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Magazinrundschau
Kann man in einer Synekdoche sterben?
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
09.06.2009. Al Ahram fragt sich, was die Araber eigentlich Obama anbieten können. Outlook India meint, Obama hätte besser zu den nicht-arabischen Muslimen gesprochen. Charlie Kaufmans Film "Synecdoche, New York" löst in der London Review existentielle Fragen aus. Polityka entdeckt in Polen eine Republik der Solisten. Der Economist versenkt sich in das Leben eines amerikanischen Träumers, den 483.000 Dollar Schulden drücken. In Clarin fragt Beatriz Sarlo: Was will Buenos Aires sein? In Elet es Irodalom beschreibt Ignac Romsics den Unterschied zwischen west- und osteuropäischen Rechten. NZZ-Folio reist ans Schwarze Meer. Und im Guardian greift der Bildhauer Alexander Stoddart zur Pistole.
Al Ahram Weekly | Outlook India | London Review of Books | Polityka | Le Nouvel Observateur | The Economist | Clarin | Elet es Irodalom | NZZ Folio | The Guardian
Al Ahram Weekly (Ägypten), 09.06.2009
Al Ahram hat mehrere Artikel zu Obamas Rede in Kairo zusammengestellt, die offenbar alle vor der Rede verfasst wurden. Der nachdenklichste Artikel kommt von Abdel-Moneim Said, der Obamas Besuch und Rede mit dem Besuch Sadats in Jerusalem 1977 vergleicht. Und er fragt sich, was genau die Araber anzubieten haben, wenn er - zum Beispiel - die amerikanischen Truppen aus dem Irak abzieht: "Vielleicht hat die arabische Friedensinitiative die klarste Botschaft der moderaten Staaten an die Welt gesendet. Aber diese Botschaft, formuliert und verschickt vor vielen Jahren, nachdem die von Saudiarabien inspirierte Initiative beim Arabischen Gipfeltreffen in Beirut angenommen wurde, muss noch in einen Arbeitsplan oder eine Handlungsstrategie ausgearbeitet werden. So wie Obamas Botschaft braucht die Initiative Substanz, um zu überzeugen. So wichtig die Prinzipien der arabischen Friedensinitiative symbolisch sind, sie müssen in praktische Schritte und Taten verwandelt werden."
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Outlook India (Indien), 15.06.2009
Es war ein Fehler, dass Obama in Kairo zu den Muslimen gesprochen hat, meint B. Raman. Und dass er sich fast nur auf die Araber bezogen hat, auch. "Die Araber sind nur eine Minderheit in der islamischen Welt. Nicht-arabische Muslime, die in Länder wie Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesch, Malaysien und Indonesien leben, bilden die Mehrheit. Ihre Probleme sind ganz andere als die der arabischen Welt. Osama bin Laden versteht das besser als Obama und seine Berater. Deshalb hat bin Laden in seiner Botschaft, die Al Dschasira einen Tag vor Obamas Rede in Kairo veröffentlichte, sich auf die Probleme konzentriert, die die nicht arabischen Muslime der Af-Pak-Region beunruhigen, wie die Vertreibung der Paschtunen aus den Stammesregionen in Pakistan. Indem er sich auf diesen Fall konzentriert und die Amerikaner dafür verantwortlich gemacht hat, konnte er sicherstellen, dass die antiamerikanische Wut in der Af-Pak Region wachsen statt sinken würde."
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London Review of Books (Großbritannien), 11.06.2009
Michael Wood hat im Kino "Synecdoche, New York", das Regiedebüt des Drehbuchautors Charlie Kaufman ("Being John Malkovich", "Vergiss mein nicht") gesehen und kratzt sich nun eine Kritik lang den Kopf: "Kann man in einer Synekdoche sterben, und wenn ja, wäre das gut für einen? Wäre es, wie in einer Klammer zu sterben, so wie es Mrs Ramsay in Virginia Woolfs 'Der Leuchtturm' tut - oder wäre es komplett anders? Am Ende von Synecdoche, New York scheint Caden Cotard als Theater-Version seiner selbst zu sterben, und zwar in einer Replik Manhattans in einer Lagerhalle in Manhattan. Eine Stimme, die ihn über Draht und Mikrofon erreicht, hat ihm eine ganze Weile schon gesagt, was er tun soll. Nun sagt sie, ganz sanft: 'Stirb!'. Und er stirbt. Oder doch nicht?"
In weiteren Artikeln geht es um die Auto-Industrie und den Freiheits-Fetisch Auto, britische Spesen- und Korruptions-Skandale (ganz besonders einen, der mit Berlusconi zu tun hat) und um Innenansichten aus Sozial- und Pflegeberufen
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Polityka (Polen), 05.06.2009
Als eine "Republik der Solisten" beschreibt Justyna Sobolewska Polens Literaturszene in der Polityka (hier auf Deutsch). Und sie tröstet über die enttäuschten Hoffnungen auf die große Freiheitserzählung, auf einen neuen Bruno Schulz oder Witold Gombrowicz hinweg: "Nach 1989 hat sich weniger die Literatur selbst verändert, als ihre Rolle und Funktionsweise: das literarische Leben, der Verlagsmarkt, die Medien. Unsere Erwartungen an sie stammen noch aus einer anderen Epoche... Aus einer Welt, in der man wusste, wer ein herausragender Schriftsteller ist und wie der literarische Kanon aussieht, sind wir in eine Welt eingetreten, in der Hierarchien nicht mehr klar definiert sind. Literaturpreise sprießen wie Pilze aus dem Boden - demnächst werden wir uns beklagen können, dass sie wie in Großbritannien die Literaturkritik schlichtweg ersetzen. Die Zeit, die nun angebrochen ist, hat Professor Marian Stala während einer Diskussion im "Salon der Polityka" als eine Zeit der Verleger bezeichnet. Da sie das Marketing und sämtliche Instrumente der Werbung in der Hand haben, sind sie es heute auch, die einem Buch ein langes Leben sichern können. Die Explosion der Kulturzeitschriften vom Beginn der neunziger Jahre endete mit der Tabloidisierung der Kultur in den Medien. Aber heute gibt es die nächste Welle eines kulturellen Aufschwungs, nur im Internet. Beinahe jede Woche entstehen neue Zeitschriften, Portale und Webseiten über Literatur (erst jüngst die interessante Seite dwutygodnik)."
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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 04.06.2009
In einem Interview spricht der britische Historiker Eric Hobsbawm anlässlich des Erscheinens seines Buchs "L'Empire, la democratie, le terrorisme", das Reflexionen über das 21. Jahrhundert versammelt, über die Pathologie des neoklassischen freien Wirtschaftssystems, den "Fundamentalismus des Markts" und prophezeit die Rückkehr von Marx und Keynes. Keynes Comeback gelte dabei dem "Techniker der Wirtschaft", denn er sei zwar ein brillanter Geist, aber im Gegensatz zu Marx kein großer Analytiker der Wirtschaftsgeschichte gewesen. Auf die Frage nach der Zukunft Amerikas meint er: "Die Geschichte des amerikanischen Imperiums ist auch so eine pathologische Aberration. Bush hat versucht, ein Weltimperium zu errichten. Der Irak-Krieg, der Teil dieses Projekts war, hatte keinerlei Berechtigung. (...) Die richtige Frage ist doch, zu wissen, ob das Projekt der Weltbeherrschung durch einen einzigen Staat - was beispiellos in der Geschichte ist - möglich ist, und ob die überwältigende militärische Überlegenheit der USA imstande ist, sie herzustellen und aufrechtzuerhalten. Die Antwort auf beide Fragen lautet: Nein."
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The Economist (Großbritannien), 05.06.2009
Der Economist hat die Memoiren "Das Leben eines amerikanischen Träumers" des ehemaligen US-Finanzministers Peter Peterson gelesen und daraus manche Lektion gelernt. Zum Beispiel, dass Politiker eiskalt wider besseres Wissen handeln: "Das riesige Haushaltsdefizit ist nur die Spitze des Eisbergs, warnen Peterson und der von ihm finanzierte Think Tank auf Postern und in einer erstaunlich sehenswerten Dokumentation. Der Staat hat Verpflichtungen in Höhe von 483.000 Dollar pro Haushalt, vor allem in Form nicht gedeckter Zusagen für Krankenversicherungen und Renten. Politiker haben aber zu viel Angst, vor den jeweils kommenden Wahlen, irgendetwas dagegen zu tun. Peterson schreibt in dem Buch über den Schock, den er erlebte, als er sich mit Bill Clinton zusammensetzte. Der stimmte ihm zu, dass die sozialen Sicherheitsnetze (das öffentliche Rentensystem) bankrott seien. Dann stand er auf und versicherte auf einer Kundgebung den Wählern, alles stehe zum besten."
Außerdem besprochen wird auch Matthew Glass' Thriller "Ultimatum", der die Folgen der Klimaerwärmung drastisch vor Augen führt.
