch heute noch mit Stift und Papier und verfügt über keine Angestellten, nicht einmal einen Assistenten. Auch dass er gar nicht sonderlich filmbegeistert ist, überrascht: "'Ich habe mich nie nennenswert für das Kino interessiert', räumt er ein. 'Nie. Selbst als junger Mann nicht. Ich habe mich allein wegen der Studioorchester in Hollywood für Filmmusik zu interessieren begonnen.' ... Als Teenager hörten sich John Williams und seine Freunde Filmsoundtracks an und machten sich einen Spaß daraus, die jeweiligen Ensembles zu identifizieren. 'Wir wussten, dass es sich, sagen wir, um das Warner Bros. Orchestra handelt, denn damals - anders als heute, wo ein oder zwei freiberuflich arbeitende Gruppen alles aufnehmen - ware es nicht immer dieselben Leute, die jeden Film aufnahmen. In der Isolation, ein paar Meilen weg von Los Angeles, kam eine inspirierende Indiviualität aus dem Studiosystem. Heute ist das ganz anders. Es ist eine verschwundene Welt.'"

Hier führt das Prager Filmorchester Williams' "Imperial March" aus "Krieg der Sterne" auf - mit prominentem Besuch:


nach oben

Folio (Schweiz), 01.08.2012

Soja - die gesunde Bohne? Na ja, meint NZZ Folio, das dem Shooting star unter den Nahrungsmitteln ein eigenes Heft widmet. In Brasilien und den USA führt der Sojaanbau zu riesigen Monokulturen, für die fleißig Regenwald abgeholzt wird, berichtet Tjerk Brühwiller. Der größte Sojaproduzent der Welt, die USA, baut praktisch nur noch genmanipulierten Soja an, den sich Gentechnikkonzerne wie Monsanto von den Bauern teuer bezahlen lässen, erklärt Dirk Asendorpf.

Und Soja stillt heute keineswegs den Hunger der Menschen - über 97 Prozent der geernteten Soja werden an Vieh verfüttert, vor allem in China, wo riesige Schweinezuchtanlagen den wachsenden Fleischkonsum der Chinesen stillen. Die eigene Sojaproduktion wurde lange vernachlässigt, berichtet Xifan Yang. Heute kann sie mit der Konkurrenz nicht mithalten, vor allem, weil sie keine billige genmanipulierte Soja anbieten kann: "Trotz der enormen Nachfrage ist chinesische Soya auf dem Heimatmarkt bisweilen derart chancenlos, dass Bauern in der Mandschurei ihre Erträge exportieren müssen, vorwiegend nach Japan, Südkorea oder Europa. China zählt zu den weltweit größten Exporteuren von Bio-Soyabohnen. Die Ausfuhrmengen sind aber vergleichsweise gering, 350 000 Tonnen oder 0,5 Prozent des jährlichen Gesamtverbrauchs. 'Es ist verrückt', sagt Ma Wenfeng. 'China exportiert teure, qualitativ hochwertige Soya und deckt sich mit minderwertiger Soya ein.'"

Archiv: Folio

nach oben

Quietus (UK), 17.08.2012

Im Online-Musikmagazin würdigt Charlie Fox die sorgfältig edierte Doppel-LP-Neuauflage des experimentellen Soundtracks von David Lynchs Debütfilm "Eraserhead" und nebenbei auch Lynch als Meister der unheimlichen Geräusche. Insbesondere das Stück "In Heaven" ist ein wahrer Albtraumgarten: "Ähnlich wie das Sounddesign in 'The Shining' oder Tarkowskijs 'Stalker' (deren Soundtracks jeweils eine ähnlich luxuriöse Aufbereitung verdienten) ist 'Eraserhead' durch seine obsessive Aufmerksamkeit für gespenstische Zonen, unheimliche Echos und jene Schauder gekennzeichnet, die durch verlassene Räume ziehen. In allen dreien finden sich reichhaltige geisterhafte Klänge, doch was 'Eraserhead' am ehesten in die Nähe eines hauntologischen Projekts rückt, ist der untrügerische Sinn für Traurigkeit. Peter Ivers 'In Heaven' tritt wie die Erscheinung eines Kindes, das dich ins Jenseits ziehen will, aus einer Wüstenei hervor. Seine traumwandlerische Melodie und der Text, der so einlullend ist wie ein Wiegenlied ('In Heaven, everything is fine') sind tief verstörend, ein Gefühl, das noch verstärkt wird, weil dieses Lied zugleich so bestrickend und süchtigmachend ist. Nach einem Nuklearkrieg wäre es auf Platz 1 der Charts."

Dazu passed: Pitchfork hat sich mit Lynch über die Neuauflage des Soundtracks unterhalten. Und ob Fox' Einschätzung von "In Heaven" gültig ist, lässt sich bei Youtube überprüfen:


Archiv: Quietus
Stichwörter: Youtube

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Magazinrundschau

Kompass des Bösen

26.08.2014. Im Spectator gibt der Historiker Tom Holland einen Einblick in die religiösen Vielfalt Mesopotamiens, die die Isis gerade zerstört. Vanity Fair erzählt die Geschichte der Madame Claude. Dawn stellt ein Buch über den muslimischen Zionismus in Pakistan vor. Kathrin Passig denkt in Funkkorrespondenz über die Nützlichkeit irrationaler Argumente nach. Die Public Domain Review erzählt, wie das Lachgas den Schriftstellern und Wissenschaftlern die Sprache verschlug. Das TLS liest eine neue Brecht-Biografie. Mehr lesen

Düster, aber gesund

19.08.2014. In Wired erklärt Edward Snowden, wie die besten Absichten direkt in die Hölle führen. Nepszabadsag fragt: Soll Imre Kertesz den selben Orden annehmen wie Göring? In Film Comment  will Alexander Sokurow dem Kino mit Literatur aus den Kinderschuhen helfen. Soziale Mobilität gibt es nicht, verkündet der Soziologe Jules Naudet in Les inrockuptibles. The Dissolve freut sich auf den Pepys aus Hollywood. Mehr lesen

Ein weiterer Pfannkuchen

12.08.2014. The Nation porträtiert Alessandro Spina, Chronist des Untergangs des italo-arabisch-ottomanischen Universums. Die London Review wird von einem Stalker verfolgt. Al Ahram fragt: Was wollen die Palästinenser? Im New York Magazine schildert Werner Herzog seine einzige Drogenerfahrung mit Marmelade von Popol Vuh. Bloomberg Businessweek erzählt, wie Tony Blair versuchte, Gaddafis Geld zu verwalten.
Mehr lesen

Der Wille zur Jacht

04.08.2014. Telerama und der New Yorker suchen den Aufstieg über den krummen Pfad. Elet es Irodalom und das San Francisco Magazine freuen sich über die Demokratisierung der Kritik durch das Internet. Harper's Magazine beantwortet die Frage, ob James Joyce Syphilis hatte. MicroMega porträtiert den linken uruguayischen Staatspräsidenten Pepe Mujica als Franziskaner. Medium begleitet Obdachlose zu Tests für die Pharmaindustrie. Pitchfork feiert die Renaissance des Vinyl. Mehr lesen

Der Leser, den ich liebe

29.07.2014. The New Republic jagt einen Sturm namens William T. Vollmann. In der New York Review of Books lernt Jonathan Freedland von Ari Shavit, was linker Zionismus ist. Die London Review of Books porträtiert einen doppelt impotenten Alain Robbe-Grillet. Hairpin porträtiert eine Giftmörderin des 17. Jahrhunderts, die Marquise de Brinvilliers. Pacific Standard fragt: Was ist Ihre DNA wert? Der New Yorker sucht das weibliche Hirn bei Radikalfeministinnen und Trans-Frauen. Mehr lesen

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

Spieler ohne Trainer

08.07.2014. Film Comment analysiert den Poliziotteschi, den italienischen Polizeithriller der 60er und 70er Jahre. In Repubblica wartet Roberto Saviano auf den Moment, an dem die Ndrangheta wieder zur Messe geht. Im Guardian feiert Zadie Smith die  eiskalte Präzision J. G. Ballards. Im New Yorker erinnert Héctor Tobar daran, wie vor vier Jahren  über 33 chilenischen Bergleuten die Erde einstürzte.  In Eurozine meint Thomas Piketty: Mehr Wettbewerb ist auch nicht die Lösung. Und die NYT ist froh, kein SEEBÖWE zu sein. Mehr lesen

