Bücher der Saison
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Magazinrundschau
Das ist besser als Sex
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
19.01.2010. Open Democracy erzählt, warum ein Roman des weißrussischen Autors Victor Martinovich wieder aus den Buchhandlungen verschwand. Prospect fürchtet, ein Verbot von Islam4UK könnte die Demokratie in Großbritannien untergraben. Die Gazeta Wyborcza untersucht das Verhältnis von Polen und Juden. Le Monde diplomatique beobachtet die Zerstückelung Afrikas. Und Gerhard Richter beschert The Nation eine Überraschung.
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openDemocracy (Großbritannien), 15.01.2010
Zwei Tage, nachdem Victor Martinovichs Roman "Paranoia" ausgeliefert war, verschwand er wieder aus den weißrussischen Buchhandlungen, erzählt Natalia Leshchenko. Und sie ahnt, warum. "Der Roman erörtert auf überzeugende und fesselnde Art etwas, das nur selten in der Literatur über politische Regime thematisiert wird - dass Diktaturen nicht nur von Geheimpolizei und einem unterdrückerischen Staatsapparat gestützt werden, sondern von den Menschen selbst. Er zeigt, wie reale und vorgestellte Ängste sich auf eine Weise mischen, die die individuelle Autonomie untergräbt und die Freiheit erstickt. Er insinuiert, dass ein Regimewechsel nicht in der Wahlkabine beginnt, sondern im Kopf einer Person. Das ist eine seltene Einsicht, die Weißrussen aufgrund ihrer Erfahrung der Welt vermitteln können." (Man findet den Roman im Internet, hier)
Außerdem: Masjaliza Hamzah und Norami Othamn berichten über eine Studie in Malaysien, die belegt, dass Polygamie weder Männern noch Frauen noch Kindern bekommt.
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Tygodnik Powszechny (Polen), 17.01.2010
Anita Piotrowska atmet auf. Nach "Dom zly" und "Rewers"kommt mit "Wszystko, co kocham" (Alles, was ich liebe) der dritte Film über die Zeit der Volksrepublik in die Kinos, der nicht im realistischen Stil den Freiheitskampf beschreibt. "Die Zeiten korrekter, patriotischer Lektüren sind vorbei. Sollen sich Historiker über die Fakten und deren Interpretation streiten. Sollen die alten Meister die Lücken aus der Zeit der kommunistischen Zensur aufarbeiten. Jetzt wird polnische Geschichte auf eigene Art erzählt, aus subjektiver Perspektive, indem nicht die Tatsachen gezeigt werden, sondern eine konzentrierte, durch einen privaten Filter gejagte Atmosphäre der vergangenen Zeiten."
Der Regisseur von Kinderfilmen Andrzej Maleszka glaubt an die Kraft der Magie: "In meinen Filmen steht die magische Kraft für die Möglichkeiten, die in uns stecken. Sie warten, ausgeschöpft zu werden. Wenn wir Kinder sind, entscheidet sich unsere Zukunft - entweder gehen wir in die Erwachsenenwelt hinaus mit der Fähigkeit, über unser eigenes Leben zu entscheiden, oder wir werden willenlos, wie Roboter, die von Managern, Politikern und Werbung gesteuert werden. Gute Märchen erlauben es Kindern, an die eigenen inneren Kräfte zu glauben."
Die Novellierung des irischen Blasphemiegesetzes hat selbst im katholischen Polen Eingang in die Debatte gefunden. "Gott braucht keine Paragraphen", sagt sinngemäß der frühere Verfassungsrechtler Andrzej Zoll der Wochenzeitung. Entsprechend werden im polnischen Recht die religiösen Gefühle der Menschen geschützt, und nicht die Glaubensobjekte.
