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Magazinrundschau
Eine Armee von Bloggern
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
17.03.2009. In Osteuropa steigt Jachym Topol in die U-Bahn und sieht gleich den Unterschied zwischen Ost- und Westeuropa. In Frontline beklagt der Physiker Pervez Amirali Hoodbhoy die Saudisierung der pakistanischen Kultur. Reset Doc sieht lauter Dissidenten in den arabischen Ländern. Im Guardian spielt Roger Norrington Beethoven im richtigen Tempo. Nicht die Natur-, nur die Geisteswissenschaften können Religion dekonstruieren, ruft der New Humanist. Elet es Irodalom nimmt die ungarische Art des Antichambrierens aufs Korn. Der Economist staunt über ein Archiv des Warschauer Ghettos. Die New York Times porträtiert den Musiktycoon Valeri Gergiev.
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Osteuropa (Deutschland), 18.03.2009
Mit einem großen Themenheft erinnert Osteuropa an den europäischen Aufbruch von 1989.
Online lesen dürfen wir ein Interview mit dem tschechischen Schriftsteller Jachym Topol, der sich darüber wundert, dass Osteuropa auch zwanzig Jahre nach der Wende noch so anders ist als der Westen: "Zum Beispiel eine Fahrkartenkontrolle in der U-Bahn. Hier in Berlin zeigen sämtliche Fahrgäste einfach ihre Fahrkarte vor. In Prag wäre das undenkbar, dort nesteln viele Leute absichtlich möglichst umständlich und langwierig in ihren Taschen herum, denn der Kontrolleur wird als Vertreter einer öffentlichen Institution nach wie vor als Feind betrachtet - und darum gilt es, ihn möglichst lange hinzuhalten, damit sich der Schwarzfahrer, der sich sicherlich auch in diesem Waggon befindet, rechtzeitig aus dem Staub machen kann... Ein zweites Phänomen, mit dem ich 1989 nicht gerechnet habe, ist die Tatsache, dass viele kommunistische Verbrechen auch zwanzig Jahre später noch immer nicht gesühnt, die Täter nicht bestraft worden sind."
Katharina Raabe zeichnet nach, wie die mitteleuropäische Autoren von Peter Nadas, Aleksandar Tisma und Imre Kertesz bis Andrzej Stasiuk , Slavenka Drakulic und Dubravka Ugresic die Welt erschütterten und erklärt einen wichtigen Unterschied: "Wer Osten sagt, meint Moskau; wer von 'Mitteleuropa' spricht, denkt an Wien. Es ist die historische Bestimmung Mitteleuropas, schreibt Juri Andruchowytsch, 'zwischen Russen und Deutschen eingezwängt zu sein'. Es gibt die mitteleuropäische Angst: vor den Deutschen, vor den Russen. Den mitteleuropäischen Tod: im Lager, im Gefängnis; ein kollektiver, ein gewaltsamer Tod. Und schließlich die mitteleuropäische Reise: die Flucht. Dass es unvermeidlich ist, von Todesarten zu erzählen, gibt der Literatur die bis heute in dieser Gegend geschrieben wird, ihre Schwere."
Weiteres: Der slowenische Dichter Ales Steger geht hart mit der europäischen Kulturpolitik ins Gericht, die ihn in ihrem Harmonisierungswahn geradezu titoistisch anmutet und die eine bloße PR an die Stelle eines europäischen Diskurses gerückt habe. Zu lesen ist auch Adam Michniks Rede zur Eröffnung der großen Osteuropa-Konferenz "Freiheit im Blick". Zudem schreiben György Konrad, Petr Pithart, Ivaylo Ditchev und Karl Schlögel über die Ameisenhändler vom Bahnhof Zoo (der Text ist in der Welt zu lesen).
