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Magazinrundschau
Überhaupt nicht meine Schuld
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
30.08.2011. Im New Yorker winkt Daniel Mendelsohn Rimbauds Boot zu. Osteuropa widmet sich der Blockade Leningrads durch die Wehrmacht. Seattle Weekly guckt den Anwälten der Pornoindustrie beim Verklagen von Downloadern über die Schulter. In Le Point erklärt BHL, was in Libyen starb und was geboren wurde. Im Espresso versichert Umberto Eco: 230 Euro sind gut angelegt für Athanasius Kirchers "Mundus Subterraneus". HVG ruft dem ungarischen Bürger zu: Heute die Roma, morgen du, wach endlich auf! Die NYT verrät das Geheimnis der amerikanischen Lithiumbatterien-Industrie: Staatsknete und genaues Kopieren.
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The New Yorker (USA), 29.08.2011
Der Autor Daniel Mendelsohn hat einen sehr schönen Text über Arthur Rimbaud geschrieben. Der Anlass: John Ashbery neue Übertragung von Rimbauds Gedichten ins Englische und Bruce Duffy Romanbiografie über Rimbaud. Mendelsohn hat Rimbaud, wie er glaubt, zu spät entdeckt, aber man hört, wie etwas anklingt, wenn er diese Passage aus einem Brief zitiert, den der damals 16-Jährige 1871 an Georges Izambard - "Da sind Sie wieder Professor" - schrieb (Seite 8 des Pdfs): "Jetzt lasse ich mich so sehr wie möglich verlumpen. Warum? Ich will Dichter sein und ich arbeite daran, ein Seher zu werden: Sie werden es nicht verstehen und ich kann es Ihnen kaum erklären. Es geht darum, durch die Entgleisung aller Sinne im Unbekannten anzukommen. Die Leiden sind gewaltig, aber man muss stark sein, als Dichter geboren sein, und ich habe erkannt, dass ich Dichter bin. Das ist überhaupt nicht meine Schuld."
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L'Espresso (Italien), 24.08.2011
Bei einem Preis von 230 Euro ist es kein Schnäppchen. Der bibliophile Umberto Eco kann aber nicht anders und empfiehlt den Nachdruck des "Mundus Subterraneus" des vielleicht letzten Universalgelehrten Athanasius Kircher mit Nachdruck. Kircher sei "wohl am berühmtesten für seine wissenschaftlichen Irrtümer und nicht für seine mehr oder weniger nachvollziehbaren Entdeckungen. Aber es ist dieses Werk, in dem sein Talent zur Beobachtung am besten deutlich wird. Von den Zeitgenossen wurde es damals absolut ernst genommen - noch vor seinem Erscheinen schrieb Oldenburg darüber an Boyle, und Spinoza sandte ein Exemplar an Huygens. Nattürlich bleibt sich Kirchers Werk treu: Unersättlich und maßlos doziert er über die Erde und den Mond, über die Ozeane und die Meeresströmungen, über Sonnenfinsternisse, Aequifere und unterirdische Feuer, über Flüsse, Seen und die Quellen des Nils, über Salinen und Minen, über Fossilien, Metalle, Insekten und Kräuter, die Destillation, Feuerwerke und spontane Zeugung; mit ebensolcher Unbefangenheit aber erzählt er von Drachen und Riesen." Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, hier ein Scan des Werks aus der Bibliothek der Universität Strasbourg.
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Outlook India (Indien), 05.09.2011
Angesichts näher liegender Unruhen hat die gewaltige Volksbewegung in Indien hierzulande vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit gefunden. Mit einem Hungerstreik hat der 74jährige Anna Hazare die Massen für seinen Kampf gegen die Korruption mobilisiert. Nun hat die Regierung eingelenkt. Outlook India widmet fast seine ganze Ausgabe diesem erfolgreichen Aufstand. Vinod Mehta hofft im Leitartikel, dass dieses Ereignis positive Folgen für die politische Kultur Indiens haben wird: "Kompromiss ist derzeit ein schmutziges Wort in unserem Lexikon. Man könnte behaupten, dass das Schlamassel, in dem wir uns befinden, der Tatsache gedankt ist, dass Kompromisse in der Vergangenheit die Regel eher als die Ausnahme war. (...) Die letzten zwei Wochen waren nervenzermürbend fürs Land. Wir sind der Anarchie in unserer Suche nach einer 'zweiten Unabhängigkeit' nahe gekommen. Noch ist die Gefahr nicht vorüber. Jedoch gibt es nun die Gelegenheit, unsere Demokratie, zu vertiefen und zu bereichern, durch die wirkliche Beteiligung des Volkes als kontinuierlicher Prozess statt einer nur alle fünf Jahre stattfindenden Übung. Ergreifen wir diese Chance."
