Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Die Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

11.07.2006. Im Spectator warnt Anne Applebaum davor, die Zerstörung des Rechtsstaats in Russland zu belohnen. Szombat stellt das ungarische jüdische Weblog Judapest vor. Il Foglio verteidigt den Juventus-Manager Luciano Moggi. Der Economist warnt George W. Bush, die politische Akrobatin Angela Merkel zu fest zu umarmen. Die Weltwoche porträtiert Larry Brilliant, den neuen Leiter der Google-Foundation.

The Spectator (Großbritannien), 08.07.2006

Bild zum ArtikelAm Wochenende findet der G-8-Gipfel in Sankt Petersburg statt. Die Historikerin und Kolumnistin Anne Applebaum ist fassungslos, dass der Westen Wladimir Putin eine solche Bühne bereitet: "Dieses Treffen wird seine stillschweigende Zustimmung zum Raub privater Vermögen geben, zur Zerstörung der Rechtsstaatlichkeit und der Verletzung der Menschenrechte... Im Kreml wird man sich - zusammen mit Venezolanern, Iranern, arabischen Führern und anderen Öltyrannen - lachend zurücklehnen und einig sein, dass die Führer des so genannten Westens nur Lippenbekenntnisse zu den Idealen von Freiheit und Demokratie abgeben; sie glauben nicht wirklich dran. Du brauchst nur genug Öl, dann lassen sie dich schon in ihren schicken Club. Wie Putins Verteidigungsminister es kürzlich fasst: 'Alles, was heute zählt, ist Macht.' Oder wie Putins Berater sagte: 'Sie reden über Demokratie, aber sie denken an unsere Rohstoffe.'" Erschütternd findet sie auch, dass der russische Öl-Konzern Rosneft, der sich Michail Chodorkowskis zerschlagenen Jukos-Konzern unter den Nagel gerissen hat, ab dem 14. Juli an der Londoner Börse gehandelt wird.


Weiteres: Im Gespräch mit Matthew d'Ancona und David Rennie bescheidet EU-Kommissionspräsident Manuel Jose Borroso den euroskeptischen Briten, man sollte nicht in ein Steakhouse gehen, wenn man Vegetarier ist. Der DC-süchtige Philosoph A.C. Grayling hat sich den neuen Superman-Film "Superman Returns" angesehen und stellt völlig unvoreingenommen fest: "Dieser Film ist ein Knaller."

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Szombat (Ungarn), 01.07.2006

Bild zum Artikel"judapest" heißt das erste jüdische Weblog Budapests, das täglich über alternative zivilgesellschaftliche Initiativen und jüdische Popkultur berichtet. Gründer Bruno Bitter erzählt Csaki Marton im Interview von der kulturellen Vielfalt der Szene: "Im Bloggerteam ist ein anarcho-kapitalistischer Business-Punk, ein Mitglied der Lubawitscher, der nebenbei Experte für japanische Filme ist, ein Schriftsteller und Ex-Arzt, ein Buchhalter, ein praktizierender Lebenskünstler und ein Fahrradkurier-Psychologe. Das ist eine heterogene Gruppe, auch was ihre Religiosität angeht: vom Orthodoxen bis zum antiklerikalen Liberalen findet man bei uns alle Ansichten. Ein orthodoxer Freund las meine Blogs und sagte, ich sei ein l'art pour l'art-Jude. Das klingt witzig und stimmt. Mit religiösen Etiketten kann ich nicht viel anfangen, wie die meisten jungen Leute. Unsere Identität ist viel zu fragmentarisch, als dass man sich zu einer Religion bekennen könnte."

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Outlook India (Indien), 17.07.2006

Bild zum ArtikelS. Anand erinnert an den ersten Aufstand hinduistischer und muslimischer indischer Soldaten gegen die Briten in Fort Vellore 1806. "Unzufriedenheit wuchs schon länger unter den indischen Soldaten. Sie litten unter schlechter Behandlung, dem Verlust ihres Status und der miserablen Bezahlung. Die auslösende Provokation für den Gewaltausbruch war jedoch die Verordnung eines kontroversen neuen Turbans und die Einführung von neuen Regeln über die Kastenzeichen auf der Stirn, Ohringe und Bärte." Der Aufstand endete mit hunderten von Toten auf beiden Seiten.


Weiteres: Raja Menon annonciert Shrabani Basus Tatsachen-Roman "Spy Princess" über die junge Inderin Noor Inayat Khan, die als britische Agentin in einem deutschen KZ endete. Namrata Joshi ist entsetzt von Bryan Singers Film "Superman Returns". Superman als verzweifelter Softie? Braucht kein Mensch, meint Joshi: "Lenkt nur ab von allem Wichtigen: Action + Unterhaltung nämlich." Sheela Reddy schließlich besucht den Kunstmäzen Ebrahim Alkazi, dessen geplante Stiftung die weltgrößte Sammlung indischer Kunst in Delhi vereinen soll.

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Dunantuli Naplo (Ungarn), 01.07.2006

Bild zum ArtikelDer ungarische Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas 2010 steht auf der Kippe. Eigentlich sollten sich den Titel Essen in Deutschland und Pecs in Ungarn teilen. Der ungarische Programmleiter Jozsef Takats ist jetzt zurückgetreten, weil seiner Ansicht nach die lokale Politik einen zu großen Einfluss nimmt. "Das Amt des Bürgermeisters will sämtliche Entscheidungen alleine treffen - sowohl was Veranstaltungen als auch die Entwicklung der Infrastruktur angeht -, aber seine Entscheidungen werden bürokratisch, zu spät, unvorbereitet getroffen. Das Amt ist grundsätzlich misstrauisch gegenüber Experten, zivilgesellschaftlichen Initiativen und öffentlichen Debatten... Die lokale Politik stellt sich das Verhältnis zum Programmbüro vor, wie das Verhältnis zwischen Chef und Sekretärin: Sie geben uns Anweisungen, wir führen sie aus. Doch es fehlt ihnen die Kompetenz, die einschlägige Ausbildung, Kontakte, Fremdsprachenkenntnisse, um angemessene Anweisungen geben zu können."

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Il Foglio (Italien), 08.07.2006

Claudio Cerasa bricht eine Lanze für Luciano Moggi. Der Sportdirektor von Juventus Turin ist die zentrale Figur im Skandal um bestochene Schiedsrichter, der den italienischen Fußball erschüttert. Cerasa bleibt ungerührt: "Welche Partien wurden denn geschoben? Es gibt keine. Keine manipulierte Partie, also muss das ganze System manipuliert sein. Die einzigen wahren Beweise sind die abgefangenen Telefongespräche. Es lässt sich keine einzelne Ungesetzlichkeit finden. Also muss alles ungesetzlich sein." Überhaupt sei das Finale ein Leistungsbeweis des (sportlichen) Systems Moggi: Cannavaro, Zambrotta, Buffon, Viera, Trezeguet, Camoranesi, Thuram , Del Piero - "Es ist kein Zufall, dass Juventus beim Finale morgen in Berlin von acht sehr moggianischen Spielern repräsentiert wird."


Lanfranco Pace hält eine Lobrede auf Serge July, den scheidenden Gründer und Chefredakteur der französischen Tageszeitung Liberation. "Er war der einzige, der die Rollen des Vaters und des Chefs, des Psychoanalytikers und Stategen, des Managers und ersten Redakteurs, des Meinungsmachers und Berichterstatters gleichermaßen ausfüllte."

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The Economist (Großbritannien), 07.07.2006

Bild zum Artikel Der Economist nimmt George Bushs anstehenden Deutschland-Besuch zum Anlass, über die deutlich herzlicher gewordenen deutsch-amerikanischen Beziehungen nachzudenken. Doch Deutschlands neue außenpolitische Wärme bedeutet noch lange keinen Schulterschluss mit dem transatlantischen Partner, warnt das Magazin. "Angela Merkel ist pragmatischer als viele Amerikaner meinen. Sie hat Deutschlands bilaterale Beziehungen zurechtgerückt, doch in der Substanz hat sich die deutsche Außenpolitik nur wenig verändert." Die große Gefahr liegt für den Economist darin, "dass Amerika sich zu viel Hilfe von Deutschland erwarten könnte, sowohl was den Iran angeht, als auch den Balkan oder Russland. Frau Merkel hat zwar die Bande mit Washington erneuert und gleichzeitig gezeigt, dass sie kein Schoßhündchen ist, indem sie Kritik an Guantanamo geübt und die Amerikaner dazu gedrängt hat, den direkten Dialog mit dem Iran zu suchen. Doch selbst diese politische Akrobatin könnte ihr Gleichgewicht verlieren, sollte sie zu innig umarmt werden."


Weitere Artikel: Ein Jahr nach den Londoner Bombenattentaten, die einhellig als Weckruf für die Pflege der interkulturellen und -religiösen Beziehungen in Großbritannien betrachtet wurden, stellt der Economist irritiert fest, dass die Regierung außer Frust nichts zustandegebracht hat. Außerdem hat das Magazin im US-Senat eine seltene Erscheinung ausgemacht: Barack Obama, demokratischer Senator aus Illinois und Sohn eines kenianischen Moslem, ist ein "schwarzer Politiker, der nicht nur eine ethnische Enklave, sondern die gesamte Nation anspricht". Wie der Economist berichtet, sorgt Kuwaits beherzter Demokratie-Versuch für Unbehagen in der arabischen Welt.

Und gibt es ein Dossier zu Pakistan: Afghanistans Nachbar stellt nicht nur ein unerhörtes Sicherheitsrisiko dar, es ist auch unwahrscheinlich, dass Präsident Pervez Musharraf sein Versprechen, die für Instabilität und Extremismus sorgenden zerrütteten und räuberischen Institutionen im Sinne einer "aufgeklärten Mäßigung" zu erneuern, einlösen kann.

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Elet es Irodalom (Ungarn), 06.07.2006

Bild zum ArtikelEines der wichtigsten Kultbücher Ungarns, "Die Jungen von der Paulstraße" ist 100 Jahre alt. Der Roman von Ferenc Molnar erzählt vom Kampf zwischen zwei Gangs von Budapester Schulkindern Ende des 19. Jahrhunderts. Den Erfolg des Romans führt Gabriella F. Komaromi darauf zurück, dass er von Kindern der Jahrhundertwende erzählt und dabei die blutige Geschichte des 20. Jahrhunderts vorwegnimmt: "Die herrschenden Ideologien und romantischen Gefühle der Jahrhundertwende werden im Roman sanft ironisiert. Freiheitsdrang, Vaterlandsliebe, Heldenhaftigkeit, bedingungslose Treue, großzügige Verzeihung werden neben kleinlicher Wut, Verrat, Unbeholfenheit, bürokratische Unbiegsamkeit gestellt. Die Geschichte kann grenzenlos erhaben erzählt werden, weil das Pathos immer genügend kontrastiert wird. Ein literarischer Seiltanz auf hohem Niveau." (Hier eine schöne Kritik von Kurt Tucholsky über das Buch)

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Le Monde diplomatique (Deutschland / Frankreich), 07.07.2006

Die Sinologin Isabelle Attane widmet sich den Abgründen eines Skandals, den man gar nicht oft genug anprangern kann: das millionenfache Frauendefizit in den asiatischen Ländern aufgrund der systematischen Abtreibung weiblicher Föten und der Misshandlung von Mädchen. In China liege der Jungenüberschuss bei Neugeborenen heute um 12 Prozent über der Norm, in Indien um 6 Prozent, hält Attane fest: "Bis zum vollendeten 5. Lebensjahr ist die Sterblichkeit der Jungen normalerweise höher als die der Mädchen. In Indien dagegen liegt sie bei den Mädchen um 7 Prozent höher als bei den Jungen, in Pakistan um 5 Prozent und in Bangladesch um 3 Prozent... In China, Taiwan und Südkorea ist das Fehlen eines männlichen Erben gleichbedeutend mit dem Ende des Familienstammbaums und der Verehrung der Vorfahren. Im Hinduismus sehen sich die Eltern zu ewiger Irrfahrt verdammt, da das Bestattungsritual beim Tod der Eltern traditionell Aufgabe des Sohnes ist."


Zu lesen ist auch Amos Elons Artikel aus der New York Review of Books, in dem er die israelische Plänen für einen Rückzug aus dem Westjordanland etwas genauer betrachtet (hier das Original).