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Frontline (Indien), 14.03.2009
In einem bitteren, sehr klaren Text beschreibt Pervez Amirali Hoodbhoy, Physikprofessor an der Quaid-e-Azam University in Islamabad, die zerstörerische Saudisierung der pakistanischen Kultur und des pakistanischen Lebens in den letzten Jahrzehnten. "In der unteren und mittleren Mittelklasse Pakistans lauert eine grimmige und humorlose Saudi-inspirierte Erweckungsbewegung, die bei jedem Ausdruck der Freude und fröhlichem Zeitvertreib die Stirn runzelt. Da ihr jede positive Beziehung zu Geschichte, Kultur und Wissen fehlt, versucht sie 'Korruption' auszumerzen, indem sie das kulturelle Leben reguliert und Kontrolle über das Erziehungswesen sucht. 'Klassische Musik pfeift in Pakistan auf dem letzten Loch; die Sarangi und Vichtarveena sind tot', klagt Mohammad Shehzad, ein Musikkenner. Tatsächlich wird Musikunterricht an öffentlichen Universitäten gewaltsam abgelehnt von den Studenten der [islamischen Studentenorganisation] Islami Jamaat-e-Talaba. Religiöse Fundamentalisten halten Musik für haram. Für Kathaktänze, einst populär bei der muslimischen Elite Indiens, gibt es keine Lehrer mehr. Pakistan produziert keine Spielfilme von Bedeutung. Als Teil der Kulturoffensive von General Zia ul-Haq wurden Hindi-Wörter aus dem täglichen Sprachgebrauch verbannt und durch schwerfällig klingende arabische ersetzt. Persisch, die Sprache des Mughalreichs in Indien wurde einst als zweite oder dritte Sprache an vielen pakistanischen Schulen gelehrt. Aber wegen seiner Assoziation mit dem schiitischen Iran wurde es fallengelassen und durch das Arabische ersetzt. Die Verwandlung des traditionellen 'khuda hafiz' (persisch für 'Gott sei mit dir') in 'allah hafiz' (arabisch für 'Gott sei mit dir') war in zwanzig Jahren vollendet. Der arabische Import klingt merkwürdig und gekünstelt, aber schließlich hat der arabische Gott gewonnen und der persische Gott verloren."
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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 12.03.2009
Unter der Überschrift "Die zwei Wunden Ägyptens" prangert Alaa El Aswany, der meistgelesene Schriftsteller des Landes und Begründer der Demokratiebewegung Kifaya, im Gespräch Ägyptens Diktatur und seine Komplizenschaft mit dem islamistischen Fundamentalismus an. "In Ägypten toben zwei Kämpfe: erstens der Kampf für Demokratie und zweitens der Kampf des toleranten Ägypten gegen den Wahabismus. Ich beteilige mich an beiden. Sie sind miteinander verknüpft. Die Verbindung zwischen Wahabismus und Diktatur ist unübersehbar, und es geht nicht, das eine gegen das andere zu bestärken, wie man im Westen meint. Diktatur und Fanatismus sind siamesische Zwillinge. Sie haben viel gemeinsam: das Frauenbild, Ansichten über die Freiheit, die Demokratie und das Privatleben und die Gewissheit der Eliten, das Volk könne Gut und Böse nicht voneinander unterscheiden, sie selbst hingegen schon. In der Demokratie gibt es keinerlei Grund, fanatisch zu sein. Doch in Ägypten wurde der Islam von der saudiarabischen Auslegung der Religion vergiftet."
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Al Ahram Weekly (Ägypten), 12.03.2009
Amal Fawzi spricht mit Nesmahar Sayed über "Privat File", ihren Dokumentarfilm über Jungfräulichkeit. "Wir sind weder für noch gegen die Idee, dass so viel moralisches Gewicht auf die Schultern junger Mädchen gelegt wird, die bis zur Heirat jungfräulich bleiben sollen. Was uns interessiert ist, was das Konzept der Ehre in unserer Gesellschaft bedeutet." Es sei sehr schwierig gewesen, diesen Film zu finanzieren, obwohl Fawzi eher konservativ an das Thema herangegangen ist. "Die Idee des Films ist laut Fawzi, dem durchschnittlichen ägyptischen Mädchen die Konsequenzen von vorehelichem Sex vor Augen zu führen. Sie sagt, sie habe Wert darauf gelegt, Meinungen auszuschließen, die für vorehelichen Sex sind, weil diese nicht die Mehrheitsmeinung repräsentieren - und weil sie als Zeichen dafür genommen werden könnten, dass der Film vorehelichen Sex propagiere."