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Osteuropa (Deutschland), 01.09.2011
Das aktuelle Heft widmet sich der Blockade Leningrads, die vor siebzig Jahre begann und die Manfred Sapper und Volker Weichsel in ihrem Editorial einen "Völkermord mit Ansage" nennen: "Das Oberkommando der 18. Armee notierte im Herbst 1941 als Zweck der Belagerung: 'Alles verhungert'.
Der in Jena lehrende Historiker Jörg Ganzenmüller stellt fest, dass die Blockade lange Zeit kaum Platz in der deutschen Erinnerung fand: In der jungen Bundesrepublik diktierten die alten Wehrmachtsgeneräle die Geschichtsschreibung, in der DDR übernahm dies die an der sowjetischen Heldengeschichtsschreibung orientierte SED: "Während die Schlacht um Stalingrad nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem schillernden Mythos wurde, blieb Leningrad gewissermaßen der Nebenkriegsschauplatz, der er bereits in den Strategien der Wehrmacht und der Roten Armee war. Die hierzulande verbreitete Unkenntnis steht in einem eklatanten Widerspruch zur Tragweite des Ereignisses: Rund eine Million Menschen starben im Zuge der deutschen Belagerung an Hunger und seinen Folgen. Das sind rund doppelt so viele Zivilisten, wie in Deutschland während des gesamten Krieges durch die alliierten Luftangriffe umkamen. Dennoch gelten hierzulande bis heute Stalingrad, Dresden und Hiroshima als die Stadtkatastrophen des Zweiten Weltkriegs."
In einem weiteren sehr interessanten Artikel beschreibt der in St. Gallen lehrende Slawist Ulrich Schmid, wie die Blockade in der sowjetischen beziehungsweise russischen Literatur ihren Niederschlag fand. Erst in jüngerer Zeit, stellt Schmid fest, lösen sich Schriftsteller von Fiktionalisierungverbot und Pathosformeln und erkennen: "Die Menschen opferten sich nicht, sie wurden geopfert."
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Seattle Weakly (USA), 10.08.2011
Keegan Hamilton erzählt am Beispiel der amerikanischen Pornoindustrie, wie man dort mit Massenklagen gegen illegale Downloads vorgeht. Man kann Hamilton keine Sympathie für die Industrie und ihre Anwälte unterstellen, aber er schafft es doch, dass man anfängt, sich für deren Strategien zu interessieren. Und lernfähig sind sie auch: "Tatsächlich hat praktisch jeder, den ich für diese Geschichte interviewt habe, zugegeben, dass es nur eine echte Lösung für die illegalen Downloads gibt: Mehr Filme online zu einem akzeptablen Preis zur Verfügung zu stellen. So lange es für die Menschen schwierig ist, die populärsten Inhalte von ihrem heimischen Computer aus zu erreichen, so lange wird es weiter illegale Downloads geben. Services wie Netflix, Hulu und Itunes scheinen diese Klippe momentan zu umschiffen, aber Beobachter der Industrie - und frustierte Filmgucker - meinen, dass Hollywood die neue Technologie zu zögerlich umarmt."
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Le point (Frankreich), 25.08.2011
Einmal mehr, so Bernard-Henri Levy in seinen Bloc-notes, hat sich am Beispiel Gaddafis bestätigt, dass Diktatoren "Papiertiger" sind und wie "Sandburgen" in sich zusammenfallen. Die libyschen Rebellen hätten eine Ära eingeläutet, von der schwer vorstellbar sei, dass sie keine Auswirkungen auf die gesamte Region, insbesondere Syrien habe. "Dieses Gegenstück zum Irak-Krieg, das nicht über das Land kam, um die Demokratie per Fallschirm über einem schweigenden Volk abzuwerfen, sondern um einen Aufstand zu unterstützen, der schon da war und sich eine legitime Vertretung zugelegt hatte, wird in den Annalen bleiben. Was stirbt: eine überkommene Auffassung von Souveränität, in der sämtliche Verbrechen erlaubt sind, sofern sie innerhalb der Grenzen eines Staates stattfinden. Was geboren wird: die Idee einer Universalität der Rechte, die nicht mehr nur frommer Wunsch ist, sondern brennende Verbindlichkeit für jeden hat, der wirklich an die Einheit der Menschheit glaubt und an die Wirksamkeit des Rechts auf Einmischung, die die logische Konsequenz daraus ist."
