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Magazinrundschau
Das ist besser als Sex
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
19.01.2010. Open Democracy erzählt, warum ein Roman des weißrussischen Autors Victor Martinovich wieder aus den Buchhandlungen verschwand. Prospect fürchtet, ein Verbot von Islam4UK könnte die Demokratie in Großbritannien untergraben. Die Gazeta Wyborcza untersucht das Verhältnis von Polen und Juden. Le Monde diplomatique beobachtet die Zerstückelung Afrikas. Und Gerhard Richter beschert The Nation eine Überraschung.
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openDemocracy (Großbritannien), 15.01.2010
Zwei Tage, nachdem Victor Martinovichs Roman "Paranoia" ausgeliefert war, verschwand er wieder aus den weißrussischen Buchhandlungen, erzählt Natalia Leshchenko. Und sie ahnt, warum. "Der Roman erörtert auf überzeugende und fesselnde Art etwas, das nur selten in der Literatur über politische Regime thematisiert wird - dass Diktaturen nicht nur von Geheimpolizei und einem unterdrückerischen Staatsapparat gestützt werden, sondern von den Menschen selbst. Er zeigt, wie reale und vorgestellte Ängste sich auf eine Weise mischen, die die individuelle Autonomie untergräbt und die Freiheit erstickt. Er insinuiert, dass ein Regimewechsel nicht in der Wahlkabine beginnt, sondern im Kopf einer Person. Das ist eine seltene Einsicht, die Weißrussen aufgrund ihrer Erfahrung der Welt vermitteln können." (Man findet den Roman im Internet, hier)
Außerdem: Masjaliza Hamzah und Norami Othamn berichten über eine Studie in Malaysien, die belegt, dass Polygamie weder Männern noch Frauen noch Kindern bekommt.
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Tygodnik Powszechny (Polen), 17.01.2010
Anita Piotrowska atmet auf. Nach "Dom zly" und "Rewers"kommt mit "Wszystko, co kocham" (Alles, was ich liebe) der dritte Film über die Zeit der Volksrepublik in die Kinos, der nicht im realistischen Stil den Freiheitskampf beschreibt. "Die Zeiten korrekter, patriotischer Lektüren sind vorbei. Sollen sich Historiker über die Fakten und deren Interpretation streiten. Sollen die alten Meister die Lücken aus der Zeit der kommunistischen Zensur aufarbeiten. Jetzt wird polnische Geschichte auf eigene Art erzählt, aus subjektiver Perspektive, indem nicht die Tatsachen gezeigt werden, sondern eine konzentrierte, durch einen privaten Filter gejagte Atmosphäre der vergangenen Zeiten."
Der Regisseur von Kinderfilmen Andrzej Maleszka glaubt an die Kraft der Magie: "In meinen Filmen steht die magische Kraft für die Möglichkeiten, die in uns stecken. Sie warten, ausgeschöpft zu werden. Wenn wir Kinder sind, entscheidet sich unsere Zukunft - entweder gehen wir in die Erwachsenenwelt hinaus mit der Fähigkeit, über unser eigenes Leben zu entscheiden, oder wir werden willenlos, wie Roboter, die von Managern, Politikern und Werbung gesteuert werden. Gute Märchen erlauben es Kindern, an die eigenen inneren Kräfte zu glauben."
Die Novellierung des irischen Blasphemiegesetzes hat selbst im katholischen Polen Eingang in die Debatte gefunden. "Gott braucht keine Paragraphen", sagt sinngemäß der frühere Verfassungsrechtler Andrzej Zoll der Wochenzeitung. Entsprechend werden im polnischen Recht die religiösen Gefühle der Menschen geschützt, und nicht die Glaubensobjekte.
