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Magazinrundschau
Office 39
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
18.08.2009. In The Atlantic findet Jeffrey Goldberg die "Inglourious Basterds" nicht jüdisch. Im Espresso erklärt Suketu Mehta inwiefern die Bombenattentate in Bombay den Zusammenhalt der unterschiedlichen religiösen Gruppen in der Stadt gestärkt hat. Der New Yorker porträtiert Milliardär und Bürgermeister New Yorks Michael Bloomberg. Auch die Briten basteln an einem Loi Hadopi, berichtet Rue89. In Vanity Fair empfiehlt Christopher Hitchens den "Baader-Meinhof-Komplex". Der Independent beschreibt den Streep-Effekt. Im Guardian warnt Pankaj Mishra Europas Muslime vor der der säkularen intellektuellen Priesterschaft des Westens.
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The Atlantic (USA), 01.09.2009
Jeffrey Goldberg, selbst Jude, der einst in der israelischen Armee gedient hat, fühlt sich recht unbehaglich bei Tarantinos auch in Deutschland einhellig bejubelter Nazischlachterei "Inglourious Basterds". Dieser Film sei der "feuchte Traum eines Juden", der so nur von einem Nichtjuden hätte realisiert werden können. Am Ende schreibt Goldberg:"Meine Toleranz für die Gewalt in Tarantinos Fantasiewelten geht ziemlich weit. Aber 'Inglourious Basterds' ist der erste Tarantino-Film, der sich auf reale historische Ereignisse bezieht. Vielleicht finde ich seine Anti-Nazi-Exzesse darum fehl am Platz. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine Racheträume mehr habe. Sie hörten kurz nach meiner Zeit in der israelischen Armee auf. Natürlich würde ich Mengele immer noch ins Gesicht schießen, aus moralischer Notwendigkeit. Aber ich würde ihm vorher kein Hakenkreuz in die Stirn ritzen. Es käme mir nicht jüdisch vor."
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L'Espresso (Italien), 14.08.2009
Mit "Bombay. Maximum City" hat Suketu Mehta seiner Lieblingsstadt eine vielbeachtete Liebeserklärung geschrieben. Im Espresso berichtet er nun, dass die Anschläge vom 26. November 2008 die sonst so zerstrittenen Fraktionen der Stadt vereint haben. "Die pakistanischen Drahtzieher der Attacke wollten Unruhen zwischen Hindus und Muslimen provozieren. Aber die dramatische Situation hat das Gegenteil bewirkt. Die alten Muslime der Stadt weigerten sich, die Terroristen zu begraben. Wer Unschuldige massakriert, sagten sie, sei kein Muslim und habe daher auch keinen Anspruch auf ein muslimisches Begräbnis. Ich habe die religiösen Gemeinden der Stadt noch nie so geeint erlebt. Die Angriffe haben allen ins Gedächtnis gerufen, dass trotz aller religiösen Differenzen und der Politik der Regierung alle Einwohner der Stadt in erster Linie Bürger von Bombay sind, und dass alle gleich unter dem Terror leiden. Bombay hielt nie mehr zusammen als heute."
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The New Yorker (USA), 24.08.2009
Unter der Überschrift "Der Unberührbare" porträtiert Ben McGrath Michael Bloomberg, Geschäftsmann und derzeitiger New Yorker Bürgermeister. Seit siebeneinhalb Jahren im Amt habe der Siebenundsechzigjährige inzwischen derart viel Macht und Respekt angehäuft dass er "mehr ein Medici als ein Bürgermeister zu sein scheint". McGrath beschreibt Bloomberg als politisches Rätsel, weil er auf viele der landläufig unverzichtbar erscheinenden Verhaltensmuster von Politikern - etwa die 'beschämende Hut-in-der-Hand-Routine' - schlicht verzichte. Im Umgang mit den eifrigen Anwärtern auf sein Amt gebe sich Bloomberg "so leutselig und geradeheraus wie ein Selfmademan nur sein kann. Er erteilt Ratschläge, in denen gerade so viel Humor mitschwingt, dass die Herablassung nicht gleich ersichtlich ist. ('Wissen Sie, Sie sollten erst mal eine Milliarde Dollar machen und sich dann um das Amt bemühen'). Oder tadelt sanft: 'Warum vergeuden Sie Ihre Zeit? Sie könnten etwas wirklich Sinnvolles tun.' Und sie sind geschmeichelt - wer wäre das nicht? - von seiner Aufmerksamkeit. Erst rückblickend fängt es an sie zu wurmen."