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Die Weltwoche (Schweiz), 07.07.2006

Bild zum Artikel Nomen est omen: Larry Brilliant "spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausrottung der Pocken in Indien. Er war mit der Rockband Grateful Dead befreundet und lebte eine Zeit lang in einem Aschram im Himalaya. Er war beteiligt an der Entstehung von 'The Well', der ersten und zweifellos prägendsten 'virtual community' im Internet. Und er hat mehrere große und kleine Technologiefirmen gegründet oder geleitet", erzählt Bruno Giussani. Und nun wird der 61-jährige Kalifornier Leiter der Google Foundation. Die neue Stiftung hat viel vor - natürlich mit Hilfe des Internets. "Für die digitale Form der Anti-Pocken-Strategie sieht Brilliant ein System vor, das Suchprogramme, Satellitenbilder, historische Datenbanken und Kommunikationsmittel aller Art verbindet. Es soll das Internet nach Informationen durchforsten über neue Krankheiten wie Sars, neue Ausbrüche von Vogelgrippe, aber auch neue biologische Bedrohungen durch Terrorismus oder Unglücke. Zudem soll es über Naturkatastrophen, Chemie- und Industrieunfälle, Überschwemmungen, vergiftetes Wasser Hungersnöte und andere Katastrophen berichten, bei denen eine schnelle Reaktion entscheidend ist."


Weiteres: Auch die Schweizer werden immer kränker, konstatiert Urs P. Gasche, der die Gründe dafür in der subtilen Öffentlichkeitsarbeit der Pharmabranche vermutet. Simon Kuper sinniert darüber, warum der erfolgreichste Fußball der Welt in Europa gespielt wird - rund um die Schweiz.

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The New York Times (USA), 09.07.2006

In einem Essay untersucht Rachel Donadio das neue Umweltbewusstsein der Buchindustrie. Pläne großer US-Verlage zu mehr Recycling und weniger CO2-Ausstoß findet sie jedoch fragwürdig: "Wie grün kann eine Industrie sein, die von gefällten Bäumen und giftiger Tinte lebt und mit strategischer Überschussproduktion?" Besser gefällt ihr das Umwelt-Manifest "Cradle to Cradle" des Öko-Architekten William McDonough und des deutschen Chemikers Michael Braungart. Das Buch ist aus Plastik und Plastik lässt sich viel öfter recyceln als Papier.


Außerdem: Mit Douglas Brinkleys "The Great Deluge" (Leseprobe) und Jed Horns "Breach of Faith" empfiehlt David Oshinsky zwei schonungslos kritische Bücher über Hurrikan Katrina und die Folgen. Lawrence Downes bespricht illustrierte Piratenbücher für Kinder von John Matthews, Eric A. Kimmel und J. Patrick Lewis. Und Dave Itzkoff stellt Science Fiction vor von Charles Stross und Justina Robson.

Bild zum Artikel Im Magazin der New York Times stellt Deborah Solomon eine Schriftstellerfamilie aus Maine vor, die sich nicht einig wird, literarisch gesehen: "Zusammen ergeben ihre Bücher eine Art New England 'Rashomon'. Verschiedene, manchmal einander widersprechende Darstellungen der gemeinsamen Vergangenheit. Und obwohl niemand ihre Romane als autobiografische Schlüsseltexte oder familiäre Abrechnungen lesen würde, lässt die Minots das Thema Kindheit nicht los - als wär's möglich, das Leben neu zu schreiben." Textproben hier, hier und hier.

Und im Interview spricht der Nahostexperte Peter W. Galbraith über sein neues Buch "The End of Iraq: How American Incompetence Created a War Without End" und seine Vision eines dreigeteilten Iraks. Die Titelgeschichte ist den amerikanischen Emigranten gewidmet.

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Archiv: Magazinrundschau

Liebe, Revolution und Verrat

22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen

Nur Geld wird nie müde

15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor.  Mehr lesen

Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft

08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen

Wie eine Tulpe in der Wüste

01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Und sagen kein Wort

24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy.  Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen

Um die Prinzessin zu retten

17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen

Preziöser Puritanismus

10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen

Sun Tzu trifft John Locke

03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen

Etwas wie die Frauenrechte

27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen

Hübsch hässlich

20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen

Die Kunst der Kalt-Akquise

13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen

Drei Millionen an Sevcik

06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen

Frauen an der Front

28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen

Herz aus Bronze

21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen

Wir müssen noch modern werden

14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen

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