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Magazinrundschau
Ja, das ist ein Werk
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
22.12.2009. Wired erzählt, wie James Cameron den Lucas haut. Im Nouvel Obs fetzen sich Alain Finkielkraut und Alain Badiou über Immigration und nationale Identität. Tygodnik Powszechny stellt den Künstler Miroslaw Balka vor. Warum untergrabt ihr die Demokratie?, fragt Andras Bozoki seine Landsleute in Elet es Irodalom. Im The New Statesman erklärt Leo McKinstry, warum die Bombardierung von Coventry eine Inspiration für die britische Luftwaffe war. Die Künstlerin Marina Abramovic erklärt in ArtNews welche Folgen es hat, wenn man nie von Mutter geküsst wird.
Wired | Le Nouvel Observateur | The Economist | Le Monde | Tygodnik Powszechny | Art News | Elet es Irodalom | n+1 | 3 quarks daily | L'Espresso | The New Statesman
Wired (USA), 01.01.2010
Vor 32 Jahren marschierte James Cameron stinksauer aus einer Star-Wars-Vorführung: George Lucas hatte seinen Film gemacht! Joshua Davies traf den offenbar sehr mannhaften und megalomanischen Filmregisseur, der sich, nach dem Erfolg von "Titanic" ausgestattet mit fuck-you-money von Hollywood (seine Worte), auf eine 12-jährige Mission begab, den Lucas zu hauen. Nur die beste und revolutionärste Technik war gut genug für sein 3-D-Baby "Avatar": Er überzeugte Sony, neue digitale Kameras zu erfinden, überzeugte Kinos, in Millionen Dollar teure neue Technologie zu investieren und umgab sich mit Experten, die beispielsweise für die Bewohner des Planeten Pandora eine eigene Sprache, Na'vi, schufen: "Als die Sprache erfunden war, fing Cameron an, allen Dingen auf seinem Planeten Namen zu geben. Jedes Tier und jede Pflanze bekam einen Na'vi, einen lateinischen und einen gewöhnlichen Namen. Als ob das nicht genug sei, engagierte Cameron Jodie Holt, Professorin an der botanischen Fakultät der Riverside Universität, detaillierte wissenschaftliche Beschreibungen von Dutzenden von Pflanzen zu liefern, die er erfunden hatte. Sie verbrachte fünf Wochen damit zu erklären, wie die Flora von Pandora durch Bioluminiszenz leuchten und magnetische Eigenschaften haben könnte. Als sie fertig war, half Cameron die Einträge in eine formelle Taxonomie zu bringen. Er heuerte noch mehr Leute an, engagierte Experten in Astrophysik, einen Musikprofessor und einen Archäologen. Sie berechneten die atmosphärische Dichte von Pandora und erfanden eine dreiteilige Skaleneinteilung für die außerirdische Musik. Als einer der Experten mit der Star-Wars-Enzyklopädie ankam, warf Cameron nur einen Blick darauf und sagte: 'Das können wir besser.'"
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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 17.12.2009
Der Nouvel Obs lud die Philosophen Alain Finkielkraut und Alain Badiou, die entgegengesetzten politischen Lagern angehören, zu einem Gespräch über nationale Identität ein. Es geriet laut Moderatorin Aude Lancelin zu einer "ideologischen Konfrontation von seltener Heftigkeit". Badiou, der einen neuen Kommunismus anstrebt, beklagt eine Stigmatisierung der Immigranten und greift seinen Widerpart direkt an: "Das Minarettvotum Millionen verblödeter Schweizer ist nur eine Episode in dieser Tendenz, und Sie sind dafür verantwortlich. Es ist klar, dass die Intellektuellen und die 'Feministinnen', die vor zwanzig Jahren gegen das Kopftuch gehetzt haben, heute für diese Minarett-Phänomene verantwortlich sind... Sie wollen eine Ethik der Verantwortung? Na also, dann stellen Sie sich dazu!." Finkielkraut nennt diesen Angriff skandalös, "aber ich versuche mich nicht aufzuregen". Er sieht die Immigranten gerade von Badious "erhobener Faust" verdammt. "Und ich komme auf den psychologischen Profit aus Ihren ständigen Vergleichen mit den schwarzen Jahren zu sprechen. Wenn Sarkozy Petain ist, dann sind Sie ein Resistant. Hören Sie auf, Sie und und die intellektuelle Linke, die unter unter Ihren Fittichen größenwahnsinnig wird, sich Märchen zu erzählen."