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Prospect (Großbritannien), 18.01.2010
In Großbritannien ist die islamistische Gruppe Islam4UK verboten worden. Eine falsche Entscheidung, meint Shiv Malik, und nicht nur, weil Islam4UK kaum noch Einfluss hatte im Land: "Mit ihrer Strategie der 'Prävention' hat die Regierung entschieden, bestimmte Einstellungen anderen offiziell vorzuziehen: den moderaten gegenüber dem radikalen Islam. Mit enormen finanziellen Mitteln unterstützen sie Gruppen wie die Stiftungen Quilliam und Lokahi, damit sie auf 'unserer' Seite kämpfen. Der Bann gegen Islam4UK sendet eine beunruhigende Botschaft, die Regeln betreffend: In dieser Schlacht werden wir unsere Freunde unterstützen, aber wir werden auch unsere Feinde einsperren, weil sie Ideen vertreten, die uns nicht gefallen... Das klingt nach einer Diktatur. Sollte die britische Regierung so weitermachen ... würde das eine gewaltige Erosion von Freiheit und Demokratie bedeuten. Die Regeln des Spiels wären dann in der Tat andere."
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Gazeta Wyborcza (Polen), 17.01.2010
Ein kleines Dossier widmet die polnische Zeitung dem Umgang mit Minderheiten. Der Soziologe Antoni Sulek stellt die Ergebnisse einer langjährigen Studie zum Verhältnis der Polen zu den Juden vor. Im Hinblick auf die Bewertung der gemeinsamen Geschichte meint Sulek: "Der Umbau der Erinnerung wird kommen, wenn die Polen ihr Land modernisieren, ihren Platz unter den Nationen finden, und das alles auch noch als Erfolg anerkennen, als Grund zum Stolz und als Grundlage einer neuen Identität. Sobald sie Geschichte nicht mehr als Trost brauchen, werden sie die Geschichte und sich selbst etwas kritischer betrachten. Das wird auch ihre historischen Beziehungen zu den Juden umfassen. Vielleicht wird aber auch schon früher eine historische Erzählung entstehen, die die polnischen Kriegserfahrungen umfassender beschreibt. Darin wird sich ein Platz finden für den Untergrundstaat, organisierten Widerstand, individuelle Kollaboration, die Helden, die normale Mehrheit, für die, die Juden gerettet haben und die Verbrecher, die Juden verkauft haben. Ein solches Bild der eigenen Geschichte werden die Polen leichter akzeptieren können, ohne Ansehensverlust."
Natürlich haben die ukrainischen Präsidentschaftswahlen die die polnischen Medien interessiert. Erhielt doch die Orange Revolution große Unterstützung vom westlichen Nachbarn. Fünf Jahre später macht sich auch hier die Ernüchterung breit, schreibt Marcin Wojciechowski: "Es geht diesmal nicht um alles, wie damals. Damals lautete die Wahl Demokratie oder Autoritarismus. Ganz ernsthaft sagten junge Leute: 'Dafür ist es wert zu sterben'. Heute, egal wer gewinnt, bleibt die Ukraine eine unvollkommene Demokratie. Die Frage nach der Richtung - Russland oder Europa - bleibt weiterhin offen. Wenn es dem zukünftigen Präsidenten gelingt, die Politik etwas zu stabilisieren, dem Staat Lenkungskraft zu geben oder auch nur die Reformen ein wenig voran zu bringen, werden wir von einem großem Erfolg sprechen. Ob das Janukowytsch oder Tymoschenko sein werden, ist weniger wichtig - beide sind nicht vollkommen. Vielleicht ist es ein Zeichen von Normalität, dass die Wahlen eine von vielen Entscheidungen darstellen. Es gibt jedoch ein Problem: Während die Ukraine über sich selbst nachdenkt, steht die Welt nicht still, Stillstand bedeutet in Wirlichkeit Rückschritt. Aber das scheint die ukrainische Elite nicht zu sehen."