Youssef Rakha findet die Rivalität zwischen arabischen Dichtern und Romanautoren "lächerlich", aber er hat doch seine Zweifel an Romanen, die es erst seit etwa gut einem Jahrhundert in der arabischen Kultur gibt. "Das Prosagedicht bleibt die einzig originale und bestimmbare Form, die seit den 1990er Jahren herausragt, als angeblich das Jahrhundert [des Romans] heraufdämmerte. Der Roman auf der anderen Seite schwankte sichtbar, definierte sich immer wieder neu und taumelte über viele Kreuzungen, ohne sich sehr weit in eine bestimmte Richtung zu bewegen."
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ResetDoc (Italien), 16.03.2009
Die Behauptung, die Zivilgesellschaften in muslimischen Staaten seien rückständig und unfähig zur Kritik, folgt nur der postkolonialen Logik westlicher Staaten, glaubt Marco Cesario. Er zählt einige Beispiele für Dissidenz in Ägypten, der Türkei, dem Libanon, Tunesien, Algerien und Jordanien auf, um dann festzuhalten: Unbemerkt vom Westen ändern sich die arabischen Gesellschaften und dazu, so Cesario, trägt vor allem das Internet bei. "Wie Jihad Al Khazan in der panarabischen Tageszeitung Al Hayat feststellte, schreibt der Nahe Osten heute dank des Internets und der Blogs ein vollkommen neues Kapitel, weil diese den Weg zu größerer Meinungsfreiheit öffnen. Heute zerstört eine Armee von Bloggern, Intellektuellen, Künstlern und politischen Flüchtlingen mit verschiedenen Formen der Dissidenz die politische Unbeweglichkeit der Regierungen und verursacht profunde Veränderungen in ihren Gesellschaften. Alles, was in einem Land passiert, kann gefilmt und für jeden sichtbar online gestellt werden. Ein Blog kann leicht die Zensur eines Regimes umgehen und über die Fakten berichten. Die Machtbeziehung zwischen politischen Regimen und den Zivilgesellschaften, früher zugunsten der Regime neigend, erreicht langsam eine neues Gleichgewicht."
Außerdem: Khalid Chaouki kritisiert die Tendenz westlicher Regierungen, sich mit autokratischen Regimen in der arabischen Welt gutzustellen. Nadia Urbinati, Professorin für Politische Theorie an der New Yorker Columbia University erklärt, wie wichtig Dissidenz für die Demokratie ist. Michael Kazin, Geschichtsprofessor an der Georgetown University beschreibt im Interview die Rolle oppositioneller Bewegungen in den USA.
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The Guardian (Großbritannien), 14.03.2009
Sophie Harrison hat den indischen Schriftsteller Amit Chaudhuri getroffen, dessen neuer Roman "The Immortals" gerade erschienen ist. Chaudhuri hat in Oxford studiert und ging in den späten 90ern nach Kalkutta zurück (obwohl er auch noch an der University of East Anglia lehrt). So richtig heimisch scheint er dort aber nicht wieder geworden zu sein. "Er hat das Gefühl, dass die indische Presse keine praktikable Sprache gefunden hat, um über Werte zu sprechen. 'Sie kritisieren eine Menge, aber die Kritik basiert in diesen Tagen auf Argumenten zur Authentizität. Hat er sich das Recht verdient, über dies oder das zu sprechen? Spricht er wirklich über diese Straße? Hätte er über diese spezielle Straße oder eine andere sprechen sollen, die repräsentiver für dies oder das ist?' Er hat das Gefühl, dass sich die Vorstellungskraft auf hinterlistige Weise den sozialen Wissenschaften unterwirft. 'Die Ränder und das Zentrum, Kolonialismus - alles muss in diese Schemata passen.' Passt er dorthin? 'Ich passe auf unbequeme Art dorthin', sagt er."
Außerdem: Man braucht keine "große Idee", um Beethoven zu spielen, man muss ihn nur im richtigen Tempo spielen, meint der Dirigent Roger Norrington. Das klingt dann so:
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Nepszabadsag (Ungarn), 14.03.2009
Miklos Haraszti ist OSZE-Beauftragter für die Pressefreiheit und hat als "Zensor der Zensoren" weltweit immer mehr zu tun. Denn während sich in Westeuropa das Phänomen der Selbstzensur verbreitet (wie im Fall der Mohammed-Karikaturen 2006), wird in Osteuropa die Pressefreiheit vor allem seitens des Staates zunehmend gestutzt. Und wie ist die Lage in Zentralasien und dem Kaukasus?, fragte ihn Bela Kurcz. "Die BBC und Radio Freies Europa haben die Jahre der Veränderungen vielerorts als einzige 'öffentlich-rechtliche' Radiosender, wenngleich mittlerweile auf FM-Frequenz, überstanden. Und nun werden sie aus manchen Ländern verdrängt, und zwar ausgerechnet aus jenen, in denen es wichtig wäre, dass die Menschen wenigstens mit ihren Autoradios Sender hören können, die nicht zentral gesteuert werden und allen Seiten gegenüber fair sind. In manchen Ländern werden sogar ihre Berichterstatter verfolgt. Die wichtigste Erfahrung meiner underground-oppositionellen Generation ist allerdings: die Öffentlichkeit ist immer von Nutzen. Sie kann das Verpatzte zwar nicht zurechtbiegen, sie kann auch keine Rechtshilfe leisten, kann aber die Verschlechterung der Lage aufhalten. In Ländern, die über keine pluralistische Presse verfügen, hat die OSZE für die Zivilgesellschaft ungefähr dieselbe Bedeutung, die für uns Ungarn der Helsinki-Prozess hatte."
Julianna P. Szűcs würdigt die Kunst des französischen Malers Gustave Moreau, dessen Werke derzeit im Budapester Museum der Schönen Künste gezeigt werden, als Wundermittel gegen die Krise: "Der Schlüssel seiner Kunst ist in jener künstliche Welt aus Kultur, Phantasie und Mythos verborgen, die er der wirklichen Welt gegenüberstellt, in der hartnäckigen Verteidigung der von allem unabhängigen, willkürlichen Schönheit. Während seiner Laufbahn war er – zu seinem Glück oder zu seinem Unglück – nie mit dem naturalistischen Gebot des Alltags konfrontiert. Moralisch ist dies gewiss falsch. Doch heutzutage, in der Zeit der totalen Wertkrise, der allgemeinen Existenzkrise und des alles überschwemmenden Medienmülls, ist es ein Geschenk fürs Auge, sich auf diesen altertümlich glänzenden Edelsteinen ausruhen zu können."
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New Humanist (Großbritannien), 01.04.2009
Eliane Glaser ist genervt, dass Naturwissenschaftler noch immer so abwertend über Geisteswissenschaftler reden, obwohl die ihre Disziplinen seit den 50er Jahren so schön weiterentwickelt haben. Dabei sind sie doch so nützlich: "Naturwissenschaften haben nicht die konzeptuelle Sprache, um Religion zu dekonstruieren. So wie Religion nicht das methodologische Werkzeug hat, um Naturwissenschaften zu kritisieren ... Die wirksamsten Widersacher der Religion sind nicht die Natur- sondern die Geisteswissenschaften. Sie können uns helfen, über die redundante Debatte hinwegzukommen, weil sie die Konzepte von Sprache, Diskurs und Genre verstehen und in der Lage sind, die beiden konkurrierenden Unternehmen philosophisch zu vergleichen. Sie haben die analytischen Mittel um das Wachstum der biblischen Buchstabentreue und des naturwissenschaftlichen Fundamentalismus zu erklären. Die Geisteswissenschaften sind machtvolle Alliierte des Säkularismus, mit ihrer Fähigkeit, den Aufstieg der Religionen historisch, politisch und kulturell zu kritisieren."
Außerdem: Caspar Melville lässt sich vom russischen Philosophen Michail Ryklin erklären, warum der Kommunismus eine Religion ist. Besprochen wird Kenan Maliks Buch "From Fatwa to Jihad".
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Salon.eu.sk (Slowakei), 09.03.2009
Michael Zantovsky erinnert sich daran, wie er in den frühen Neunzigern in New York mal einen guten Freund mit zu Woody Allen nahm. "Wir klingelten bei Mia und Woody Allen öffnete die Tür. Er sagte, Mia sei nicht da und wir sollten später wiederkommen. Ich setzte meinen Fuß in die Tür, bevor er sie zuschlagen konnte und erklärte, tatsächlich hätten wir ihn gesucht, dass wir aus der Tschechoslowakei kämen und dass mein Freund, ein Dramatiker und Präsident, ihn gern kennenlernen würde, denn er sei ein neugieriger Typ. Woody war geschmeichelt, dass wir den ganzen Weg aus der Tschechoslowakei gekommen waren um ihn zu sehen und bat uns herein, obwohl, wie ich bemerkte, er er den Alarm anließ."
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The Times Literary Supplement (Großbritannien), 11.03.2009
Mit großem Vergnügen hat Gabriel Josipovici die Briefe gelesen, die Samuel Beckett zwischen 1929 und 1940 schrieb, noch unsicher, was er mit seiner Kunst und seinem Leben anfangen sollte: "Am Ende dieses Jahrzehnts zeigten ihm Freunde Gemälde, die sie gekauft hatten und stellten ihm Fragen zu Provenienz und Authentifizierung. Aber Beckett konnte genauso wenig ein Kunsthändler sein wie Französischlehrer, kommerzieller Pilot, Student bei Einstein oder irgendetwas anderes, dass ihm kurz in den Sinn gekommen war, bevor er es fallenließ oder einfach in die Gefilde einer anderen Möglichkeit driftete. Es gab nur eine einzige Sache, die Beckett wirklich wollte und dass war Schreiben. Sogar die Briefe über Kunst befassen sich im wesentlichen mit der selben Sache, von der auch seine Briefe über Musik, Philosophie und Literatur handelten: dem Versuch zu verstehen, was er zu erreichen hoffte und wie die fragliche Kunst ihm dabei helfen konnte. Darum seine Leidenschaft für das unwahrscheinliche Trio Watteau, Cezanne und Jack B. Yeats."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 06.03.2009
Angesichts der Krise wollen immer mehr Ungarn den Kapitalismus zu Grabe tragen. Und wenn die Demokratie dabei mit in die Grube fährt?, fragen der Psychologe und Kampagnenexperte Gabor Bruck und der Historiker Zoltan Vagi: "Kapitalismus und Demokratie gehen Hand in Hand. Jede Wohlstandsdemokratie, die wir beneiden, verfügt über eine Marktwirtschaft, und die Freiheit der Unternehmen und der Wirtschaft stärkt überall die Demokratie und schwächt die Willkürherrschaft. Aus diesem Grund ist die Verbreitung des Antikapitalismus in Ungarn nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht bedenklich. Bevor wir also den Kapitalismus zu Grabe tragen, lohnt es sich, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung für einen Moment zu vergegenwärtigen: der Sinn von Regierungen sei, heißt es da, die 'unveräußerlichen' Rechte jedes einzelnen Bürgers zu garantieren – Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Bevor wir also den Kapitalismus in der Hoffnung auf eine wundervolle Zukunft in den Sarg schubsen, sollten wir daran denken, dass wir mit ihm möglicherweise auch die Demokratie beerdigen würden."
Nach dem erfolglosen Versuch von Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany während des EU-Wirtschaftsgipfels in Brüssel, einen Hilfsfonds in Höhe von 190 Milliarden Euro für die ostmitteleuropäischen Länder einzurichten, nimmt der Chefredakteur von Elet es irodalom diese althergebrachte ungarische Strategie aufs Korn: Immer wenn sich Ungarn in einer schwierigen Lage befindet, kreiert man daraus zunächst ein regionales Problem, indem man den ungarischen Kummer in ganz Ost- und Mitteleuropa ausbreitet, und präsentiert dann das gesamte Problembündel den EU-Institutionen. Früher hat das ja funktioniert, sogar unter Kadar. "Nun, jetzt funktioniert es nicht mehr. Einerseits, weil wir längst keine progressive Rolle mehr in Osteuropa spielen, wie vor der Wende – die Situation ist sogar viel schlimmer: wir sind das faule und bequeme Land Osteuropas geworden. Während die anderen Staaten der Region Strukturreformen durchgeführt haben, [...] haben wir Ungarn uns die damit verbundenen Unannehmlichkeiten erspart und handeln nun überstürzt. Das Antichambrieren ist umso schwieriger als die anderen Länder, die sich bereits weiter vorn befinden und ernsthafte Opfer gebracht haben, offensichtlich nichts davon wissen wollen. Weder die Slowakei, noch Polen oder Tschechien. Auch zeigen sie keine regionale Solidarität mit Ungarn, und diese Haltung ist nur zu verständlich: Wenn jemand für etwas gelitten hat, sieht er es nicht gern, wenn der andere sich dieses etwas in den Vorzimmern der Diplomatie verschaffen will."
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The Economist (Großbritannien), 12.03.2009
Der Economist rühmt Samuel D. Kassows Buch "Who Will Write Our History? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive". Der polnisch-jüdische Historiker Ringelblum und andere Historiker, die im Warschauer Ghetto saßen, hatten Mitgefangene angehalten, ihr Leben dort zu dokumentieren. "Das Archiv reicht von seltenen Zeugenaussagen bis zu Arbeiten von Historikern wie Ringelblums eigene lange Analyse der polnisch-jüdischen Beziehungen. Etwa 35.000 Seiten (nur ein Teil des Ganzen) überlebten, begraben in Milchkannen und Blechdosen, den Krieg. Einige waren vorsichtig zugelötet worden; andere hatten geleckt und unlesbare feuchte Klumpen hinterlassen, die sorgfältige Konservierungsarbeit erforderten. Dass die Dokumente überhaupt ans Licht kamen, ist der Beharrlichkeit Rachel Auerbachs zu verdanken, einer der einzigen drei Überlebenden, die an diesem Projekt beteiligt waren. Sie war es, die 1946 nach Warschau ging und forderte, dass die halb erfrorenen und hungrigen Überlebenden der zerstörten Stadt die Anstrengung unternahmen, das Archiv aus den Ruinen auszugraben." Der Economist bedauert nur, dass Kassow keine Außenansicht des Ghettos bietet und dass er oft die Worte "Pole" und "Jude" benutzt, als ob das Gegensätze wären, obwohl "viele Menschen, über die er schreibt, gesagt hätten, dass sie beides sind". (Hier auch eine Besprechung aus The New Republic)
Außerdem gibt es in diesem Heft einen Schwerpunkt zum Unternehmertum, das laut Adrian Woolridge eine globale Renaissance erfahren. Die Wirtschaftskrise sei geradezu von Vorteil für Entrepreneure, denn "talentierte Mitarbeiter können leichter gefunden und billige Büros leichter gemietet werden. (...) Microsoft, Genentech, Gap und The Limited wurden alle in Rezessionen gegründet. Hewlett-Packard, Geophysical Service (jetzt Texas Instruments), United Technologies, Polaroid und Revlon starteten während der Depression."