Weiteres: David Sedaris beschreibt hinreißend einen Ausflug ins ländliche Australien und seine Begegnung mit einem Kookaburra, vulgo: Lachender Hans. Sasha Frere-Jones schreibt über Leonard Cohen, der gerade auf Welttournee ist: "Cohen mag über Transzendenz singen, scheint sie jedoch nie gänzlich zu billigen." Peter Schjeldahl führt durch eine Ausstellung des amerikanischen Bildhauers Augustus Saint-Gaudens im Metropolitan Museum of Art. Und David Denby sah im Kino Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds" (den er einfach "lächerlich" findet) und Nora Ephrons Komödie "Julie & Julia" mit Amy Adams und Mery Streep. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Max at Sea" von Dave Eggers und Lyrik von Deborah Digges, Stephen Dunn und Anne Carson.
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Rue89 (Frankreich), 16.08.2009
In Frankreich konnte sich das so genannte Hadopi-Gesetz, das illegales Herunterladen aus dem Netz mit Sanktionen gegen die Nutzer ahnden will, bisher nicht durchsetzen. Nun meldet Rue89, dass in England ein Gesetzentwurf vorbereitet wird, der sich eng am französischen Vorstoß orientiert. Laut einem Bericht des Independent sei Wirtschaftsminister Peter Mandelson mit dessen Formulierung befasst. Netzpiraten sollen durch ihre IP-Adresse dingfest gemacht und mit einer Verlangsamung ihres Internetzugangs sowie Geldstrafen bis zu 50.000 Pfund (mehr als 58.000 Euro) bestraft werden können. Die Debatte hat bereits begonnen: Viele britische Künstler begrüßen das Gesetz, ebenso viele andere sind strikt dagegen. Für die Sängerin Lily Allen stehen die Verantwortlichen für die Probleme der Musikindustrie jedenfalls fest: "Die Netzpiraten, weil durch das illegale Runterladen kein Geld mehr für die Musiker bleibt." Pikant findet Rue89, was derweil die Times herausgefunden hat: dass Mandelson vor einer Woche im Griechenlandurlaub mit David Geffen gespeist hat - einem der einflussreichsten Musik- und Filmproduzenten der USA.
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Vanity Fair (USA), 17.08.2009
"Versäumen Sie nicht die Gelegenheit, den best gemachten und antiromantischsten Action-Thriller des Jahres zu sehen", ermuntert Christopher Hitchens (nur online) die Amerikaner zum Besuch von Uli Edels Film "Der Baader-Meinhof-Komplex". Außerdem sei der Film politisch interessant, weil er mit einigen Lügen aufräumt, und aus zwei Gründen aktuell: Wegen der RAF-Symphatisanten wie Horst Mahler, die von ganz links nach ganz rechts marschiert sind. Und wegen der von Bettina Röhl veröffentlichten Stasiakten, die deutlich machen, wie stark die RAF von der DDR unterstützt wurde. "Das zeigt, kurz gesagt, dass das Baader-Meinhof-Milieu, weit davon entfernt, eine Kritik der deutschen Gesellschaft bereitzustellen, tatsächlich eine Art Petrischale war, in der die Bazillen der zwei schlimmsten Diktaturen auf deutschen Grund wuchsen, Nationalsozialismus und Stalinismus. Es ist höchste Zeit, dass die Filmindustrie aus ihren Illusionen über 'radikalen' Terrorismus herauswächst, und dieser Film ist ein bewunderswert unsentimentaler Beitrag zu dieser Aufgabe."
Für sein Waffenprogramm ist Nordkorea auf etliche Importe angewiesen, die nötigen Devisen besorgt, wie David Rose berichtet, das Office 39, eine straff organisierte, gigantische Fälscherwerkstatt, in der Banknoten, Zigaretten, Medikamente und Drogen fabriziert werden. "Laut Syung Je Park, Direktor des Asia Strategy Institute, arbeitet das Office 39, dessen Aufgabe es unter anderem ist, Kim Jong Ils milliardenschwere Bankkonten in der Schweiz und anderen über die Welt verstreute Steueroasen zu managen, mit den anderen Sektionen eng zusammen, etwa mit Office 99, das Geld eintreibt, indem es Raketen und andere Waffen verkauft, deren Entwicklung Office 39 möglich macht. Und mit Office 35, das darauf ausgerichtet ist, Südkorea zu schaden."
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The Independent (Großbritannien), 16.08.2009
Im Independent berichtet Jonathan Romney über den "Streep-Effect", den man auch als einen Midas-Effekt bezeichnen könnte: Jeder Film, in dem Meryl Streep mitspielt, lässt die Kassen klingeln, und zwar nicht nur die Kinokassen. Nach ihrer Rolle in dem Musical "Mamma Mia" schossen Abba wieder in die Charts. Jüngstes Beispiel: "Meryl Streeps neuester Film, 'Julie & Julia', löst in den USA einen Kochwahnsinn aus. Einzelhändler berichten über einen riesigen Boom bei Kochbüchern, Kochkursen und Le Creuset-Töpfen. Streep spielt hier die späte Julia Child, Autorin des [1961 erschienenen] Klassikers 'Mastering the Art of French Cooking'. Das Buch, das den Film inspirierte, steht nun auf Platz 2 der New-York-Times-Bestsellerliste."
Hier macht die originale Julia Child ein Omelett:
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The Spectator (Großbritannien), 15.08.2009
Quentin Wilson beschwert sich mit launiger Selbstironie über die verbissene Professionalität in "Strictly Come Dancing", einer BBC-Tanzshow, in der mehr oder weniger bekannte Menschen über mehrere Runden vor Juroren bestehen müssen. Der Autojournalist Wilson weiß, wovon er spricht. Im Jahr 2004 bekam er die niedrigste Wertung aller Zeiten. "Dieses Quartett von Schiedsrichtern mit Herzen aus Stein gaben mir beklagenswerte acht von vierzig Punkten für eine Cha-Cha-Kür, die konsequent und leidenschaftlich hoffnungslos war. Ein Rekord, wie ich mit stillem Stolz vermerke, der bis heute Bestand hat. Ich tanzte in der Haltung eines halbgeöffneten Liegestuhls und ließ John Sergeant wie Tinkerbell aussehen. Der teuflische Craig gab mir einen einzigen jämmerlichen Punkt, und Bruno beschrieb meinen Auftritt mit der Tanzsaal-Königin Hazel Newberry (die arme Frau), es hätte ausgesehen, als würde sich ein 'anhängliches Rotkehlchen mit einem Ferrari vermählen'. Sogar der gute alte Len konnte sein Stirnrunzeln kaum verbergen. Ich flog in der ersten Runde raus."
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The Guardian (Großbritannien), 15.08.2009
Die seltsame Idee der Yale University Press, Jytte Klausens Buch über die Mohammed-Karikaturen ohne die Karikaturen herauszugeben, spielt in Pankaj Mishras Essay "Kultur der Angst" keine Rolle. Er will neuere, teils polemische Titel wie Bruce Bawers "Surrender", Mark Shteyns "America Alone", Walter Laqueurs "Letzte Tage von Europa" und Christopher Caldwells "Reflections on the Revolution In Europe" abwehren, die nur die Angst vor dem Islam schürten und mehr Anpassung von den Muslimen forderten. Aber wohin Anpassung führt, so Mishra, haben die Juden im 19. Jahrhundert erlebt: "Europa kann durchaus den Ausdruck kultureller und religiöser Unterschiede verkraften. Ein Teil der säkularen intellektuellen Priesterschaft, die ohne theologische Opposition zwischen Aufklärung und Islam nicht auskommen, glaubt dies nicht. 2004 machte das französische Verbot des Kopftuchs in öffentlichen Schulen klar, dass Muslime aller Zeichen ihrer Religion entsagen müssen, um gänzlich französisch zu werden. Diese Erwartung eines Identitätsselbstmords hat eine eher düstere Geschichte im aufgeklärten Europa. Voltaire empfahl sich als Verteidiger von Vernunft und Zivilität mit Angriffen auf 'ignorante' und 'barbarische' Juden, die, Sklaven ihrer Schrift, mit 'rasendem Fanatismus im Herzen geboren' werden. Beschuldigt, ihre Frauen zu misshandeln und sich mit hinterhältiger Geschwindigkeit zu vermehren, und angespornt, ihren religiösen und kulturellen Ballast abzuwerfen, zahlten viele Juden im 19. Jahrhundert einen noch höheren Preis für ihre 'Integration' als der, der den Muslimen heute in Frankreich abverlangt wird."