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The Walrus Magazine (Kanada), 01.09.2011
Mit wenig Sympathie stellt Lisa Gregoire die Necla Kelek Kanadas vor: Tarek Fatah, einen mit einer Schiitin verheirateten Sunniten, der für einen aufgeklärten Islam kämpft. "Das Magazin Maclean's nannte Fatah einmal eine der fünfzig best bekannten und respektierten Persönlichkeiten Kanadas. Sein erstes Buch, 'Chasing a Mirage' von 2008 (hier ein Interview mit dem Autor auf Youtube) hat international Aufmerksamkeit erregt. Der ehemalige Saturday Night Live Moderator Dennis Miller hat Fatah mehrmals interviewt. 'Es ist gut mit Leuten wie Tarek zu reden, denn jedesmal wenn ich sehe, wie jemand ein Bild verbrennt oder verrückt spielt, denke ich, okay, lasst mit mit den coolen Muslimen reden.' Die Leute, die nicht von amerikanischen Berühmtheiten interviewt werden, benutzen andere Wörter, um Fatah zu beschreiben: 'egomanisch', 'Pariah', 'Panikmacher'. Sie sagen, er füttere die Ignoranten mit einer Diät aus alptraumartigen Übertreibungen und Verschwörungstheorien, die das generelle Misstrauen gegen Muslime verstärkt und seinen Status als Medienstar stärkt."
Außerdem: Michael Harris schildert das Leben eines Schwulen dreißig Jahre nach Entdeckung des Aids-Virus'. Timothy Caulfield setzt sich mit dem Stammzellen-Tourismus auseinander.
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HVG (Ungarn), 20.08.2011
Das Budapester Musikfestival Sziget (Insel) ist in den achtzehn Jahren seines Bestehens zu einer festen Größe in der europäischen Festivallandschaft geworden. Seit 2004 findet in der Ortschaft Veröce an der Donau 40 km nördlich von der ungarischen Hauptstadt das völkische Gegenstück des Festivals statt, Magyar Sziget (Ungarische Insel). Nun haben einige Teilnehmer der diesjährigen Veranstaltung Anfang August zum Mord an Roma, Juden und Andersdenkenden aufgerufen (u.a. vor dem Hintergrund des Massakers in Norwegen, mehr dazu bei Pester Lloyd und in der Sun). Wie kann man die Ausbreitung der Radikalen stoppen? Durch das Zusammenfinden zweier Traditionen, des kleinbürgerlichen Konventionalismus und des Antifaschismus, meint der Politologe Zsolt Enyedi. "Vielleicht werden es irgendwann auch die sich nach Autorität und konsolidierten Verhältnissen sehnenden Bürger in Ungarn verstehen, dass es ihre staatsbürgerliche Pflicht und in ihrem eigenen elementaren Interesse ist, nicht wegzuschauen, wenn Politiker oder Nachbarn sich zu Gesten hinreißen lassen, die die Menschenwürde anderer verletzt. Vielleicht werden sie irgendwann erkennen, dass Länder, in denen es sich besser leben lässt als bei uns, ihre friedlicheren Verhältnisse nicht nur Glück zu verdanken haben, sondern auch dem Umstand, dass sie jene schwierige Phase, in der die politischen Grundlagen des menschlichen Anstands geklärt wurden, bereits hinter sich haben - anders als wir."
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Magyar Narancs (Ungarn), 18.08.2011
Der ungarische Schriftsteller Laszlo Marton meldet sich in politischen Fragen nur ungern zu Wort. Ilona Matkovich fragte ihn, ob er sich unter den aktuellen Umständen nicht doch gezwungen sieht, Stellung zu nehmen. Marton seufzt. Einerseits..., aber andererseits... Marton seufzt nochmal. "Es gibt natürlich die Reflexe der Solidarität. Wenn ich sehe, dass geistige Werkstätten zerschlagen und Menschen massenhaft entlassen werden, dass die neue Regierung alles in allem arrogant kulturfeindlich auftritt, dass die Äußerungen der populistischen Demagogie nicht zu übersehen sind, dann muss man darauf in irgendeiner Weise reagieren. Das Problem aber ist, dass die Reaktionen in der heutigen Situation nur in der Masse zur Geltung kommen, da der Begriff der geistigen Autorität sehr fragwürdig geworden ist und auf einen sehr engen Bereich zurückgedrängt wurde; das war vor 20 Jahren noch anders."
