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Magazinrundschau
Die Magazinrundschau
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
25.08.2003. Die London Review weiß, wo Chruschtschow lernte "Buh!" zu sagen: in London. Im Nouvel Obs verteidigt der iranische Philosoph Dariush Shayegan die Vernunft. Outlook India bewundert den Mantel der Oppositionsführerin Sonia Ghandi. Jean Francois Revel beschämt George Washingtons Mutter, findet der New Yorker. Was macht das VW-Logo auf einem Hamlet-Bühnenbild, fragt die Literaturnaja Gazeta. Im Spiegel schildert Günter Grass eine segensreiche Wirkung der Literatur: Man onaniert viel fröhlicher.
London Review of Books | Le Nouvel Observateur | The Economist | Outlook India | Literaturnaja Gazeta | The New Yorker | L'Espresso | Der Spiegel | The Times Literary Supplement | L'Express | El Angel | The New York Times
London Review of Books (Großbritannien), 21.08.2003
Neal Ascherson ist hellauf begeistert von William Taubmans Chruschtschow-Biografie ("Khrushchev: The Man and His Era"), die ihn in der Vermutung bestätigt, Chruschtschows Ruf als ungehobelter Bauernsohn werde langsam revidiert. "Seine Persönlichkeit war furchtbar verzerrt; seine Untaten waren unverzeihlich. Und doch hatte seine Lust auf Neues etwas Entwaffnendes. Ich werde nie diese eine Geschichte vergessen, die Taubman über seinen London-Besuch im Jahr 1956 erzählt. Er fragte seine Begleiter aus dem Außenministerium, was diese komischen 'Uh-uh!'-Geräusch seien, die aus der Menschenmenge zu hören waren. Der Diplomat erklärte, dass die Leute buhten und dass dies ein Ausdruck der Missbilligung sei. Chruschtschow wurde nachdenklich. Im Auto sagte er versuchsweise zu sich selbst: 'Buh!' Und dann nochmal: 'Buh!' Er mochte es. Den restlichen Tag lief er herum und machte 'Buh!' zu allen möglichen verwunderten Menschen. Er hatte etwas gelernt."
Vor knapp einem Jahr hatte der Harvard-Präsident Lawrence Summers zu umsichtiger Israel-Kritik aufgefordert und zwischen antisemitischer Wirkung und antisemitischer Absicht unterschieden. Judith Butler schreibt dazu: "Selbst wenn man glaubt, dass Kritik an Israel mehr oder weniger als antisemitisch gehört wird (von Juden, Antisemiten oder Menschen, die weder als das eine noch das andere gelten können), läge es in unser aller Verantwortung, die Rezeptionsbedingungen zu verändern, so dass die Öffentlichkeit in der Lage wäre, zwischen Kritik an Israel und Judenhass zu unterscheiden." Es lohnt vielleicht mehr, dass große Summers-Porträt von James Traub im New York Times Magazine zu lesen.
Weitere Artikel: James Lasdun ist hocherfreut über Marina Warners "kurze, aber dichte" Studie "Fantastic Metamorphoses, Others Worlds", die sich mit den verschiedenen Arten der Verwandlung beschäftigt, und hatte beim Lesen den Eindruck, er befinde sich in einer kleinen Kathedrale: "hochkomplex" und "kompakt gewunden". In den Shorts Cuts erfreut sich Andrew O'Hagan am erfinderischen Slang der amerikanischen TV-Serie "Buffy the Vampire Slayer" und lacht über die mühsamen Versuchen der großen englischsprachigen Wörterbücher, mit den neuesten Trends der Umgangssprache mitzuhalten. Und Peter Campbell schreibt über die Ausstellung, die das Londoner V&A-Museum dem Modezeichner Ossie Clark gewidmet hat.
Nur im Print zu lesen: Christian Schütze denkt über die Bombenangriffe auf Deutschland am Ende des Zweiten Weltkrieges nach.
London Review of Books | Le Nouvel Observateur | The Economist | Outlook India | Literaturnaja Gazeta | The New Yorker | L'Espresso | Der Spiegel | The Times Literary Supplement | L'Express | El Angel | The New York Times
Le Nouvel Observateur (Frankreich), 21.08.2003
Viel zu lesen in dieser Woche. In einem Debattenbeitrag verteidigt der iranische Philosoph Dariush Shayegan die Existenz universeller Werte. Im Extremfall, so Shayegan, tendiere der Multikulturalismus dazu, sich zu einer Art "Identitätspolitik" zu entwickeln, in der sich "der Begriff der Kultur unfehlbar mit einer stark reduzierten ethnischen Identität vermischt." Gegen den Multikulturalismus, der dem Westen "Ethnozentrismus" vorwirft, sagt Shayegan: "Im Grunde sind alle Zivilisationen ethnozentrisch, auch der Islam, trotz seiner Toleranzlehren. Erst sehr spät entstand im Westen dank der beginnenden Moderne ein neuer Blick auf die Welt. Man begann am exklusiven Gleichheitszeichen zu zweifeln, das die Tugend in eins setzte mit den Qualitäten der eigenen Ethnie oder Religion. Und man interessierte sich dafür, was jenseits von Besonderheiten und traditionellen Atavismen, allen Menschen gemein ist. Und dies dank einer Eigenschaft, die von allen Menschen gleich welcher Rasse, Sprache oder ethnischen Eigenschaften geteilt wird: der Vernunft." Das letzte Buch des Autors heißt "La lumiere vient de l'occident" (Das Licht kommt aus dem Westen, Editions de l'Aube) und hat laut NouvelObs im Iran für große Aufmerksamkeit gesorgt.
Ebenfalls im Debattenteil diskutieren der Philosoph Michel Onfray (mehr hier) und der Essayist und Journalist Jean-Claude Guillebaud (mehr hier)die Frage, ob man als Linker Nietzscheaner sein könne.
In einem teilweise ziemlich kontroversen Gespräch erörtern die Schriftsteller Frederic Beigbeder und Luc Lang (mehr hier und hier) ihre unterschiedlichen Ansätze, mit denen sie den 11. September in neuen Büchern verarbeitet haben. Es geht vor allem um die Statthaftigkeit der Fiktionalisierung des Ereignisses, aber auch um divergierende Meinungen zu Amerika und zur amerikanischen Politik. ("Windows on the World? von Frederic Beigbeder, Grasset; "11 Septembre mon amour? von Luc Lang, Stock)
Des weiteren beschäftigt sich das Magazin aus Anlass des bevorstehenden Bücherherbsts mit der Frage nach Sinn, Zweck und Ursachen der gigantischen Überproduktion in der Buchbranche. "691 Romane in einem Monat: Heute wird zweimal so viel veröffentlicht wie vor zehn Jahren. Warum eine solche Inflation, obwohl der Absatz ständig weitersinkt und die Zahl der schon totgeborenen Bücher sich häuft?" Zu Wort kommen Verleger, Buchhändler und Autoren, die alle unterschiedliche Erklärungen haben. Claude Cherki vom Großverlag Seuil etwa meint: "Wir sind Neinsagermaschinen. Wir verbringen unsere Zeit damit, Manuskripte abzulehnen, auf die die Kleinverlage scharf sind. Und es dann nicht schaffen, sie zu verkaufen."
Ergänzend dazu gibt es einen kleinen Überblick über Empfehlungen, Neuerscheinungen, Thementrends etc. und Überlegungen, an wen wohl der 100. Prix Goncourt gehen wird.
Vorgestellt wird schließlich Claude Millers (mehr hier) Tschechow-Adaption "La Petite Lili", die in Cannes lief.
London Review of Books | Le Nouvel Observateur | The Economist | Outlook India | Literaturnaja Gazeta | The New Yorker | L'Espresso | Der Spiegel | The Times Literary Supplement | L'Express | El Angel | The New York Times
The Economist (Großbritannien), 22.08.2003
Im Zeitalter der Kommunikationstechnologie sind Briefwechsel aus der Mode gekommen, bedauert der Economist, der sich um einen Genuss gebracht fühlt. Umso erfreulicher also, dass nun die Briefe des unermüdlichen Journalisten und Zeichners James Thurber (mehr hier) erscheinen, den nichts mehr verärgerte als Humorlosigkeit. "Einige seiner unterhaltendsten Passagen handeln von seiner Herausgeberarbeit beim New Yorker, dessen seltsame Stil-Richtlinien und Komma-Leidenschaft Thurber in den Wahnsinn trieben. Jeder freie Autor, dessen Arbeit von pedantischen Lektoren oder Herausgebern verstümmelt worden ist, die so ihren Arbeitsplatz zu rechtfertigen suchen, wird diese aufgebrachten Tiraden besonders erfreulich finden. Zu Ross: 'Ich habe letztens geschrieben "This is what I can only call a paradise of errors". Auf den Druckfahnen wurde mir am Rand vorgeschlagen, es doch in "This is what I can call only a paradise of errors" umzuändern. Man braucht diesen Satz nur laut auszusprechen, um zu sehen, dass das kein Englisch ist, sondern wie der furchtbare Satz eines kürzlich angereisten Ausländers klingt.' Noch erfreulicher ist allerdings, dass Thruber immer Recht hat."
Weitere Artikel: Der Economist widmet sich dem spektulären Stromausfall, der Nordamerika lahm gelegt hat, und denkt über die Belastbarkeit des amerikanischen Stromnetzes nach. Ein weiterer Artikel geht der Frage nach, ob dies auch bei uns passieren könnte, und meint damit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan. Natürlich kann man Gaddhafi nicht trauen, meint der Economist, doch es wäre nach der UNO auch für die USA an der Zeit, ihre Sanktionen gegen Lybien schrittweise zurückzufahren, und sei es versuchsweise. Schließlich würdigt der Economist den beim Bagdader Attentat verstorbenen UN-Irak-Beauftragten Sergio Vieira de Mello als einen außerordentlich engagierten Weltfriedensstifter.
Leider nur im Print zu lesen ist der Aufmacher, der Parallelen zieht zwischen den Attentaten von Bagdad und Jerusalem.
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Outlook India (Indien), 01.09.2003
Seit vergangener Woche sind alle Augen in Indien auf Sonia Gandhi gerichtet, Witwe des früheren Premierministers Rajiv Gandhi und Oppositionsführerin im indischen Parlament, wo sie zur Überraschung der politischen Kommentatoren die Vertrauensfrage stellte und der Regierung um Premierminister Vajpayee anhand von neun Punkten ihr Scheitern vorhielt. Ohne echte Chance auf ein erfolgreiches Misstrauensvotum der Parlamentarier diente der Schritt vor allem dazu, der hindu-nationalistischen BJP für die Wahlen im kommenden Jahr den Kampf anzusagen, was Bhavdeep Kang durchaus beeindruckt hat: "Zum ersten Mal trug sie den Mantel der Oppositionsführerin mit Überzeugung, wie ein hochmodisches Kleidungsstück und nicht wie eine Zwangsjacke." Dennoch: Wo bleibt die eigene politische Richtung von Gandhi und ihrer Kongresspartei? Was hat die gebürtige Italienerin anzubieten, um die Wähler zu überzeugen, wenn sie noch nicht einmal in der eigenen Partei unumstritten ist? Weniger Personality-Show, mehr Selbstbewusstsein und politisches Profil, empfiehlt Kang nach ausführlicher Analyse - dann sei auch der Machtwechsel nicht ganz ausgeschlossen.
Ashish Kumar Sen berichtet vom neuesten Boom im Silicon Valley: Jobbörsen, in denen indische Spezialisten sich um Angebote aus der alten Heimat drängen. Zurück nach Indien - so lautet der Trend, dem selbst eingebürgerte Amerikaner folgen. Die Gründe: Umsatzrückgang, Outsorcing, attraktive Angebote aus Indien. Ein "umgekehrter Brain Drain"?
Weitere Artikel: Indiens führende Modedesignerin Ritu Beri erläutert in einem langen Text den Zusammenhang zwischen Mode und nationalem Status und denkt darüber nach, was Indien tun müsste, um in beidem führend zu werden. V. Sudarshan empfiehlt ausdrücklich das Iran-Kriegstagebuch des Reporters Satish Jacob, Manu Joseph hat seinen Mut zusammen genommen und den als jähzornig bekannten Bad Boy Bollywoods Salman Khan (mehr hier und hier) getroffen. Außerdem wird ein Text von Günter Grass zum Irakkrieg vom Januar nachgedruckt.