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The Spectator (Großbritannien), 12.03.2009
Olivia Cole sorgt sich um die Kunst in London. 2007/2008 wurde zehn Prozent weniger für Kunstankäufe ausgegeben. Und auf die nächste Generation ist auch kein Verlass. Bei der Erziehung! "'Die Badenden bei Asnieres' ist ein verträumtes impressionistisches Gemälde mit doppeltem Boden: ein Idyll so trickreich wie die kleinen Punkte, die Seurat anstelle von Pinselstrichen malte. Junge Pariser Arbeiter strecken sich wie Katzen in der Sonne oder schwimmen im Wasser; dessen Kühle man fast fühlen kann. Im Hintergrund jedoch rauchen die Schornsteine und rufen sie zurück zur Arbeit. In der National Gallery hörte ich kürzlich einer der offiziell bestallten Führerinnen zu, wie sie zu einem Haufen halb-komatöser Jugendlicher sprach: 'Das ist ein recht großes Gemälde', sagte sie, 'und es wurde vor 100 Jahren gemalt'. Sie kommen nicht aus einer Fabrik, sondern aus dem Klassenzimmer: 80.000 Schüler betreten jede Jahr die National Gallery, das ist ein potenziell formbares Kind alle 15 Minuten. Aber wenn das alles so überaus lustig präsentiert wird, wie viele werden zurückkommen? Warum sollten sie zurückkommen? Ein paar Räume von Seurat entfernt wird ab September 'Diana und Actaion beim Bade' hängen, der Tizian, der für fünfzig Millionen Pfund dem Land erhalten geblieben ist. Vielleicht wird er als mittelgroßes Gemälde präsentiert, gemalt von einem Italiener?"
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The New York Times (USA), 15.03.2009
Arthur Lubow porträtiert den Dirigenten Valeri Gergiev, Leiter des Marinsky Theaters in Petersburg, als einen Mann, der in seiner Zeit lebt und sich nicht im geringsten davor scheut, alles zu tun, was ihm notwendig erscheint. Ein Freund Putins und aller Mächtigen abwärts, ein Mann, der nach dem russischen Angriff auf Georgien in Tskhinvali Schostakowitschs Leningrad-Symphonie spielt - zu Ehren der Opfer und der russischen Armee. Er ist auch ein Mann, der als Dirigent internationale Reputation erworben hat und seine Fähigkeiten und Kontakte einsetzt, um das Bolschoi und Marinsky vor dem Verfall zu retten. Gergiev erinnert sich daran, wie er 1998 Boris Jelzin Geld entlockte. "'Ich sagte: Es gibt so viele alte Künstler - Sänger, Musiker - mit kleinen Pensionen. Ich hoffe, wir können ihnen helfen. Keine Antwort. Außerdem würden wir gern zum erstenmal in unserer Geschichte eine Reise durch russische Gebiete an der Wolga machen. Vielleicht könnte Ihre Unterstützung uns helfen, das zu organisieren. Keine Antwort. Dann, päng, punktete ich mit Amerika.' Geschickt den Konkurrenzinstinkt des Präsidenten abmessend, erklärte Gergiev Jelzin, dass er 30 Millionen Dollar brauche, um den Theaterdistrikt so umzumodeln, dass er amerikanischen Standards entspricht. ... Später rief ihn ein Freund aus Moskau an, der im Finanzministerium arbeitete. 'Er lachte und sagte: Was hast du zu Jelzin gesagt? Er hat so wild unterzeichnet, dass das Papier ein Loch hat.'"
Hier Strawinskys "Sacre du Printemps" mit Gergiev und dem Londoner Symphonieorchester:
In der Book Review schreibt Lee Siegel vielleicht ein wenig unentschieden über den großen George Steiner: "Sein erfrischender Vorzug ist, dass er in nur einem Absatz von Pythagoras, über Aristoteles und Dante zu Nietzsche und Tolstoi kommt. Sein irritierender Nachteil ist, dass er in nur einem Absatz von Pythagoras, über Aristoteles und Dante zu Nietzsche und Tolstoi kommt."
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
20121234567891011122011123456789101112201012345678910111220091234567891011122008123456789101112200712345678910111220061234567891011122005123456789101112200412345678910111220031234567891011122002123456789101112
Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen