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Prospect (Großbritannien), 18.01.2010
In Großbritannien ist die islamistische Gruppe Islam4UK verboten worden. Eine falsche Entscheidung, meint Shiv Malik, und nicht nur, weil Islam4UK kaum noch Einfluss hatte im Land: "Mit ihrer Strategie der 'Prävention' hat die Regierung entschieden, bestimmte Einstellungen anderen offiziell vorzuziehen: den moderaten gegenüber dem radikalen Islam. Mit enormen finanziellen Mitteln unterstützen sie Gruppen wie die Stiftungen Quilliam und Lokahi, damit sie auf 'unserer' Seite kämpfen. Der Bann gegen Islam4UK sendet eine beunruhigende Botschaft, die Regeln betreffend: In dieser Schlacht werden wir unsere Freunde unterstützen, aber wir werden auch unsere Feinde einsperren, weil sie Ideen vertreten, die uns nicht gefallen... Das klingt nach einer Diktatur. Sollte die britische Regierung so weitermachen ... würde das eine gewaltige Erosion von Freiheit und Demokratie bedeuten. Die Regeln des Spiels wären dann in der Tat andere."
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Gazeta Wyborcza (Polen), 17.01.2010
Ein kleines Dossier widmet die polnische Zeitung dem Umgang mit Minderheiten. Der Soziologe Antoni Sulek stellt die Ergebnisse einer langjährigen Studie zum Verhältnis der Polen zu den Juden vor. Im Hinblick auf die Bewertung der gemeinsamen Geschichte meint Sulek: "Der Umbau der Erinnerung wird kommen, wenn die Polen ihr Land modernisieren, ihren Platz unter den Nationen finden, und das alles auch noch als Erfolg anerkennen, als Grund zum Stolz und als Grundlage einer neuen Identität. Sobald sie Geschichte nicht mehr als Trost brauchen, werden sie die Geschichte und sich selbst etwas kritischer betrachten. Das wird auch ihre historischen Beziehungen zu den Juden umfassen. Vielleicht wird aber auch schon früher eine historische Erzählung entstehen, die die polnischen Kriegserfahrungen umfassender beschreibt. Darin wird sich ein Platz finden für den Untergrundstaat, organisierten Widerstand, individuelle Kollaboration, die Helden, die normale Mehrheit, für die, die Juden gerettet haben und die Verbrecher, die Juden verkauft haben. Ein solches Bild der eigenen Geschichte werden die Polen leichter akzeptieren können, ohne Ansehensverlust."
Natürlich haben die ukrainischen Präsidentschaftswahlen die die polnischen Medien interessiert. Erhielt doch die Orange Revolution große Unterstützung vom westlichen Nachbarn. Fünf Jahre später macht sich auch hier die Ernüchterung breit, schreibt Marcin Wojciechowski: "Es geht diesmal nicht um alles, wie damals. Damals lautete die Wahl Demokratie oder Autoritarismus. Ganz ernsthaft sagten junge Leute: 'Dafür ist es wert zu sterben'. Heute, egal wer gewinnt, bleibt die Ukraine eine unvollkommene Demokratie. Die Frage nach der Richtung - Russland oder Europa - bleibt weiterhin offen. Wenn es dem zukünftigen Präsidenten gelingt, die Politik etwas zu stabilisieren, dem Staat Lenkungskraft zu geben oder auch nur die Reformen ein wenig voran zu bringen, werden wir von einem großem Erfolg sprechen. Ob das Janukowytsch oder Tymoschenko sein werden, ist weniger wichtig - beide sind nicht vollkommen. Vielleicht ist es ein Zeichen von Normalität, dass die Wahlen eine von vielen Entscheidungen darstellen. Es gibt jedoch ein Problem: Während die Ukraine über sich selbst nachdenkt, steht die Welt nicht still, Stillstand bedeutet in Wirlichkeit Rückschritt. Aber das scheint die ukrainische Elite nicht zu sehen."
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Le Monde diplomatique (Deutschland / Frankreich), 15.01.2010
"Die neuerliche Zerstückelung Afrikas hat begonnen", meldet Joan Baxter und berichtet, wie sich Großkonzerne und Staatsfonds landwirtschaftlich nutzbaren Boden aufkaufen: "Internationale Banken und Investmentfonds, Industrieländer, Agrarkonzerne und reiche Einzelunternehmer wollen auf Riesenflächen gigantische industrielle Großfarmen aufziehen, die Nahrungsmittel und Biosprit produzieren sollen." Dabei mischen nicht nur westliche Konzerne bei dieser Neuauflage des Great Games mit: "Im Nachbarstaat Mali, wo die Wüstenbildung rasant voranschreitet, hat sich Libyen 100 000 Hektar wertvollen Ackerboden am Nigerufer unter den Nagel gerissen. Auch Peking ist mit von der Partie. Angeblich 2,8 Millionen Hektar groß ist die Fläche, die China in der Demokratischen Republik Kongo gepachtet hat, um die größte Ölpalmenplantage der Welt aufzuziehen. Und Philippe Heilberg, der dem New Yorker Investmentfonds Jarch Capital vorsteht, hat im Süden des Sudan mit dem Sohn des Warlords Paulino Matip einen Pachtvertrag über 400 000 Hektar Land abgeschlossen."
Außerdem zu lesen ist ein Vorabdruck aus Fabrizio Gattis Report "Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa": "Man versammelt sich im Autogare. 'Start um acht Uhr', heißt es vor dem Fahrkartenschalter."
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Nepszabadsag (Ungarn), 16.01.2010
"Nachdem im 20. Jahrhundert erst das religiöse und dann das moralische Himmelszelt eingestürzt ist, droht nun dem astronomischen Himmelszelt ein ähnliches Schicksal", schreibt der Dichter und Kritiker Akos Szilagyi. Da man in vielen Städten nachts kaum noch die Sterne sehen kann, wurden in jüngster Zeit Sternenhimmel-Reservate geschaffen und der Anblick des "unverdorbenen Himmelszelts" "im Originalzustand" zu einer Erlebnis-Dienstleistung, einem Jahrmarkt-Spektatel degradiert: "Die Sternenhirten im Reservat treiben nachts die Sterne aus dem Stall, lassen sie sozusagen auf dem Himmel grasen, und die Erlebnistouristen staunen, dass ihnen die Spucke wegbleibt. Das ist aber sicherlich nur der Anfang. Die Zukunft gehört dem projizierten Himmelszelt und dem künstlichen Sternenhimmel, der viel schöner, imposanter und überzeugender sein wird, als es einst der ursprüngliche Himmel war, und - davon mal ganz zu schweigen - sogar viel billiger! An diesem Himmel werden so viele Sterne zu sehen sein, von denen frühere Menschen nicht einmal träumten! Ob diese Sterne dann echt oder unecht sind, nun, das ist im Hinblick auf das Erlebnis vollkommen egal."
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Le point (Frankreich), 14.01.2010
Der Darfur-Konflikt geht ohne großes Interesse der Öffentlichkeit weiter. Bernard-Henri Levy sieht in Le point die Sudan Liberation Army unter Abdul Wahid al Nur, die den Mörderbanden des Sudans Widerstand leisten, als Vertreter eines gemäßigten Islams - und als von der Weltöffentlichkeit im Stich gelassen: "Wir hatten hier das Beispiel eines Islams ohne Burqa, ohne Scharia, wo Jungen und Mädchen auf die gleichen Schulen gingen - ich kann es bezeugen. Und dieses Wunder, das doch eigentlich unseren Wünschen entspricht, dieser lebende Beweis, dass eine nicht-fundamentalistische muslimische Gesellschaft möglich ist und dass eine Partei wie die Al Nurs Islam Und bürgerliche Gesellschafdt zusammenbringen kann, hatten wir vor Augen - und haben wir sterben lassen."
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Die Weltwoche (Schweiz), 13.01.2010
Die Deutschen kapieren die Schweizer einfach nicht, meint der Schriftsteller und Kabarettist Andreas Thiel. "Die Deutschen haben ein konfrontatives Gesprächsverhalten. Was ein Deutscher sagt, klingt in unseren Ohren oft wie ein Befehl. In der Schweiz hingegen pflegt man die permanente Deeskalation." Und die geht so: "Ein deutscher Freund fragt mich in der Beiz: 'Noch ein Bier?', um dann nach einem kurzen 'Ja' meinerseits folgende Bestellung aufzugeben: 'Noch zwei Bier!' Schweizer hingegen deeskalieren Frage, Antwort und Bestellung präventiv: 'Was meinsch, sölle mer ächt no eis näh?' - 'I gloube, s chönnt nüt schade...' - 'Mir numte de äuä no eis.'"