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Literaturnaja Gazeta (Russland), 20.08.2003
Aus Tschechien berichtet Iwan Kraus von den Blüten, die das Kultursponsoring in dem nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von der Marktwirtschaft scheinbar völlig vereinnahmten osteuropäischen Land treibt. Wie sonst ist es möglich, dass in der Schlüsselszene einer "Hamlet" - Inszenierung das Firmenlogo von Volkswagen neonfarben auf der Bühnenleinwand aufleuchtet? Befremdlich auch die moderne "Romeo - und - Julia" - Umsetzung, in der "Romeo mit seinem Kostüm für Marlboro und Mercedes Benz Reklame läuft (?) während Tibalt das BMW-Emblem zur Schau trägt und die Angebetete mit ihrer Robe für Puma wirbt."
In dem Artikel "Verbannt und vergessen" macht Natalja Airapetowa auf das harte Schicksal der "nicht weniger als 400.000 aus Tschetschenien geflüchteten Russen" aufmerksam, denen im Gegensatz zu den geflohenen Inguschen bei ihrer bevorstehenden Rückkehr in das verwüstete Heimatland "jede Art von Kompensationszahlungen für zerstörte Wohnungen" verweigert werden. Sie tragen "die historische Verantwortung für alles - für Stalin, für Jelzin und für alle Dummheiten und Vergehen, die Jelzins Gefolgsleute begangen haben, als sie beschlossen, einen kleinen siegreichen Krieg anzuzetteln." Die tschetschenischen Politiker reduzieren die Tragweite des Problems und damit die Eigenverantwortung "auf einige 200.000 russisch sprechende Kriegsflüchtlinge."
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The New Yorker (USA), 01.09.2003
In einem weitausholenden Essay analysiert Adam Gopnik den französischen "Anti-Anti-Amerikanismus". Dafür hat er vor Ort recherchiert, viele Veröffentlichungen zum Thema inspiziert und unter anderen mit Bernard-Henry Levy über dessen neues Buch "Qui a tue Daniel Pearl?" gesprochen und mit Andre Glucksmann geplaudert. Gopnik hat "mindestens zwei Spielarten des Anti-Anti-Amerikanismus" ausgemacht, "obwohl die erste, die durch Jean-Francois Revel, den alten Löwen des französischen Liberalismus, repräsentiert wird, lediglich eine Art verpflanzter Nationalismus ist. Revels neues Buch 'L'Obsession Anti-Americaine' (?) ist eine derart enthusiastische Verteidigung der amerikanischen Nation, dass sie selbst George Washingtons Mutter peinlich gewesen wäre. Für einen amerikanischen Leser sind jene Denker interessanter, die - indem sie Amerika verteidigen, ohne amerikanische Nationalisten zu sein - eine neue Form des internationalen Liberalismus definieren müssen."
Weiteres: Zu lesen ist die Erzählung "Measuring The Jump" von Dave Eggers, Dana Goddyear porträtiert den Lyriker Stanley Kunitz, Jack Handey erzählt eine etwas kafkaeske Geschichte über ein Tatoo und damit irgendwie verbundene mehrfache Geschlechtsumwandlungen, Ben Greenman ventiliert einige "zurückbleibende ethische Fragen" im Zusammenhang mit dem großen Blackout vor zwei Wochen, und Field Maloney berichtet vom "Mojito Man", dem erfolgreichsten und einfach nicht zu fassenden illegalen Getränkeverkäufer im Central Park.
Larissa Macfarquhar stellt die Lebenserinnerungen des jüdisch-rumänischen Schriftstellers Norman Manea vor ("The Hooligan's Return", Farrar, Straus & Giroux), und es gibt Kurzbesprechungen, darunter einer als "anspruchsvoll" gelobten Studie über religiös motivierten Terrorismus und einer Biografie der Schauspielerin Lucille Ball.
Besprochen wird die von Federico Garcia Lorca inspirierte Kammeroper "Ainadamar? des jungen, aus Argentinien stammenden Komponisten Osvaldo Golijov, und David Denby sah im Kino den neuen Western von Kevin Costner, "Open Range", mit einem offenbar fantastischen Robert Duvall, und den "sensationellen" Independent-Film "Thirteen" von Catherine Hardwicke über "verrückt werdende Highschool-Schülerinnen".
Nur in der Printausgabe: Berichte über die New Yorker Wasserversorgung und die Rolle des Basketballspielers Kobe Bryant bei der Änderung des Vergewaltigungsgesetzes und Lyrik von Charles Simic und Richard Howard.