Noch etwas Allzuwörtliches

01.07.2014. Osteuropa begutachtet die neue russische Kampfpropaganda. In Open Democracy erklärt Nadja Tolokonnikowa rechten und linken Anhängern Putins: Menschenrechte sollten nicht nur im Westen gelten. Der Merkur bittet, zwischen digitaler Literatur und Netzliteratur zu unterscheiden. Eurozine untersucht Film als Metapher. Die NYRB erklärt, warum die Stärkung von Konsumentenrechten eine Stärkung Amazons zur Folge hat. Atlantic denkt über Afghanistan nach Karzai nach. Und Tablet porträtiert BHL als homme d'honneur. Mehr lesen

Kritikimmuner Springteufel

24.06.2014. Der Hollywood Reporter porträtiert den schwedischen Regisseur Malik Bendjelloul, der vor wenigen Wochen Selbstmord beging. Der New Yorker zertrümmert die Diskontinuitätstheorie. Im Guardian erklärt Will Self den Verwandtschaftsgrad von neolithisch und neoliberal. In Valleywag erklärt Lawrence Lessig, warum Silicon Valley im Moment ein guter Bündnispartner ist. Der Rolling Stone bestaunt den Nipster. Wired sagt Servus zur Netzneutralität. Und die NYT fragt: Thirtysomethings, wollt ihr ewig bei euren Eltern leben? Mehr lesen

Das Gehirn in Technicolor

17.06.2014. La vie des idees fragt: Hat Musik eine Farbe? Ohne Gott keine universalen Werte, bescheinigt John Gray im New Statesman Kenan Malik. Tin House besucht den Special-Effects-Künstler Tom Savini. Die LRB feiert Polke, die NYRB feiert El Greco, der Howler feiert den Torwart. Der Guardian setzt den großen Säuferinnen der Literaturgeschichte ein Denkmal. Immerhin kann man es mit Drogen auch mit 90 Jahren noch zum Millionär bringen, erzählt die New York Times. Mehr lesen

Hack es durch

11.06.2014. William T. Vollmann feiert den irakischen Autor Hassan Blasim in Bookforum als Meister des außerordentlichen Grauens. In der Paris Review denkt Karl Ove Knausgaard beim Anblick eines Genicks an Mord. Den Guardian gruselt die Umsetzung sarrazinscher Eugenik in China. Eurozine beklagt den Verfall der brasilianischen Architektur. La vie des idees spielt um einen Job bei L'Oreal. Mehr lesen

Niemals peinlich

06.06.2014. Die NYRB überlegt, wer alles Schuld ist am wachsenden Terrorismus in Afghanistan. Im New Statesman erinnert John Gray an Maos Freunde in der akademischen Welt. Der New Yorker porträtiert den englischen Schriftsteller Edward St. Aubyn. Rue89 widmet sich den neuen Porn Studies. In der LARB beschuldigt Muhammad Idrees Ahmad Seymour Hersh, im Falle Syriens profaschistischer Propaganda aufgesessen zu sein. In Eurozine erklärt Peter Sloterdijk, warum es in Deutschland keine digitale Kompetenz gibt. Mehr lesen

Atonale Geschichtsschreibung

30.05.2014. Der New Yorker begibt sich unter die israelischen Expats in Berlin. Rue 89 denkt über Open Source in der Medizin nach. Bloomberg Businessweek hört "Stairway to Heaven" von Randy California. Der spanischsprachige Buchmarkt gehört den Deutschen, meldet die Revista Anfibia. Elet es Irodalom sucht nach der Zwölftontechnik der Geschichtsschreibung. Die New York Times sorgt sich um unseren von Hackern bedrohten Vagusnerv. Im Guardian erklärt der Juraprof Eben Moglen: Der Kampf gegen Massenüberwachung ist so legitim wie der Kampf gegen die Sklaverei. Mehr lesen

So wurde Rebellion zur neuen Mitte

23.05.2014. Salon erledigt den Nonkonformismus mit Normcore. Berlusconi ist für Matteo Renzi, was Thatcher für Blair war: ein Vorbild, notiert die London Review of Books. Die Zeit versucht in der Ostukraine eine prorussische Demo zu begleiten. The New Republic erklärt, wie Putin das russische Internet kaputt macht. Die Jerusalem Post spendiert dem Prinzen Fahd bin Sultan bin Abdul Aziz Al Saud eine Portion Viagra. Im Spiegel schreibt Cordt Schnibben über seinen Vater, den Werwolf. Das New York Magazine überlegt, warum die Chefredakteurin der New York Times Jill Abramson gefeuert wurde. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Magazinrundschau