Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust.

Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 11.02.2012

Der Holocaust und das große Morden im Zweiten Weltrkieg werden verzerrt wahrgenommen, weil sie zuerst in westlicher Perspektive erforscht wurden. Gemordet wurde aber in den "Bloodlands" Ukraine, Polen, Weißrussland und im Westen Russlands. Auch das politische Links-Rechts-Schema verstellt den Blick, meint der Historiker Timothy Snyder im Gespräch mit Michael Hesse: "Die Nazis waren angeblich das eine und die Sowjets das andere, und so stellen Wir sie in unseren Köpfen als entgegengesetzte Pole vor. Natürlich waren ihre Ideologien sehr unterschiedlich, wie auch ihre Systeme. Aber diese polaren Gegensätze erzeugen nur große Emotionen und tragen wenig zum Verstehen bei. Was mich beunruhigt, ist, wie wenig sich die Art, wie wir über Geschichte denken, geändert hat."


Weiteres: Sylvia Staude freut sich beim Gastspiel des Mariinsky-Balletts in Darmstadt über das "kostbare Erbe" dieser Kunstform. Im Berlinaleteil findet Anke Westphal Angelina Jolies vielgescholtenes Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" schon fast passabel, wenn auch vor allem im Umgang mit dem "hochsensiblen Thema der Massenvergewaltigung bosnischer Frauen durch serbische Militärs" nicht "durchdacht genug". Peter Uehling schaut Filme aus dem Wettbewerb, in dem Jens Balzer überdies mit Filmen über die letzten Stunden eine erste Tendenz im Berlinalewettbewerb aufschimmern sieht. Christina Bylow sichtet unterdessen Filme aus Ägypten und der Westsahara über Frauen, die sich selber helfen.

Besprochen wird Benjamin Steins Roman "Replay" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Aus den Blogs, 11.02.2012

(Via Matthias Rascher) theworldgeography.com zeigt "10 Breathtaking Viewing Platforms Worldwide".

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Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2012

Tollkühn findet Andrea Köhler Jennifer Egans in Amerika preisgekrönten Roman "Der größere Teil der Welt", über den sie mit der Autorin sprach: "Das Buch war ursprünglich als eine Sammlung Kurzgeschichten gedacht. Doch dann habe sich eine Figur aus der andern entwickelt und sich so etwas wie ein Thema ergeben: die Aushöhlung der Musikindustrie durch die digitale Revolution. Zunächst nicht wissend, was für ein Buch das werden würde, habe sie sich gefühlt wie im freien Fall. Darum hat sie sich strikt an drei Regeln gehalten: 'In jedem der dreizehn Kapitel sollte eine andere Figur im Zentrum stehen, in einem jeden sollte ein anderer Schreibstil vorherrschen, und jede der Episoden musste für sich allein stehen können.'"


Weitere Artikel: Alles in allem sind die Italiener mit ihrem farblosen neuen Staatschef Mario Monti recht zufrieden, erzählt Franz Haas, dem das sympathisch ist: "Auch die Statistik belegt das Bedürfnis nach einem Heiland: 80 Prozent der Italiener hatten bei seinem Amtsantritt Vertrauen in Monti. Jetzt, nach rigiden Sparmaßnahmen und sprunghaften Verteuerungen zum Jahreswechsel, sind es immer noch über 60 Prozent." In der Reihe "When the music's over" erzählt die Autorin Olga Grjasnowa, wie sehr sie sich in Kat Frankie ("Frauen verlassen") und Mashrou Leila ("Shim el yasmine") verliebte.

In Literatur und Kunst schreibt Roman Hollenstein über Kubas kreolische Kolonialarchitektur. Und Yahya Elsaghe liest Bert Brechts Gedicht "Vom armen B. B." als trügerische Autobiografie.

Besprochen werden eine Ausstellung zum Vernichtungslager Kulmhof im Centrum Judaicum in Berlin und Bücher, darunter Drago Jancars Roman "Nordlicht", Siegfried Kracauers Feuilletons, denen Uwe Justus Wenzel den Aufmacher der Beilage Literatur und Kunst widmet und Wilhelm Diltheys Briefwechsel (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 11.02.2012

Vor fünfzig Jahren erschien Jürgen Habermas' berühmte Schrift "der Strukturwandel der Öffentlichkeit", mit der sich der Berliner Philosph Volker Gerhardt ausführlich auseinandersetzt - um sie dann mit einem Streich zu erledigen: "Der seinen Namen verdienende Strukturwandel bricht sich erst heute Bahn: Die elektronischen Medien haben innerhalb kürzester Zeit zu einer Umwälzung der Kommunikation geführt, in der die für die Öffentlichkeit konstitutive Differenz zur Privatsphäre zunehmend aufgehoben wird. Die Befürchtung, dass sich nichts Privates mehr sichern lässt, gehört nicht mehr in den Bereich der negativen Utopien. Durch medizinische Diagnostik und mikroelektrische Hirnchirurgie ist auch die Barriere zwischen individuellem und kollektivem Bewusstsein längst überschritten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass alles Bewusste jederzeit auch öffentlich sein kann."


Außerdem in der Literarischen Welt: Es gibt weniger einen Kulturkampf zwischen Religiösen und Säkularen in Israel, meint Benny Ziffer, als vielmehr einen Kampf aller gegen alle. Besprochen werden Aharon Appelfelds neuer Roman "Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen", Christian Krachts Roman "Imperium", Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe", Friedrich von Borries' Buch "1WTC", Georg Heinzens Band "Von der Nutzlosigkeit, älter zu werden", Wolfgang Sofskys Buch "Todesarten" und Rainer Metzgers Geschichte des "Swinging London".

Im Feuilleton schüttelt der große Max von Sydow, der gerade in Stephen Daldrys 9/11-Film "Extrem laut und unglaublich nah" eine Hauptrolle spielt, im Interview den Kopf: "Irgendwie bekomme ich immer diese traurigen Typen ab, obwohl ich doch eigentlich ein sonniges Gemüt habe." In der Leitglosse kritisiert Alan Posener die Berliner Alleen der Linientreue. Frank Kaspar bittet den Aktionskünstler Charles Stankievech zu Tisch.

Besprochen werden die Ausstellung "Warhol: Headlines" im Frankfurter Museum für Moderne Kunst, Stephen Daldrys Wettbewerbsfilm "Extrem laut und unglaublich nah" und Werner Herzogs Dokumentationsfilm "Death Row" (Meisterwerk, verkündet Alan Posener).

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Die Tageszeitung, 11.02.2012

Christian Petzold verrät Cristina Nord auf den Berlinaleseiten warum er seinen heute im Wettbewerb laufenden, in der DDR spielenden Film "Barbara" im Sommer und auf analogem Material gedreht hat: "Weil in diesem Zeitraum die Farbigkeit des beginnenden Herbstes da ist, mit den leichten Brauntönen. Und nachdem ich beim letzten Film mit digitalem Material gearbeitet hatte, habe ich mich jetzt wieder für Kodak und 35 Millimeter entschieden. Die Farbpalette ist so menschlich."


Sehr lange hat sich Alem Grabovac mit Bazon Brock über große Ideen und die Welt unterhalten. Seine Antwort auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe: "Nein, denn der Tod ist ja nur etwas für Lebende. Aber unter den Lebenden richtet er bekanntlich einen ungeheuerlichen Schaden an. Und als Humanist kritisiere ich diese harte Wahrheit des Todes unter den Lebenden."

Weiteres: Johannes Gernert unterhält sich mit dem Netzaktivisten Eli Pariser, der vor der Gefährlichkeit der Aussieb-Algorithmen bei Google+ und Facebook warnt. Robert Habeck zeichnet die Nordsee-Politik der Nazis nach. Tobias Müller schaut sich in der Reparaturszene Amsterdams um, die sich rund um das Repair Café sammelt. Ob man dort wohl auch den Bicycle Repairman der Pythons antrifft?



Besprochen werden das neue Album der HipHop-Künstlerin Speech Debelle und Bücher, darunter Buddy Giovinazzos Psycho-Krimi "Piss in den Wind", den Katharina Granzin begeistert als "echten Pageturner" feiert (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 11.02.2012

In der SZ am Wochenende stellt Harald Hordych Helena von Feury vor, eine junge Bachelorabsolventin mit besten Aussichten und Idealrepräsentatin der "neuen Frau", deren weiteren Karriereverlauf die SZ fortan chronistisch begleiten will. Thomas Steinfeld besucht die toskanische Tuchmacherstadt Prato, wo sich zudem die wahrscheinlich größte chinesische Community Europas befindet. Oliver Herwig fragt sich, ob "wir wirklich in einer perfekten aseptischen Umwelt leben" wollen und feiert Rotweinflecken auf Holztischen als Erzähler von Geschichten. Abgedruckt sind außerdem Auszüge aus Erich Mühsams Tagebuch über den Karneval 1912 (siehe auch diese flankierende Website).


Im Feuilleton berichtet Laura Weissmüller von der Tagung "Verantwortung gestalten", wo sich Experten über auch ökologisch nachhaltiges Design unterhielten. Bernd Graff wägt die Positionen der ACTA-Lobbyisten und ihrer Gegner ab. Sebastian Schoepp fasst einen in Potsdam gehaltenen Vortrag des Philosophen Edgar Morin zusammen, der darin die Europakrise im Lichte unterschiedlicher Nord- und Südmentalitäten betrachtet. Der Schriftsteller Ralph Hammertaler zeichnet ein Stimmungsbild aus Dresden kurz vor den alljährlichen Nazi-Gedenkmärschen samt Gegenaktionen. Oliver Hochkeppel besucht die Probe von Branford Marsalis' Konzertprogramm an der Frankfurter Oper, in dem Klassik auf Jazz gebürstet wird. Catrin Lorch gratuliert Erich Steingräber zum Neunzigsten.

Auf der Berlinaleseite berichtet Fritz Göttler über die ersten Wettbewerbsfilme (und hat den Eindruck, "die Filme kämpfen gegen den Welterklärungsanspruch, zu dem der Wettbewerb eines Großfestivals sie verdonnert"). Enver Robelli berichtet von zahlreichen serbischen Anwürfen, denen sich Angelina Jolie gerade wegen ihres Regiedebüts "In the Land of Blood and Honey" ausgesetzt sieht (die Vorwürfe reichen von anti-serbischer Stimmungsmache über mutmaßlich arabisches Geld in der Finanzierung bis hin zum Plagiatsvorwurf). Susan Vahabzadeh hat vorab Widerstandsfilme gesichtet.

Besprochen werden Sebastian Schugs Inszenierung von Tennessee Williams' "Orpheus steigt herab" am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, Amelie Niermeyers Inszenierung von Thornton Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen" am Theater Basel und Zeruya Shalevs Roman "Für den Rest des Lebens" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2012

Der Schriftsteller Michail Schischkin erzählt in Bilder und Zeiten, warum Nikolai Gogol kein humoristischer Schriftsteller war, sondern ein verzweifelter: "Die Prosa Gogols ist das erwachende Bewusstsein einer Nation, die jahrhundertelang in Sklaverei dahinvegetiert hatte. Gogol erblickte Russland und war entsetzt. In einem Brief an Michail Pogodin schrieb er: 'Oh, welch ein verachtenswerter, welch ein niedriger Zustand ... die Haare stehen einem zu Berge. Menschen, für Ohrfeigen geboren ...' In Gogols Büchern gibt es nicht einen einzigen lebendigen Menschen, der erfüllt wäre von Würde – nur Masken und Fratzen. Nichtmenschen, geboren für Ohrfeigen. Die Prosa Gogols ist eine einzige Ohrfeige. Von dieser Ohrfeige rührt vielleicht auch das ganze Missverständnis her. Eine Ohrfeige ist doch immer lustig. Ein Zirkus!"


Weitere Artikel: Gisela Trahms erzählt, wie sie - oder jemand anders, sie erzählt die Geschichte in der dritten Person - als 17-Jährige eine Korrespondenz mit Uwe Johnson begann, die zehn Jahre dauern sollte. Abgedruckt ist eine Erzählung von Patrizia Cavalli. Der polnische Dichter Adam Zagajewski spricht im Interview über das Gedichteschreiben: "Das Bild ist für mich das Wesen des Schreibens."

Im Feuilleton erklären Amal Sharaf und Basem Fathy, die die "Jugendbewegung des 6. April" mitbegründet haben, warum sie zum Generalstreik in Ägypten aufgerufen haben: "Von demokratischen Umständen kann keine Rede sein, wenn jeden Tag Bürger verhaftet und immer wieder Menschen ermordet werden. Die Notstandsgesetzgebung ist noch in Kraft. Die Revolution geht also weiter."

Weitere Artikel: Dieter Bartetzko wandert, laut über die "städtebauliche Stümperei" schimpfend, über Frankfurter Baustellen. Jürgen Dollase überlegt, was der dritte Stern für Cesar Ramirez' "Chef's Table at Brooklyn Fare" bedeutet (hier ein knackiger Testbericht von Adam Platt im New York Magazine). Fabian Granzeuer berichtet über das in die Wege geleitete Abwahlverfahren von Adolf Sauerland als Bürgermeister Duisburgs (mehr bei der Rheinischen Post).

Besprochen werden die Fotografie-Ausstellung "State of The Art" im NRW-Forum in Düsseldorf, zwei Berlinalefilme: "Aujourd'hui" von Alain Gomis und "Extrem laut und unglaublich nah" von Stephen Daldry, die Gerhard-Richter-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, einige CDs, u.a. von Ringo Starr und Paul McCartney (hier), sowie Bücher, darunter Christian Krachts "Imperium" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

In der Frankfurter Anthologie stellt Sandra Kerschbaumer ein Gedicht von Peter Rühmkorf vor:

Über die einen ...

Das ist die Schande, das ist der Dreck,
das sind die uralten Lieder:
Über die einen geht man hinweg,
vor den andern wirft man sich nieder.
..."

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons