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Magazinrundschau
Ein Denkfehler
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
19.02.2008. Die New York Review of Books sieht die Zukunft Amerikas in einem Frisörladen. In der Gazeta Wyborcza erklärt der serbische Historiker Slavenko Terzic einen unabhängigen Kosovo für illegal. Die London Review of Books denkt über Moderne und Liberalismus nach. Im Nouvel Obs erzählt Edgar Morin, wie er zum radikalen Anti-Stalinisten wurde. Zanan ist tot, es lebe Zanan!, ruft Al Ahram. Die New York Times porträtiert den türkisch-kurdischen Politiker Abdullah Demirbas, der etwas weniger Assimilationszwang für Kurden und Armenier in der Türkei durchsetzen wollte.
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The New York Review of Books (USA), 03.03.2008
Historisches tut sich in den USA, glaubt der Schriftsteller Darryl Pinckney, schon am Abend der Primaries von New Hampshire hat er es in Harlem im Friseurladen gespürt: Der erste Schwarze steht davor, Präsident der USA zu werden. "Auch wenn Barack Obama dafür gepriesen wurde, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen und sich nicht als schwarzer Kandidat zu präsentieren, ist seine Hautfarbe entscheidend für seine Attraktivität. Schwarze wie Weiße können sich gleichermaßen von seinem gemischten Erbe angesprochen fühlen und von seiner partiellen Geschichte als Immigrant. Aber dies ist keine fabenblinde Wahl. Die Leute werden für Obama nicht trotz der Tatsache stimmen, dass er schwarz ist, oder weil er nur halbschwarz ist. Sie stimmen für ihn, weil er schwarz ist, und das ist ein ganz neues Gefühl in diesem Land und in der Präsidentschaftspolitik. Noch vor vierzig Jahren wurde Robert Kennedy heftig dafür kritisiert, als er sagt, wahrscheinlich könnte ein schwarzer Mann in fünfzig Jahren Präsident der USA werden. 'Heute abend werden wir siegen', sagte mein Friseur, Mr. Sherlock."
Weiteres: Joseph Cirincione untersucht, welchen nuklearen Bedrohungen die USA tatsächlich ausgesetzt sind. Sanford Schwartz begutachtet das filmische Werk Julian Schnabels. Besprochen werden die Ausstellung zu Lucian Freud im New Yorker Moma, Cees Nootebooms Roman "Paradies verloren" (und zwar sehr streng von J.M. Coetzee), die Schrift "Surrender Is Not an Option" des früheren amerikanischen UN-Botschafters John Bolton, Oliver Sacks' neues Buch "Musicophilia" und Michael A. Elliotts Geschichte der Kriege gegen die Indianer "Custerology".
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Gazeta Wyborcza (Polen), 16.02.2008
"Was uns mit Gewalt abgenommen wurde, werden wir uns mit Gewalt wieder zurückholen müssen", droht der serbische Historiker Slavenko Terzic (mehr hier und hier). "Völkerrechtlich betrachtet wäre die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo illegal, sie würde alle Konventionen und Prinizpien der UNO brechen. Wie würden Europa und die Welt aussehen, wenn jede nationale Minderheit ihre Unabhängigkeit erklären wollte?"
"Polen entstand nach dem Ersten Weltkrieg auch, indem die Integrität anderer Staaten verletzt wurde - die internationale Anerkennung kam danach. Das Argument, dass es einen polnischen Staat schon früher gab, spielt da keine Rolle, denn ein unabhängiges Palästina hat es nie gegeben, und sollten wir daraus schlussfolgern, dass es nicht entstehen dürfte?", fragt Dawid Warszawski. Zu Terzics Drohung meint er: "Wollen wir hoffen, dass vor der Reconquista Serbien und Kosovo Teil der EU werden. Das sollten wir beiden wünschen".
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London Review of Books (Großbritannien), 21.02.2008
Modris Eksteins' Besprechung von Peter Gays neuem Buch "Die Moderne: Die Verführungskraft der Häresie" ist freundlich im Ton, aber ganz und gar unnachgiebig in ihrer Kritik. Wie Gay etwa auf eine seiner Grundthesen kommt, die Moderne und der Liberalismus seien engste Verwandte, kann Eksteins nicht nachvollziehen: "In Wahrheit fällt der Höhepunkt der Moderne, von etwa 1890 bis 1930, mit einer sich verschärfenden Krise des Liberalismus in der Politik wie in der Gesellschaftstheorie zusammen. Die beiden Dispositionen, Moderne und Liberalismus standen einander sehr viel eher feindlich gegenüber. Der Moderne ging es in erster Linie um die Aufgabe aller Zurückhaltung, um das auf-die-Spitze-Treiben, darum, ein riskantes Leben zu führen. Die Moderne war ein Extremismus der Seele in einem Zeitalter der Extreme. Gay erwähnt kaum einmal die Bedeutung von Krankheit, Abnormalität und Neurosen für die Geisteshaltung der Moderne."
Besprochen werden außerdem eine ganze Reihe von Bänden mit Gedichten von Robert Creeley, Erez Manelas Studie "The Wilsonian Moment" über "die internationalen Ursprünge des anti-kolonialen Nationalismus" und Joel und Ethan Coens Cormac-McCarthy-Verfilmung "No Country For Old Men".
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L'Espresso (Italien), 15.02.2008
Die Turiner Buchmesse, die Anfang Mai stattfindet, hat Israel als Gastland eingeladen und sich damit einigen Ärger eingehandelt. Obwohl auch regierungskritische und pazifistische Autoren wie Amos Oz, David Grossman und Abraham Yehoshua dabei sind, wurden in den vergangenen Wochen Stimmen aus dem linken Lager laut, die nun die Einladung palästinensischer Autoren fordern. Umberto Eco hält das für reines Kalkül: "Ich verstehe sehr gut, was sich einige Freunde der Linksextremen (die nach einer Drehung um 360 Grad den Rechtsextremen gefährlich nahe gekommen sind) dabei denken: wir müssen die Aufmerksamkeit der Bürger auf die unheilvolle Politik der israelischen Regierung lenken, also lasst uns doch einen Skandal lostreten, der auf den Titelseiten aller Zeitungen landet. Es stimmt schon, in Politik und Werbung macht man das auch so (Berlusconi ist der Meister darin), aber was gerade in Turin geschieht, ist ein bisschen so, als wenn die Verantwortlichen des Blauen Telefons die Öffentlichkeit auf die Misshandlung von Kindern aufmerksam machen wollten, indem sie einige von ihnen öffentlich auspeitschen lassen."
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The Economist (Großbritannien), 18.02.2008
Als so klug wie lesbar beurteilt der Economist das autobiografisch-essayistische Buch "Imagining Nabokov. Russia Between Art and Politics" von Nina Chruschtschewa, Chruschtschows Ur-Großenkelin: "Das zentrale Argument Chruschtschewas lautet, dass Nabokov die Kluft zwischen dem zaristischen - dem mystischen, feudalen und isolierten - Russland und dem Westen sehr viel besser überbrückt als die erzwungene Modernisierung in Gestalt des Kommunismus, der chaotische Schock-Kapitalismus der 1990er oder das autoritäre Selbstbewusstsein der Putin-Ära. Nabokov, glaubt sie, personifziert die Zukunft Russlands in diesem Jahrhundert: ein Ort, an dem die 'Indifferenz gegenüber der Demokratie' mit 'gütigen Helden' ausbalanciert wird. Ungefähr wie in Nabokovs vielleicht größter Figur Timofei Pnin, einem akademischen Emigranten, der Amerika so begeistert wie ratlos gegenübersteht."
In weiteren Artikeln geht es unter anderem um die Krise der anglikanischen Kirche, die endgültige Abschaffung des Elektrischen Stuhls als Hinrichtungsinstrument in den USA, und darum, dass nach den gerade befriedeten Drehbuchautoren bald die Hollywood-Schauspieler streiken könnten. Rezensionen gibt es etwa zu Benazir Bhuttos postumem Buch mit dem nun bitter ironisch klingenden Titel "Versöhnung", Peter Careys neuem Roman "His Illegal Self" und zu George Romeros jüngstem Zombie-Film "Diary of the Dead".
Der Titel zeigt Barack Obama und fragt: "Aber würde er die Versprechen erfüllen?"
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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 14.02.2008
Der Soziologe Edgar Morin erzählt im Interview, wann er sich vom Kommunismus abgewendet hat: "Ende 1941 wurde ich militanter Kommunist, um in die gigantische Schlacht einer sich unheilbar im Krieg befindlichen Welt einzutreten. Mein Irrtum war viel eher ein Denkfehler als einer aus Unwissenheit. Ich gehörte nicht zu den Naiven, die die UdSSR für ein Paradies hielten, ich kannte die Lüge über die Moskauer Prozesse. Aber ich dachte, alle Makel der Sowjetunion lägen an der zaristischen Zurückgebliebenheit oder der kapitalistischen Einkreisung und dass der Sieg zur Entfaltung einer überlegenen Gesellschaft führen würde. Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt, dass die totalitäre Logik im Bolschewismus eingeschlossen war. Mein Irrtum hat mich derart gekränkt, dass ich das Buch 'Autocritique' geschrieben habe, in dem ich zu verstehen versuchte, wie es zu meinem Irrtum kommen konnte. Man hat unter dem Stalinismus eine Art Delirium erlebt, dessen Wesen ich zu durchschauen versuchte. Obwohl ich bereits 1948 desillusioniert war, hatte ich ein psychopathologisches Bedürfnis nach Liebe, Bruderschaft, Gemeinschaft und wagte nicht, die Nabelschnur zu durchschneiden. Mein Parteiausschluss hat mich befreit. Danach bin ich zu einem radikalen Anti-Stalinisten geworden."
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Al Ahram Weekly (Ägypten), 14.02.2008
Margot Badran feiert die Bedeutung des iranischen Frauenmagazins Zanan als Wegbereiter für einen islamischen Feminismus. "Mit Weitblick, Entschlossenheit, journalistischer Erfahrung und der Unterstützung durch Gleichgesinnte gründete Shahla Sherkat ein unabhängiges und in Geschlechterfragen fortschrittliches Journal. Auf den Seiten von Zanan, veröffentlichten Frauen neben männlichen Autoren (die weibliche Pseudonyme benutzten), darunter auch aufstrebende Religionsgelehrte, ihre Neuinterpretationen des Koran und anderer religiöser Texte, die auf ein gleichberechtigtes Veständnis des Islam hinausliefen. Zeitgleich entstanden in den Neunzigern ähnliche Inititativen in der muslimischen Welt, die die Beschränkungen und die Ungleichheit innerhalb der diversen patriarchalischen Islamvarianten aufheben wollten." Dass das Magazin jetzt verboten wurde, wird den Konservativen nichts nützen. "Zanans Vision bleibt lebendig."
Weiteres: Samir Farid berichtet von der Berlinale und die Reaktion auf den einzigen arabischen Film, Youssri Nasrallahs im Panorama gezeigten "Aquarium". Die Sichtbarkeit arabischer Filmemacher wird sicherlich durch das Festival von Abu Dhabi steigen, das im Oktober zum zweiten Mal stattfinden wird. "Verführerisch für alle Filmemacher wird vor allem der mit einer Million Dollar dotierte Hauptpreis sein - der höchste in der Geschichte internationaler Filmfestivals."