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Clarin (Argentinien), 08.06.2009
Beatriz Sarlo, die grande dame des argentinischen Feuilletons, spricht in einem sehr lesenswerten Interview über ihr soeben erschienenes Buenos-Aires-Buch "La ciudad vista" ("Die geteilte Stadt"): "Die nostalgische Perspektive scheint mir denkbar ungeeignet. Ein Großteil dessen, was heute in und mit den Städten geschieht, mag schlecht sein, aber es gibt trotzdem viele Alternativen, die nicht darin bestehen, einfach nur die Vergangenheit wiederherstellen zu wollen. Wir müssen uns fragen, was für eine Stadt wir haben wollen - eine für die Mittelschicht, wie in den Stadtvierteln mit starkem Kulturleben, die ich unter anderem in dem Buch vorstelle, oder eine Stadt für alle. Es hängt auch davon ab, ob wir die Entscheidung der Immobilienbranche überlassen, oder ob es dem Staat und den Bürgervereinigungen gelingt, mit darüber zu entscheiden, wo die Leute leben sollen. Gesellschaft - das ist genau das, was mich mit denen, die anders sind als ich, verbindet."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 29.05.2009
Der Historiker Ignac Romsics hat kürzlich ein Sammelband über die unterschiedlichen Traditionen und Erscheinungsformen der ungarischen Rechten, von den Konservativen bis hin zu den Rechtsradikalen vorgelegt ("A magyar jobboldali hagyomany, 1900-1948" Budapest, Osiris 2009). Im Interview mit Eszter Radai erklärt er, warum in Osteuropa nicht der demokratische Konservatismus, sondern der Rechtsextremismus einen Aufschwung erfährt. "Nach dem Zweiten Weltkrieg geht die Geschichte in West- bzw. Osteuropa vollkommen getrennte Wege. In der Tat verhält es sich westlich der Elbe so, dass innerhalb des rechten Spektrums die christlich-demokratischen und andere konservative Richtungen entstanden und zu maßgeblichen Faktoren wurden, die die demokratischen Institutionen akzeptierten. In Osteuropa konnte es dazu nicht kommen, da hier nach einer kurzen Übergangsphase eine monolithische Diktatur entstand, in der kein Raum für den politischen Pluralismus blieb. (...) Man könnte denken, dass die alten Strukturen während des Rakosi-, bzw. Kadar-Systems völlig zerstört wurden. Dies stimmt vielleicht sogar, doch die Netzwerke, Gefühle, Attitüden und Nostalgien in der Gesellschaft sind erhalten geblieben. Die Rechte - und in gewisser Hinsicht auch die Linke - muss sich heute, nach einem vierzigjährigen Zustand des Eingefrorenseins wieder neu definieren. Dazu gab und gibt es Bestrebungen, es sind aber weitere Diskussionen nötig. Nicht nur die Grenze zwischen den Rechten und den Rechtsextremen ist undeutlich, sondern auch die Beziehung der Linken zur Räterepublik oder zum Kadar-System."
Der ehemalige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg beklagt in seiner Rede (gehalten am Europa-Forum im österreichischen Wachau am 17. Mai 2009) den Schwund der Europa-Begeisterung der EU-Gründergeneration. Der Grund dafür sei, so Schwarzenberg, dass sich die EU mit Kompetenzen regelrecht zudeckt, also alles "europäisiert" und sich damit vom Bürger entfernt: "Ich habe nie verstanden, warum wir unsere Energien und unsere verbliebene europapolitische Begeisterung verschwenden, indem wir uns mit Bestimmungen befassen, wie unser Käse aussehen und welcher Frosch in welcher Lache geschützt werden soll, anstatt uns den wesentlichen Dingen, nämlich einer gemeinsamen Außen-, Sicherheits- und Energiepolitik zuzuwenden; und warum wir nicht überlegen, was wir tun können, um Europa wieder zum Bürger zurückbringen. Das sind die großen Fragen dieser Europa-Generation. Lösen wir sie nicht, können wir nur sagen, dass unsere Generation in der Politik versagt hat. Wir müssen die Erneuerung der Union und die Vervollständigung Europas erreichen, damit ganz Europa Teil der Europäischen Union wird. Wenn uns weder das eine noch das andere gelingt, dann müssen wir eingestehen, dass wir zwar große Vorgänger, großartige europäische Ahnen gehabt haben, als Europapolitiker aber zu jenen Erdapfelsorten gehören, von denen der beste Teil unter der Erde liegt."
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NZZ Folio (Schweiz), 08.06.2009
Die Folio-Redaktion ist ans Schwarze Meer gereist. Gudrun Sachse hat sich an der bulgarischen Küste umgesehen, die als besonders schön galt. Leider ist die Gegend auch besonders korrupt, weswegen sie heillos verbaut werden konnte: "An der 380 Kilometer langen Küste Bulgariens sind Luxusresorts mit Golfplätzen, Touristenstädte und Privatvillen mit direktem Meerzugang zu Hunderten geplant oder bereits im Bau. Kräne strecken ihre Arme aus. Die Fischer, die für die 400 Appartements der Luxusanlage 'South Bay Beach Resort' in Varna mit Meerblick aus dem Whirlpool ihre Hütten aufgegeben haben, wohnen provisorisch am Strand. Für Unbehagen unter den Naturschützern sorgte der Plan einer 219 Hektaren umfassenden Überbauung des britischen Architekten Sir Norman Foster am Strand von Karadere südlich von Varna. Das sogenannt CO2-neutrale Luxusressort umfasst fünf neue Hügelstädte, künstliche Seen, einen Hafen und riesige Freizeitgebiete. Es wird dank Bioenergie selbstversorgend sein, sagen die Entwickler. Unfug, sagen die Umweltaktivisten. Wo 15.000 Menschen lebten, sei die einmalige Landschaft für immer verloren... Der schale Beigeschmack aber rührt daher, dass das Projekt in Bulgarien von Georgi Stanischew geleitet wird, dem Bruder des bulgarischen Premierministers Sergei Stanischew."
Amalia van Gent hat sich in das türkische Trapezunt gewagt, das als Hochburg des Verbrechens gilt. Nirgends sei es so einfach, einen Auftragskiller zu finden. "'Wir sind ein Volk der Extreme', sagt Fethi Yilmaz, Herausgeber der Kulturzeitschrift Kiyi (Ufer) in Trabzon, 'wir haben die besten Künstler und Fußballspieler, die populärsten Politiker, die ruchlosesten Killer. Unsere Musik und unsere Tänze sind schnell wie der Wellenschlag unseres Meeres.'"
Außerdem besichtigt Gudrun Sachse das rumänische Constanta, in das Augustus einst Ovid in die Verbannung schickte und das heute den größten Hafen des Schwarzen Meeres beherbergt. Und Lorenz Schröter war auf der Krim in Sewastopol - "in erster Linie ein Kriegshafen und erst dann eine Stadt". In weiteren Reportagen geht es um Odessa, Sotchi und Batumi. In seiner Duftkolumne erzählt Luca Turin, dass das große Geld in der Parfumindustrie die Produzenten billiger Haushaltdüfte machen.
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The Guardian (Großbritannien), 06.06.2009
Ian Jack porträtiert den Bildhauer Alexander Stoddart, den er zu Großbritanniens "bedeutendstem Gegner der Moderne" küren würde, wenn den Titel nicht Prinz Charles eisern verteidigte. Die Hunterian Gallery in Glasgow widmet ihm nun die erste öffentliche Ausstellung: "Stoddart ist ein hingebungsvoller Neoklassizist, der glaubt, dass die Bildhauerei mit den Arbeiten des Italieners Antonio Canova und des Dänen Bertel Thorvaldsen im frühen 19. Jahrhundert zur Blüte gelangte. Kein Bildhauer hat seitdem an sie herangereicht. Rodin konnte nicht viel, und Henry Moore war 'inkompetent'. Stoddart möchte, dass seine Kunst so majestätisch und gelassen ist wie die der Neoklassizisten, die die Werke der Griechen und Römer verfeinerten. Sich selbst beschreibt er als einen natürlichen Monumentalisten, davon überzeugt, dass Denkmäler die Idee einer Nation in sich bergen und den Raum zurückfordern sollten, den die zusammengeschweißte Kakophonie moderner 'öffentlicher Kunst' für sich reklamiert - eine Phrase, bei der er am liebsten zu einem Glas Whisky und einem Revolver greifen würde."
"Warum küssen wir uns, wenn wir eine schöne Szenerie vor uns haben?", fragt Nobelpreisträger Orhan Pamuk nach einer Reise nach Venedig, wo er offenbar unzähligen küssenden Paare begegnet ist. "Es muss etwas damit zu tun haben, dass wir für einen Moment begreifen, wie schön das Leben sein kann. Tourismus-Statistiken und Ehe-Berater belegen, dass sich selbst die unglücklichsten Paare im Urlaub näher kommen. Aber nicht jede schöne Landschaft erweckt in uns das Verlangen zu küssen oder ein Gefühl des Glücks. Einige Landschaften evozieren Furcht oder sogar metaphysische Angst, einige Frieden und Behaglichkeit und andere wiederum, wie in Istanbul, Melancholie."
Weiteres: Thomas Jones huldigt Eric Ambler, dessen lange vergriffene Polit-Thriller in Großbritannien wieder herausgegeben werden: Für Jones hat Ambler noch immer Gültiges zu sagen über die unheilvolvolle Verbindung von big business und bad government. Matthew Evans erinnert sich an seine Zeit beim Verlag Faber und den ungeheuren Geschäftssinn seines Kollegen TS Eliot.
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen