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L'Espresso (Italien), 28.08.2003
Nutzen wir die letzten Ausläufer des Sommerlochs, um die derzeit sehr erfolgreiche italienische Variante der Bildung durch Beilagen vorzustellen. An Kiosken südlich der Alpen herrscht derzeit die Qual der Wahl: Für einen Euro Aufschlag liegt der aktuellen Ausgabe des Espresso eine eigens editierte Kunstgeschichte bei, Teil eins von insgesamt zwölf Bänden. Oder man zahlt sechs Euro mehr und erhält sechs CDs über verschiedene Gebiete des "menschlichen Wissens". Zum Einstieg gibt's die italienische Literatur von Dante bis zum 19. Jahrhundert. Wer es genau wissen will, kann sich hier informieren. Und wer nach Italien fährt, kann jede Woche ein Exemplar an den Perlentaucher schicken.
Nie mehr Blackout!, ruft Jeremy Rifkin (mehr) im Aufmacher und präsentiert seine internetinspirierte Lösung des Energieproblems: Jedem sein eigenes Kraftwerk. "Die Installation von Millionen von Mini-Elektro-Knoten mit Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis, zusammen mit einem intelligenten System der Verteilung, werden für immer das Problem zwischen Nachfrage und Angebot von Energie lösen."
Weitere Artikel: Gianni Perrelli berichtet von der Jagd auf Saddam Hussein. Er hat läuten hören, dass der meistgesuchte Mann der Erde sich oft nur einen Katzensprung entfernt von den Ranger-Suchtrupps versteckt. Monica Maggi hat mal wieder einen neuen Kult entdeckt: Diesmal ist es die etwas angestaubte Erotik der vorvorigen Jahrhundertwende, die mit Hilfe des Internet eine Renaissance erlebt.
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Der Spiegel (Deutschland), 25.08.2003
"Sex, Lügen & Politik" steht diesmal auf dem Titelblatt. Darüber das Wappen von Hamburg, das der Spiegel anschaulich mit einem erigierten Penis geschmückt hat. Ganz gelassen geht der Spiegel, der sich noch vor wenigen Wochen über die bauchfreie Mode junger Mädchen echauffiert hat, auch mit der Affäre Immendorff um. Der Marktwert seiner Bilder wird sicher steigen, meint Barbara Schmid und zieht einen Vergleich mit Baselitz: "Als er 1963 sein Werk `Die große Nacht im Eimer´ vorstellte - einen onanierenden Jungen mit überdimensionalem Penis - verfolgte ihn die Justiz wegen pornografischer Darstellung. Ein ungeheurer Skandal war das damals - und bald rissen sich die Museen in der ganzen Welt um ihn."
Günter Grass spricht im Interview zu seinem neuen Lyrikband "Letzte Tänze" über das Erotische in der Literatur: "Nach einer Lesung kam ein Mann zu mir, vielleicht Mitte 50, und sagte, er wolle sich bei mir bedanken. 'Ich habe mit 16 Ihre Novelle gelesen, was ich damals eigentlich nicht durfte. Und ich muss Ihnen sagen: Danach habe ich einfach viel fröhlicher onaniert.' Auch das ist eine Wirkung von Literatur."
Weitere Artikel: Wolfgang Thierse verkündet im Interview ziemlich stolz: "Ich habe sicher mehr Marx gelesen als Gerhard Schröder". Sandra Maischberger erklärt in einem Interview, warum sie es nun mit einer großen Talk-Sendung in der ARD versuchen möchte. Und der republikanischen Senator Richard Lugar, der gerade den Irak bereist hat, plädiert im Interview dafür, dass die USA ihre Besatzung mindestens fünf Jahre lang aufrechterhalten sollen: "Denken Sie mal an Deutschland. Da sind wir ein halbes Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer präsent, und niemand sieht uns als Besatzer." Im Irak ist das jedoch offenbar anders, wie ein Report von Claus Christian Malzahn, Olaf Ihlau und Volkhard Windfuhr zeigt.
Im Print: Ein Dossier ist der Funkausstellung in Berlin gewidmet. Dazu gehört ein Beitrag zum Digitalkino als "Zukunft der Filmtheater" sowie ein Interview mit Wim Wenders zum gleichen Thema - nämlich über "die Folgen der Digitaltechnik für die Filmkunst".