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Le Monde diplomatique (Deutschland / Frankreich), 15.01.2010
"Die neuerliche Zerstückelung Afrikas hat begonnen", meldet Joan Baxter und berichtet, wie sich Großkonzerne und Staatsfonds landwirtschaftlich nutzbaren Boden aufkaufen: "Internationale Banken und Investmentfonds, Industrieländer, Agrarkonzerne und reiche Einzelunternehmer wollen auf Riesenflächen gigantische industrielle Großfarmen aufziehen, die Nahrungsmittel und Biosprit produzieren sollen." Dabei mischen nicht nur westliche Konzerne bei dieser Neuauflage des Great Games mit: "Im Nachbarstaat Mali, wo die Wüstenbildung rasant voranschreitet, hat sich Libyen 100 000 Hektar wertvollen Ackerboden am Nigerufer unter den Nagel gerissen. Auch Peking ist mit von der Partie. Angeblich 2,8 Millionen Hektar groß ist die Fläche, die China in der Demokratischen Republik Kongo gepachtet hat, um die größte Ölpalmenplantage der Welt aufzuziehen. Und Philippe Heilberg, der dem New Yorker Investmentfonds Jarch Capital vorsteht, hat im Süden des Sudan mit dem Sohn des Warlords Paulino Matip einen Pachtvertrag über 400 000 Hektar Land abgeschlossen."
Außerdem zu lesen ist ein Vorabdruck aus Fabrizio Gattis Report "Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa": "Man versammelt sich im Autogare. 'Start um acht Uhr', heißt es vor dem Fahrkartenschalter."
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Nepszabadsag (Ungarn), 16.01.2010
"Nachdem im 20. Jahrhundert erst das religiöse und dann das moralische Himmelszelt eingestürzt ist, droht nun dem astronomischen Himmelszelt ein ähnliches Schicksal", schreibt der Dichter und Kritiker Akos Szilagyi. Da man in vielen Städten nachts kaum noch die Sterne sehen kann, wurden in jüngster Zeit Sternenhimmel-Reservate geschaffen und der Anblick des "unverdorbenen Himmelszelts" "im Originalzustand" zu einer Erlebnis-Dienstleistung, einem Jahrmarkt-Spektatel degradiert: "Die Sternenhirten im Reservat treiben nachts die Sterne aus dem Stall, lassen sie sozusagen auf dem Himmel grasen, und die Erlebnistouristen staunen, dass ihnen die Spucke wegbleibt. Das ist aber sicherlich nur der Anfang. Die Zukunft gehört dem projizierten Himmelszelt und dem künstlichen Sternenhimmel, der viel schöner, imposanter und überzeugender sein wird, als es einst der ursprüngliche Himmel war, und - davon mal ganz zu schweigen - sogar viel billiger! An diesem Himmel werden so viele Sterne zu sehen sein, von denen frühere Menschen nicht einmal träumten! Ob diese Sterne dann echt oder unecht sind, nun, das ist im Hinblick auf das Erlebnis vollkommen egal."
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Le point (Frankreich), 14.01.2010
Der Darfur-Konflikt geht ohne großes Interesse der Öffentlichkeit weiter. Bernard-Henri Levy sieht in Le point die Sudan Liberation Army unter Abdul Wahid al Nur, die den Mörderbanden des Sudans Widerstand leisten, als Vertreter eines gemäßigten Islams - und als von der Weltöffentlichkeit im Stich gelassen: "Wir hatten hier das Beispiel eines Islams ohne Burqa, ohne Scharia, wo Jungen und Mädchen auf die gleichen Schulen gingen - ich kann es bezeugen. Und dieses Wunder, das doch eigentlich unseren Wünschen entspricht, dieser lebende Beweis, dass eine nicht-fundamentalistische muslimische Gesellschaft möglich ist und dass eine Partei wie die Al Nurs Islam Und bürgerliche Gesellschafdt zusammenbringen kann, hatten wir vor Augen - und haben wir sterben lassen."
