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Magazinrundschau
Die Magazinrundschau
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
23.08.2005. Die Franzosen verreißen den neuen Houellebecq, die Deutschen feiern ihn - bis jetzt zumindest. Der Economist ertastet die Muckis der deutschen Wirtschaft. Outlook India fragt, ob koloniale Demütigung der Grund für Selbstmordattentate sei. Al-Ahram hält das für Unsinn. Der Spectator geißelt ein Bündnis zwischen islamischen Fundamentalisten und westlichen Marxisten. In Tygodnik Powszechny erzählt Andrzej Stasiuk von einer Reise ins schwarze Loch Europas. Im ES-Magazin denkt der Schriftsteller Yann Martel über Identitäten nach. Die New York Times stellt einen jüdischen Sammler antisemitischer Kunst vor.
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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 18.08.2005
Die französischen Magazine stehen in dieser Woche alle im Bann des neuen Romans von Michel Houellebecq, "La Possibilite d'une Ile" (Fayard), der am 31. August in die Buchläden kommt und um den es im Vorfeld jede Menge Geheimniskrämerei gab. Der Nouvel Obs prophezeit in seinem Ausblick auf den französischen Bücherherbst, dass es "der absolute Renner" werden dürfe. Die Science-Fiction Geschichte um die Hauptperson Daniel und ihre Klone geht mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren an den Start. An das zu erwartende Verkaufsereignis hängen sich naturgemäß noch ein paar andere: So erscheint eine - nicht-autorisierte - Biografie des Le-Point-Journalisten Denis Demonpion über Houellebecq, die mit "Enthüllungen" aufwarten will. Eric Naulleau legt mit "Au secours, Houellebecq revient!" (Chiflet & Cie., mehr hier) einen Verriss vor und bezeichnet den Autor darin als "literarischen Absturz" (degringolade litteraire). Bei Cherche Midi erscheint schließlich eine "Verteidigung" durch Houellebecqs Freund, den spanischen Schriftssteller und Lyriker Fernando Arrabal (mehr); eine Gedichtzeile Arrabals stiftete den Titel von Houellebecqs neuem Buch.
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Le Figaro (Frankreich), 18.08.2005
Im Figaro litteraire verrät der Schriftsteller Angelo Rinaldi (mehr) - dem die Fahnen des Buchs zugespielt worden waren, dies aber in der fiktiven Geschichte verpackt, er habe das Buch auf einer Parkbank gefunden - dann etwas über den Inhalt von Houellebeqcs Buch: Es geht um eine Zukunft, in der Menschen geklont, eingefroren werden und bei Bedarf wieder aufgetaut werden und auf diese Weise immer wieder auferstehen können. Erzähler ist Daniel, der "sehr oft geklont wird". "Als sein 25. Klon irrt Daniel über einen Planeten, auf dem man die 'Rotationsachse verändert' hat. Er ist von 'Neu-Menschen' (neo-humains) bevölkert, Individuen des alten Modells, die den Laborexperimenten entkommen sind und nun nicht mehr sind als neandertalerartige Gnome mit knurrendem Mägen. Man schießt auf sie, um sich zu amüsieren. War es nicht Cocteau, der über die 'tödliche Langeweile der Unsterblichkeit' sprach?" Am Ende seines Verrisses fragt sich Rinaldi, ob der ganze Roman "nicht von einem Humor zeugt, der nur für ein paar Eingeweihte taugt". Sein Urteil ist erbarmungslos: "Lächerlich". Und: "ein Blindgänger".
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Le Monde (Frankreich), 20.08.2005
In Le Monde gibt Michel Houellebecq dann persönlich Auskunft über sein Buch und seine Schreibgewohnheiten. Er erklärt, dass er am liebsten schreibe, wenn er "noch nicht ganz wach" ist. Außerdem habe er nach dem Schreiben des jüngsten Buchs eigentlich den "Geschmack an Science-Fiction" und dem Thema Klonen schon wieder verloren. "Ich habe den Eindruck, dass mich das alles nur interessiert hat, um es schreiben zu können." So sei es ihm auch schon mit dem Thema seines Romans "Plattform" gegangen. Schließlich bekennt er, "militanter Schopenhauerianer, und deshalb Antihegelianer" zu sein. Nietzsche habe den "Zugang zu Schopenhauer nachhaltig versperrt". Allerdings verdanke er ihm seinen ersten "öffentlichen Auftritt". Im Gymnasium habe er bei der Nietzsche-Lektüre im Deutschunterricht dessen Text über den "letzten Menschen" widersprochen. "Ich wurde aus dem Kurs ausgeschlossen und bin mit der Würde eines Märtyrers gegangen. Und dann habe ich Schopenhauer entdeckt und festgestellt, dass Nietzsche nur einen winzigen Teil von dessen Denken abdeckt."
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Der Spiegel (Deutschland), 22.08.2005
Auch Romain Leick hat den neuen Houellebecq bereits gelesen - und ist begeistert. Ganz klar, meint Leick, "Houellebecq, der Depressive, der Erschöpfte und Gehetzte, der skandalöse Sexwütige, das Inbild des Weltschmerzes" ist in Wahrheit ein "unheilbarer Romantiker". Und noch ein Missverständnis kann Leick ausräumen: Houellebecqs Kritiker haben keine Ahnung und sind "in Wahrheit meist neidvoll, hasserfüllte Verfolger". "Nur weil Houellebecq mit aufreizender Flachheit eine flache, sich zu Grunde richtende Welt beschreibt, ist das Ergebnis nicht selbst flach und hohl. Sein Sujet ist der moderne Trash, der alle Lebensbereiche der Spaßgesellschaft durchdringt; aber der Roman ist deswegen nicht auch Trash." (Auch Volker Weidermann lobt den Roman in der FAZ am Sonntag, wenn auch nicht ganz so enthusiastisch.)
Weiteres: Zwei Wochen sind es bis zum großen Fernsehduell Schröder-Merkel. Thomas Tuma kann schon jetzt das ganze Polit-Gequassel nicht mehr ertragen: "Die Republik wird zerredet. Rund 40 Talk-Formate bieten die Sender mittlerweile regelmäßig auf. Das Palaver ist billig und einfach herzustellen. Getalkt wird über alles, und wenn dabei noch ein paar Polit-Köpfe zu sehen sind, gilt die Show bereits als seriöses Informationsprogramm."
Der Titel beschäftigt sich mit der neuen Linken, die vor allem im Osten erfolgreich agiert. In einem kurzen Interview spricht FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher über die geplatzten Pläne, mit Hans Magnus Enzensberger die Buchreihe "Frankfurter Allgemeine Bücherei" herauszugeben. Auf die Frage "Ist die Buchreihe damit beerdigt?" antwortet er erstaunlich: "Keineswegs. Im September geht es weiter. Da beginnt eine sehr schöne Comicreihe, die von den Donaldisten des FAZ-Feuilletons herausgegeben werden wird."
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The Economist (Großbritannien), 18.08.2005
Der Titel des Economist war der Online-Ausgabe des Spiegels am Donnerstag eine Meldung wert, und am gleichen Abend hielt Bundeskanzler Schröder ihn stolz bei Maybrit Illner hoch. Und ist er nicht schön? "Germany's surprising economy" steht da über einem anmutigen Adler, der beachtliche Muckis zeigt. Danke! Die Deutsche Wirtschaft - lange Zeit belastet durch zweistellige Arbeitslosenzahlen und ein geringes Wachstum - scheint kurz vor einem Aufschwung zu stehen, "wenn die Politiker nach den Bundestagswahlen im kommenden Monat nicht alles zunichte machen", meint das liberale Wochenmagazin (leider nicht online). "Der enorme Wettbewerbsdruck hat die großen Unternehmen in den vergangenen Jahren dazu gezwungen, sich umzustrukturieren und die Kosten zu senken. Zum ersten Mal wurde dieser Weg gemeinsam mit den Gewerkschaften beschritten, die lange Zeit jeglichem Wandel im Wege standen. Die deutschen Arbeiter haben mit Verspätung erkannt, dass Änderungen zum Überleben notwendig geworden sind. Dehalb haben sie in den vergangenen Jahren Neuerungen wie die Ablösung des Flächentarifvertrags durch Branchenvereinbarungen, längere Arbeitszeit und sogar Lohnkürzungen akzeptiert. Wenn der Motor der stärksten Wirtschaftsnation Europas wieder anspringt - immerhin erbringt Deutschland fast ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts der Euro-Zone - dürfte sich das auch außerhalb der deutschen Grenzen auswirken".