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The Times Literary Supplement (Großbritannien), 22.08.2003
James Murphy stellt drei Bücher von ehemaligen CIA-Mitarbeitern vor, die zwar keine sensationellen Neuigkeiten aufzuweisen haben, aber deshalb wohl nur Journalisten enttäuschen werden, für die, wie Murphy süffisant anmerkt, "die Wahrheit die beste Sache gleich nach einem Scoop ist". Allen anderen jedenfalls empfiehlt er etwa "The CIA'S Russians", in dem John Limond Hart erzählt, wie er gelernt hat, sowjetische Agenten umzudrehen, oder "A Look over my Shoulder" des früheren CIA-Chefs Richard Helms, der damit fertig werden musste, vom gefeierten Kalten Krieger zum verachteten Wegbereiter der chilenischen Putschisten zu werden.
Mit Robert Dalleks Buch "An Unfinished Life" ist der kindliche Glaube an das Kennedy-Märchen definitiv in ein seniles Stadium geraten, spottet Christopher Hitchens. Denn Dallek warte gerade mal mit der Enthüllung auf, dass John F. Kennedy während der Schweinebucht-Invasion vor allem mit einer konstant-akuten Diarrhoe und einer Infektion des Harntraktes zu kämpfen hatte.
Weiteres: Samuel Beckett hat seinen Interpreten wirklich unrecht getan, muss Karl Orend feststellen, der eine ganze Reihe von "faszinierenden", "eleganten" und "klugen" Büchern über ihn gelesen hat, etwa Anne Atiks Erinnerungen "How it was". Sarah Curchwell zeigt sich ein wenig enttäuscht von Alice Hoffmans "The Probable Future", der den Magischen Realismus nach Massachusetts trägt: "Zu viel Magie, zu wenig Realismus".
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L'Express (Frankreich), 21.08.2003
Nach den Neuerscheinungen, die in diesem Herbst wohl über die Ladentische französischer Buchläden gehen werden, haben sich in dieser Woche einige Autoren des Express jetzt schon mal für Sie erkundigt. Bemerkenswert findet der Express den neuen Roman von Beigbeder "Windows on the World" über die Geschehnisse des 11. September. Außerdem äußerst lesenswert: Die Bände "Dans la guerre" von Alice Ferney und "Les ames grises" von Philippe Claudel, die sich auf sublime Art und Weise mit dem Thema Krieg befassen, wie der Express schreibt. Weiteres über die unzähligen Neuerscheinungen - nicht weniger als 691 Romane sollen es sein -, die in dieser Woche in Frankreich in die Regale gestellt werden, erfahren Sie hier.
Über ein ernstes Thema, berichtet Marie Huret in einer Reportage aus Indien: Dort wurden laut Angaben von Unicef über 40 Millionen weiblicher Föten abgetrieben. Zum Thema gibt es auch eine beeindruckende Fotoreportage auf der Homepage.
Weitere Artikel: "Immer muss man dem Bild der hübschen Frau entsprechen", beschwert sich die heute 82-jährige Schriftstellerin Benoite Groult in der Sommerserie über Schönheit. In den wilden 68ern hatte sie das Korsett längst abgelegt, erzählt die Autorin zahlreicher feministischer Essays und erklärt, warum es gerade damals für Frauen so wichtig war, ihr eigenes Geschlecht mit einem Spiegel zu betrachten. "Insbesondere die Französinnen haben immer das Bedürfnis, den Männern zu gefallen", schimpft sie ferner. "Sie sind einfach zu nett und lächeln immer. Sie sollten wirklich den Mut haben, ernst zu sein, manchmal schlecht gelaunt zu sein, ihre gute Erziehung vergessen und einfach mal das Image der Tochter aus gutem Hause ablegen." Hauptsache, Sie lassen sich die Laune nicht gleich verderben!
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El Angel (Mexiko), 24.08.2003
Die ungewöhnliche Hitze, die diesen Sommer Europa überkam, ist selbst der Kulturbeilage der mexikanischen Tageszeitung Reforma eine Titelgeschichte wert. So erscheint dem andalusischen Schriftsteller Justo Navarro dieses Wetter wie phantastische Literatur, in der sich plötzlich auf "schauderliche" Art und Weise gewöhnliche Sätze wie "Diese Hitze macht mich fertig" bewahrheiten. Wenn das so weiter geht, so Navarro, sollten wir uns an den Gedanken gewöhnen, "wegen nichts, wegen des Klimas, wegen des Wetters zu sterben". In weniger düsterer Stimmung porträtiert der kubanische Berliner Jorge Viton die schwitzenden Deutschen und wundert sich besonders über deren große Sorge um afrikanische Elefanten in den Zoos. Wie in einem "Traum eines wahnsinnigen, grausamen, höllischen Wesens", kam sich hingegen dieser Tage die mexikanische Dichterin Adriana Diaz Enciso in London vor.