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El Pais Semanal (Spanien), 10.01.2010
"Mathematik ist die reinste Droge" behauptet der britische Mathematiker Marcus du Sautoy im Gespräch mit Julia Luzan: "Wenn man eine mathematische Entdeckung macht, löst das einen Adrenalinschub aus wie nach Einnahme einer Droge. Das ist besser als Sex. Wenn du es einmal probiert hast, willst du immer mehr davon. Deshalb begeistern die Leute sich auch so für Sudokus. Mathematik ist ein Riesen-Sudoku. Allerdings ist es schwierig für jemanden, der nicht in der Sache drinsteckt, mitzubekommen, was alles in der Mathematik passiert. Deshalb schreibe ich Bücher und mache Fernsehsendungen. Ich möchte zeigen, dass es Genies gibt, die dabei sind, die Welt zu verändern. Normalerweise bekommen gerade einmal zehn Personen von ihren großen Entdeckungen etwas mit. Das ist schade. Denn eine wissenschaftliche Entdeckung wächst, je mehr Leute es gibt, die davon erfahren und sie kennen lernen."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 08.01.2010
Der Schriftsteller Krisztian Grecso fragt sich in seiner Kritik der ungarischen Castingshow "Ein Star wird geboren", weshalb Intellektuelle so selten VOR den Kameras der kommerziellen Fernsehsender zu sehen sind. Es habe zwar einige Versuche gegeben, gestandene Kritiker in die Jury von Castingshows zu setzen, doch das hätte nicht richtig funktioniert, weil diese Intellektuellen nur selten die von den Machern der Sendung ausgedachte Figur "bringen" konnten: "Das Problem mit dem Intellektuellen ist, dass er nicht glaubt, was er da auf dem Bildschirm tut, könne eine Bedeutung haben. Dass es ein Spiel ist, ein Theaterstück, eine Rolle, und dass er, eine wirkliche Person, mit all seiner Glaubwürdigkeit, seiner Vergangenheit und mit all seinen Kritiken und sonstigen Schriften im Rücken diese Figur zum Leben erwecken muss. Er ist keine andere Person, die nun endlich einmal Geld verdient, sondern er ist er selbst. (...) Der Intellektuelle sitzt in der Sendung und tut so, als wäre er gar nicht anwesend. Aber er ist eben kein buckliger Türsteher, sondern der König von Dänemark. Claudius kann sich nicht selbst verabscheuen, obwohl der Schauspieler doch sicherlich weiß, dass Claudius ein hinterhältiger Mistkerl ist."
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The Nation (USA), 01.02.2010
Barry Schwabsky hatte null Erwartungen, als er sich - aus reinem Pflichtgefühl - zur Gerhard-Richter-Ausstellung in der Galerie Marian Goodman aufmachte. Aber wie so oft, wenn die Erwartungen niedrig sind, erlitt er einen Schock. "Die stärksten Werke in der Ausstellung waren verschiedene große Gemälde mit einer fast weißen Oberfläche - allerdings war dieses Beinahe-Weiß stark variiert, mit viel Farbe darin oder darunter, die in geisterhaften Abgrenzungen hervorscheinen. (...) In diesen Gemälden erreicht Richter wie selten oder sogar niemals zuvor einen Effekt der Erhabenheit, über den die Kunstkritiker des Abstrakten Expressionismus oft gesprochen haben, den Maler aber selten erreicht haben. Hat man das im Kopf, während man Richters Anmerkungen liest, dann stellt man fest, dass er oft wie ein Maler aus den Vierzigern klingt. Wenn er von der Malerei spricht als 'einem fast blinden, verzweifelten Versuch, wie von einer Person, die verlassen, hilflos, in einer vollkommen unbgreiflichen Umgebung steht', dann könnte man glauben, Willem de Kooning spricht. Richters beste Arbeiten mögen selbst die besten Abstrakten Expressionisten übertreffen, aber das liegt nicht daran, dass sein Projekt sich von ihrem radikal unterscheidet. Es liegt daran, dass seines wie ihres in extremis ist."
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen