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Die Weltwoche (Schweiz), 13.01.2010
Die Deutschen kapieren die Schweizer einfach nicht, meint der Schriftsteller und Kabarettist Andreas Thiel. "Die Deutschen haben ein konfrontatives Gesprächsverhalten. Was ein Deutscher sagt, klingt in unseren Ohren oft wie ein Befehl. In der Schweiz hingegen pflegt man die permanente Deeskalation." Und die geht so: "Ein deutscher Freund fragt mich in der Beiz: 'Noch ein Bier?', um dann nach einem kurzen 'Ja' meinerseits folgende Bestellung aufzugeben: 'Noch zwei Bier!' Schweizer hingegen deeskalieren Frage, Antwort und Bestellung präventiv: 'Was meinsch, sölle mer ächt no eis näh?' - 'I gloube, s chönnt nüt schade...' - 'Mir numte de äuä no eis.'"
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El Pais Semanal (Spanien), 10.01.2010
"Mathematik ist die reinste Droge" behauptet der britische Mathematiker Marcus du Sautoy im Gespräch mit Julia Luzan: "Wenn man eine mathematische Entdeckung macht, löst das einen Adrenalinschub aus wie nach Einnahme einer Droge. Das ist besser als Sex. Wenn du es einmal probiert hast, willst du immer mehr davon. Deshalb begeistern die Leute sich auch so für Sudokus. Mathematik ist ein Riesen-Sudoku. Allerdings ist es schwierig für jemanden, der nicht in der Sache drinsteckt, mitzubekommen, was alles in der Mathematik passiert. Deshalb schreibe ich Bücher und mache Fernsehsendungen. Ich möchte zeigen, dass es Genies gibt, die dabei sind, die Welt zu verändern. Normalerweise bekommen gerade einmal zehn Personen von ihren großen Entdeckungen etwas mit. Das ist schade. Denn eine wissenschaftliche Entdeckung wächst, je mehr Leute es gibt, die davon erfahren und sie kennen lernen."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 08.01.2010
Der Schriftsteller Krisztian Grecso fragt sich in seiner Kritik der ungarischen Castingshow "Ein Star wird geboren", weshalb Intellektuelle so selten VOR den Kameras der kommerziellen Fernsehsender zu sehen sind. Es habe zwar einige Versuche gegeben, gestandene Kritiker in die Jury von Castingshows zu setzen, doch das hätte nicht richtig funktioniert, weil diese Intellektuellen nur selten die von den Machern der Sendung ausgedachte Figur "bringen" konnten: "Das Problem mit dem Intellektuellen ist, dass er nicht glaubt, was er da auf dem Bildschirm tut, könne eine Bedeutung haben. Dass es ein Spiel ist, ein Theaterstück, eine Rolle, und dass er, eine wirkliche Person, mit all seiner Glaubwürdigkeit, seiner Vergangenheit und mit all seinen Kritiken und sonstigen Schriften im Rücken diese Figur zum Leben erwecken muss. Er ist keine andere Person, die nun endlich einmal Geld verdient, sondern er ist er selbst. (...) Der Intellektuelle sitzt in der Sendung und tut so, als wäre er gar nicht anwesend. Aber er ist eben kein buckliger Türsteher, sondern der König von Dänemark. Claudius kann sich nicht selbst verabscheuen, obwohl der Schauspieler doch sicherlich weiß, dass Claudius ein hinterhältiger Mistkerl ist."
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The Nation (USA), 01.02.2010
Barry Schwabsky hatte null Erwartungen, als er sich - aus reinem Pflichtgefühl - zur Gerhard-Richter-Ausstellung in der Galerie Marian Goodman aufmachte. Aber wie so oft, wenn die Erwartungen niedrig sind, erlitt er einen Schock. "Die stärksten Werke in der Ausstellung waren verschiedene große Gemälde mit einer fast weißen Oberfläche - allerdings war dieses Beinahe-Weiß stark variiert, mit viel Farbe darin oder darunter, die in geisterhaften Abgrenzungen hervorscheinen. (...) In diesen Gemälden erreicht Richter wie selten oder sogar niemals zuvor einen Effekt der Erhabenheit, über den die Kunstkritiker des Abstrakten Expressionismus oft gesprochen haben, den Maler aber selten erreicht haben. Hat man das im Kopf, während man Richters Anmerkungen liest, dann stellt man fest, dass er oft wie ein Maler aus den Vierzigern klingt. Wenn er von der Malerei spricht als 'einem fast blinden, verzweifelten Versuch, wie von einer Person, die verlassen, hilflos, in einer vollkommen unbgreiflichen Umgebung steht', dann könnte man glauben, Willem de Kooning spricht. Richters beste Arbeiten mögen selbst die besten Abstrakten Expressionisten übertreffen, aber das liegt nicht daran, dass sein Projekt sich von ihrem radikal unterscheidet. Es liegt daran, dass seines wie ihres in extremis ist."
Archiv: Magazinrundschau
Weniger Glanz, mehr Knirschen
16.03.2010. Die New York Times untersucht den neuen Realitätshunger. In Salon findet Andrzej Stasiuk nur individuelle Realitäten. In der Gazeta Wyborcza ergründet der Ethnologe Tomasz Rakowski die Realität der Armenschächtler. Manchmal sind Realitäten auch austauschbar, lernt El Pais Semanal von der Financial Times. Le Monde diplomatique informiert über den Stand der Verhandlungen zu Acta. Und der New Yorker erlebt die Kulturindustrie in Höchstform. Mehr lesen
Huhn so, Schwein anders
09.03.2010. In Magyar Narancs fordert Agnes Heller mehr Zivilcourage von den Ungarn. Warum konservative Kreise in Ägypten Frauen gern als Bonbons sehen würden, erklärt Mohammed Ali Atassi in Qantara. In Resetdoc sieht Olivier Roy kaum mehr Platz für ein Blatt Papier zwischen christlichen Rechten und säkularen Linken. Im Magazin erklärt der Philosoph Ludwig Hasler - nicht nur - den Schweizern: Wer heute das Mittelmaß bevorzugt, kann morgen nicht Elite erwarten. In Prospect erklärt Jonathan Safran Foer, warum er kein Huhn im Bett wünscht - und auch nicht auf seinem Teller. Die NYT begibt sich auf human-flesh search und findet eine Katzenmörderin. Mehr lesen
Brot, Senf und Baseballspiele
02.03.2010. Der New Yorker erzählt, wie schurkische Fußpfleger um ein Haar Amerikas Gesundheitssystem ruiniert hätten. In Polityka erklärt der Kapuscinski-Biograf Artur Domoslawski, wie man Kapuscinskis Reportagen lesen muss. In Tygodnik fordert Zygmunt Bauman mehr Verständnis für Kapuscinski. Chinas Führung isst grün, berichtet NZZ-Folio. Magyar Narancs erklärt, warum es richtig ist, die Leugnung des Holocaust unter Strafe zu stellen. In Le Point fragt Jorge Semprun: Ist Claude Lanzmann der einzige, der über die Shoah sprechen darf? Wired erzählt, wie Google lernte einen Hot Dog von einem poschierten Hündchen zu unterscheiden. Mehr lesen
Lektionen der Konzeptkunst
23.02.2010. In Eurozine erzählt die transsylvanisch-ungarisch-armenische Schriftstellerin Kinga Kali, was eine "virgjinesthe" ist. Prospect feiert den neuen Star des Kunstmarkts, den argentinischen Maler Guillermo Kuitca. Die Gazeta Wyborcza erklärt, wie junge Menschen das Netz nutzen. Der New Yorker warnt alle Depressiven: lest keine psychologische Literatur. Outlook India lernt im Internet, wie man karnatische Musik spielt. Die London Review empfiehlt: Lachs essen. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Die Gefängnisaufseher fürchten das sehr
16.02.2010. Osteuropa druckt den Briefwechsel zwischen Michail Chodorkowski und Ljudmila Ulitzkaja. The Atlantic lässt sich erklären, warum nicht die Chinesen die größte Bedrohung im Cyberspace sind. Elet es Irodalom fragt, warum sich in Ungarn kaum jemand für die Stasi-Spitzel interessiert. Im New Statesman weiß Tariq Ramadan auch nicht, was ein gemäßigter Muslim ist. Im Nouvel Obs erklärt V.S. Naipaul den Aufstieg Indiens zur Chimäre. Der Guardian untersucht die Salven, die Emily Dickinsons Hirn in ihren Körper schoss. Mehr lesen
Struktur ist Inhalt, Geometrie ist alles
09.02.2010. England, nicht Nigeria gehört auf eine Liste mit Terrorstaaten, ruft der nigerianische Nobelpreisträger für Literatur, Wole Soyinka, in The Daily Beast. In Prospect bittet Tim Berners-Lee: Spielt mit unseren Daten! In Rue 89 erklärt Beppe Grillo, warum er Sarkozy gefährlicher findet als Berlusconi. In Tygodnik Powszechny trauert Stefan Chwin um die polnischen Idealisten. In The Nation erklärt Lawrence Lessig blitzklar, warum Großspenden den Parlamentarismus zerstören. Polityka erzählt, an wen ein Pole sich wendet, wenn er nicht heiraten darf. In Salon spaziert Olga Tokarczuk mit einem Weichselzopf durch Amsterdam. Der Guardian denkt an armenische Frauen, die ihre nackten weichen Brüste an einem Stein reiben. Mehr lesen
Alle Guten sind lustig
02.02.2010. Alle Macht den Garagenfirmen! In Wired feiert Chris Anderson die nächste industrielle Revolution. Im Espresso erklärt Umberto Eco, warum einige Leute immer noch glauben, die Erde sei eine Scheibe. Der Boston Globe besingt sein Kamel - im Nabati-Stil. In El Pais Semanal beklagt der Soziologe Edgar Morin die Trägheit Europas. Outlook India fragt, warum die Aussies die Inder hassen. Odra und Tygodnik diskutieren immer noch den Wert der Freiheit für die Literatur. In open democracy klagt Salome Surabischwili über die welken Blüten der georgischen Rosenrevolution. In Prospect erklärt Martin Amis haargenau, was einen guten Autor ausmacht. Die NYT porträtiert einen waschechten Dschihadisten aus Alabama. Mehr lesen
In die Provinz!
26.01.2010. Das Magazin beschreibt in einer Reportage die zunehmenden Amokdrohungen von Schülern. Der Spectator warnt die Londoner City vor den mörderischen Dominas in der Schweiz. In Sinn und Form erinnert Marc Fumaroli an einen, dessen Name nicht genannt werden darf: Mario Praz. Im New Humanist erinnert sich Laurie Taylor an die heiligen Männer, die ihn als Kind missbrauchten. Der Guardian fragt, warum Piet Mondrian so viel bekannter ist als Theo von Doesburg. Und in der NYRB fragt Garri Kasparow die Schachprogrammierer: Warum seid ihr so uninspiriert? Mehr lesen
Eigelb auf der Krawatte
12.01.2010. Der Spectator sagt leise Servus zum Shabby Chic. In Le Monde lehnt Bernard-Henri Levy jede staatlich verordnete Debatte ab. Qantara ahnt, wer an der Misere in den arabischen Ländern schuld ist: der Vater. Im Espresso findet Umberto Eco heutige Tageszeitungen viel zu aufgebläht. The Nation will den Journalismus mit jährlich 30 Milliarden Dollar Subventionen retten. In Tygodnik Powszechny erklärt der Schriftsteller Wojciech Albinski, warum Polen exotisch ist. Der New Yorker entdeckt arabisches Leben in der Literatur. Mehr lesen
Ihr Gewicht war das ideale Gewicht
05.01.2010. In der New York Review of Books fragt Wyatt Mason die Pleiade, warum er nicht den ganzen - und eben auch den antisemitischen - Celine lesen darf. In Tygodnik Powszechny denkt der Soziologe Marek Kucia darüber nach, wie man Auschwitz als Erinnerungsort erhalten kann. In Slate stellt John Maxwell Hamilton die interessantesten Auslandskorrespondenten seit Benjamin Franklin vor. Im Express erinnert Philippe Gavi daran, dass der Prophet Mohammed kein verrückter Killer war. In NZZ Folio wundert sich eine Kalifornierin über die Reinkarnation eines Fabrikarbeiters. Die jüngere Autorengeneration mag nur noch Kuschelsex, klagt die New York Times und ruft nach Philip Roth. Mehr lesen
Verzweifeltes Verlangen nach Licht
29.12.2009. In der New York Review of Books schreibt Tony Judt über seine ALS-Erkrankung. Im Merkur beschreibt Wolfgang Ullrich einen neuen Künstlertypus: den Auftraggeber. Der Economist erzählt, wie Fans Harry Potter weiterschreiben. In Prospect erklärt Cristian Mungiu, warum man über den Kommunismus lachen muss. In Nepszabadsag denkt Peter Nadas über die Krise in Ungarn und ihr mögliches Ende nach. Im NouvelObs erklärt Francis Ford Coppola, warum DVDs kostenlos sein sollten. Eurozine führt ein in die Literatur Litauens. Mehr lesen
Ja, das ist ein Werk
22.12.2009. Wired erzählt, wie James Cameron den Lucas haut. Im Nouvel Obs fetzen sich Alain Finkielkraut und Alain Badiou über Immigration und nationale Identität. Tygodnik Powszechny stellt den Künstler Miroslaw Balka vor. Warum untergrabt ihr die Demokratie?, fragt Andras Bozoki seine Landsleute in Elet es Irodalom. Im The New Statesman erklärt Leo McKinstry, warum die Bombardierung von Coventry eine Inspiration für die britische Luftwaffe war. Die Künstlerin Marina Abramovic erklärt in ArtNews welche Folgen es hat, wenn man nie von Mutter geküsst wird. Mehr lesen
Nicht einmal primär sexuell
15.12.2009. Vanity Fair sucht den Superpartner. Elet es Irodalom liest neue Essays von Imre Kertesz. Outlook India beklagt die Korruption im Journalismus. Der New Yorker liest eine neue Koestler-Biografie. Die nächste Revolution bricht in Frankreich aus, glaubt Nepszabadsag. Der Spectator begegnet auf einer Kostümparty einer Vagina dentata. In The New Republic feiert Moshe Halberthal die sublime Bescheidenheit Amartya Sens. Mehr lesen
Multitasking gedeiht, so wie wir
08.12.2009. Im Wilson Quarterly liebt der Ökonom Tyler Cowen sein Multitasking. Prospect kennt die Monster der Linken. Der Boston Globe entdeckt mit James C. Scott das neue Shangri-La in den Bergen "Zomias". Die Weltwoche empört sich über die Kritik an der Minarett-Abstimmung. Im Nouvel Obs macht sich Pierre Nora Gedanken über den Bestseller. New Criterion weiß, warum die Preise für Pop-Art nicht sinken. NZZ-Folio untersucht Chicken Nuggets. Al Ahram fragt: Was will der politische Islam? Walrus bedauert das erste Opfer von C-58. In Resetdoc erklärt Joseph Massad, den arabischen Homosexuellen zu einer Erfindung des Westens. Mehr lesen
Dieser Mangel an Befremden
01.12.2009. In Eurozine plädiert der slowenische Dichter Ales Debeljak für die Vermischung der Kulturen. Umberto Eco sekundiert in Le Monde. The Nation porträtiert den salvadorianischen Autor Horacio Castellanos Moya, der wiederum in Babelia erklärt, warum es 200 Jahre nach der Unabhängigkeit einer Reihe von lateinamerikanischen Staaten nichts zu feiern gibt. Polityka legt die Polen auf die Couch. La vie des idees liest ein Buch über die Resistance und die Juden. Amerikaner lesen mehr als Europäer, kontert der Historiker Peter Baldwin im Merkur. Und in der The New York Review of Books macht Robert Darnton zwei kühne Vorschläge für ein neues Book Settlement. Mehr lesen