Online lesen dürfen wir einen weiteren Special Report, der Parallelen zieht zwischen Bombenattentaten, die Anarchisten im 19. Jahrhundert verübten, und denen der Islamisten heute. Eine kritische Besprechung widmet sich Howard M. Sachars "A History of the Jews in the Modern World".
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The New Yorker (USA), 29.08.2005
In einem schwindlig machenden, faktenreichen Bericht erklärt Malcolm Gladwell, warum das amerikanische Gesundheitssystem nicht funktioniert. Es habe laut der Studie "Uninsured in America" inzwischen eine "Gruppe von Menschen geschaffen, die zunehmend anders aussehen als andere und unter anderen Krankheiten leiden als andere". Der Hauptgrund für private Bankrotte seien "unbezahlte Arzt- und Arzneirechnungen". Dabei sei es "eines der großen Geheimnisse des politischen Lebens in den USA, warum sich die Amerikaner derartig anhänglich gegenüber ihrem Gesundheitssystem zeigen. Sechs Mal wurde im letzten Jahrhundert versucht, irgendeine Art allgemeiner Krankenversicherung einzuführen und jedes Mal scheiterten sie." Letztlich, so versucht Gladwell dies zu erklären, sei das amerikanische Gesundheitssystem nichts als ein "geschichtlicher Unfall". Anders als in Europa, wo sich die Gewerkschaften politisch für die Durchsetzung entsprechender Programme für alle Bürger eingesetzt hätten, konnten die amerikanischen Gewerkschaften "nur für ihre Mitglieder einen Vorteil erzielen. Krankenversicherung war hierzulande immer etwas Privates und Selektives, und jeder Versuch, die Leistungen zu erweitern, endete in einer paralysierenden politischen Schlacht."
Peter Schjeldahl rezensiert den zweiten Band einer Biografie über Henri Matisse ("Matisse the Master: The Conquest of Colour 1909-1954", Knopf). Die Kurzbesprechungen widmen sich Büchern mit Korrespondenzen, Schriften und Gedichten von Lyrikern, darunter Dick Barnes, Amy Clampitt und Louise Bogan. Sasha Frere-Jones schwärmt vom "intimen Sound" der Sängerin Emiliana Torrini. Alex Ross schreibt über das Programm des diesjährigen Mostly Mozart Festival im Lincoln Center, das noch bis 27. August läuft. Hilton Als bespricht die Musikrevue "Lennon" und das Theaterstück "Dedication or The Stuff of Dreams" von Terrence McNally. David Denby sah im Kino "Pretty Persuasion" des Musikvideo-Veteranen Marcos Siega und den Dokumentarfilm "The Aristocrats" über amerikanische Komiker von Paul Provenza and Penn Jillette. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The View from Castle Rock" von Alice Munro.
Nur in der Printausgabe: eine Bericht über liberale Medien, eine Reportage über - vermutlich ökologisch korrekte - Leichenhemden und Beerdigungen in Kalifornien und Lyrik von Ishmael Reed und Vijay Seshadri.