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The Spectator (Großbritannien), 18.02.2008
Die besten Geigen der Welt sind nach wie vor jene, die im 18. Jahrhundert in Italien hergestellt wurden. Das macht sie zu einer umkämpften Ressource und nebenbei zu einer profitablen Anlage, wie Joanna Pitman erläutert. "Gute Geigen legen jedes Jahr um zehn bis zwölf Prozent an Wert zu. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich fortsetzen, da dass Angebot endlich ist und die Nachfrage steigt. Die wachsende Beliebtheit klassischer Musik in Asien hat die Preise in die Höhe getrieben. Während ehrgeizige englische Eltern davor zurückschrecken, für die Geige des Nachwuchses zehntausend Pfund zu investieren, zahlen neureiche asiatische Eltern mit Freuden zweihunderttausend Dollar. Die Japaner kaufen seit Jahren ernstzunehmende Geigen, die Koreaner bewegen sich schnell in den Markt, und - wie in jedem anderen Bereich - werden die Chinesen bald hinzukommen."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 14.02.2008
Die niederländischen Journalisten Runa Hellinga und Henk Hirs leben (mit einigen Unterbrechungen) seit 1989 in Ungarn. Inwieweit man sich hier als Ausländer einleben kann, darüber sprechen sie im Interview mit Tibor Berczes. "Seitdem wir die Sprache mehr oder weniger beherrschen, ist es deutlich einfacher geworden, mit Ungarn in Kontakt zu kommen", erklärt Henk Hirs. "Nicht nur wegen der Verständigung, sondern auch, weil viele Ungarn es ausdrücklich schätzen, dass man sich angestrengt hat. Mir ist aber auch aufgefallen, dass die Ungarn dazu neigen, ihre Sprache zu mystifizieren. Wie oft habe ich schon gehört, dass 'der ungarische Wortschatz der reichste' sei und dass die ungarische Sprache 'eine Ausdruckskraft sondergleichen' besitze. Natürlich behaupten das meistens Leute, die keine andere Sprache beherrschen. Hier muss etwas erwähnt werden, das beleidigend klingen mag, aber es wäre besser, sich damit zu konfrontieren und dagegen anzukämpfen: die Provinzialität. Viele Leute sehen und kennen nur ihre eigene Welt und können sich nicht einmal vorstellen, dass die Dinge auf der Welt auch anders sein können - und eben oft auch anders sind. Provinzialität gibt es natürlich auch in Holland, aber vielleicht ist sie dort weniger ausgeprägt."
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The New York Times (USA), 17.02.2008
Meline Toumani porträtiert für das Sunday Magazine den türkisch-kurdischen Politiker Abdullah Demirbas, der bis vor kurzem Bürgermeister des Bezirks Sur in der türkischen Stadt Diyarbakir war. Im letzten Jahr wurde er wegen seines Gebrauchs der kurdischen Sprache, aber auch, weil er Broschüren für Touristen auf armenisch druckte, abgesetzt. In offiziellen Dokumenten dürfen nicht einmal die Buchstaben W, X oder Q vorkommen, die im Kurdischen existieren, nicht aber im Türkischen. Für Toumani spiegelt diese Sprachpolitik die Unfähigkeit der türkischen Gesellschaft zur Integration der Kurden wider. "Alles läuft buchstäblich - aber ohne W, X oder Q - auf Assimilation hinaus. Jahrzehntelang hat das türkische Gesetz die Kurden, die immerhin zwanzig Prozent des Gesamtbevölkerung und die Mehrheit im Südosten bilden, nicht einmal als eine eigene ethnische Gruppe anerkannt. Von 1983 bis 1991 war es verboten, in der Öffentlichkeit Kurdisch zu sprechen. Bis 2002 waren Radio- und Fernsehsendungen auf Kurdisch praktisch verboten, und erst seit 2003 können Eltern ihren Kindern kurdische Namen geben (die allerdings nicht die Buchstaben W, X oder Q enthalten dürfen)."
In der Book Review wird Mark Harris' Band "Pictures at a Revolution" (Auszug) vorgestellt, der anhand von fünf prägenden Filmen des Jahres 1967 (darunter die "Reifeprüfung") die Geschichte von New Hollywood aufgreift. Francis Fukuyama bespricht Samantha Powers Buch über den im Irak ermordeten UN-Unterhändler Sergio Vieira de Mello. Und Rachel Donadio erinnert in einem Essay an den Mitbegründer der legendären Paris Review (mehr hier) Harold L. Humes, der die letzten Jahrzehnte seines Lebens in geistiger Umnachtung verbrachte.
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen