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The Economist (Großbritannien), 14.08.2009
Der Economist schenkt uns einen seiner unkonventionellen und umso liebevolleren Nachruf: Benson, Englands beliebtester Karpfen, ist im Alter von rund 25 Jahren von uns und vor allem den Briten gegangen: "In ihren großen Tagen erinnerte sie manche an Marilyn Monroe, andere an Raquel Welch. Sie war geschmeidiger als beide, wenn sie sich träge schlängelnd golden durchs Wassergras bewegte. Ihre schimmernden Schuppen waren, schwärmte ein Fan, die Vollkommenheit selbst und wie angemalt. Irgendein Witzbold hatte sie nach einem kleinen schwarzen Loch in der Rückenflosse benannt, das ihn an ein Zigaretten-Brandloch erinnerte. Es war aber so schön und so einzigartig wie der Schönheitsfleck im Gesicht einer Aristokratin aus dem 18. Jahrhundert. Ihre Lippen waren voll, sinnlich oder schmollend, ihr Ausdruck stets unbeeindruckt. Gelächelt hat sie nur selten."
In weiteren Artikeln geht es um sehr viel unbedeutendere Dinge wie das Verschwinden der Festnetzanschlüsse in den USA, die zunehmende Regionalförderung für Hollywood-Filme ebendort und den Einbruch des Tourismus-Geschäfts im Mittelmeerraum. Besprochen werden unter anderem eine Friedrich-Engels-Biografie, die Autobiografie der Uiguren-Vorkämpferin Rebyia Kadeer und die Oxford Geschichte der Klassischen Musik auf knapp 4.000 Seiten.
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The New York Times (USA), 16.08.2009
Alissa J. Rubin zeichnet im New York Times Magazine das Porträt einer irakischen Selbstmordattentäterin, die kurz vor der geplanten Tat gefasst wurde. Rubin konnte sie ausführlich interviewen. Der Anfang ihrer Geschichte liest sich so: "Sie sprach mit sanfter Stimme. 'Mein Name ist Baida Abdul Karim al-Shammari, und ich komme aus Neu Baquiba in der Nähe des Krankenhauses. Ich bin eines von acht Kindern; fünf sind getötet worden. Die Polizei ist über unser Haus hergefallen. Es war eine halbe Stunde vor der Morgendämmerung. Es waren Amerikaner dabei.' Mit stolzem Unterton fügt sie hinzu: 'Meine Brüder waren Mujahidin. Sie stellten Sprengsätze her."
Dana Jennings bespricht in der Buchbeilage Greg Kots Buch "Ripped - How the Wired Generation Revolutionized Music" (Auszug) über den Kampf der Musikindustrie gegen die Kids: "Der faszinierendste Teil dieses Buchs erzählt erzählt noch einmal, wie die Majors kapitalistischen Selbstmord begingen. Die Manager konnten ihre anologen Köpfe einfach nicht in die digitale Richtung drehen. Wären Industrieführer stets ihrem Misstrauen gegen die Technik gefolgt würden wir wohl noch Musik von Schellackplatten oder Wachswalzen lauschen."
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen