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The Economist (Großbritannien), 17.12.2009
Vieles, was gerade zum Verhältnis von Internet und Zeitung diskutiert wird, war, wie der Economist in einem langen Artikel plausibel macht, schon einmal da. Bei der Einführung des Telegrafen nämlich: "Erstmals wurde es dadurch möglich, aktuelle Wirtschafts- und politische Nachrichten innerhalb von Stunden nach dem Ereignis zu lesen. 'Wir leben in einer Übergangs-Periode unserer Gesellschaft', erklärte der New York Herald am 7. Mai 1846... Voraussagen, dass Zeitungen von da an Analyse und Meinung der reinen Nachricht vorziehen würden, lagen freilich ganz falsch. Im Gegenteil wurde es immer wichtiger, die Nachricht als erster zu haben. Im Jahr 1851 berichtete Horace Greeley, Chefredakteur der New York Tribune, einem Ausschuss des britischen Parlaments, dass 'die Nachricht, die zuerst da ist, am meisten Beachtung findet...' In einem Artikel des Atlantic Monthly klagte der Journalist W. J. Stillman: 'Die rasende Geschwindigkeit, mit der wir darum kämpfen, jede Meldung als erste zu haben, führt zur Abschaffung abwägenden Urteilens. Wir finden keine Zeit mehr, unter die Oberfläche zu gelangen, und haben auch gar nicht mehr das Verlangen danach.'"
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Le Monde (Frankreich), 21.12.2009
Vor dem Hintergrund der Debatten um nationale Identität und Immigranten in Frankreich und dem Minarett-Verbot schreibt der aus Marokko stammende und Paris lebende Schriftsteller Tahar Ben Jelloun in einem bitteren Kommentar, dass die arabischen und muslimischen Immigranten in Frankreich erst nach der Ölkrise überhaupt "sichtbar" und ihre "Fremdheit" zu einem Thema geworden seien. Wie schon vor diesem Wendepunkt träume das Land auch nach wie vor den "Traum vom idealen Immigranten": "Ah! Könnten sie doch unsichtbar sein, ohne Gerüche und Hautfarben, still und wenn möglich durchsichtig! Ihre Religion übten sie geräuschlos und vor allem von der Außenwelt zurückgezogen bei sich daheim aus. Der Glaube wäre etwas Innerliches und bräuchte keine Moscheen und noch weniger Minarette. Das wären perfekte Immigranten. Die nichts im Land störten."
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Tygodnik Powszechny (Polen), 20.12.2009
Mit einer Einzelausstellung in der Londoner Tate Modern hat Miroslaw Balka wohl den Gipfel seiner Karriere erreicht. Sie begann Anfang der Neunziger ein wenig durch Zufall, wie der Künstler im Gespräch mit der polnischen Wochenzeitung verrät: "Heute ist es einfach, ohne Komplexe vom Erfolg der polnischen Kunst zu sprechen. Aber die Neunziger waren eine ganz andere Zeit. Das Wort 'Erfolg' hatte etwas Beschämendes, und ich war etwas privilegiert. Polnische Künstler waren kaum bekannt, und plötzlich tauchte dieser Mann aus einem Transformationsland auf, und half, die Situation neu zu definieren. Durch Zufall war ich dieser Mensch, ungewollt wurde ich zum Pionier, dem eine ganze Generation folgte".
Außerdem: Der Historiker Lukasz Kaminski erstellt eine Zwischenbilanz der Aufarbeitung der "Weißen Flecken" der polnischen Geschichte seit 1989, und kommt zum wenig überraschenden Ergebnis, dass viele Lücken noch zu schließen sind, vor allem, was die Aufarbeitung der kommunistischen Zeit angeht. Und Filip Wroblewski hat Mitleid mit dem Karpfen: Während man in Polen den Tieren aus Bethlehems Stall die Fähigkeit zuspricht, Heiligabend mit menschlicher Stimme zu sprechen, landet der Fisch kommentarlos als traditionelles Gericht auf dem Tisch. Wie eine polnische Redewendung sagt: Fische und Kinder haben nichts zu sagen.