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Outlook India (Indien), 29.08.2005
Moderne Selbstmordattentate haben eine Geschichte, die ins Jahr 1972 zurückreicht, als ein Mitglied der Japanischen Roten Armee auf dem Flughafen von Tel Aviv um sich schoss und am Ende seinem Leben ein Ende setzte. Und sie setzen in der Gegenwart des islamistischen Terrors eine Flut von widersprüchlichen Erklärungen frei: Die einen, fasst Ashish Kumar Sen im Aufmacher dieser Ausgabe zusammen, sehen die Attentäter unter dem Einfluss "apokalyptischer Visionen", mit denen die erlittene "kulturelle Demütigung exorziert" werden solle. Andere, beispielsweise Robert A. Pape in seinem Buch "Dying To Win: The Strategic Logic of Suicide Terrorism", gehen von vollkommen rationalen, strategischen Motiven aus: Die Anschläge würden demnach verübt, um "moderne Demokratien zu zwingen, ihre Militärkräfte aus Territorien abzuziehen, die Selbstmordattentäter als ihre Heimat betrachten".
Auch in Indien stellt sich derzeit eine kulturelle und politische Elite dar, indem sie mit viel Aufwand eines großen Autors der Vergangenheit gedenkt: Vor 125 wurde Munshi Premchand geboren, der die traditionsverhaftete Hindi-Literatur der Moderne öffnete. Im Zuge der Feierlichkeiten könnten am Ende ausgerechnet einige von denen als Verlierer dastehen, deren Schicksal Premchand ins Zentrum seiner Literatur gestellt hatte - Indiens Arme. Warum, verrät Anuradha Raman.
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The Spectator (Großbritannien), 20.08.2005
Douglas Davis wundert sich über die neuen Allianzen, die sich "im Kampf gegen den Kampf gegen Terror" formieren: rote Bündnisse aus islamischen Fundamentalisten und westlichen Marxisten, wie zum Beispiel die International Campaign Against US and Zionist Occupations (mehr hier): "Mögliche Differenzen zwischen der äußeren Linken und dem radikalen Islam - unter anderem zu den Punkten Demokratie, Menschenrechte, Fremdenfeindlichkeit, freie Meinungsäußerung, Homosexualität, Abtreibung - sollten unüberwindliche Hürden für eine solche Union darstellen. Sind sie aber nicht. Die Hürden wurden einfach eingestampft im Interesse eines beidseitigen Hasses: auf Amerika, Israel, Globalisierung , Kapitalismus und Imperialismus. Und nicht weit unter der Oberfläche scheint auch der Antisemitismus durch."
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Al Ahram Weekly (Ägypten), 18.08.2005
Der Politologe Abdel-Moneim Said weist alle zurecht, die islamistischen Terror mit kolonialer Demütigung begründen: "China ist ungefähr genauso groß wie die arabische Welt und hat etwa so viele Einwohner, wie es Muslime gibt. Auch die Chinesen hielten sich für das Zentrum der Welt und die zivilisierteste aller Nationen." Dann kamen die Briten, forderten Zugang zum Kaiser und der Verbotenen Stadt und begannen den Opiumkrieg. Am Ende brach das chinesische Reich zusammen, fährt Said fort. Die Chinesen mussten 1842 das Abkommen von Nanking unterzeichnen, das den Briten Immunität zusagte, selbst wenn sie Verbrechen auf chinesischem Gebiet begingen. Das Opium wurde in China legalisiert, gleichzeitig wurden Tausende Chinesen in die Sklaverei verschleppt. "Ähnliche Dinge geschahen in der arabischen und muslimischen Welt, wenn auch nichts so extremes wie Opium und Sklaverei. Doch es waren nicht Chinesen, die in London Menschen töteten. Stattdessen erwarben sie die Stärke, die in der Welt von heute von Nöten ist."
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Tygodnik Powszechny (Polen), 21.08.2005
Andrzej Stasiuk ist wieder nach Albanien gereist - ins "schwarze Loch Europas", wie er es nennt. "Hier war 600 Jahre lang die feudale Türkei, dann ein kurzer Paroxysmus der Freiheit zwischen den Krieg, und dann eine Katatonie des tribalen Kommunismus. Ich weiß selbst nicht, warum ich hergekommen bin. Es gibt hier keine Exotik. All diese Dinge, die Gerüche und all der Rest - das gibt es auch anderswo. Hier sind sie nur übersteigert, vervielfacht und herausfordernd wie billiges, starkes Parfüm in einem engen Raum."
Israel ist kein europäischer Außenposten im Nahen Osten, sondern ein Teil dieser Kultur - des Mittelmeerraums, stellt der israelische Schriftsteller Amos Oz im Interview mit dem polnischen liberal-katholischen Magazin fest. "Gerade in Israel sind die Traditionen der mediterranen Zivilisation am stärksten. Wir sind ein Land des Weins und der heißen Sommer, der Mittagsruhe und der langen Abende, ein Land des Handels und der schlechten Böden - so wie Griechenland, die Provence oder die Türkei."
Außerdem: Joachim Trenkner erzählt die Geschichte von Roland Jahn - einem deutschen Rebellen, der in den Achtzigern in Jena öffentlich die Solidarnosc unterstützte. "Er ließ sich von der Stasi nicht einschüchtern - obwohl er jahrelang verfolgt, von der Universität geschmissen, oft verprügelt und im Gefängnis isoliert wurde - er blieb ein Rebell. Einer der außergewöhnlichsten Oppositionellen in der Geschichte Ostdeutschlands. Ein sturer Individualist, ein enfant terrible der Friedensbewegung in Jena."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 19.08.2005
Der Schriftsteller Peter Nadas hat die ständige Ausstellung des kleinen französischen Dorfes Le Vernet besucht, wo die von Serge Klarsfeld gesammelten Fotografien der im dortigen Konzentrationslager ermordeten Kinder zu sehen sind: Klarsfeld "drang in die Wildnis der Geschichte ein und trug nach jahrzehntelanger hartnäckiger Arbeit Amateurfotografien aus dem Dickicht heraus, mit denen niemand gerechnet hatte. Niemand wollte mit ihnen rechnen. Warum sollte sich jemand an die Gesichter der ermordeten Kinder von unbekannten Menschen erinnern, wen interessiert das?" Nadas überlegt, warum er die lange Reise nach Le Vernet gemacht hat: "Es ist nicht die Neugier, in mir ist kaum noch Neugier. Emotional hat es sicher Ähnlichkeit mit dem, was Jahrhunderte früher die Pilger leitete: Für eine Schuld zu büßen, die ich nicht auf mich geladen habe, nie auf mich laden will, mich seelisch gegen die Realität der kontinuierlichen und massenhaften Ermordung und Folterung von Menschen zu verteidigen. Büßen für das bloße Überleben, obwohl mein Überleben nicht mein persönlicher Verdienst ist, ich kann es nicht einmal als ein Geschenk betrachten. Zu Orten zu laufen, wo Menschen gelitten haben und gestorben sind. Die letzte Ehre erweisen, aber nicht im weltlichen oder im geistlichen Sinne des Wortes, nein, sondern um weder den Ort noch die Existenz dieser Menschen zu vergessen."
Der kanadische Autor und Booker-Prize-Träger Yann Martel erklärt im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Laszlo L. Szigeti, warum Identität komplexer ist, als die nationalen und sprachlichen Schubladen, in die man sie oft hineinquetschen will: "Meine Kultur ist französisch, aber ich schreibe auf Englisch. Wissen Sie, heutzutage betrachten wir jede Art von Komplexität mit einem gewissen Argwohn. Aber die Identität ist nun mal eine sehr komplexe Sache ... Unsere Identitäten gestalten sich nach Rasse, Kultur, Religion, Geschlecht, sogar nach unserer Figur. Es gibt korpulentere Menschen unter uns, die diesen Zustand in ihr alltägliches Selbstbild integrieren. Aber wenn man morgens aufsteht, denkt man nicht darüber nach, ob man die Identität eines Dicken, eines Vegetariers, eines Homosexuellen, eines säkularen Katholiken, eines Italieners oder Kanadiers hat, man erlebt einfach diesen Morgen. ... Ich bin mit Chomsky der Meinung, dass die Sprache nichts anderes ist als ein ausgefeiltes Geschnaube. Ob wir auf Ungarisch, Deutsch oder Englisch schnauben, hat keine Bedeutung. Die wahre Tragödie ist es, keine einzige Sprache wirklich gut zu kennen, denn dann bleibt einem der Reichtum aller Sprachen verborgen - aber es ist egal, welche Sprache das ist."