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The New Statesman (Großbritannien), 18.08.2011
Jaron Lanier erinnert sich, wie er mit anderen Hippies Anfang der Achtziger in Silicon Valley landete. "In Sofia Coppolas Film 'Marie Antoinette' gibt es eine Szene, wo ein Gruppe junger Adliger durch einen Ballsaal wirbelt. Ausstattung und Kostüme sind historisch, aber die Musik und das Benehmen kommen direkt aus einem modernen Tanzklub. Es scheint, als wäre eine elitäre Minderheit in der Lage gewesen, einen Zeh in die Zukunft zu stippen, um zu erfahren, was heute normal ist. So ähnlich war es in dem Silicon Valley, das ich in den 1980ern kannte. Die Debatten und Probleme, die heute eine ganze Generation beschäftigen, gab es in Miniatur schon, bevor es das Internet gab."
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El Pais Semanal (Spanien), 27.08.2011
Mit großmütigem Common sense kommentiert der - sich selbst so bezeichnende - Agnostiker Mario Vargas Llosa den Papstbesuch anlässlich des katholischen Weltjugendtags in Madrid: "Die Kultur hat die Religion bislang nicht ersetzen können, und von kleinen gesellschaftlichen Gruppen abgesehen wird ihr das auch nicht gelingen. Die meisten Menschen finden Antworten auf die großen Fragen, oder wenigstens das Gefühl, dass es eine höhere Ordnung gibt, deren Teil sie sind und die ihrem Dasein Sinn verleiht, nur durch etwas, was über das Alltägliche hinausweist. Dessen Existenz haben weder die Philosophie noch die Literatur noch die Wissenschaft ihnen bis jetzt rational begründen können. Und so sehr noch so viele glänzende Intellektuelle uns davon zu überzeugen suchen, dass der Atheismus die einzige logische und rationale Schlussfolgerung aus dem Wissen und den Erfahrungen ist, die wir im Lauf der Zivilisation angehäuft haben, wird die Vorstellung eines endgültigen Verschwindens der Religion für den normalen Menschen unerträglich bleiben, der deshalb auch weiterhin im Glauben die unverzichtbare Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod finden wird. Solange die Religion nicht die politische Herrschaft übernimmt und diese ihrerseits ihre Unabhängigkeit und Neutralität der Religion gegenüber zu wahren versteht, ist Religion nicht nur zulässig, sondern für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar."
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The New York Times (USA), 28.08.2011
Im Magazin erzählt Jon Gertner vom Versuch der amerikanischen Regierung, wieder so etwas wie verarbeitende Industrie im Land anzusiedeln. Schließlich können nicht alle Arbeitslose Informatiker oder Broker werden. Das Schlüsselwort ist Lithiumbatterien, die man für saubere Energie - zum Beispiel in Elektroautos - braucht. Die Strategie kommt einem vertraut vor: Staatsknete und Abkupfern. "Eine High-Tech-Industrieanlage in den Vereinigten Staaten aufzubauen ist nicht einfach eine Frage der Anheuerung lokaler Talente. Es erfordert gutes altes Ausländerwissen. 'Wir nennen es genaues Kopieren', sagt [der Chef von A123, Jason] Forcier. 'Wir haben eine Firma in Korea gekauft, die die Technologie rund um diese Batterie besitzt und einen Herstellungsprozess entwickelt hat. Den haben wir hierher geholt, ihn genau kopiert und vergrößert.' A123 hat außerdem ein Team von sechs koreanischen Ingenieuren hergeholt, um beim Transfer der Technologie in die Vereinigten Staaten zu helfen, und ein Team von Amerikanern zum Lernen nach Korea geschickt." (Chinesische Stahlmanager wird es freuen, das zu hören.)
Außerdem: Negar Azimi erzählt von einer koptischen Familie in Ägypten, die sich nach der Revolution unsicherer fühlt als jemals zuvor.
Archiv: Magazinrundschau
Liebe, Revolution und Verrat
22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen
Nur Geld wird nie müde
15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor. Mehr lesen
Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft
08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen
Wie eine Tulpe in der Wüste
01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Und sagen kein Wort
24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy. Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen
Um die Prinzessin zu retten
17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen
Preziöser Puritanismus
10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen
Sun Tzu trifft John Locke
03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen
Etwas wie die Frauenrechte
27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen
Hübsch hässlich
20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen
Die Kunst der Kalt-Akquise
13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen
Drei Millionen an Sevcik
06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen
Frauen an der Front
28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen
Herz aus Bronze
21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen
Wir müssen noch modern werden
14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen