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Art News (USA), 01.12.2009
Linda Yablonsky trifft die Performancekünstlerin Marina Abramovic, die gerade 35 Künstler trainiert hat, um ihre strapaziösen Darbietungen aus Ausdauer und Selbstverleugnung, ja sogar Selbstverstümmlung im Frühjahr für eine Schau im MoMA nachzuspielen. Am Ende erklärt Abramovic, was sie zu dieser Arbeit treibt: "'Meine Mutter hat mich nie geküsst oder mir gesagt, dass sie mich liebt, weil sie mich nicht verwöhnen wollte. Und jetzt muss ich alles tun, um Aufmerksamkeit zu erregen', sagt sie. 'Man muss die privaten Leiden nehmen und in etwas Universelles übersetzen, dann löst man sich davon.'"
Außerdem: Phoebe Hoban erkennt einen neuen Trend: Museen sammeln und präsentieren immer mehr Kunstwerke von Frauen.
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Elet es Irodalom (Ungarn), 11.12.2009
Zwanzig Jahre nach der Wende werden für die Fehler und den schlechten Ruf der heutigen Demokratie immer öfter die "Gründerväter" verantwortlich gemacht. Andras Bozoki, Soziologe und Gründungsredakteur der Wochenzeitung Magyar Narancs, sieht das ganz anders: die Ungarn selbst schaden ihrer Demokratie. Das hat, schreibt er, auch historische Gründe. Denn in Ungarn, das jahrhundertelang von unterschiedlichen Großmächten besetzt war, hat sich ein Verhaltensmuster entwickelt, wonach die formalen Regeln nur zum Schein eingehalten werden müssen. Dies sei auch in der Kadar-Ära nicht anders gewesen, und deshalb sei es so schwer, dieses Verhaltensmuster zu überwinden: "Das Kadar-System war eine 'weiche Diktatur', weil es durch Lügen aufgeweicht wurde. Es war erträglicher als andere Diktaturen, weil selbst das System seine eigenen Regeln oft nicht ernst nahm. So entstand ein Geflecht aus formellen und informellen Regeln, durch dass sich die Ungarn vorsichtig hindurch navigieren mussten. Die Korrumpierung der Diktatur versüßte das System, woraus aber nicht folgt, dass jedes System nur dann gut ist, wenn es korrupt ist. Aus der weichen Diktatur führte der Systemwechsel in die Demokratie, deren Verhältnisse die Gesellschaft jetzt mit den alten Methoden aufzuweichen versucht. Demokratie jedoch wird durch Korruption nicht süßer, sondern sauer und bitter."
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n+1 (USA), 07.12.2009
Nachwuchsautor und Zeitschriftengründer Benjamin Kunkel berichtet von einer Reise nach Patagonien. Auch einen der berühmten Gletscher der Gegend hat er besucht: "Jeder spricht mit Flüsterstimme, wie in einem Museum. Gletscher besuchen, das hat heutzutage etwas von Beerdigungsfeier. Nachdem wieder ein Riesenvorhang aus Eis in die Bucht geplumpst ist und eine Fontäne mit eiskaltem Wass ausgelöst hat, sagt in einer Gruppe von zwanzig Personen kein Mensch ein Wort. Der kalbende Gletscher macht einen Lärm wie eine Artiellerieattacke..."
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3 quarks daily (USA), 01.12.2009
Das Camden Arts Centre in London zeigt gerade in einer Ausstellung Eva Hesses wenig bekannte "test pieces". Sue Hubbard ist fasziniert von diesen flüchtigen Objekten. "In einem der Ausstellungsräume liegen Schalen aus Pappmache wie leere Hülsen auf einer großen zentralen Sockelleiste. Gefertigt aus braunem Papier sind sie trocken und brüchig; offenbar Reste von einem vorhergegangenen namenlosen Ereignis, wie Erinnerungssplitter. An anderer Stelle liegen zwei kleine Stücke von ausgestopftem Tuch, bedeckt von sich wie Haare ringelnden Schnüren, in einem Glaskasten zusammengekauert wie primitive kopulierende Tiere. (...) Nach ihrem Tod warfen sie einige Fragen auf. Was war dieses ganze 'Zeug' in ihrem Studio? Ihr Freund Sol de Witt versuchte sich einen Reim darauf zu machen und nannte seine Entdeckungen eine Serie 'kleiner Experimente' oder 'Studio Reste'. Manchmal bestand er darauf, dass ein Fund 'definitiv kein Werk' sei, während er bei anderer Gelegenheit erklärte: 'Ja, das ist ein Werk'. Vielleicht hat er trotz seiner engen Freundschaft mit Hesse die falschen Fragen gestellt."