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L'Espresso (Italien), 25.08.2005
Marco Müller, Leiter des in einer guten Woche beginnenden Filmfestivals in Venedig, verteidigt sich im Interview mit Alessandra Mammi gegen den Vorwurf, die diesjährige Auswahl sei zu konventionell. Filmfestivals sind nicht dazu da, schimpft Müller, um Medienevents wie einen Michael Moore zu präsentieren, sondern um Filme ins Kino zu bringen, die sonst untergehen würden. "Roberto Benignis Film ist nicht in Venedig, weil er das nicht braucht. Aber Ang Lees homoerotischer Western 'Brokeback Mountain' über zwei verliebte Cowboys muss auf dem Festival vertreten sein. Und ohne Venedig würde Laurent Cantet, der derb den Sextourismus der reichen und reifen Damen beschreibt, die in Haiti auf der Jagd nach Gigolos sind, wahrscheinlich nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient." (Cantets Film heißt "Vers le Sud")
Für die Titelgeschichte befragt Andrea Visconti die in England geborene und in den USA arbeitende Journalistin Tina Brown, was sie denn so großartig an den "American Women" findet, deren prominentesten Vertreterinnen der Fotograf Bryan Adams einen glamourösen Bildband gewidmet hat. "In den Vereinigten Staaten sind die Frauen überzeugt von sich selbst, und es gibt für sie kein Limit bei dem, was sie erreichen können. Die Engländerinnen - die ich genauso gut kenne wie die Amerikanerinnen - verlieren im Laufe ihres Lebens Schritt für Schritt die Sicherheit, die sie als Zwanzigjährige einmal hatten."
Außerdem begrüßt der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun im Meinungsteil den israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen als notwendige Form einer Reparationszahlung an die Palästinenser, die den Weg zu dauerhaftem Frieden ebnen könnte.
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Polityka (Polen), 17.08.2005
Papst Benedikt XVI. wird auf jeden Fall der Star des Weltjugendtages in Köln werden, schreibt Anna Tyszecka. Nur - wie kommt er eigentlich in seiner Heimat an als Kirchenoberhaupt? "Für die Polen war ein Landsmann als Papst ein Grund zum Stolz, Balsam für die Seele. In Deutschland, dem Land der Reformation, der rebellischen Theologen und der leeren Kirchen, ist das Verhältnis zum Papsttum ambivalent. Was die Polen freut - die Fortführung der konservativen Glaubenslehre von Johannes Paul II. - stößt in Deutschland auf Widerstand, auch innerhalb der Kirche." Vielleicht deshalb hatte Lech Walesa letztens die Idee, Benedikt XVI. die polnische Staatsbürgerschaft zu verleihen.
Weitere Artikel: Ungeachtet der aktuellen Spannungen im polnisch-russischen Verhältnis dreht ein russischer Fernsehsender in einem polnischen Schloss in Grodziec gerade eine weitere Reality Show, berichtet Igor T. Miecik. "Imperium" heißt die Show. "Im russischen Fernsehen gibt es keine wirkliche Information, dafür aber Spiele, wie sie es nicht mal in den USA gibt. Eine Show von byzantinischer Fülle und Größe - man kann den ganzen Tag nur mit diesen Sendungen verbringen." Und: "Nowa Huta wird trendy". Der proletarische Vorort von Krakau, ein Denkmal der sozialistischen Architektur, wirbt sogar mit einer eigenen Kampagne. "Dass Nowa Huta für Westler interessant ist, zeigen viele Internetseiten. Für einige Besucher sind solche Orte wie Nowa Huta oder der Kulturpalast der einzige Beweis für die Existenz des Kommunismus in Polen. Man sollte sie erhalten, pflegen und besser promoten", finden die drei Autoren des Artikels.