Darüber hinaus beschäftigt sich El Angel-Autor Sergio Gonzalez Rodriguez sowohl mit dem Bericht von Amnesty International über die mysteriösen Frauenmorde in Ciudad Juarez, an der Grenze zu den USA. Rodriguez bespricht auch einen gerade in Mexiko erschienenen Band mit Aufsätzen von Jorge Herralde, dem Gründer und Chef des renommierten Anagrama-Verlages. Abgerundet wird diese Ausgabe mit einen Nachruf des brasilianischen Schriftstellers Horacio Costa auf einen jüngst verstorbenen Landsmann, den Dichter Haroldo de Campos (1929-2003).
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The New York Times (USA), 24.08.2003
Der Schriftsteller John O'Hara (ein Artikel im Atlantic Monthly) "war legendär rüpelhaft, eitel, kleinlich, versnobt, streitsüchtig und einfach schwer zu ertragen", gibt Charles McGrath zu. Umso verdienstvoller sei da die feine Biografie (erstes Kapitel) von Geoffrey Wolff, der versuche "John O'Hara sowohl als Schriftsteller als auch als menschliches Wesen zu rehabilitieren. Das Ergebnis ist eine Biografie, die sowohl befriedigend als auch angenehm unkonventionell ist", lobt er. Selbst wenn Wolff die Kurzgeschichten O'Haras unterschätze, besonders die im New Yorker, die den legendären Erzählstil des Magazins mitbegründeten.
Wer einem klugen jungen Studenten erklären will, wie sich der Kommunismus für einen intelligenten Gläubigen anfühlte, dem empfiehlt Christopher Hitchens (mehr) "Gefährliche Zeiten" von Eric "dem Roten" Hobsbawm, den Hitchens als "ehemals gläubigen Kommunisten, skeptischen Euro-Kommunisten und nun leicht griesgrämigen Post-Kommunisten" charakterisiert. Hitchens schätzt die pragmatisch-loyalistische Art, wie Hobsbawm seinen intellektuell-politischen Werdegang schildert. "... er verlor die historische Wette genau wie die Partei. Geschichte, sagt er, weint nicht über vergossene Milch. So gern ich seine Argumentation zurückweisen wollte (Blut ist wohl doch noch etwas anderes als Milch), merkte ich, wie mich dieser Minimalismus beeindruckte."
Laura Miller klagt in ihrer Last-Word-Kolumne, wie ermüdend die alljährlichen Enthüllungsromane aus dem Literaturbetrieb werden. Dieses Jahr trägt er den Titel "The Storyteller", veröffentlicht unter dem "lahmen Pseudonym" Arthur Reid. Schnell wurde das Pärchen gefunden, dass dahintersteckt. Es hatte seinen Namen in den Druckfahnen "vergessen".
Aus den weiteren Besprechungen: Gary Krist hält Adam Johnsons "Parasites Like Us" für wirklich ehrgeizig und originell. Nur leider scheitert die Geschichte von dem Anthropologen, der seinen zukünftigen Kollegen den Untergang der Menschheit schildert, an den vielen Fehlern in der Beschreibung der Gegenwart. Nett findet Craig Seligman das Format der verbundenen Kurzgeschichten in Sara Pritchards erstem Roman "Crackpots" (erstes Kapitel), als störend empfindet er aber das triefende Pathos und die unpassende frührreife Erzählstimme der Autorin.
Archiv: Magazinrundschau
Liebe, Revolution und Verrat
22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen
Nur Geld wird nie müde
15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor. Mehr lesen
Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft
08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen
Wie eine Tulpe in der Wüste
01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Und sagen kein Wort
24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy. Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen
Um die Prinzessin zu retten
17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen
Preziöser Puritanismus
10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen
Sun Tzu trifft John Locke
03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen
Etwas wie die Frauenrechte
27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen
Hübsch hässlich
20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen
Die Kunst der Kalt-Akquise
13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen
Drei Millionen an Sevcik
06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen
Frauen an der Front
28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen
Herz aus Bronze
21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen
Wir müssen noch modern werden
14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen