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L'Espresso (Italien), 18.12.2009
Nach der Attacke auf Silvio Berlusconi polemisieren Regierungsmitglieder gegen angebliche Anti-Berlusconi-Hasskampagnen im Internet. Andrea Botta ruft seine Landsleute zum Sit-In-auf: Einen Tag vor Weihnachten soll in Rom gegen die Pläne der Mitte-Rechts-Parteien protestiert werden, das Internet zu kontrollieren und zu beschneiden. "Schon in den vergangenen Monaten haben einige Abgeordnete des Mitte-Rechts-Blocks versucht, neue Regelungen einzuführen, die die Freiheit im Netz beschneiden würden (...) Noch weiß niemand, wie die Regelungen aussehen, die im Gesetzentwurf enthalten sind, den Innenminister Roberto Maroni als Reaktion auf den Fall Tartaglia angedroht hat." Massimo Tartaglia hatte Premierminister Silvio Berlusconi am 13. Dezember mit einer Statuette geschlagen und ihm die Nase gebrochen. "Die Schließung einiger Facebook-Gruppen nach dem Fall Tartaglia sorgt weiter für Aufruhr. Einige Hassseiten gegen Berlusconi mögen tatsächlich geschlossen worden sein, aber Dutzende weitere bleiben bestehen (zum Beispiel: 'Lasst uns Balotelli töten'), gegen die die italienische Regierung noch nicht vorgegangen ist. Man überlegt offenbar, neben der Einführung neuer Beschränkungen, mit den Betreibern der Seiten direkt zu verhandeln (von Google bis YouTube, und natürlich Facebook), um die Entfernung ungewünschter Seiten zu erlangen. Weiterhin wird ein Vorschlag des Vizeministers Paolo Romani diskutiert, Livestream-Inhalte für genehmigungspflichtig erklären zu lassen und sie damit den gleichen Regelungen wie Privatfernsehen zu unterwerfen. Diese Regelung, die Hunderten von Blogs und Websites die Flügel stutzen würde, offenbart auch noch einen Interessenkonflikt des Premiers, da sie die großen Unternehmen bevorzugen würde, die in Zukunft Inhalte auch übers Internet anbieten wollen: wie etwa Mediaset, das eine Seite in der Art des amerikanischen Videodienstes Hulu vorbereitet."
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The New Statesman (Großbritannien), 17.12.2009
Leo McKinstry wirft noch einmal die Frage auf, welchem Zweck die Bombardierung deutscher Städte durch die britische Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg diente. Nach Sichtung verschiedener Archive kommt er zu dem Schluss, dass die Hunderttausende zivilen deutschen Opfer nicht Unglück waren, sondern Absicht: "Typisch ist ein Papier aus dem Bombing Operations Directorate des Luftministeriums vom August 1941, das in den Archiven der Universität Cambridge liegt. Es erklärt, dass der Fokus zukünftiger britischer Attacken die 'Menschen in ihren Häusern und in Fabriken' sein müssten, 'wie auch die Versorgung mit Elektrizität, Gas und Wasser, von der das industrielle und häusliche Leben abhängt'. Während sich das Direktorium allmählich mit dieser Idee anfreundete, fand sie Bestärkung mit der Bombardierung Coventrys durch die Luftwaffe. Für die meisten Briten war dieser Angriff eine Gräueltat. Für den Stab der Royal Air Force war er eine Inspiration. Der Angriff auf Coventry, heißt es in dem Papier, war 'einer der erfolgreichsten der deutschen Luftstreitkräfte auf dieses Land', auf 800 Einwohner kam eine Tonne Spreng- und Brandstoffe. 'Wenn das Bomber Command jeden Monat einen Angriff im Maßstab von Coventry ausführen könnte, wäre das Ergebnis totale Panik im industrialisierten Westen Deutschlands' wie auch 'ein beträchtlicher Verlust an Leib und Leben, umfassende Zerstörung und Beschädigung der Häuser der Arbeiter'."
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen