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The New Statesman (Großbritannien), 22.08.2005
Michael Bywater beklagt den Tod des britischen Witzes. Auf dem Fringe Festival in Edinburgh hat nun die politische Comedy übernommen. "Die Welt des Witzes ist zunehmend leer, wie ein heruntergekommener Urlaubsort. Sie war klein, diese Welt des Witzes, dünn besiedelt aber abwechslungsreich, mit übermäßig vielen Juden (inklusive Gott), Iren, Pakistanis, Bartendern, Richtern, abgerichteten Hunden, Geigern, Prostituierten, Blonden und Ärzten. Und jetzt ist ihre Zeit abgelaufen. Wenn die Comedians, die für uns mit den glitschigen, ironischen Zweideutigkeiten des Lebens hantieren, die postmoderne Priesterkaste sind, dann ist der Witz das brutale Tieropfer eines alten Glaubens."
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The New York Times (USA), 21.08.2005
Im New York Times Magazine versucht Boris Fishman herauszufinden, warum der britische Arzt Simon Cohen als orthodoxer Jude antisemitische Kunst sammelt und sie nächstes Jahr in London als Warnung ausstellen will. "Jüdische Sammler von antisemitischem Material finden, anders als die meisten anderen ernsthaften Sammler, ihr Thema abstoßend, aber genau wie alle anderen sammeln sie doch wie besessen. Die Nachfrage hat dazu beigetragen, einen Markt zu schaffen, auch wenn der meist im Untergrund stattfindet."
Weitere Artikel: Der Ölverbrauch steigt, die Fördermenge könnte aber bald aus geologischen Gründen stagnieren, wenn nicht sogar fallen, warnt Peter Maass in einer alarmierenden Titelgeschichte. Andrew Rice beobachtet den ehemaligen Starfußballer George Weah, der als Präsidentschaftskandidat für Liberia antritt und hofft, mit seiner Prominenz den seit Jahrzehnten immer wieder aufflackernden Bürgerkrieg beenden zu können. Obwohl sie sich kürzlich praktisch aufgelöst hat, ist die Unterstützerorganisation America Coming Together der Anfang vom Ende der herkömmlichen Parteien, prophezeit Matt Bai. Jack Hitt sieht das steigende Bedürfnis vieler Landsleute, sich einen Indianer im Stammbaum zuzulegen, als Verlangen nach mehr Bodenhaftung im so mobilen und flexiblen Amerika.
Die New York Times Book Review: Reichhaltig, aber ein wenig zu chaotisch findet Daphne Merkin Stephen G. Kellmans Biografie "Redemption" des Schriftstellers Henry Roth. Der Mann bleibt ein Geheimnis, da hilft auch die Enthüllung des inzestuösen Verhältnisses mit seiner Schwester nichts. Es gibt nicht mehr viele gute Porträtisten, meint Jeff MacGregor, weshalb er die Auswahl von neun "Character Studies", die der "grandiose" Reporter Mark Singer für den New Yorker über besessene Magier, Bauern oder Bauherren verfasst hat, auch sehr genossen hat. Die Präsidenten der Vereinigten Staaten haben ihre Macht in Sachen Krieg weit über das, was die Verfassung zulässt, ausgedehnt, da stimmt Emily Bazelon Peter Irons zu. Seinen Rat, in Sachen "War Powers" einfach auf die Gerichte zu vertrauen, hält sie aber für naiv. Dass in Robert Littells neuem Spionagethriller "Legends: A Novel of Dissimulation" weder Hochgeschwindigkeitsjagden noch artistischer Sex eine Rolle spielen, beweist Neil Gordon wieder einmal, dass Littell zu den Besten des Genres zählt. Und Christopher Hitchens stellt drei neue Bücher über Piraten in Amerika vor.
"Die Hölle sind die anderen Kunden", wütet Charles Taylor frei nach Sartre, der nicht in Ruhe bei Barnes and Nobles stöbern kann, ohne über am Boden sitzende Buchladenbewohner zu stolpern. Krimispezialistin Marilyn Stasio seufzt dagegen über ein neues Sub-Genre: Mystery-Chick-Lit. "Dünne Geschichtchen. Witzige Titel. Saftige Umschlagskunst. Na, wird hier ein Muster deutlich?" Vielleicht wird es das in dieser netten kleinen multimedialen Beigabe.
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen




