Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ludwig Erhard wurde ermordet

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.07.2013. Das Urteil gegen Bradley Manning ist nicht gerade ein Sieg für die Transparenz, meint das New York Magazine. Jezebel besäuft sich am Sprachwitz der Franzosen. Die NZZ begeht die Passerelle des trois pays. Nicht der NSA ist es gewesen, die Hippies sind schuld am Überwachungsskandal, meint der Ökonom Max Höfer in der Welt. In der FAZ erklärt Handelsblatt-Chef Gabor Steingart einem ungläubigen Frank Schirrmacher, wie die Finanzkrise gemacht wurde. Außerdem verzichtet auch die FAZ wie Springer gegenüber Google News auf die Wahrnehmung der so heroisch erkämpften Leistungsschutzrechte.

Weitere Medien, 31.07.2013

Zwiespältig kommentiert Joe Coscarelli im NYMag das noch nicht "bezifferte" Urteil gegen Bradley Manning. Zwar wurde nicht an der Beschuldigung festgehalten, dass er dem "Feind" geholfen habe, ihm droht dennoch eine jahrzehntelange Gefängnisstrafe: "Manning's case is not exactly a victory for transparency and the media: The 25-year-old solider still faces decades in prison for violating the Espionage Act of 1917, charges similar to those faced by NSA leaker Edward Snowden. 'It'll be interesting to see whether they bring out this crazy 'aiding the enemy' charge against Snowden if they ever get to him," said Goodale, who represented the New York Times in the Pentagon Papers case and has said the president is as bad as Nixon on the issue. 'It may mean that this insane theory is dead.'" Im Guardian gibt Peter Walker nochmal einen Überblick über die Erkenntnisse, die die Öffentlichkeit Manning verdankt.


Wikileaks bringt Gerichtszeichnung vom Moment der Urteilsverkündung:


Timothy Garton Ash macht in seiner Guardian-Kolumne die Ausmaße des syrischen Desasters klar: "Some 18 million British children, women and men have fled their homes as a result of the civil war that has torn Britain apart over the last two years. About 280,000 people have been killed, and many more wounded. That, proportionately translated to the UK, is the scale of the Syrian tragedy. And there is no end in sight. Some 6000 refugees pour out of Syria every day, straining international humanitarian aid resources and destabilising the country's neighbours. Syrian refugees already make up 10 per cent of the population of Jordan. That's like the whole of Bulgaria moving to Britain."

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Aus den Blogs, 31.07.2013

Binge drinking, also Kampf- oder Komatrinken, kennt der Franzose nur von Briten. Weshalb er es auch "le binge drinking" nennt. Doch seit kurzem haben junge Franzosen diese Sitte übernommen und prompt, berichtet der Guardian, hat die "französische Sprachpolizei" - gemeint ist das Kulturministerium - einen französischen Begriff dafür vorgeschlagen. Jezebels Lindy West ist absolut entzückt: "The next time I do drink myself silly, that shit is going to be all beuverie express all the way. I am in love with beuverie express. BEUVERIE EXPRESS IS THE CLASSIEST WAY TO FALL DOWN AND PEE YOUR PANTS EVER. Leave it to the French to make vomit-encrusted shame sound like an elegant lady's $400 toilet water."

Der Filmdienst Criterion hat Roger Corman um die Liste seiner zehn  Lieblingsfilme gebeten. Wer hätte gedacht, dass er ausgerechnet "L'Avventura" an die erste Stelle setzt?

Hier die Schlagerszene (wenn auch in leicht verzerrtem Format):

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Die Tageszeitung, 31.07.2013

Von der Verurteilung Bradley Mannings konnte Jacob Applebaum im Interview zur NSA-Affäre noch nichts wissen, aber er hegte wenig Hoffnung auf ein faires Urteil: Wenn die Richter das Verfahren gegen Bradley Manning abgelehnt hätten, um stattdessen die Schuldigen der Verbrechen, die er offenlegte, anzuklagen - das hätte mir Hoffnung gegeben. Aber so?" Außerdem spricht er über die Zersetzungsmaßnahmen, die seiner Ansicht nach inzwischen auch in den USA angewandt werden.

In der Kultur: Angesichts einer lieblos zusammengestellter CD-Boxen mit zweitklassigen Alben von Elis Regina, Gilberto Gil und Milton Nascimento platzt Detlef Diederichsen der Kragen: "Liebe Musikindustrie, wir Music Lovers halten uns mit unserem Mitleid anlässlich eurer Agonie ja nicht nur deshalb so zurück, weil wir schadenfroh sind oder so gerne illegal downloaden. Wir fühlen uns von euch verschaukelt."

Weiteres: Hingerissen ist dagegen Sven von Reden von Noah Baumbach romantischer Komödie "Frances Ha" mit der grandiosen Greta Gerwig: "Als habe François Truffaut ein Kinoremake von Lena Dunhams HBO-Serie 'Girls' gedreht - "ohne den Sex, aber mit viel Stil". Niklaus Hablützel tröstet sich in Bayreuth über Castorfs Leiden am Untergang der DDR mit Kirill Petrenkos Dirigat hinweg.

In ihrer Medienfront-Kolumne kommentiert Silke Burmester den obskuren Springer-Funke-Deal: "Auch im Medienbordell setzt sich die Flatrate-Mentalität immer mehr durch. Einmal zahlen, alles plattmachen."

Und Tom.

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Twitterfeed der Verlage

Spiegel Online, 31.07.2013

Sascha Lobo schimpft in seiner Kolumne auf die Position der SPD zu Prism und Vorratsdatenspeicherung: "Praktisch kein Politiker keiner Partei hat versäumt, eine Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit zu fordern. Diese Aussage ist so richtig, dass sie die Grenze zur Egalheit längst überschritten hat. Aber anders als bei der Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit gibt es bei der verdachtslosen Überwachung keine Grauwerte, sondern nur Ja oder Nein. Prism ist die direkte, lineare Verlängerung der Vorratsdatenspeicherung. Wer das eine ablehnt, kann dem anderen nicht zustimmen ohne einen Realitätsverlust der Preisklasse Erich von Däniken."

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Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2013

Bild zum Artikel
Das Innsbrucker Architekturzentrum widmet dem Architekten Dietmar Feichtinger gerade eine tolle Ausstellung, Gabriele Detterer feiert vor allem seine Brückenbauten wie zum Beispiel die Passerelle des Trois Pays bei Basel. Bei Feichtinger, erklärt Detterer, sei die Architektur nicht Ikone, sondern Weg: "Brücken verbinden so gesehen nicht nur Punkt A mit Punkt B, sie schaffen auch Begegnung. Aus diesem sozialen und symbolischen Aspekt eines Brückenbauwerks leitet sich Feichtingers Planungsziel einer 'Aufenthaltsqualität' ab. Diese Intention und die Vorgabe einer 'Ökonomie der Mittel' in eine mit der Umgebung harmonisierende Bauästhetik überzuführen, verlangt ein undogmatisches Weglassen des Überflüssigen."

Weiteres: Marion Löhndorf begutachtet die neue Hängung der Tate Britain. Thomas Schacher berichtet vom Musikfestival Verbier.

Besprochen werden die Waldhaus-Konzerten in Flims, Jeremy Benthams Schrift "Das Panoptikum", Roland Berbigs Günter-Eich-Biografie "Am Rande der Welt" und Dina Nayeris Erzähldebüt "Ein Teelöffel Land und Meer" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Die Welt, 31.07.2013

Frank Castorf hat sich mit dem dritten Teil des "Rings" ordentlich Buh-Rufe eingefangen, aber Manuel Brug ist ein Fan dieser Inszenierung: "Weil er sich offensichtlich bisweilen nicht um die Musik schert, ihre pathetische Kraft unterläuft, andere Betonungen setzt als Wagner - und sich gerade darin einen aufregenden Dialog mit dem präsenten, aber unsichtbaren, nur klingend zu erlebenden Kirill Petrenko liefert. Der dirigiert mit seinem folgsamen, auch am dritten Tag frischen Festspielorchester eine vor heldischer Kraft strotzende, mal dunkel knurrende, dann wieder leise raunende 'Siegfried'-Erzählung mit herrlichen Instrumentalspitzen. Petrenko hält so alles zusammen und dröselt musikalisch auf, wenn Castorf szenisch träumt und verrätselt."

Daniel Kothenschulte porträtiert die Schauspielerin Greta Gerwig, die derzeit als Frances Ha im Kino zu sehen ist. Marc Reichwein berichtet vom Prozess gegen Jonathan Meese. Alan Posener geißelt den Rassismus in der neuesten Veröffentlichung des Netzwerks "Schule ohne Rassismus". Der Zeithistoriker Edgar Wolfrum, der gerade  ein Buch zum Thema veröffentlicht hat, zieht im Gespräch mit Eckhard Fuhr Bilanz der rotgrünen Koalition von Gerhard Schröder und Joschka Fischer und meint zur kommenden Wahl: "Es gibt kein rot-grünes Projekt mehr."

Im Forum findet es der Ökonom Max Höfer ganz folgerichtig, dass das Internet sich zur Überwachungsmaschinerie entwickelt hat, schließlich waren die Erfinder Hippies: "Dass aus dem Freiraum Internet ein Kontrollraum geworden ist, warum sollte das einen Ex-Hippie ernsthaft stören? In den Landkommunen war die Privatsphäre doch ebenso verpönt."

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Süddeutsche Zeitung, 31.07.2013

Auf der Medienseite ärgert sich der Soziologe Thomas M. Blaser nicht nur über die neue Reality-Camp-Show "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika", in der sich weibliche Z-Promis vor den Himba, der indigenen Bevölkerung Namibias, blamieren, sondern insbesondere auch über die deutsche Berichterstattung (etwa hier und hier), die ihr Amüsement dadurch legitimisiert sieht, da ja angeblich nicht die Ureinwohner, sondern diesen unbeholfene Frauen vorgeführt werden: "Als ob koloniale Vermächtnisse aufgelöst werden können, indem wir uns im Fernsehen über weiße Frauen in Afrika lustig machen." Hier Blasers englischsprachiger Blogpost.

Im Feuilleton sieht Reinhard Brembeck einen "handfesten Skandal" heraufdämmern, sollte Frank Castorf auch weiterhin die Missgunst des Bayreuther Publikums provozieren. Zwar habe Castorf viel für die zwielichtigeren Figuren aus Wagners Werk übrig, "einen Terminator wie Siegfried aber, der seine Morde kalt wie der NSU begeht, mag Castorf nicht. Diese Abneigung zeigt er auch ganz ungeniert bis hin zur Regieverweigerung. Schließlich hat er als (Opern-)Regisseur nichts zu verlieren. Er hat aber, deshalb wurde er wohl auch verpflichtet, den Ruf als hemmungsloses Schreckenskind des staatlich subventionierten Bildungsbürgertheaters zu verteidigen". Denoch ist dieser "Ring", so Brembecks Fazit, "ein Kracher".

Weitere Artikel: Catrin Lorch berichtet vom zweiten Verhandlungstag im Meese-Prozess. Jan Füchtjohann beobachtet in George Packers Collagenbuch "The Unwinding", wie die USA auseinanderbrechen, auch wenn er am Ende schließt: "Ein Land, das Journalismus auf diesem Niveau hervorbringt, kann noch nicht ganz am Ende sein." (hier liest der Autor aus seinem Buch vor, hier sein Autorenprofil beim New Yorker). Kristina Maidt-Zinke gratuliert dem Schriftsteller Cees Nooteboom zum 80., Jens Bisky dem Historiker Hagen Schulze zum 70. Geburtstag. Joachim Hentschel lauscht in Berlin Jon Hassells post-orgasmischem Jazz. Auch wir stecken uns eine Zigarette danach an:



Besprochen werden Greta Gerwigs neuer Film "Frances Ha", der Superheldenfilm "Wolverine", Damiano Michielettos in Salzburg aufgeführter "Falstaff" und Peter Hennings Roman "Ein deutscher Sommer" über das Gladbecker Geiseldrama (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2013

Im Gespräch mit einem ungläubigen Frank Schirrmacher hält Handelsblatt-Chef und Buchautor Gabor Steingart an einer recht triftig klingenden These fest: Nicht das Finanzkapital, jedenfalls nicht es allein, hat die Krise herbeigeführt: "Der große Spieler auf der Bühne des Krisentheaters ist die aus hybriden Verhältnissen entschlüpfte Bastardökonomie, ein staatlich-finanzindustrieller Komplex, der die Marktwirtschaft verformt und den Wohlstand der Nationen schmälert. Ludwig Erhard wurde ermordet, und an seiner Stelle wurde eine die Gesetze der Marktwirtschaft verletzende Doppelherrschaft von Regierung und Banken installiert."

Weitere Artikel: Felicitas von Lovenberg gibt einen Überblick über die kommende Literatursaison und empfiehlt als Debüt der Saison Sarah Stickers Roman "Fünf Kopeken" bei Eichborn sowie neue Romane kaum überraschender Autoren wie Clemens Meyer, Alina Bronsky, Terezia Mora, Daniel Kehlmann, Martin Walser, Zadie Smith, James Salter, Louis Begley. Dieter Bartetzko attestiert Papst Franziskus nach seiner Äußerung über die Schwulen ein "hohes Maß an Idealismus". Dirk Schümer gratuliert Cees Nooteboom zum Achtzigsten, auch Rüdiger Safranski schickt einen kleinen Geburtstagswink.

Besprochen werden ein "Falstaff" in Salzburg und der "Siegfried" im Bayreuther "Ring" unter Frank Castorf und Kirill Petrenko, außerdem Bücher, darunter Jenna Miscavige Hills Erinnerung an ihre Loslösung von Scientology (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Auf der Medienseite berichtet Jörg Michael Seewald, dass die RTL-Gruppe aus DVB-T in einigen Regionen aussteigen wird - und die Zuschauer folglich neben der "Demokratie-Abgabe" Kabelgebühren werden entrichten müssen, wenn sie das komplette Angebot frei empfangbarer Sender haben wollen.

Und dann noch - in einem leicht säuerlich klingenden Kästchen - dies "in eigener Sache": Die FAZ verzichtet wie auch der Springer Verlag auf die Leistungsschutzrechte - zumindest gegenüber Google News will man sie nicht wahrnehmen: "Ein sogenanntes 'de-listing' bei Google News hätte für die FAZ erhebliche Reichweitenverluste bedeutet. Vor dem Hintergrund der Marktstärke von Google wären die wirtschaftlichen Risiken für die FAZ nicht überschaubar gewesen." Es sei aber sichergestellt, dass Google keine längeren Artikelabschnitte zitiere - was es bekanntlich sowieso nie getan hat.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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