Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Guck, es ist ein Pork Port

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

10.06.2008. In der Polityka erklärt Tadeusz Mazowiecki, warum Polen schon 1989 ein neues Land war. Der Economist untersucht den sich rapide verändernden Buchmarkt. In Tygodnik Powszechny meint der Theaterregisseur Pawel Demirski: für die jungen Polen ist Lech Walesa ein totes Symbol. Das TLS analysiert den Aufstieg der Genreliteratur. Espresso prophezeit den Aufstieg der indischen Frauen. Die New York Review of Books weiß, warum unser Gehirn Dopamin liebt. Im Nouvel Obs erklärt Attac die Folgen der Globalisierung. In Reset.doc erklärt Zygmunt Bauman, was wir dagegen tun sollen. Die New York Times stellt Pig City vor.

Polityka (Polen), 10.06.2008

In einem geradezu epischen Gespräch unterhält sich Jacek Zakowski (jetzt auch auf deutsch!) mit Tadeusz Mazowiecki, dem ersten Premier des neuen Polen, über die heikle Wendezeit, die vorsichtigen Träume von damals und das Heraufziehen der Vierten Republik der Gebrüdern Kaczynski, Radio Marya und der Liga der Polnischen Familien: "In gewissem Sinne hing das fast von Anfang an über uns. Und den Erfolg brachte meiner Ansicht nach die Allianz törichter Intellektueller, die von irgendeinem Neuanfang träumten, mit Politikern, die diesen immer gesucht hatten, weil sie es übelnahmen, dass dieser Neuanfang nicht ihr Werk war, und mit allen Menschen, die mit den Veränderungen unzufrieden waren. Erinnern Sie sich bitte daran, dass die Regierung Olszewski schon 1992 ein Neuanfang sein sollte. Sie waren nicht damit einverstanden, dass der Anfang im Jahre 1989 war. Also verknüpfte sich im Jahre 2005 das alte politische Vorhaben mit den tatsächlichen Schwächen der ganzen Transformation. Und hinzu kam noch die Kompromittierung des postkommunistischen Lagers... Ich denke, dass es doch an irgendeinem sozialen Ausgleich angesichts zu großer Veränderungen, die neue Unterschiede schufen, gefehlt hat, und dass sich die Menschen, die die politische Bühne beherrschten, kompromittiert haben. Aber alles zu zerstören, war keine Arznei. Das war ein noch stärkeres Gift."

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The Economist (Großbritannien), 09.06.2008

Bild zum ArtikelJeff Bezos ist weiterhin an vorderster Front im sich rapide verändernden Buchmarkt. Nach der erfolgreichen Einführung des E-Book-Lesegeräts Kindle forciert er nun auch den Print-on-demand-Vertrieb über Amazon. Ein kluger Schachzug, wie der Economist erklärt: "Die Kosten für Druck und Versand wachsen ständig... Print-on-Demand ist heute für Auflagen bis zu 1200 Exemplaren günstiger als der Standarddruck... Und wenn der Preis für die Konsumenten immer wichtiger wird, könnten E-Books immer attraktiver werden. Der Kindle-Bestseller dieser Woche, die politischen Memoiren des ehemaligen Pressesprechers des Weißen Hauses Scott McClellan, kann man heute in weniger als einer Minute aus dem Internet laden und zahlt ein Drittel weniger als für die Buch-Version, die erst in drei Wochen wieder vorrätig ist."


Weitere Artikel: Der Economist entscheidet sich nach dem Ende der demokratischen Vorwahl noch nicht für Obama oder McCain, stellt aber fest: "Zwei derart beeindruckende Kandidaten haben die beiden Parteien sehr lange nicht ins Rennen geschickt." Sehr begrüßt werden Liberalisierungen des Universitätssystems in Frankreich - jetzt müssten nur noch, findet der Autor des Artikels, Studiengebühren zugelassen werden.

Besprochen werden unter anderem neue Thriller, die in China spielen, zwei Bücher über europäische Kathedralen und die Polemik "Die Zelle zerstören" (Verlagsseite) des US-Terrorismus-Experten Michael A. Sheehan, die vor Terrorismus-Panik warnt, denn: "Die meisten Terroristen sind Amateure. Al-Quaida wird überschätzt. Der 'Krieg gegen den Terror' ist nicht der Dritte Weltkrieg."

In einem Technologie-Sonderteil geht es unter anderem um Chancen und Probleme des 100-$-Laptops, neue, auf Surfer-Beobachtung beruhende Werbemethoden im Internet und revolutionäre neue Webnavigationstechniken.

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Tygodnik Powszechny (Polen), 08.06.2008

Bild zum ArtikelNächste Woche erscheint ein Buch zweier Historiker des staatlichen "Instituts für Nationales Gedächtnis" (IPN), das Enthüllungen zur angeblichen IM-Tätigkeit Lech Walesas in den siebziger Jahren beinhalten soll. Schon die Ankündigung führte zu hitzigen Diskussionen, Polemiken und offenen Briefen der Befürworter und Gegner der sogenannten Lustration. Pawel Demirski, der ein Theaterstück über den "Solidarnosc"-Anführer inszeniert, skizziert die Bedeutung der Walesa-Legende für die junge Generation: "Ich wünschte, junge Polen würden keine Angst mehr vor Politik und politischen Diskussionen haben. Lech Walesa könnte eine Ikone der modernen Arbeiterbewegung sein, ein immerwährendes Gesprächsthema nicht nur für Intellektuelle, sondern auch für Fabrik- und Konzernmitarbeiter. Leider ist es nicht so, und nichts deutet darauf hin, dass sich das ändert. Politik ist für junge Polen uninteressant, also existiert Walesa vielleicht als Symbol in ihrem Bewusstsein, aber als totes Symbol, das nicht zur Weltveränderung motiviert." (Die englische Version des Interviews ist hier nachzulesen).


Weitere Artikel: Zum selben Thema äußert sich auch der Soziologe und Politiker Pawel Spiewak, der Walesa zwar respektiert, ihn aber nicht auf einen Denkmalsockel setzen will. Michal Nogas berichtet aus Drohobycz über das III. Internationale Bruno-Schulz-Festival (hier das Plakat und das Programm auf Englisch). Mit Interesse hat Dariusz Nowacki  Krzysztof Vargas' Ungarnband "Gulasz z turula" gelesen: "Der polnische Leser erfährt, dass Polens historisches Pech noch relativ erträglich ist - es gibt Nationen, denen unvergleichlich mehr Unrecht widerfuhr. Beim Lesen möchte man über das Schicksal der Magyaren weinen, über ihren Nationalcharakter und ihre verkorkste Psyche, über ihre absurden Träume von der Macht, die lange vergangen ist und nie wiederkommen wird."

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The Times Literary Supplement (Großbritannien), 06.06.2008

Welcher Kritiker wagt es heute noch, Comics, Detektiv- oder Horrorgeschichten zu verteufeln? Angesichts zweier Bücher über den Aufstieg von Genre-Literatur, David Hajdus "The Ten-Cent Plague" und Michael Chabons "Maps and Legends", glaubt Michael Saler, an einem "kulturellen Wendepunkt" zu stehen: "Genre-Filme und -Bücher bedienen nicht länger nur Minderheiten. Sie führen die Bestseller-Listen und Umfragen an: Wir sind alle Geeks geworden. Die Verachtung des Establishments für das Genre und das Misstrauen der Populisten gegenüber experimentellen Techniken gehören der Vergangenheit an. Generation, die Hoch- und Massenkultur gleichermaßen kennen, sind zu den Produzenten und Gebietern der Künste geworden, nicht zuletzt durch die Ausbereitung des Internets seit den frühen 90er Jahren (selbst das 'Establishment' ist von der vielleicht weniger wohlklingenden, dafür demokratischeren Blogosphäre überholt worden)."

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L'Espresso (Italien), 06.06.2008

Bild zum Artikel Die indische Frau erobert den Arbeitsmarkt, prophezeit Elisabetta Horvat. Schon gebe es eindrucksvolle Beispiele für den wirtschaftlichen Aufstieg der Frauen. Kiran Mazumdar Shaw, die reichste Frau Indiens zum Beispiel, die den Biotechnologie-Giganten Biocon führt. Frauen könnten ihre Fähigkeiten der Familienführung gewinnbringend im Job einsetzen, das Partriarchat sei nicht so stark ausgeprägt, berichtet Hovat. Die Zukunft in Indien werde deshalb ziemlich weiblich. "In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Zahl der Frauen, die sich zum Hochschulstudium eintragen, verfünffacht. Nach den Prognosen wird die Zahl der beschäftigten Frauen im Softwaresektor im Jahr 2012 auf 45 Prozent steigen, im Augenblick sind es 39 Prozent. Unter den Unternehmern ist nur jeder zehnte eine Frau, aber ihr Anteil steigt kontinuierlich. Die größte Veränderung aber gibt es in den Aktiengesellschaften." Bei Deutschlands größter Softwarefirma, der SAP AG, sind 30 Prozent der Beschäftigten Frauen.

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The New York Review of Books (USA), 26.06.2008

Bild zum ArtikelIsrael Rosenfield und Edward Ziff stellen die Arbeit des französischen Neurowissenschaftlers Jean-Pierre Changeux vor, der nicht nur festgestellt hat, wie gut Nikotin für Neuro-Rezeptoren ist (es mindert die Gefahr von Alzheimer und Parkinson), sondern auch, wie süchtig unser Gehirn nach Dopamin ist: "Opiate, Alkohol, Cannabis, Nikotin und andere Drogen können die Ausschüttung von Dopamin und erhöhen und die normale Funktion des Belohnungssystems untergraben. Eine Ratte, der Kokain ins Gehirn spritzt, wenn sie einen Hebel drückt, wird lieber unaufhörlich diesen Hebel weiterdrücken, anstatt Nahrung und Wasser zu sich zu nehmen. Zucker kann auch süchtig machen. Tatsächlich untersucht nun das Nationale Gesundheitsinstitut, ob Nahrungsmittel, die viel Fett und Zucker enthalten, als Suchtstoffe deklariert werden sollten - in der gleichen Kategorie wie Nikotin, Alkohol und Kokain."


Auch wenn Robert Mugabe nicht von der Macht lassen will, sieht Joshua Hammer doch einige Anzeichen für die Auflösung seiner Herrschaft über Simbabwe: "Während meiner früheren heimlichen Besuche in Simbabwe war das Meikles Hotel eine No-Go-Zone, das favorisierte Jagdgebiet der Central Intelligence Organization (CIO), Mugabes allgegenwärtigem Spitzeldienst. Aber jetzt tummelten sich hier Dutzende von nicht akkreditierten westlichen Journalisten, um sich die Pressekonferenzen der Oppositionspartei MDC anzuhören. 'Die Angst-Fabrik funktioniert nicht mehr', sagte mir John Makumbe, ein politischer Analytiker der Universität von Simbabwe und MDC-Unterstützer. Er traf sich zum ersten Mal offen im Hotel mit Menschenrechtsaktivisten und ausländischen Korrepondenten. 'Die CIO ist immer noch da, natürlich, aber sie sind demotiviert, entmutigt. Sie haben ihren Kampfeswillen verloren.'"

Weiteres: Was ist amerikanisch an der amerikanischen Kunst, fragt John Updike und kommt zu dem Schluss, dass sie vielleicht "keine Ideen außer von den Dingen" hat. Elizabeth Drew erzählt die Geschichte von Vietnam-Kämpfer Jim Webb, der erst Schriftsteller und dann demokratischer Senator von Virginia wurde. Jetzt ist er als Obamas Vize im Gespräch. Besprochen werden die Ausstellung "Sacred Bronzes of Southern India" in der Royal Academy of Arts, Marguerite Duras' Erinnerungen "The War" und Errol Morris' Abu-Ghraib-Film "Standard Operating Procedure".

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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 05.06.2008

Bild zum ArtikelSoll man sich der Globalisierung widersetzen? Diese Frage diskutieren anlässlich des zehnten Geburtstags von Attac dessen Gründerin und heutige Ehrenvorsitzende Susan George und der Wirtschaftswissenschaftler Elie Cohen. Auf die Frage, ob die Globalisierung den Armen nütze oder schade meint George: "Niemand bestreitet, dass eine gewisse Anzahl von Chinesen, die gestern noch von der Konsumwirtschaft ausgeschlossen waren, jetzt davon profitieren. Aber überall auf der Welt sehen wir die Zunahme von Ungleichheiten. (...) Außerdem kann man in einer begrenzten Welt nicht mit dem Verbrauch wie im 19. und 20 Jahrhundert weitermachen. Leider hat sich das indische und chinesische Wachstum entschieden, unseren schlechten Beispiele zu folgen, statt direkt ins 21. Jahrhundert überzugehen, was möglich gewesen wäre." Zur Frage, wer die Weltmärkte beherrsche, meint Cohen: "Mich wundert, dass Sie den Multis noch immer eine so furchtbare Macht zusprechen. Die Welt hat sich verändert. Hätten Sie mich vor zehn Jahren gefragt, wer das mächtigste Unternehmen der Welt ist, hätte ich schlicht geantwortet: Exxon. Aber Exxon und Total sind heutzutage Zwerge in der Ölproduktion, ihre Führungsrolle ist passe. Die Welt wird von den Förderländern beherrscht, die ihre Produktion selbst kontrollieren, die multinationalen Ölkonzerne kontrollieren dagegen nur noch zwischen 15 und 20 Prozent. Wenn Sie sich die Börsennotierungen anschauen, werden sie feststellen, dass sich auf den ersten Rängen chinesische und arabische Ölfirmen finden. Die Welt hat sich wirklich von Grund auf gewandelt."

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ResetDoc (Italien), 09.06.2008

Rechts oder Links - das ist nicht mehr die Frage, wenn es um die Lösung der Probleme geht, die die Globalisierung verursacht, erklärt der polnische Soziologe Zygmunt Bauman im Interview. "Global produzierte Probleme lassen sich nur global klären. Lokale Regierungswechsel bringen uns der Lösung dieser Probleme nicht näher. Die einzig denkbare Lösung für die global verursachte Welle existenzieller Unsicherheit ist die Anpassung der Macht der Politik, der Volksvertretung, des Gesetzes und des Gerichtsstandes an die schon globalisierten Kräfte. Die Lösung, wenn sie überhaupt denkbar ist, besteht in einer Neuvermählung von Macht und Politik - aber dieses Mal auf einer höheren, globalen, planetarischen, gesamtmenschlichen Ebene."

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The New York Times (USA), 08.06.2008

Bild zum ArtikelDas Sunday Magazine bringt ein Dossier über die "neue Stadt". Darcy Frey schreibt ein Porträt des verrücktesten der niederländischen Architekturbüros, MVRDV aus Rotterdam und seines Mitbegründers Winy Maas. Sie verfolgen unter anderem die Idee des "vertical gardening": "Sie haben auch festgestellt, dass die holländische Schweineindustrie riesige Flächen verschlingt - Holland hat genausoviele Schweine wie Menschen. Darum schlug Maas eine Befreiung der Landschaften vor: Die Schweine sollen künftig in vierzigstöckigen Hochhäusern untergebracht werden. 'Guck, es ist ein Pork Port', sagt er und zeigt Bilder seiner Entwürfe für PigCity. Hochhäuser mit grasbedeckten Etagen, integrierten Schlachthäusern und Biogaskraftwerken für den Schweinedung, die an der holländischen Küste stehen sollen."


In weiteren Artikeln des Dossiers fragt der Architekturkritiker der New York Times, Nicolai Ouroussof, ob Retortenstädte wie Dubai jemals mit Paris oder New York mithalten können. Und Jon Mooallem klärt über die Kunst des "Guerilla Gardening" auf.

In der Book Review stellt David Gates zu Rushdies neuem Roman "The Enchantress of Florence" (erstes Kapitel) die grausame Frage: "Warum lässt mich dieser ingeniöse und ehrgeizige Roman - immerhin eine Verteidigung der menschlichen Einbidlungskraft - so kalt?"

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Archiv: Magazinrundschau

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen

Pakt des Nicht-Lesens

31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen

So roch die Welt der Männer

24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen

Ständige Verwirrung

17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Hm, das ist komisch

10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen

Das Ohr des Präsidenten

03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen

Blicken Sie ins Dunkel

20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen

Die Treppe für Texte

13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen

Diese glühbirnenköpfige Kreatur

06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen

Lesen, aber nicht berühren

29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen

Ein veritabler Brocken

22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen

Aber man vibriert

15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen

Das Kulturerbe der Muppets

08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar NarancsMehr lesen

Die Früchte der Revolution

01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen

Warum nicht alles?

25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen

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